Almeria, Fort Bravo

Von den Filmenthusiasten Ursi und Roland (Moni’s Bruder) werden wir nach Almeria, der alten Filmmetropole Spaniens geschickt. Hier unser Abenteuer Bericht.

 

Bei Sonnenuntergang erreichen wir Almeria, das GPS jagt Oliver durch die engen, dunkeln Gassen in der Hoffnung, irgendwo einen Parkplatz zu finden. Überall befinden sich kleine Metall Pfosten am Strassenrand und die Menschen wuseln kreuz und quer, ohne Rücksicht vor uns herum. Oliver hoch konzentriert wird immer “Ulidiger“ und will nur noch raus aus dem Gewusel. Moni hingegen ist von der vielfältigen Architektur begeistert und macht ein paar Fotos aus dem fahrenden Willi heraus, da sie genau weiss, dass Oliver nicht mehr hier durchfährt.  

Auch am Hafen, keine Chance, so beschliessen wir etwas ausserhalb einen geeigneten Schlafplatz zu suchen. Im nächsten Dorf werden wir fündig, direkt oberhalb des Yacht Hafens. Im Hafen muss man fürs parkieren bezahlen und das wollen wir eigentlich nicht. Wir gehen zu Fuss an den Hafen und geniessen das Spiegeln der Lichter im Wasser.    

Am nächsten Morgen wollen wir nach Almeria, so fahren wir voller Tatendang zurück in die Stadt. Jetzt hat es sicher einen Parkplatz, aber nein auch diesmal bleiben wir erfolglos. So fahren wir weiter Richtung Tabernas, wo sich mehrere alte Film-Westernstädte befinden.  Da wir ja eigentlich nie auf die Autobahn gehen, fahren wir auch diesmal auf der Landstrasse, bis wir an eine Tafel kommen die uns mitteilt, dass das weiter fahren wegen einer Baustelle untersagt sei. Da hier gerade ein Abzweiger rechts weggeht und viele Spuren durch den Sand führen, gehen wir davon aus, dass dies die Umfahrung ist und folgen den Spuren. Der Weg wird immer steiniger und die Gegend durch die Sierra Gador immer beschwerlicher, das kann doch nicht eine Umfahrung sein, oder?

Die Gegend ist traumhaft und wir warten gespannt bis Winnetou mit seinem Prachtpferd Iltschi hinter einem Felsen hervorkommt.

 

Nun fängt es uns an richtig Spass zu machen, so über Stock und Stein zu holpern und den 4x4 und die Untersetzung voll auszukosten. Doch irgendwann wird der Weg immer enger und die Büsche kratzen an den Seiten unseres Willi’s, dass er einem Leid tut. Dann wird es so eng, dass wir ihm auf der rechten Seite eine schöne Schramme verpassen. Dies ist der Zeitpunkt, wo wir beschliessen, dass diese Umfahrung nicht die Richtige ist und wir umkehren. So haben wir fast 3 ½  Stunden mit einer Umfahrung die keine ist verbracht, und mussten nun unseren Grundsatz, keine Autobahn, über Bord werfen. Nach knapp einer Viertelstunde erreichen wir so Mini Hollywood das leider geschlossen ist.

Doch immerhin Fort Bravo hat geöffnet und lässt uns gegen einen Eintritt von 19.40 € pro Person einfahren. Die Frage, die Nacht für weitere 10 € da zu verbringen, haben wir dankend abgelehnt.

Wir suchen uns einen der spärlichen Schatten Plätze, damit es im Willi nicht zu heiss wird, falls wir Laila nicht mitnehmen dürfen, doch niemand sagt etwas und so darf sie mit auf die Erkundungstour. Monika freut sich wie ein kleines Kind. Western, Cowboys und Pferde.

 

Oliver hingegen ist enttäuscht, und findet es schade, dass die alte Westernstadt so heruntergekommen ist. Wir finden tatsächlich einen Saloon der offen ist und freuen uns auf ein Steak mit roten Bohnen, serviert in der Bratpfanne. Leider gibt es nur Mikrowellen-Pizza oder Sandwiches. Aber das Bier ist dafür richtig schön kalt. 

Um 14.30 Uhr ist noch eine Show angesagt. Also warten wir gespannt. Zwischendurch reitet schon mal einer vorbei oder kommt in den Saloon. Westernfeeling kommt auf, wenigstens bei Moni. Als der Cowboy rauskommt, sieht er Laila und schaut uns erstaunt an. Wir denken noch, hat der Angst vor einem Hund oder wo ist das Problem. Aber eigentlich hätten wir uns das ja auch denken können, in einer Westernshow wird ja auch ziemlich viel geschossen. Aber dazu kommen wir noch später.

Die Show beginnt. Zwei Cowboys reiten heran, halten vor dem Saloon, zünden sich eine Zigarette an und warten, und warten. Aber auf was? Irgendwann reitet der eine zum Saloon, und das Pferd steigt die Treppe rauf. Sieht echt cool aus.

Oliver sitzt auf der Veranda, die Kamera im Anschlag aber etwas gelangweilt. Denn die 2 lassen uns doch sehr lange warten. Dann irgendwann kommt auch die klassische Westernmusik aus dem Lautsprechen und es beginnt. Wie schon erwähnt, irgendwann wird geschossen und unsere alte Laila stirbt 7 Tode. Dass sie so zittern kann, haben wir noch nie gesehen. Also nichts wie weg hier. Monika geht hinter die Veranda, so dass sie doch noch was sieht, aber Laila ist das noch zu nah und zieht sie weiter weg. Also beobachtet Moni die ganze Show hinter dem letzten Haus, wo Laila sich in den Schatten verzieht. Anhand des Gelächters der spanisch sprechenden Besucher muss es zwischendurch noch lustig sein. Auf jeden Fall wird viel geschossen, einer fällt vom Hausdach runter und später wird einer im vollen Galopp an einem Seil hinterhergezogen, so richtig nach alter Western-Manier. Der ganze Sandstaub, denn die Pferde aufwirbeln tut seine Sache auch noch dazu.

 

Nach der Show beruhigt sich auch Laila wieder und so schlendern wir noch durch die staubigen Gassen und spielen: Hängt ihn höher, nach dem Western mit Clint Eastwood von 1968.

Moni will sich die gratis Kutschenfahrt mit den Maultieren natürlich nicht entgehen lassen. Ob es wohl wegen den Maultieren ist oder den Cowboys. Oliver kommt sicherheitshalber mit, er meint zwar Moni zu liebe, aber das lassen wir jetzt mal so stehen.

Es ist schade, dass die Spanier das Ganze nicht ein bisschen pflegen, es ist alles ziemlich verlottert. Klar ist ja auch schon lange her. Aber auch die Indianer-Tipis, waren nur aus Plastik.

 

Liebe Ursi und lieber Roland, Euch ein herzliches Danke schön für die Entführung in vergangene Zeiten.

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