Südportugal

Am Donnerstag, 1. März 2018 fahren wir über eine Brücke und kommen einfach so nach Portugal, ohne Zollkontrolle, ohne Hindernisse. Welch ein erhebendes Gefühl.

 

Es ist alles so ruhig, es hat sehr viele Abfallkübel und Container und ist sehr sauber. Was uns auffällt, es hat in der Gegend um die Grenze sehr viele Wohnmobile. Aber eigentlich kein Wunder, denn in Spanien ist man ja nicht sonderlich erwünscht. Es ist wirklich absolut kein Problem einen schönen Schlafplatz zu finden. Und diese Natur, der wilde Atlantik, die Küste, einfach nur... Da bekommt man gleich Feriengefühle.

Am 4. März haben wir unseren, bis jetzt absoluten Traumstrand gefunden. Einsam, wild, romantisch. Ja klar, wir wissen schon, dass es im Sommer hier nicht mehr so einsam ist. Lange Rede, kurzer Sinn, schau Dir die Fotos an und tauche ab in diese Einsamkeit und geniesse die Ruhe.

Am Nachmittag fahren wir in Setubal auf einen Parkplatz direkt am Meer, obwohl es immer mal wieder stark windet, regnet, und die schäumende See sich ab und zu an unserem Willi vergreift. Immer wieder mal fahren Leute mit dem Auto auf den Platz und fotografieren das stürmische Meer, sitzen ein wenig im Auto und gehen dann wieder. Wir überlegen uns, wo wir hier am besten über Nacht bleiben können, und so nutzen wir die Gelegenheit, als die Sonne kurz durchblickt und spazieren mit Laila übers Gelände. Wir finden gleich neben zwei Geisterschiffen einen Platz. Hier herrscht eine ganz spezielle Stimmung. Ob es die zwei ausrangierten Schiffe, mit ihrer sicher interessanten 

Auf dem Weg nach Lissabon fahren wir an Korkbäumen vorbei. Wir halten an, um uns das aus der Nähe anzusehen. Wahnsinn, was die Natur alles kann. Aus diesem Kork werden Weinzapfen gemacht oder Böden, selbst als Brandschutz wird Kork benutzt, da er nur schwer entflammbar ist. Selbst Taschen und Schuhe kann man aus Kork kaufen.

Wir sehen auch sehr viele Eukalyptusbäume. Die Bäume sehen aus, als ob sie einen Striptease machen würden. So nach und nach lassen sie alle Hüllen fallen, und darunter kommt ein aalglatter Baumstamm hervor. Und dieser Duft, einfach genial.    

Am 5. März steht Lissabon auf dem Programm, und wie immer in diesen Städten suchen wir wieder mal nach einem geeigneten Parkplatz. Wir sehen einen, wo schon ein paar alte Wohnmobile stehen und der restliche Platz ist ziemlich voll mit Autos.

Dennoch versuchen wir es. Da kommt ein netter Mann und meint, wir sollen von der anderen Seite hereinfahren, dass gehe schon, dort finden wir noch einen Platz. Wir denken uns noch, nein, bitte nicht, oder leiden wir bereits an Verfolgungswahn? (Nachwehen von Marokko) Auf jeden Fall lotst er uns an einen guten Platz, wo wir erst noch geradestehen, sodass wir allenfalls auch gleich über Nacht bleiben könnten. Also auf zur Stadtbesichtigung. So nebenbei sind wir wieder mal auf der Suche nach einem Laden für unsere Sim-Karte. Als wir endlich einen gefunden haben, hat es so viele Leute, die da schon mit ihren Nummernzettelchen stehen, dass wir finden, das kann es ja nicht sein, schliesslich möchten wir ja noch was von der Stadt sehen. Obwohl, wenn wir wirklich 30 GB für 30 Euro kaufen können, und das vielleicht sogar in allen EU-Ländern funktionieren würde, das wäre schon toll. Wir beschliessen morgen früh zu einem anderen Laden zu laufen und geniessen jetzt die Stadt. Es hat sehr viele Touristen, und ein herziges Touristenbähnli, eine Metro, ein Zug, Stadtbusse, und so Elektro-Rikschas. Die Idee mit den Rikschas finden wir super, es sind Elektro-Fahrzeuge in verschiedenen Grössen, und wenn man Glück hat, weiss der Fahrer sehr viel über die Stadt zu erzählen. Wenn man aber Pech hat, erwischt man einen Fahrer, der seinen Spickzettel am Lenkrad festgeklebt hat. Aber so weiss man wenigstens wie die Gebäude heissen. Lissabon hat schon sehr viele Touristen, aber das ist ja auch kein Wunder bei diesen vielen günstigen Wochenend-Städtetripps, die da überall angeboten werden. Manchmal tut uns die einheimische Bevölkerung schon leid.

