Tanger-Med

Wir fahren also Richtung Tanger-Med, und lassen unterwegs unseren Willi noch gründlich reinigen. So wie die Wassersauce am Boden aussieht, klebt wirklich die halbe Wüste am Willi.

Im Hinterkopf haben wir beide die grosse Frage, bekommen wir nun die Drohne zurück oder nicht?

Nach der ersten Kontrolle am Zoll kommt einer mit einem Namensschild um den Hals und sagt, ja alles kein Problem, ich mache ihnen hier das Ticket und sie gehen dann zum Polizei Customer und bekommen Ihre Drohne wieder.

Wir haben vergessen, dass hier in diesem Land ja die offiziellen Stellen am meisten korrupt sind. Also, er nimmt uns unser bereits bezahltes Ticket weg und sagt, warten sie hier. Irgendwann kommt er retour, und fragt, ob wir noch Geld haben zum Wechseln. Also gehen wir mit ihm mit und an einer offiziellen Wechselstelle wechseln wir unsere letzten Dirhams zu einem sehr schlechten Kurs in Euro. Er hetzt uns zurück zum Willi und sagt, wir müssen uns beeilen, die Fähre ist überbucht. Aber er habe für uns jetzt noch einen festen Platz abgemacht. Wir halten ihm nochmals unsere Zettel hin wegen der Drohne, aber er meint nur: „Ja ja, sie haben jetzt Ticket, sie müssen weiterfahren bis Polizei Customer. Hei, aber halt, gib mir Geld, ich habe für Dich guten Service gemacht.“ Oliver meint, wir haben ja keine Dirhams mehr, da meint er: „Ja, aber du hast Euros gib mir Euros!“ Wir geben ihm 20 Euro, weil wir nichts Kleiners haben, da meint der unverschämte Kerl: „Gib mir 40, wir sind zwei Personen!“ Hallo, was soll das? Oliver sagt energisch: „Nein sicher nicht!!!“ und macht die Türe zu. Beim nächsten Stopp halten wir wieder unsere Zettel hin, auch er meint: „Ja ja, beim Polizei Customer.“ Dann kommen wir zu einem grossen Scanner, dort müssen wir mit samt Laila aussteigen. Nun wird Willi gescannt, wir könnten ja ein paar Menschen schmuggeln. Dann heisst es, los einsteigen, weiterfahren, wieder halten wir die Zettel hin, wieder bekommen wir zu hören: „Ja ja, Polizei Customer.“  Monika meint noch, die lotsen uns jetzt so weiter bis wir vor der Fähre stehen und nichts mehr machen können. Es folgen noch zwei weitere Stopps. Bis wir tatsächlich in der Kolonne zum Fähreneinstieg stehen.

Super, Moni ist stinkesauer, und Oliver findet, das haben wir ja schon von Anfang an gewusst, oder?

So läuft sie mit den Zetteln in der Hand zu zwei offiziellen Hafenarbeitern. Sie lässt nicht locker, bis der eine anfängt zu telefonieren. Bald darauf kommt ein Fahrzeug mit 2 Offiziellen drin, Offiziellen, weil sie ein Namensschildchen tragen und ein Funkgerät. Ha Ha.

Er telefoniert weiter und noch einmal und noch einmal, bis er sagt: „Es kommt ein Fahrzeug und nimmt sie mit zur Zollhalle, dort können sie ihre Drohne suchen und bekommen sie wieder.“ Da die Zettel aber alle auf Oliver ausgefüllt sind, und er ja Englisch spricht, findet Moni, es wäre besser er fahre mit, da er sich ja schon an so komische Hafenrundfahrten gewöhnt ist. Oliver findet das gar nicht lustig, zumal das Boarding zur Fähre in 30 Minuten stattfindet, und er die Drohne eh schon abgeschrieben hat. So fährt Oliver also wieder einmal mit und Moni fragt die hilfsbereiten Herren nochmals, ob es von der Zeit her kein Problem sei, was diese aber verneinen. Trotzdem hat sie ein schlechtes Gewissen, was ist, wenn Oliver nicht zur richtigen Zeit retour ist.  

Er wird vor einer grossen Halle abgesetzt. Oliver sieht gleich den Offiziellen Chef, der ihm am 3. Dezember die Drohne wegnahm, er zeigt ihm die Papiere, und dieser verweist ihn an einen, der ihm die Drohne aushändigt. Das wäre ja super cool. In dieser Halle wird alles kreuz und quer und ohne erkennbares System gelagert. So telefoniert der Offizielle wieder umher und irgendwann gehen sie wieder zum Big Boss zurück. Dieser schaut sich die Zettel an und sagt, sie hätten nur die Pflicht, die Ware 42 Tage aufzubewahren. Die Drohne sei jetzt entsorgt. Ist ja wohl ein schlechter Witz. Oliver sagt ihm, er selber hätte ihn gefragt, wie lange wir in Marokko bleiben, und er hätte ihm gesagt, kein Problem, dann kommen sie nach 3 Monaten und sie bekommen die Drohne wieder. Ja und jetzt? Er meint nur, er wisse von nichts und so was hätte er sicher nicht gesagt. Er solle jetzt gehen, er könne nichts machen.

