Weiter Fahrt nach England

20180426 Abfahrt Richtung England

 

Eigentlich wollten wir ja am Donnerstag los Richtung England, aber wie es halt so ist, hat einer von uns beiden (dreimal Raten wer es wohl ist) noch so viel zu tun, so dass wir es auch diesmal nicht schaffen los zu fahren. Also erledigen wir noch alles und fahren am nächsten Morgen bei Zeiten los Richtung Frankreich. Da wir ja nicht vor Samstagmorgen nach England einreisen können, (wegen der, vom Tierarzt bestätigten, obligaten Bandwurmkur für unseren Hund) machen wir ca. in der Hälfte unser Nachtlager in einem kleinen Waldstück. Schon beim Parkieren rennt uns ein Reh über den Weg. Das verspricht ja eine ruhige Nacht zu werden.

Vielleicht kann uns jemand sagen, was das mit den Köpfen auf der Autobahn auf sich hat? 

Es sieht ja ganz lustig aus, wir verstehen nur nicht was das soll.

 

Am Samstag erreichen wir Calais. Wir machen uns in aller Ruhe auf zum Ticket Schalter um uns ein Ticket nach Dover zu besorgen.

Da wir keinen Stress möchten, beschliessen wir eine Fähre auszulassen, was die Dame am Schalter überhaupt nicht verstehen will, aber wir bleiben dabei, denn wir haben Hunger und müssen noch mit Laila eine kleine Runde machen, damit sie nicht gezwungen ist, in unseren Willi zu machen. Also geht Moni mit Laila spazieren und Oliver macht den Käse Wurst Salat. (Wir haben uns in der Schweiz noch mit Cervelats eingedeckt.)

Anschliessend stellen wir uns in aller Ruhe in die Warteschlange um durch den Zoll und die Kontrolle zu gelangen. Den Chip von Laila müssen wir selber auslesen, und bei der Fahrzeugkontrolle wollen Sie nur sehen, ob wir jemanden schmuggeln oder nicht. Also alles kein Problem und wir dürfen uns in die Warteschlange stellen bis wir aufs Schiff können.

Die Überfahrt ist ruhig, ausser dass Non Stop irgendeine Alarmanlage losgeht. Am Schluss ist es ein richtiges Hupkonzert und welch ein Wunder, Willi hat ausnahmsweise Mal nicht mitgemacht.

Auch in Dover lässt man uns ohne weitere Kontrolle ins Land einreisen, was Moni sehr erleichtert, denn sie hatte immer ein wenig Bedenken wegen Laila, ob wir auch alles richtiggemacht haben.

Da es nun schon am ein dunkeln ist, machen wir uns los, auf den Hügel über Dover, um dort auf einem öffentlichen Parkplatz zu schlafen. Als ein Polizei Auto kommt, fängt unser Herz ein wenig schneller an zu pumpen. Doch das war absolut um sonst, denn er wendet seinen Wagen genau vor uns und fährt einfach wieder davon. Das ist doch ein gutes Zeichen und wir schlafen in aller Ruhe ein.

Am Morgen wollen wir die Burg von Dover besichtigen, doch Willi war ihnen zu gross und wir zu faul um den Hügel von unten zu erklimmen, sodass wir auf unsere erste Burg ohne weiteres verzichten können. Also besichtigen wir Dover selber, bei kalt nassen Temperaturen, die einem nicht wirklich zum Flanieren einladen. 

Wir beschliessen gemächlich weiterzufahren und die vielen kleinen Dörfchen und schmalen Landstrassen auf uns wirken zu lassen, denn irgendwie haben wir von diesem Wetter fast schon genug, dass hatten wir ja schon seit Portugal, nur in der Schweiz war es super schön und warm und nun schon wieder dieses Wetter. 

