Einreise nach Marocco

Am Samstag beschliessen wir, dass wir Morgen nach Algeciras fahren um dort ein Ticket für die Fähre und die Überfahrt zu organisieren. Moni stellt den Wecker auf 7 Uhr und Oliver graut es schon jetzt vor dem Morgen. Wir machen noch einen Abend Spaziergang ans Meer und geniessen den herrlichen Sonnenuntergang.

Leider gibt es keine Fotos vom Sonnenaufgang. Aber es war fantastisch. Rechts ging der Mond unter (im Moment ja ein riesen Spektakel) und links ging die Sonne auf. Wirklich traumhaft.

 

Also fahren wir fast pünktlich los und erreichen Algeciras um 10 vor 9 Uhr. Langsam fahren wir durch den Hafen, um irgendwo eine Verkaufsstelle zu finden. Auf einmal springt ein junger Mann vor unseren Willi und fuchtelt und gestikuliert wie wild mit den Armen. Wir fragen was los sei und er meinte, ob wir aufs Schiff nach Tanger wollen. Was wir ja wollen. Ja da müsst Ihr pressieren, denn in einer halben Stunde ist Lade Schluss. Uns kam das doch sehr spanisch vor, denn das Schiff sollte um 10:30h los. Er meinte im Hafen könne man keine Tickets kaufen, aber er zeige uns wo es welche gebe. Wir beschliessen mitzugehen, da wir ja nicht wirklich Druck haben. Da rennt und rennt und hetzt er uns durch den Hafen. Bei der Verkaufsstelle angekommen werden wir nach der Autonummer gefragt, die wir ja nicht wirklich wissen, so rennt der junge Mann alles zurück um sie abzuschreiben.

Als er zurückkam, waren wir soweit, dass wir nur noch die Autonummer eintragen konnten, bezahlen und los. Wir wollten den gleichen Weg zurück zu unserem Willi wie wir gekommen sind, doch er meinte, das gehe nicht, wir müssten da hinten durch. Wieder willig ging Oliver mit und als er sah, dass er von uns wollte, dass wir wie Flüchtlinge über eine Absperrung und um einen Haag auf der Brücke herum klettern sollte, wollte er schon wieder zurück. Doch Moni ging einfach dem jungen Mann hinterher, sodass auch Oliver folgen musste. Kaum drüben sprach er nur noch von Geld und Hunger und Kinder die er füttern muss und wie wir so sind, liessen wir uns erbarmen und gaben ihm unser Münz, ca. 4€.

Ok, eine Erfahrung mehr, die wir so sicher nicht mehr machen.

Wir fuhren weiter durch den Hafen und sahen dann auch den Grund, warum er nicht mehr durch den offiziellen Eingang wollte.  Da stand die Polizei und das was er machte ist sicher nicht legal. Aber gut wir haben unser Ticket und so stellen wir uns an die Warteschlange bei der Fähre.

Auf der Fähre wurde uns von einem jungen Marokkaner ein Kaffee Gutschein geschenkt, da er ihn nicht brauche. Juhu alle Marokkaner sind nett. Endlich in Marokko angekommen sind wir die ersten am Zoll und alles läuft wie am Schnürchen. Bis einer in unsere Garage schauen will. Das Erste was er zu sehen bekommt ist unser Rucksack mit der Drohne. „ Aufmachen“ kein Problem, denkt sich Oliver und meint der Zöllner hätte sich begeistert für das Teil.

Aber weit gefehlt. Er ruft einen Anderen und der wieder einem anderen und nun sind

irgendwie 8 Personen die um die Drohne stehen, alles rausreissen und begutachten. Da fällt einem das iPad aus der Hand und auf den Boden, er liest es auf und packt es wieder in den Rucksack. Und Oliver muss mit ins Büro. Da wird wieder alles ausgepackt und da sieht er, dass das Glas beim iPad komplett zersprungen ist und er sagt: „Das war vorher noch ganz!“ aber das interessiert hier keine Sau, alles was jetzt kommt ist „Du bist Journalist!“ Oliver „Nein bin ich nicht!“ „Wieso hast du dann eine professionelle Drohne?Ich möchte die Wüste von oben während dem fahren Filmen. Keine Reaktion. Du bist Journalist. Nein bin ich nicht, ich verkaufe Video Equipment. Also bist du doch Journalist. Es ist verboten Drohnen nach Marokko einzuführen. Sorry, das habe ich nicht gewusst. Ist kein Problem wir müssen nun alle Nummern haben um das Formular auszufüllen. Wie teuer war die Drohne? Oliver beschliesst nicht den vollen Betrag zu sagen, da sie eh schon meinen, dass es sich um eine professionelle Drohne handelt. So um die 800€. Oliver merkt wie alle erschrecken.

