Neblia

Wir kommen total erledigt retour zum Willi. Oliver meint, jetzt braucht er eine Pause und will eine Runde schlafen. Aber sie findet, das ist doch blöd, dann schlafen wir in der Nacht wieder nicht. Lass uns die Schotten dichtmachen und jetzt schlafen gehen, warum hören wir nicht auf unseren Körper, wir sind ja frei, ist doch egal, wenn wir morgens um 4 Uhr wach sind, dann fahren wir weiter. Wir können es uns ja einteilen wie wir wollen. Gesagt getan, alle Fensterläden zu und ab ins Bett. Welch Wohltat, trotz schlechter Matratze. Leider ist diese Nacht nicht so ruhig wie die letzte. Keine Ahnung wie und wann die Spanier arbeiten, aber um Mitternacht fahren sie mit riesigen Lastwagen und Hebebühnen vor und wechseln die Glühbirnen der Laternen aus. Ok. Wir schlafen wieder weiter. Um 2 Uhr kommt der Lastwagen der Müllabfuhr. Die sind ja auch nicht gerade leise bei Ihrer Arbeit. Ok. Wieder schlafen wir weiter. Als dann aber um 4 Uhr morgens die Strassenputz Equipe kommt, finden wir, so jetzt ist es genug. Also gehen wir kurz mit Laila raus und fahren dann los. Na ja, das war vielleicht nicht so eine gute Idee. Wir sind beide müde, es hat Nieselnebel und man sieht nicht viel.

Ja, klar, das war nicht gerade eine gute Idee von Moni, aber die vielen Schlafunterbrüche waren ja auch nicht eingeplant. Da der Nebel immer dichter wird und es so wirklich nicht toll ist zu fahren, machen wir uns auf die Suche nach einem weiteren Schlafplatz. In Niebla sehen wir eine Stadtmauer und einen grossen Parkplatz davor. Das sieht doch gut aus. Dann können wir am Morgen gleich diese hübsche Stadt besichtigen. Also auf ein Neues, ab ins Bett. Aber auch hier werden wir abrupt aus dem Schlaf geholt. Um 9 Uhr wird unser Willi wieder kräftig geschüttelt. Das darf doch nicht wahr sein. Wir werden schon wieder von jemandem gerammt. Moni schaut rechts beim Fenster raus, nichts, dann links. Tatsächlich, da steigen zwei Frauen aus dem Auto, schauen sich ihr Auto an, Moni klopft schnell an die Scheibe. Eine der Frauen schaut sie an und Moni macht Zeichen, sie sollen warten. Aber bis Oliver draussen ist, sind die Frauen verschwunden. Ja super. Sie meint, ach, das war ja wieder hinten, und da sind wir ja gut geschützt. Aber Oliver ist stock sauer und sagt: „Komm raus und schau dir die Schramme an, von wegen es hat nichts gemacht!“ Mann, das hat jetzt gerade noch gefehlt. Sonst schon müde und dann das auch noch.

Wir finden es einfach tragisch, wenn man nicht dazu stehen kann, wenn etwas Dummes passiert ist. Wir fühlen uns wirklich verarscht. Immer dasselbe Spielchen. Also was nun. Warten bis sie wiederkommen? Die Polizei anrufen? Wir schreiben Monika’s Gotti Vreni und fragen um Übersetzung, damit wir einen Zettel unter den Scheibenwischer klemmen können. Eigentlich wissen wir beide, dass es nichts bringt, hier zu warten, denn auch wenn die Frauen retour kommen, haben sie eine Versicherung? Können wir uns mit denen verständigen. Aber Oliver findet, auch wenn es nichts bringt, die dumme Kuh soll wissen, dass man sowas nicht macht und wenigstens ein bisschen Angst bekommen.

So warten wir also bis sie um 14 Uhr kommt. Sie will schnell einsteigen, doch Oliver ist manchmal sehr schnell. So stellt er sie zur Rede. Am Anfang streitet sie alles ab, dann lenkt sie ein, sucht die Versicherungspapiere und telefoniert. Gleich darauf kommt eine zweite Frau. Na ja, wir kürzen jetzt hier die ganze Geschichte ab, auf jeden Fall fragen wir Passanten zum Übersetzen, füllen ein Unfallprotokoll aus, und dann erreichen wir Vreni noch per Telefon, so dass sie noch kurz mit der Frau telefoniert, und trotzdem werden wir wahrscheinlich nie mehr etwas von dieser Frau hören. Unser Frust ist relativ gross, vorallem weil wir zu unserem Willi Sorge tragen, und wenn doch mal was ist, muss man sich selber an der Nase nehmen.

Die Lust auf dieses Städtchen ist uns vergangen und so fahren wir weiter, bis wir in Punta Umbria einen super Strandplatz finden.

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