Das alte leidige Thema WC                                                  03.08.2018

 

Alle 3 Tage muss das WC geleert werden, und das ist nun bei Gott keine angenehme Sache.

Zudem braucht es Chemie oder wie wir es machen, einen halben Liter Essig. Wir sind der Ansicht, dass die Chemie einen sehr unangenehmen Duft hat und so auch nur in den speziellen Orten für Chemie WC zu leeren sind. Was ja immer und überall zur Verfügung steht. Ha ha.  Seit geraumer Zeit haben wir also mit gutem Erfolg auf Essig umgestellt. Das Gemisch ist nun wieder Braun und nicht Bläulich und das Papier und alle Feststoffe werden genauso gut aufgelöst wie mit der Chemie. Plus, man muss sie genauso oft leeren wie mit Chemie. Also ein Vorteil für die Umwelt, sonst bleibt sich alles gleich.

 

Drei Tage sind einfach nicht genug! Wir stehen ja ausschliesslich wild, auch in Städten und so kommt es immer mal wieder vor, dass die Toilette voll ist und wir auch. Was machen? Nicht immer hat man einen Vorrat an leeren PET-Flaschen, um sie in der Not zu füllen. Also wird das ganze immer mal wieder zu Stress und zum zeitaufwendigen, sinnlosen umherfahren um einen Entsorgungs-Platz zu finden. Es wäre doch toll, dies nur noch ein bis zwei Mal pro Monat machen zu müssen oder.

 

So entschlossen wir uns, dass wir unsere Toilette gegen eine Trenn-Trocken-Toilette ersetzen wollen. Doch das ist ja gar nicht so einfach. Denn bei uns ist der Boden dem WC angepasst, wir können nicht einfach das bestehende WC rausnehmen und ein anderes einbauen. Zudem ist es auch eine Platz- und Gewichtsfrage. Wir haben viele Webseiten mit Umbauten angeschaut und die meisten kommen für uns nicht in Frage. Eine Holzkiste mit Trenn-Einsatz ist der häufigste Vorschlag. Aber das sieht ja nicht nur Scheisse aus, da schlafen einem ja auch die Beine ein. Also alles selber bauen und neu erfinden? Sich mit Fiberglas und den Kunststoffharzen auseinandersetzen? Wir haben ja nicht ewig Zeit, wir müssen das ja irgendwie in der Zeit in der wir in der Schweiz sind realisieren und haben nicht Wochen oder Monate Zeit. Zudem brauchen wir ja die Toilette jeden Tag, sodass wir das auch nur schwer unterwegs machen können.

 

Nach gefühlten Monaten der Suche im Internet finden wir einen, der genau unser Ding gemacht hat. Der Umbau einer Thetford-Toilette in eine Trenn-Trocken-Toilette. Jeeeee, es besteht also eine Chance, dass wir mit unserer bestehenden Plastikschüssel zu einer richtigen Trenn-Toilette kommen. 

 

In seiner Beschreibung (leider etwas dürftig, da offensichtlich nicht während der Arbeit dokumentiert) teilt er mit, dass er den Trenneinsatz von Kildwick, einer kleinen (sehr kleinen) Firma in Skipton, England hat. Da wir nur ca. 100 km davon entfernt sind, nehmen wir kurz entschlossen Kontakt mit Colin auf, der Inhaber der Firma. Da sie die Trenn-Schüssel an Lager haben, machen wir uns auf zu ihm, um sie vor Ort zu kaufen. 

 

Kein leichtes Unterfangen, denn die Firma ist so klein und so nicht angeschrieben, dass wir erst nach mehrmaligem Leute fragen auch am richtigen Ort sind und selbst als wir vor der offenen Türe stehen, fragt Oliver, ob man ihm sagen könnte, wo die Firma Kildwick sei. 

 

Ja, wir lassen uns die ganze Produktion zeigen und all die verschiedenen Toiletten und Einsätze die sie in Sortiment haben. Auch erklärt er uns, dass Ihre Einsätze aus einer speziellen, antiseptischen Beschichtung besteht (wie sie auch im Spital gebraucht werden) und so das Reinigen und Sauberhalten der Schüssel viel einfacher und besser sei. 