Da steht Professionell. Also ist es kein Spielzeug. Ja die Drohne heisst so, das ist nicht wirklich Professionell. Es hat keinen Sinn, sie nehmen alles auf. Oliver bekommt eine Bescheinigung und weg ist die Drohne. Sie fragen noch nach Waffen und Pfefferspray, da in Marokko Pfefferspray als Waffe gilt, und sagen, dass auf Waffenbesitz Gefängnis steht. Gott sei Dank sind wir den schon in Gibraltar losgeworden. Das hätte gerade noch gefehlt. In der Zwischenzeit kommen 2 zu Moni, sie soll aussteigen. An der Garagentüre hängt unsere Weltkarte. Sie wollen wissen, wohin wir wollen. Da Moni ja nicht weiss, was Oliver sagt, und es besser ist nicht zu viel zu sagen, beschliesst sie, nichts zu verstehen. Auf Deutsch sagt sie, wir fahren mit dem Wohnmobil nach Marrakesch. Nicht Agadir? Agadir, he, fragen sie immer wieder. Keine Ahnung. Da fragt der eine, ob wir Waffen haben. Hä? Pistole, sagt er nochmals eindringlich. Sie macht mit der Hand eine Pistole, peng peng? Nein. Also gehen sie wieder. Nun kommt Oliver wieder zu Moni zurück, die brav im Willi wartet.

Er erzählt ihr was los ist, und schon kommen wieder drei, diesmal mit Hund. Jetzt muss Moni mit Laila aussteigen. Der Mann geht mit dem riesigen Hund hinein, wobei es den Anschein macht, dass er so Freude hat an unserer Laila, dass der nichts Anderes mehr schnuffelt. Also gehen sie wieder. Da kommt schon ein neuer Typ, diesmal weder Militär noch Polizei einfach in Zivil. Er gibt Oliver die Hand und meint er müsse mitkommen. Ok also geht Oliver mit. Nun muss er in einen alten Gefängnis Bus steigen, der rundherum vergittert ist.

 

Nun wird es Oliver langsam murmlig im Bauch. Aber er redet sich ein „Bleib ruhig, nur nichts Falsches sagen, immer gut überlegen was du sagst.