Auf Olivers Frage, wie er denn jetzt zur Fähre komme, meint dieser nur: „Ja bin ich denn ein Taxiunternehmen. So muss Oliver bei ziemlich warmer Temperatur den langen Weg und erst noch in Zeitdruck zurück zu Willi laufen. Die Zeit des Laufens war leider zu kurz, denn er ist ziemlich sauer, was ihm Moni da wieder angezettelt hat, und er muss es dann ausbaden.

Sie hingegen findet, jetzt wissen wir es wenigstens und haben alles versucht. Aber die Korruptheit der Offiziellen haben wir wirklich nicht einberechnet. Auch die Fähre ist bei weitem nicht voll.

Der Schluss in Marokko endet wie der Anfang. Eigentlich schade, denn das Land ist wirklich super schön. Mit fast einer Stunde Verspätung fahren wir endlich los.

Nun kommt die bange Frage, wie geht es dann in Spanien weiter, mit Laila. Eigentlich müsste ja jetzt mit dem Tollwutbluttest alles kein Problem sein, aber da die ja die Bestimmungen ständig wechseln wissen wir es nicht. Interessanter Weise fragt nicht mal jemand nach unserem Hund, und so fahren wir problemlos aus dem Hafenareal.

 

Da wir am nächsten Morgen in Tarifa unsere Gasflaschen füllen und endlich wieder mal richtig Wäsche waschen wollen, fahren wir vom Hafen Algeciras zurück zu unserem Schlafplatz in Tarifa, mit gratis Wifi. So können wir unsere leicht trübe Stimmung mit einer Komödie aufbessern.

Am Morgen schon ganz früh, machen wir uns auf den Weg zur Tankstelle bei der wir alles erledigen können. Moni macht sich sogleich auf, die Waschmaschinen zu füllen und Oliver kümmert sich um den Gas Vorrat. Ja auch so kann man den Tag verbringen, denn beim Waschen kann man nicht wirklich etwas Anderes tun, wenn man die Wäsche danach noch haben möchte. Auch Wasser füllen und Abwasser entleeren, sowie die beliebteste Arbeit von Oliver, WC entleeren und reinigen, gehört genauso dazu. Als wir endlich alles zu unserer (Moni’s) Zufriedenheit erledigt haben, machen wir uns auf den Weg um in einem Einkaufscenter noch Wein und was wir sonst noch brauchen zu kaufen. Doch weit gefehlt. Auch die Spanier kennen Fasnacht und wie wir erfahren ist just heute in Cadiz Fasnacht. Super, also kein Wein und nur hartes Brot und Wasser was eigentlich für Laila gedacht war.

So beschliessen wir nach Medina Sidona zu fahren. Vreni (Gotti von Moni) hat uns diesen Tipp gegeben, somit muss es sich ja lohnen.

Ja das Städtchen ist wirklich sehr hübsch, mit schmalen Gassen und rausgeputzten Häuschen.

Alles ist am Hang gebaut, über allem thront eine Burgruine und unterhalb eine grosse Kirche, die man gegen Entgelt besichtigen kann, was wir auch machen und wenn es nur ist, damit Laila für eine kurze Zeit einen kühlen Schattenplatz beim Eingang bekommt.

Nach der ausführlichen Besichtigung und runter Kühlung von Laila, schlendern wir weiter durch die kleinen Gassen und machen uns auf die Suche nach einem Einkaufsladen. Bei einem Brunnen machen wir einen kurzen Halt, da Laila schon wieder heissgelaufen ist und dringend einen Schluck braucht.

Da wir bei der Hinfahrt einen guten Schlafplatz sahen, machen wir uns nun auf, diesen wieder zu suchen, mit einem kurzen zwischen Stopp bei Mercadonna, das muss jetzt wirklich sein, denn wir haben schon fast eine Woche keinen Wein mehr und ein gutes Abendessen ohne Wein ist nur halb so gut. Der Schlafplatz erweist sich als wirklich sehr angenehm und ruhig, sodass wir eine super Nacht verbringen.

Wir machen uns nach einem Spaziergang, mit Befreiungsaktion einer Ziege die sich mit ihrem Strick verfangen hat, weiter Richtung Cadiz.

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Kommentare: 1
  • #1

    Gotti (Samstag, 03 März 2018 10:38)

    .....schön ! freut mich, dass Ihr den Umweg über Medina Sidonia unter die Räder genommen habt !!!