Von Agadir nach Sidi Ifni

Wir fahren am 8. Januar 2018 weiter Richtung Agadir und bleiben immer mal wieder an den schönen Buchten am Meer hängen, geniessen, übernachten und fahren weiter.

Je näher wir nach Agadir kommen, umso mehr Wohnmobile hat es. Die Campingplätze sind Rappelvoll. Wir staunen wirklich, die fahren tatsächlich von weit her und stellen sich dann hier für ein paar Monate hin und fahren dann wieder zurück. Voll ausgerüstet, mit Teppich vor dem Eingang und Sichtschutzgartenhaag rundherum. Oliver versteht das gar nicht, aber Moni meint: „In diesem Alter geniesst Du einfach das warme Klima und nimmst es ruhiger. Dann nehmen wir auch unser Einkaufswägeli, spazieren zum Markt und wieder retour. Und aus lauter Langeweile wirst du dann Willi auch jede Woche aussen sauber schrubben.“ (Die Männer putzen tatsächlich mit Kübeli und Lappen ihre ganzen Wohnmobile während die Frauen mit Ihren Einkaufswägeli zum Markt spazieren und frische Sachen einkaufen.

Da wir ja noch weiter Richtung Sahara wollen und dann quer durch Marokko, was auf der Landkarte ziemlich unbewohnt aussieht, stürmt Moni die ganze Zeit, dass sie noch waschen will und unsere zwei Datenkärtli nochmals laden will. Aber jede grosse Maroc Telekom hat geschlossen. „Dann müssen wir halt zu so einem kleinen Lädeli, die haben auch immer das Zeichen der Maroc Telecom“, meint Moni. Oliver ist aber davon überzeugt, dass das nicht geht und die nicht einmal wissen was das ist. Moni meint: „Fragen können wir ja“, was Oliver wiederum ärgert. Ein Mann fragt ja schliesslich nicht, die wissen es. Als wir wieder an einem kleinen Laden mit diesem Zeichen vorbeifahren und es erst noch gerade Parkplatz hat, halten wir und gehen trotzdem mit unseren Kärtli frohen Mutes hin. Eine sehr freundliche Frau, allerdings spricht sie keine Fremdsprache, nimmt sich unser an. Es ist eine herzige und hilfsbereite Frau. Zwischendurch kommt ihre pubertierende Tochter in den Laden. Die Frau sagt ihr ganz nett etwas und die Tochter reagiert wie alle Teenager. Wir müssen uns das Lachen verkneifen. Es ist anscheinend auf der ganzen Welt das gleiche. Sie staunt nicht schlecht, als wir ihr sagen, dass wir pro Kärtli 20 Gb wollen, sie schreibt auf einen Zettel was 1 Gb kostet, 5 Gb, 10 Gb, aber wir wollen 2x 20 Gb. Sie schreibt den Preis hin und schaut uns erstaunt an. Als sie unser erstes Kärtli über ihr Natel aufgeladen hat, bittet sie uns zu kontrollieren, ob es geht. Während dem kommt eine Frau und möchte ihr Natel aufladen für 3 Dirham. Sie macht das kurz zwischendurch, während die Kundin anscheinend fragt, was das für Kärtchen sind, die da auf dem Tresen liegen. Es ist lustig, den zweien zuzuhören und sich den Text selber zu dichten. So, auch das zweite ist geladen und funktioniert. Die Frau schreibt auf ihren Zettel 400 Dirham und staunt nicht schlecht, als wir das einfach so bar bezahlen. So jetzt können wir beruhigt in die Wüste, der Kontakt mit der Aussenwelt ist gesichert. So fahren wir zu einem Campingplatz und erkundigen uns, ob sie eine Waschmaschine haben. Nein. Also weiter. In Sidi Ifni wimmelt es nur so von Campingplätzen. Der nächste hat eine, also stellen wir uns an einen Aussenplatz, damit Oliver nicht so leiden muss. Moni macht sich mit der Wäsche auf und davon, während Oliver eine Wäscheleine rund um Willi aufbaut, und Tisch und Stühle rausnimmt.

