Wir bekommen Besuch in Marrakech

Am 22. Dezember stehen wir frisch geduscht mit einem, auf Hochglanz geputzten Willi (natürlich nur innen) am Flughafen. Oliver hat Moni extra eine falsche Ankunftszeit angegeben, damit wir nicht wieder zu früh am Flughafen stehen. Gespannt warten wir, beobachten die anderen Wartenden und nehmen uns vor, nicht so peinlich zu reagieren, wie viele, die hier auf Ihren Besuch warten.

Mit Sack und Pack marschieren wir zu Willi. Laila begrüsst freudig die zwei Feriengäste. Normalerweise kaufen wir in einheimischen Läden oder in der Marjane ein, da es aber in Marrakesch nur in 2 Läden Alkohol gibt, fahren wir heute zum Carrefour, wo jeder seine Essens- und Trinkgelüste äussert und wir einen Grosseinkauf machen. Danach fahren wir zum Campingplatz Les Relais de Marrakech. Für die ersten 4 Nächte beziehen die Mädels ein Zimmer im Hotel des Campingplatzes. Damit wir nicht noch kochen müssen, sondern nur den Abend geniessen können, gehen wir ins französisch geführte Campingrestaurant. Wir bestellen alle verschiedene Tajine, und sind begeistert. So verbringen wir den ersten gemütlichen Abend zusammen.

Um 8 Uhr startet unser Tagesprogram. Jetzt staunen sicher alle die Oliver kennen. Aber schliesslich wollen wir ja was erleben. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Willi fahren wir in die Innenstadt, wo wir auch gleich einen Parkplatz finden. Der gute Leuchtwestenträger ist schon im Anmarsch. Der will doch glatte 70 Dirham. Oliver verneint und sagt, da könne er ja auf den Campingplatz gehen, und schliesslich wollen wir ja nur für ein paar Stunden parken und nicht den ganzen Platz kaufen.

Nach einigem hin und her, einigen sie sich auf 20 Dirham und los geht unsere Medina Tour.

 

Schon beim ersten Händler möchte Jasmin eine Sonnenbrille kaufen. Also noch völlig unvorbereitet und ohne Kaufkenntnis kauft sie eine Sonnenbrille. In der Schweiz wäre das sicher ein Schnäppchen gewesen, aber hier hat sich der Händler darüber sehr gefreut.

Es ist wirklich zum Teil anstrengend, wenn wir nur ein bisschen länger schauen oder stehenbleiben kommen sie schon und wollen einem etwas andrehen. 

Es gibt wahnsinnig schöne, von Hand gearbeitete Lampen, Kleider, Schuhe, eigentlich alles was das Herz begehrt. Aber nach 4 Stunden ist wirklich Schluss, da es sehr anstrengend ist. Zum Teil haben sie schon das Gefühl, dass jeden Tag ein dummer Tourist aufsteht. Für eine Lampe will einer 2800 Dirham, und die gleiche Lampe bekommst du bei einem anderen für 400 Dirham. Da kommt man sich schon ein bisschen verarscht vor. Also gehen wir mit unseren wertvollen Schätzen zurück zum Willi. Bei der Marjane halten wir noch kurz und kaufen das nötigste ein. Dann geht es zurück zum Campingplatz. Wir planen den nächsten Tag, schliesslich ist Morgen Weihnachten, kochen gemeinsam, und jassen miteinander.

 

Am 24. Dezember machen wir erst um halb neun Uhr ab, schliesslich ist ja Weihnachten, da darf man schon mal etwas länger liegen bleiben. Wieder gemeinsames Frühstück und dann fahren wir los zum André Heller Garten, Richtung Ourika.

Es hat nicht viele Leute, wir parkieren im Schatten und Moni geht zur Kasse um die Tickets zu holen und um zu fragen, ob Laila mitdarf oder nicht.

Alle zusammen besichtigen wir den 3 Hektar grossen Garten. Es gibt viel zu lachen, da immer fast gleichzeitig vier Natels gezückt werden. Die vielen schönen Sujets laden direkt ein zum Fotoshooting.