Wir kaufen also einen Trenn-Einsatz für 85 £ ca. 110 CHF und machen uns weiter auf unserer Reise Richtung Fleedwood, der Nachbar Ort von Blackpool, das soll ja die Party Meile von England sein.

 

Hier werden wir Dich auch weiterhin auf dem Laufenden halten, was unser Umbau gerade macht. Doch vor September 2018 wird es kaum weitergehen.

 



Toiletten-Umbau

Am Donnerstag, 21.09.2018 fahren wir also auf direktem Weg zu Oliver’s Tochter Marielle. Wir können uns von ihrem Freund Kevin den Dremel auslehnen, den brauchen wir für unseren Toiletten-Umbau. Nach unserer langen Fahrt durch Deutschland freut es uns umso mehr, dass wir gleich mit einer feinen, selbstgemachten Pizza und Salat begrüsst werden. Wir geniessen das gemütliche beisammen sein und müssen uns aufraffen, um doch noch weiterzufahren. Wir wollen morgen ja schon früh mit dem Umbau beginnen, daher fahren wir dann spät noch weiter zu Moni’s Tochter Jasmin.

Schon ganz früh sind wir wach und zuerst werden die selber eingebauten Vorhänge abmontiert. Da hat es immer noch Wüstenstaub dran. Während Moni unsere ganze Wäsche wieder mal mit einer richtigen Maschine waschen kann, montiert Oliver unsere ganze Toilette aus. Das geht eigentlich ruckzuck. Jetzt wo alles draussen ist, kann man auch mal richtig ausmessen.

Jetzt ist die ganze Toilette draussen.

Nun wird das Innenleben mit dem Schliessmechanismus rausgenommen und der obere Teil der Toilette gelöst, sodass man die Schüssel nun bequem bearbeiten kann. Mit dem Dremel schneiden wir den inneren Teil der Schüssel weg, oder besser gesagt es schmilzt ihn weg.

Wir passen die Schüssel solange an, bis der Kildwick-Einsatz passt. Um mehr Platz für einen Urinkanister zu erhalten, schneiden wir den Boden heraus, in der Hoffnung, dass es danach immer noch genug stabil ist.  

Nun passen wir den Kildwick-Trenneinsatz noch an die Schüssel an, sodass die Toiletten-Brille auch darüber passt. Damit der Urinschlauch nicht geknickt wird, machen wir in der Mitte der Schüssel ein Durchführungs-Loch. So können wir den Schlauch auf der rechten Seite entlang der Toilette vorbei, nach hinten in ein weiteres Loch führen, um ihn so an den Urinkanister anzuschliessen. Leider passt der Wasserdieb den wir unterwegs gekauft haben nicht, da der Gummi zu weich ist und wir ihn deshalb nicht richtig befestigen können. Zum Glück hat Moni noch den alten von der Waschküche, der ja eh niemand mehr braucht.

Der Grund, warum wir den Schlauch rechts machen ist nur, damit wir die Schüssel auch in Zukunft noch drehen können, und das geht bei uns aus Platzgründen ausschliesslich nach rechts.

Jetzt bauen wir die Toilette wieder zusammen. Wir kaufen einen runden Abfalleimer, der genau in das Loch passt und sogar ein wenig klemmt, aber man kann trotzdem bequem einen Sack über den Rand stülpen. Mit zwei Holzleisten stabilisieren wir den zu verschraubenden Plastik Boden.

Mit einem Querholz unterstützen wir den Eimer, damit er bei voller Beladung nicht doch vielleicht runterfällt. Nun müssen wir noch einen geeigneten Urin-Kanister finden, der möglichst gross ist und trotzdem in die kleine Öffnung passt. Zum Glück müssen wir nicht lange suchen. In den Deckel machen wir einen Schlauchanschluss, sodass er einfach zu entfernen ist.

 

Jetzt ist die Toilette wieder gebrauchsfähig. Zur Reinigung der Urinseite nehmen wir eine Sprühflasche gefüllt mit Wasser und ganz wenig Essig. So ist es jederzeit sauber.

Was wir noch nicht wissen ist, ob wir doch noch einen Ventilator einbauen müssen oder nicht. Im Internet lesen wir immer wieder, dass es nicht notwendig ist, so werden wir jetzt zuerst einmal unsere Toilette austesten. Vorsichtshalber haben wir aber bereits Ventilatoren gekauft, damit wir falls nötig, diese noch einbauen können. 

