Unterwegs Richtung Almeria

Unterwegs Richtung Almeria fahren wir durch eine weiche Hügellandschaft, im Stil einer Steppe wo nur niedrige Büsche und Steppengras wächst. Zwischen durch kommt man durch  typische, andalusische Dörfer. Wir geniessen die Fahrt und erwarten hinter jeder Kurve das Meer zu sehen. Auf einmal ist es soweit, kurz nach dem Gipfel liegt uns die Landschaft zu Füssen in all ihrer Pracht. (Von weit oben sieht man den Abfall nicht, der überall verteilt in der Landschaft ist.)

Das Meer ist nur noch einige Kilometer entfernt und es lässt sich eine kleine Strasse ausmachen die durch die Büsche ans Meer führt. Wir sind Feuer und Flamme, da wollen wir hin, kein Haus, keine Menschen Seele im Umkreis von ca. 5 Km das ist unser privates Paradies. Den Weg zu finden ist kein Problem, da es ausser der Hauptstrasse nur diesen gibt und so sind wir schon bald in unserem Paradies. Wir packen Stühle und Tisch aus um uns als erstes zu stärken, nach der Fahrt durch die Sierra. Wir geniessen die Ruhe und das Meer das so friedlich vor sich herschaukelt.

Doch nach einiger Zeit wird uns das doch zu langweilig und wir erkunden die Gegend. Unweit von unserem Platz hat es einen kleinen Weg der nach unten an eine Bucht führt, da wollen wir hin. Wow, da hat es ja ein Höllen Haus das jemand für seine Liebste oder Liebsten schön verziert hat.

Wir klettern in das Haus, machen ein Paar Fotos und spielen mit Laila das Spiel: Hoffentlich erwischt sie den Stein nicht. Steine sollen ja nicht so gut für die Zähne sein, aber da es keine Stöckchen hat, müssen wir Steine ins Meer werfen damit sie ihnen nachspringen kann. Ein Höllenspass für alle.

Beim Willi angekommen machen wir uns noch einen Kaffee um danach weiter zu fahren, wir wollen ja noch nach Almeria und das sind noch einige Km. Oliver ist gerade dabei Stühle und  Tisch wieder einzupacken, da kommt ein Park Ranger angefahren und spricht Oliver in einem schroffen Ton an, er solle die Papiere bringen. Kein Hallo, nichts. Das kommt Oliver schräg in den Hals und er stellt sich dumm, er zuckt mit den Schultern und fragt, Deutsch? Oder Englisch? I o kein Spanisch. Das wiederum findet der Ranger nicht lustig und wird sichtlich genervt. Er macht ein grunz Geräusch und deutet unter Einsatz des Armes an, dass wir sofort verschwinden sollen. Da wir ja sowieso weiter wollten ist das kein Problem, nur Moni findet sie müsse zuerst alles fein säuberlich verstauen, was Oliver wiederum als nicht sehr sinnvoll erachtet und fordert sie auf, alles einfach in den Abwaschtrog zustellen bevor der Junge Ranger noch komplett in einen Wut Ausbruch verfällt. Weiter oben hat es Spanier denen es ähnlich ergangen ist. Sie zucken mit den Schultern als wir vorbeifahren und steigen auch in ihr Auto ein. Zwischen uns und den anderen fährt der Ranger als Aufpasser, dass auch sicher niemand wieder ans falsche Ort abbiegt.

Eigentlich wissen wir bis jetzt nicht was das sollte, denn es gab nirgends ein Verbot.

 

Je weiter westlich wir kommen, desto mehr erstrecken sich die Plastikplanen der Gemüse und Früchte Bauern oder doch besser Fabriken?

Überall liegen irgendwelche dubiosen Plastikkanister herum und der Dreck türmt sich in die Höhe, aber als ob das nicht genug wäre, stinkt es zum Himmel. Auf Fahrrädern begegnen uns immer mehr Schwarze die offensichtlich auf diesen Plantagen arbeiten. Irgendwie beschleicht einem das Gefühl, dass es sich hier um Sklaven handelt und nicht um freie Menschen. Auch die slumartigen Behausungen geben einem kein gutes Gefühl.

Ja Oliver bekommt gleich einen dicken Hals und textet Moni in einem Ausbruch zu.

Aber das wollen wir Euch hier an dieser Stelle lieber ersparen.

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