Da uns der Holländer noch Fotos gezeigt hat, von einem Örtchen, wo die Restaurants ihre Tische und Stühle im Bachbett haben, beschliessen wir, da wir ja schon in der Nähe sind, dort etwas Kleines zu Essen. Am Abend gehen wir ja dann ins Le Tanjia in der Altstadt.

Wir werden im Parkplatz eingewiesen und suchen uns einen sonnigen Platz im Wasser. Die Idee ist wirklich super. Wenn wir uns vorstellen im Sommer bei 40 Grad hier zu sitzen. Wir freuen uns, denn es riecht sehr fein nach Essen. Nach einer viertel Stunde kommt einer und fragt was wir gerne hätten. Wir bestellen den landestypischen Pfefferminztee und Mineral.

Als er endlich das Getränk bringt, können wir auch das Essen bestellen. Interessanter Weise bekommen alle um uns herum das Essen sofort serviert. So kaufen wir einer Frau, die Honignüsse verkauft, eine Packung ab und essen diese. Als der Kellner das sieht, bringt er uns mal einen Teil unserer Bestellung. Und wieder kommen neue Gäste, die innert kürzester Zeit einen ganzen Tisch voller Tajine’s hat. Da wir die einzigen Touristen sind, fühlen wir uns nach 2 ¾ Stunden etwas diskriminiert und wollen die Rechnung, er meint nur, Moment das Essen kommt gleich. Also warten wir nochmals, obwohl es in der Zwischenzeit schon schattig ist an unserem Tisch. Wieder bekommen neue Gäste ihr Essen sofort. Jetzt reichts, wir rechnen aus, was wir bis jetzt erhalten haben, stehen auf und Oliver drückt dem verdatterten Kellner das Geld in die Hand. Nach 3 ½ Stunden warten, müssen wir uns schon fast beeilen, damit wir noch rechtzeitig zum Weihnachtsessen kommen. 

Auf dem Campingplatz angekommen, machen wir uns alle schnell chic und los geht’s. Wieder auf dem gleichen Parkplatz angekommen, kommt der gleiche Westenmann und die gleiche Diskussion beginnt. So, jetzt also marschieren wir zum Restaurant. Wir bekommen einen Platz auf der überdeckten Dachterrasse und geniessen das Ambiente, vom Essen reden wir jetzt nicht, sonst bekommen wir gleich wieder Hunger. Ein wahrlich feines Weihnachtsessen, nur viel zu viel und mit super Service.

Wohlgenährt schlendern wir diesmal ganz gemütlich zurück zum Parkplatz.

 

 

 

Am 25. Dezember treffen wir uns erst um 9 Uhr zum Frühstück. Nachher wollen wir nochmals in die Medina, um all unsere Souvenirs zu kaufen. Dieses Mal parkieren wir in einem geschlossenen Parkplatzareal. Der Parkwächter weist uns genau neben einem alten, ausgeschlachteten Bus ein. Ein komisches Gefühl beschleicht uns, was wir uns aber nicht anmerken lassen. Die Preise stehen beim Eingang auf einer Tafel, so entfällt auch das ewige „märten“.

Die Lampen, Schal’s und Hosen sind gekauft, also schnell wieder zurück, denn um 17 Uhr haben wir noch eine Überraschungs-Skype-Schaltung mit der Familienweihnachtsfeier von Monika’s Familie.

Damit das Heimweh nicht zu gross wird, essen wir heute Schweizer Raclette-Käse, den Jasmin über die Grenze geschmuggelt hat. So kommt auch wieder einmal das schöne Raclette-Öfeli zum Einsatz, dass Oliver von seinem Lastwagen-Fahrlehrer Peter Ott aus Wetzikon geschenkt bekommen hat. Sogar auf Weihnachten 2017 hat Oliver nochmals ein super Geschenk bekommen, eine Powerbank, perfekt für Reisende. 

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