 

Wir werden Dich weiter auf dem Laufenden halten. 

 

Was wir jetzt schon sagen können, der Umbau ist eine Geduldsübung und braucht viel Flexibilität. Im Voraus das Material kaufen bringt nichts, denn es kommt eh anders als man sich das vorstellt. Also wirklich nur dann umbauen, wenn man auch Zeit hat, und vor allem nur dann machen, wenn eine andere Toilette zum gebrauchen vorhanden ist. Wir haben, als mittelmässige Handwerker, ohne Stress, diesen Umbau in knapp 2 Tagen gemeistert, trotz mehrmaligen Fahrten zu verschiedenen Einkaufsläden.



Toiletten-Malheur

 

 

Also so ganz perfekt ist unser Umbau noch nicht. Wie schon bei der alten Chemie-Toilette stinkt es ab und zu echt schlimm. Wir haben aber noch nicht heraus gefunden, warum das so ist. Auch haben wir immer schön nach 3 Tagen den Urintank geleert, damit dieser nicht 

zu voll wird. Aber am Samstag, 13. Oktober 2018 ist es nun doch passiert. Unser Urinkanister ist voll und wir können ihn nicht leeren. So kommt unser Notfallbeutel zum Zug. Das Ganze ist schnell um montiert. Also alles kein Problem. Das Problem haben wir erst, als wir den Urinkanister herausnehmen wollen. Na ja, so genau gehen wir jetzt nicht darauf ein. Nur so viel, eine Lösung muss her. Aber was sich auf jeden Fall gelohnt hat, es ist viel angenehmer das Ganze zu leeren als vorher mit der Chemiecassette. Und das ist ja schon ein riesiges Plus. 

 

Am Samstag, 20. Oktober blubberts nach dem Ablaufen des Urins so komisch, und am Sonntag ist es dann auch undicht. So macht sich Oliver nach dem Frühstück gleich daran, unseren Toiletten-Umbau zu verbessern, dass es dann wirklich mal so ist, wie es sein sollte.

 

Was wirklich super ist, die Entsorgung, das ist echt einfach und genial. Was wir noch nicht so ganz im Griff haben, ist das mit dem Riechen. Wir sind immer noch so ein bisschen hin und hergerissen, aber einen Ventilator einbauen heisst, ein Loch in den Willi schneiden. Mal schauen.

 

Am Sonntag, 25. November 2018, ziehen wir Bilanz über unseren Toilettenumbau. Denn, jetzt haben wir es lange genug ausgetestet. So können wir mit Gewissheit sagen, es ist einfach perfekt.  Wir haben jetzt für uns den Rhythmus gefunden. Also, den Urintank leeren wir immer nach 3 Tagen, die Toilettenschüssel reinigen wir nach dem kleinen Geschäft in dem wir mit einem Essigwasser-Spray die Schüssel kurz einsprühen. Wegen der gelben Flecken, die es sonst gibt. 

 

Und die Sache mit dem Riechen haben wir jetzt auch ohne Ventilator hingekriegt. Das sind jetzt einfach unsere Erfahrungen die wir gemacht haben. Da man ja freie Sicht auf den Inhalt hat, und wir das dem nächsten nicht zumuten möchten, legen wir immer ein Haushaltungspapier darüber. Da ja unser, wir sagen jetzt mal Kotkübel, aus Platzgründen relativ klein ist, drücken wir den Papierhaufen nach dem grossen Geschäft zusammen. Und genau das ist es anscheinend. So hat es weniger freien Platz und Luft dazwischen und so entsteht keine üble Geruchsbildung.  Wir können also ohne Gestank 4 bis 5 Tage warten mit dem leeren. Klar, wenn Du den Sack rausnimmst, riecht es kurz, aber du gehst ja dann eh gleich raus mit dem Sack. Ach ja und es ist optisch angenehmer, wenn Du einen schwarzen oder dunkeln Sack kaufst. Der beste bis jetzt war ein biologisch Abbaubarer, der war dunkelgrün und relativ dick. 

 

Auch Anfang Februar 2019 sind wir immer noch der Meinung, unser Toilettenumbau hat sich definitiv gelohnt.