Meknès

Am 4. Februar treffen wir gegen Abend in Meknès ein. Wir sind froh, dass wir einen grossen Parkplatz finden, wo wir auch mehrere Tage bleiben könnten. Wir beschliessen am nächsten Morgen Meknès zu besuchen da es immer wieder regnet.

Fast noch ein bisschen früh, spazieren wir durch das noch verschlafene Städtchen. Wir wollen hier ohne Führer, ganz in Ruhe nach unseren Bedürfnissen die Stadt besichtigen, doch es dauert nicht lange, und wir werden von einem Mann angesprochen, er würde uns zu den schönsten Plätzen führen, dankend lehnen wir ab, was der Mann zu unserem Erstaunen auch problemlos akzeptiert und meint, vielleicht ja später, wann immer ihr wollt. Leider kommen wir nicht mal ins nächste Quartier, als wir wieder angesprochen werden. Dieser will unser erstes Nein nicht akzeptieren und macht sich erst aus dem Staub, als Oliver es ihm ziemlich energisch sagt. So ziehen wir alleine durch die Medina und den Souk, wo langsam die Läden öffnen und das bunte Leben zu erwachen beginnt.

Vor der Medina hat es einen grossen Platz wo es noch Früchte und Gemüse zum Kaufen gibt. Ein feiner Geruch nach frisch gegrillten Mergueze liegt in der Luft und findet den Weg direkt in Olivers Nase. Wir sehen einen Stand, an denen so eine Art Kebab verkauft wird, aber mit frisch grillierten, ziemlich rotfarbigen Merguez-Würstchen. Oliver kann nicht wiederstehen und muss ein Brötchen haben, Moni meint: „Ich nehme lieber erst einen Biss von dir.“ So kaufen wir eines um zu probieren, doch als Moni den ersten kleinen Biss nimmt, (Oliver will ihr nicht mehr geben, denn teilen macht keinen Sinn, wenn es ja noch so mehr hat), entscheidet sie sich auch für ein eigenes Brötchen, was den Verkäufer sichtlich freut.

Leider fängt es wieder an zu regnen, und so beeilen wir uns retour zu Willi. Wir machen es uns gemütlich und stellen uns auf einen Regentag ein. Neben uns gesellt sich ein grosses Wohnmobil mit Autoanhänger aus Belgien. Aber auch sie machen es sich drinnen gemütlich.

Oliver liegt hinten im Bett und macht sich am Computer zu schaffen und Moni telefoniert wieder einmal. Auf einmal gibt es einen riesen Knall und der ganze Willi wird heftig durchgeschüttelt. Oliver sieht hinten beim Fenster raus und ruft: „Jetzt ist uns dieser Arsch ins Heck gefahren!“

Moni reisst ohne zu überlegen die Türe auf und springt raus, damit der Kerl nicht auch noch einfach abhaut. In Finken, T-Shirt und Trainerhose, (sonst immer korrekt mit langen Ärmel) stellt sie sich im strömenden Regen vor den Bus des Übeltäters. Da der Alarm eingeschaltet ist und Moni ohne ihn auszuschalten die Türe aufreisst, geht dieser natürlich los, sodass der Parkplatz-Wächter angerannt kommt. Oliver ist stinksauer. Da sich der Kerl nur für seinen Schaden interessiert und ihm unser Willi völlig egal ist und keines Blickes gewürdigt wird. Der Parkplatzwart versucht mit seinem bisschen Deutsch zu vermitteln, beziehungsweise redet er immer auf Oliver ein, es hat ja nichts gemacht. Doch Oliver findet, es geht nicht, dass der einfach abhaut, denn er will zuerst sicher sein, dass sich unten an der Radhalterung nichts verzogen hat. Denn nichts gemacht ist schnell gesagt, dem anderen haben unsere Sandbleche jedenfalls ein schönes Muster auf der Hecktür hinterlassen.

Als der Unfallverursacher einfach in seinen Bus steigt um los zufahren reicht es Oliver und er nimmt das Telefon von Moni um den Fahrer und die Nummer samt Schaden zu fotografieren.  Zu allem Übel hat es noch 4 Jungs, die lautstark ihren Senf dazugeben und im Bus hocken etwa 15 Männer, die jetzt auch noch das Fenster aufmachen und rausschreien.

Das Ganze ärgert uns denn, wenn wir den Schaden gemacht hätten, müssten wir wahrscheinlich einen neuen Bus kaufen, aber andersrum heisst es einfach, ach schon gut, nichts gemacht. Wir sind heilfroh, dass wir eine wirklich super stabile Reserve-Radaufhängung in der Schweiz konstruieren liessen, und so unser Willi bestens geschützt ist.

Zudem wissen wir jetzt auch, dass falls wir mal in einer kritischen Situation wären, wir den Retourgang reinwerfen und zurücksetzen könnten um uns den Weg frei zu machen. Unsere Belgischen-Nachbarn sind so vom Vorfall schockiert, dass sie den Platz auf der Stelle verlassen. Und bei uns ist die Stimmung wie das Wetter, ziemlich bescheiden. Doch wir beschliessen trotz allem hier zu bleiben und uns erst am nächsten Morgen auf den Weg zu machen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Marielle (Sonntag, 18 Februar 2018 19:27)

    Ui zum glück hets euem willi nüt gmacht!!!