So fahren sie eine Runde durch den Hafen und Oliver sagt, ich muss es doch meiner Partnerin sagen. Also kurven wir zurück zum Willi, der Mann geht zu Moni und versucht ihr klar zumachen was Sache ist, und sagt dann immer Peiperpaper, Peiperpaper. Doch Moni hat auf Autopilot Dumm und nur Thurgauer Deutsch geschaltet. So musste er Oliver aus dem Kastenwagen holen und zu Ihr bringen. Oliver erklärte ihr, er wisse nicht was genau abgehe, er müsse da irgendwohin mit. Er bat sie noch um sein Telefon damit er sie erreichen könnte im Notfall. Dann wollte der Mann noch den Peiperpaper = Fahrzeugausweis. Und schon musste Oliver wieder in den Gefängniswagen. Während der Fahrt fragt der Fahrer immer wieder Sachen wie. Warst du schon mal in Marroko, bist du Journalist, wohin wollt ihr in Marokko und warum. Oliver versuchte alles so zu beantworten, dass nichts verfänglich war. Wir möchten den Winter hier verbringen und die Königsstätte besichtigen und in die Sahara und ans Meer. Nach ca. 10 Minuten rasanter Fahrt über Schlaglöcher, nicht ganz einfach wenn man nur auf einer Holzbank sitzt, kommen sie ganz am Rand des Hafens an, in einem zusätzlich gesicherten Teil. Als Oliver aussteigt, geht der Fahrer voraus und Oliver hinterher und hinter ihm noch zwei zivil gekleidete Männer. Es ging einen Korridor entlang auf dem auf beiden Seiten Büros zu sein schienen. Beim zweithintersten gingen sie rein. Da war noch ein Mann in zivil der ihn freundlich mit Handschlag begrüsste. Sie richteten Ihre Computer ein und fingen an zu schreiben und telefonieren und Oliver auszufragen. Name der Eltern, ...... bist du verheiratet? Shit, was soll der gute Oliver jetzt antworten.  Ja oder Nein? Er möchte ja nicht, dass Moni noch gesteinigt wird wegen unzüchtigem Verhalten. Ja.  Kinder? Super was soll er jetzt sagen???? 4,   Nicht schlecht. Puh immer hin haben sie Freude, dass Oliver 4 Kinder hat. Immer wieder nimmt der eine ein Telefon in die Hand und telefoniert. Da die Computer nicht in einem Netzwerk sind, müssen sie den Drucker immer wieder umstecken. Die Tinten Patrone scheint auch vor dem Ende zustehen, was aber keinen wirklich zu kümmern scheint. Nach einer Ewigkeit nimmt er einen Stapel Papier und legt ihn Oliver vor. Alles auf Arabisch bis auf die eigenen Angaben wie Adresse, Namen und so.  Er hält ihm einen Kugelschreiber hin. Unterschreiben!  Ich weiss ja gar nicht was da steht. Deine Angaben und deine Reise Route und was du machst. Ok! Aber ich weiss ja nicht genau, wo wir überall hingehen. Kein Problem, du musst nur unterschreiben. Also unterschreibt Oliver mit einem unguten Gefühl die zehn Seiten. Eine Kopie bekommt er nicht. Alle schütteln ihm die Hand und der Fahrer meint, alles gut du kannst nun gehen.

 

In der Zwischenzeit ist wieder einer bei Moni und will, dass sie die Garagentüre aufmacht.

Er macht mit dem Finger über die Weltkarte ein grosses X, und will die Karte haben.

Ok, also lösen Moni und der Mann die Kleber, er faltet sie zusammen und geht. Wieso sie die Weltkarte beschlagnahmen weiss sie nicht.

 

Zurück zu Oliver:

So fahren sie wieder mit dem Gefängnisbus zu Moni zurück, nochmals die Hand schütteln und die Versicherung: Alles ist nun gut, du kannst gehen. Aber Moment, es fehlen ja noch die Dokumente vom Auto. Also geht Oliver zum Chef der Polizei um ihn zu fragen was er nun noch machen müsse. Er meinte es sei ja alles geregelt und den Beleg, dass sie die Drohne konfisziert haben, habe er ja auch. Und was ist mit dem Einreisepapier für unser Wohnmobil? Er rief seinem Kollegen, der den Zettel unter den Hut geklemmt hatte und händigte ihn an den Chef aus, dieser wiederum gab ihn an Oliver weiter. Ahhhhhh was für eine Erleichterung, wir können weiter, zwar ohne Drohne und ohne das kaputte iPad, aber immerhin, nur noch weg von da. Das waren für uns die längsten 3 ½ Stunden.

 

Leider gibt es keine Fotos und kein Video vom Ganzen, da wir uns Schlichtwegs nicht getraut haben noch irgendwas Falsches zu machen, geschweige denn dies jetzt hochzuladen.

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Kommentare: 5
  • #1

    Eveline (Dienstag, 05 Dezember 2017 22:18)

    Oh mein Gott,ich hett Krise gschobe ellei bim Wohnmobil

  • #2

    Paola (Mittwoch, 06 Dezember 2017 17:57)

    Das isch jo würkli wie im Film.

  • #3

    Gotti (Mittwoch, 06 Dezember 2017 21:11)

    omg ! mir ist es fast schlecht geworden beim Lesen ! Seit ihr sicher dass Ihr tatsächlich am Zoll wart, und nicht irgendeiner Räuberbande in die Hände geraten seit ?

  • #4

    Marielle (Donnerstag, 07 Dezember 2017 12:33)

    Das ish ja wie im Krimi!

  • #5

    Jasmin (Montag, 11 Dezember 2017 11:16)

    Wenn ich sowas verzelle wür, würs heisse ich luege zviel Fernseh. ^^
    Krass wie die Länder so verschiede sind. i bin froh gahts eu guet und es isch nüt 'schlimmers' passiert.