Na ja, wahrscheinlich wäre die Wäsche sauberer geworden, wenn wir sie selber gewaschen hätten.

Die Waschmaschine wird von einem jungen Marokkaner bedient. Das funktioniert so:

Am Boden der Waschmaschine hat es ein Rührwerk, also Wäsche rein, Waschmittel rein,

dann den Wasserschlauch mit kaltem Wasser rein und bis zur Markierung füllen, den Stecker reinwürgen und los geht’s. Nach einer gewissen Zeit, Stecker raus, dann an einem Bündel Elektrokabel, das mit Klebeband zusammengebunden ist, ziehen, damit das Wasser abfliesst.

Das Ganze noch einmal von vorne und fertig. Das heisst, der liebe Mann nimmt Stück für Stück aus dem Wasser, und windet es von Hand aus.

Na ja, sauber ist es nicht wirklich, aber es riecht wieder gut. Und dass er eine eitrige Wunde an der Hand hat, macht das Ganze auch nicht besser. Aber wir arbeiten an unserer Einstellung. In den Läden ist das auch so, offenes Gewürz, Oliven, Teigwaren. Die Vögel sitzen auf den Teigwaren und picken sich was raus, Menschen laufen vorbei, nehmen ein paar Oliven und essen sie und lassen das Gewürz zwischen ihren Fingern durchrieseln. Aber dafür sind Ihre Körperabwehrstoffe sicher besser als unsere.

Am Abend spazieren wir noch mit Laila durch das herzige Städtchen. Es hat sehr schöne Parks wo Mütter mit ihren Kindern spielen, eine wunderschöne Flaniermeile mit Sicht aufs Meer und überall gibt es kleine Ständchen mit Essen. Was uns auffällt, in den Restaurants sitzen ausschliesslich Männer. Egal ob jung oder alt.

 

Wir, oder auf jeden Fall Moni, geniesst das Free Wifi auf dem Camping. Endlich wieder einmal einen Film schauen.

Am nächsten Morgen fahren wir langsam los. Wir wollen auch noch über den grossen Markt schlendern und uns mit frischen Sachen eindecken.

Es ist schon interessant, das Gemüse und die Früchte werden einfach auf einem Tuch auf dem Boden aufgestapelt, und man packt alles in ein Becken was man will. Dieses wird dann gewogen und per Kilopreis berechnet. Wir haben einen riesigen Blumenkohl, 2 Auberginen und ca. 1 Kilo Bohnen gekauft, da es nicht ganz mit den Gewichtsteinen aufgeht, legt er einfach noch 2 Auberginen darauf und verlangt 13 Dirham (ca. 1.40Fr).

 

Man bekommt auch frische Hühnchen, so frisch, dass man es lebend auswählt, und es dann gleich gerupft und ausgenommen wird.

 

Doch für heute bleiben wir Vegetarier und erfreuen uns an unserem schönen Gemüse und den frischen Früchten.

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Kommentare: 3
  • #1

    Jasmin (Mittwoch, 17 Januar 2018 10:44)

    Uiuiui, na wie fühlt es sich an in den frisch gewaschenen Kleider? :P

  • #2

    Gotti (Mittwoch, 17 Januar 2018 21:10)

    Zum Wasch-Boy und seiner Waschmaschine: es soll ja Männer geben, die waschen besser als Frauen, aber davon wird die Wäsche auch nicht sauberer!

    Ich habe mich wieder bestens unterhalten beim Lesen Eurer Erlebnisse und Abenteuer.

  • #3

    s'Tanti (Donnerstag, 15 Februar 2018 17:48)

    Oh, dieses Sidi Ifni, tönt das poetisch, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und dann diese grandiosen Felsformationen auf dem Weg, diese Fernsicht mit Sonnenuntergang und die tollen Farben auf dem Markt..... Ja, da ist doch so eine Ratter-Waschmaschine (auf den ersten Blick hab ich gedacht, da schaut Gras aus dem mittleren Loch) und eine kleine Wunde auf der Hand des Helfers nicht der Rede wert. Schmeiss es in die Mikrowelle, dann ist es keimfrei !!!!