Wüsten Nager

Langsam und sehr bedächtig fahren wir also von Sidi Ifni weiter Richtung Süden. Eigentlich sind wir viel zu faul um eine richtige Strecke zu fahren und ein wirkliches Ziel haben wir auch noch nicht ausgemacht. So beschliessen wir schon bald, dass wir uns einen Platz am Meer suchen, da wir ja schon bald weiter, ins Landesinnere wollen oder müssen. Denn, ob man will oder nicht, die Zeit rast nur so an uns vorbei, die Hälfte unserer Aufenthaltsdauer hier in Marokko ist schon vorbei. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man weiss, dass man nun wieder Richtung Europa muss, denn wir haben uns nun langsam ein wenig heimisch gefühlt. Aber was soll’s. Wir finden einen holprigen Weg der Richtung Meer führt, den wir natürlich gleich einschlagen. Je holpriger je besser (Gruss an Jasmin). Am Ende steht ein kleines Haus und ein noch kleinerer Weg führt hinunter an die Bucht, wo noch ein paar Häuser stehen. Wir beschliessen ein wenig zurückzufahren um auf die andere Seite zu gelangen. Leider finden wir den Abzweiger nicht mehr und so bleiben wir unmittelbar neben einer kleinen Trocken-Steinmauer stehen.

Als wir mit Laila spazieren gehen, stellen wir fest, dass der Weg nur ca. 30m weiter vorne gewesen wäre. Zum Glück, denn der Wind wird immer stärker und am Rande der Klippe tobt es schon ziemlich heftig. Auch im Willi werden wir immer wieder sanft geschüttelt, als ob man auf einem Schiff auf den Wellen reiten würde.

Am nächsten Morgen regnet es immer mal wieder und der Wind bläst unerlässlich, sodass wir die meiste Zeit im Willi verbringen und Fotos aussortieren. Man stelle sich vor, wir haben in anderthalb Monaten über 3800 Fotos gemacht, die nun alle aussortiert werden müssen. Das ist keine 5 Minuten Aufgabe, obwohl bei Moni geht ja alles immer nur 5 Minuten. (siehe Bericht: Ab in die Wüste).

Am Abend ist, wie immer montags, telefonieren mit Matthias für Oliver und Moni telefoniert mit Papi und Doris, Tanti, Gotti, Jasmin und wer sich sonst noch finden lässt.  Als Oliver endlich fertig mit telefonieren ist, staunt er nicht schlecht. Moni ist ja gar nicht am Telefon, was ist denn hier los? Moni meint, sie sei traurig. Aber wieso denn? „Ich kann nicht telefonieren.“ „Das ist ja unmöglich, das hast du schon so oft getan, dass kannst du viel besser als ich, oder?“  Sie meint, er solle keine Witze machen, ihr Telefon wolle sie einfach nicht verbinden. Oliver kann das nicht glauben und meint sie hätte sicher wieder etwas verstellt. Also versucht er es mit ihrem Telefon und wirklich, es hängt immer gleich wieder auf. Oliver ganz Gentlemen meint: „Nimm doch meins, mit dem geht es ja.“ So kann sie immerhin noch kurz mit Jasmin telefonieren. Inzwischen versucht Oliver krampfhaft herauszufinden, was denn da nicht geht. Nach einer gefühlten Ewigkeit mit ein und ausschalten und vergleichen und testen findet er heraus, dass sich das Roaming aufgehängt hat. Er schaltet es ein und wieder aus und alles ist wieder wunderbar. Moni verrät er nicht, was es war, denn so kann er noch ein bisschen Held sein.

 

Am Morgen schaut Oliver nach draussen und sieht etwas rumrennen, da er es nicht wirklich erkennt, macht er ein Foto um es Moni zu zeigen. Das muss eine Art Ratte oder Maus sein, doch für das ist es zu gross. Oliver setzt sich ans Fenster und fotografiert die scheuen Tiere Stunden lang. Es macht richtig Spass den kleinen Flitzern zuzuschauen, nur Laila findet es überhaupt nicht lustig, dass sie ihr morgen Geschäft verklemmen muss, nur weil Oliver Angst hat, dass die kleinen Nager sich nach Lailas Besuch nicht mehr zeigen würden.

 

Bei strahlendem Sonnenschein machen wir dann später doch noch unseren morgendlichen Spaziergang.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Jasmin (Mittwoch, 17 Januar 2018 10:17)

    Lieber Ihr, weder ich, solche Holper-Pisten hatte ich im Moment genug. ^^
    Die kleinen Nager sind aber wirklich total süss!
    Oliver vielen Dank für deine Heldentat bei dem Handy!

  • #2

    s'Tanti (Donnerstag, 15 Februar 2018 17:53)

    Jööööö, die Wüste lebt !!!!