 

Als wir so durch die Landschaft tuckern, kommen wir an einem kleinen Dorf vorbei mit dem Namen Tollesbury. Ein richtig kleines, englisches Dorf wie aus dem Bilderbuch. Da es einen schönen grossen Parkplatz hat, beschliessen wir kurzerhand einen Spaziergang durchs Dorf und zum Hafen zumachen, zudem ist das Wetter im Moment ganz OK. Da es gerade Ebbe ist, sind alle Schiffe auf dem Schlick zum Liegen gekommen, was irgendwie komisch aussieht. Auch der Hafen ist nicht im eigentlichen Sinn ein Hafen, sondern mehr ein Kanal-System, das bei Flut gefüllt wird und dann kann man diese engen Kanäle befahren. Selbst der Leuchtturm ist ein Schiff der in diesen Kanälen vor Anker liegt. 

Leider hält das Wetter nicht sehr lange. Aber wir müssen uns sowieso endlich um englische Daten-SIM-Karten bemühen, da wir seit Samstag kein Internet mehr haben. Also machen wir uns auf die Suche nach einem Telefonladen, was nicht immer ganz einfach ist. Doch hurra, wir finden schon sehr schnell einen. Wir verstehen das Konzept noch nicht ganz, aber es funktioniert. Der Laden ist innen rund und es befinden sich 6 Läden in dem Laden und eine Lagerhaus Ausgabestelle. In der Mitte sind so kleine Stehpulte mit mehreren Katalogen und ein roter Kasten mit einer Tastatur und einem Display. Nun kann man, wenn man möchte, im Katalog raussuchen was man will und dann den Code in die Tastatur hauen und schwubs, kann man es an der Lagerausgabe abholen und bezahlen. Na ja, dann kann ich das ja auch von Zuhause aus machen, denken wir uns, aber da kann ich die Sachen nicht zuerst noch anschauen bevor ich bezahle. Aber gut, wir machen das nicht so, sondern gehen zum Lager. Da hat es mehrere junge Leute die sehr hilfsbereit sind und so bringen wir unser Anliegen vor. 1, 2, 3, er zückt sein iPad, tippt ein wenig darauf rum und sagt 12 GB kosten 30£. Er meint, wir sollen noch bei EE schauen, da gleich am Stand neben an, die hätten noch bessere Angebote. Wir bedanken uns und gehen zum EE Stand, wo uns eine junge Frau entschuldigend mitteilt, dass sie noch ca. 30 Minuten besetzt sei. Kein Problem, die Sessel sind bequem und draussen regnet es sowieso in Bindfäden. Als wir dran sind, geht alles relativ schnell. Das Angebot ist zwar besser, aber es haut uns auch nicht um, 16GB für 30£. Man versichert uns, dass wir nicht viel bessere Angebote bekommen würden, als nicht Einwohner von England. Also was soll’s. Wir kaufen zwei solche Karten, sodass wir sicher immer eine haben die funktioniert, zudem kostet die Karte selber nichts, nur die Daten. 

Danach gehen wir in eine Tierhandlung, da wir ein „Rägemänteli“ für Laila wollen. Die Auswahl ist riesig, wenn der Hund die Grösse einer geschwollenen Ratte hat, doch für einen richtigen Hund haben sie genau zwei „Mänteli“. Eins in Leuchtwesten neongelb, das andere in violett, da das Gelbe ein wenig zu kurz ist, bleibt genau das Violette, das wir also erwerben wollen. Es hat sogar ein herausnehmbares Innen-Fleece. Doch leider fehlt der Barcode und so ist der Herr an der Kasse völlig überfordert und ruft immer wieder um Hilfe, leider mit mässigem Erfolg. Doch nach einer gefühlten Ewigkeit erbarmen sich gleich mehrere Kollegen gleichzeitig und das Problem ist ruckzuck gelöst und wir können die 30£ endlich bezahlen. Nun ist es so wie meistens, man kauft einen Regenschutz und was passiert? Genau! Es hört auf zu regnen. Seit wir das „Mänteli“ haben, ist immer gutes Wetter gewesen. Aus diesem Grund gibt es auch kein Foto mit Laila und dem Regenschutz. Sind wir abergläubisch? 

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Kommentare: 1
  • #1

    Marianne (Donnerstag, 10 Mai 2018 09:35)

    Ich bin gespannt, wie das "Mänteli" an Laila aussehen wird. Aber es ist doch immer so, hat man den Regenschirm dabei....... oder wenn man für die Natur dringend Regen wünscht, putz einfach die Fenster ......!!