So spazieren wir wieder zurück zum Willi. Unser Parkwächter ist mit den anderen am Schwatzen, und so merken wir erst jetzt, dass dieser Parkplatz erstens gratis ist, und er einer der Wohnmobilbesitzer ist und hier lebt. Auf jeden Fall verbringen wir eine, obwohl mitten in der Stadt, ruhige Nacht.

So, also auf ein Neues. Der nächste Meo-Laden ist in einer ganz anderen Richtung. Aber das passt schon, denn so hat Laila eine lange morgen Runde, und kann dann im Willi Pause machen, wenn wir wieder in die Altstadt gehen.

Es hat nur gerade zwei Personen im Laden und schon sind wir an der Reihe. Jetzt haben wir also eine Sim-Karte mit 15 GB für 15 Euro. Ob wir die Karte übers Internet aufladen können, und ob die Karte auch im Ausland funktioniert wissen wir leider nicht, aber da wir ja eh noch nach Salamanca (Spanien) wollen, können wir das dann gleich austesten. Beschwingt laufen wir zurück, machen ein bisschen Pause 

Leider regnet es immer mal wieder, aber wenn die Sonne kommt ist es herrlich warm, und so geniessen wir noch einen Drink in einem Strassencafé.

 

Am nächsten Morgen heisst es schon wieder Abschiednehmen von unseren Nachbarn, also zumindest winken, und dann fahren wir in ein ganz anderes Quartier von Lissabon, nach Belém. Wir parkieren Willi in der Strasse, wo alle Botschaften zu Hause sind. Da muss es ja sicher sein, bei so vielen Wachposten die da am Strassenrand stehen. Was uns auch immer wunder nimmt, sind die Schaufenster mit den Wohnungs- und Häuser-Angeboten, dies ist unser neustes Hobby.

Wir fahren weiter nach Sintra. Auch hier finden wir gleich einen Parkplatz an bester Lage. Ob es wohl am starken Regen liegt? Es regnet in Strömen, daher sind wir gar nicht traurig darüber, dass es nicht so viel zu sehen gibt. Ja, wenn es regnet ist es immer ein wenig schwierig, wo werden die nassen Kleider und Schuhe getrocknet. Laila muss auch so gut wie möglich abgetrocknet werden, also wieder nasse Lappen. So müssen wir jedes Mal, wenn wir halten und nach hinten wollen, zuerst alle Kleider nach vorne hängen, und wenn wir weiterfahren das Ganze retour. Aber das ist ja nicht weiter schlimm, bis jetzt hat es auf unserer Reise nie länger als 1 bis 2 Tage geregnet. Aber jetzt sind wir ja wieder in Europa, und da regnet es halt schon länger am Stück. Darum wird es halt doch ein wenig mühsam, so lange immer wieder Regen. Oder vielleicht waren wir halt bis jetzt auch einfach ein wenig verwöhnt, immerhin ist es nicht kalt. Aber einen Vorteil hat es, Duschen ist überflüssig. Wir sind bis auf die Unterhosen nass. Aber so können wir wieder Wasser sparen. Hi Hi.

 

So passt es uns gerade, dass wir nun durch das wunderschöne Landesinnere von Portugal nach Salamanca in Spanien fahren. Denn so können wir halten, wenn die Sonne scheint und fahren oder schlafen, wenn es regnet. Und unsere Sachen werden wieder trocken.

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Kommentare: 2
  • #1

    s'Tanti (Donnerstag, 15 März 2018 17:16)

    Hey, wunderschöne Aufnahmen, als wäre man mitten drin und wieder viel gesehen und erlebt. So schön !!

  • #2

    Marielle (Donnerstag, 15 März 2018 19:55)

    Traumhafti Bilder und en spannende Bricht! = D