Wie geht es weiter?

Während der Fahrt überlegen wir uns, wie oder wo uns unsere Reise als nächstes hinbringt. Mitte Juni bekommen wir von Eveline und Stefan Besuch, das heisst, wir werden Schottland gemeinsam mit Ihnen erkunden. Nach dem sie uns Ihre Reisewünsche bekannt gegeben haben, überlegen wir uns, was wir bis dahin noch alles sehen möchten. So beschliessen wir kurzerhand nach Oban zu fahren, um die Äusseren Hebriden zu erkunden. 

Im Internet haben wir gesehen, dass es so ein Inselhopping gibt, das heisst von Oban nach Castlebay auf der Insel Barra, knapp 5 Stunden Fahrzeit mit dem Schiff und dann mit 2 weiteren Fährverbindungen bis nach Stornoway, wo es dann wieder mit der Fähre aufs Festland nach Ullapool geht. Also insgesamt 4 Fährverbindungen für sage und schreibe nur 275.60 Pfund. Also knapp 370 CHF (im Vergleich, Fähre Calais-Dover einfach, 167 £, knapp 225 CHF) Ohne lange zu überlegen, machen wir uns kurzentschlossen auf den Weg. Nach zwei Tagen kommen wir am Sonntag, 13. Mai 2018 in Oban an. Ein sehr schönes Örtchen das wir jetzt aber nicht anschauen, (das erkunden wir dann gemeinsam). Am Hafen werden wir von einem älteren Mitarbeiter gefragt, wo es denn hingehen soll. „Nach Barra, wir haben aber noch kein Ticket.“ Er meint, wir sollen uns da mal in die Warteschlange stellen und mit dem Bordingpass, den er Oliver in die Hand drückt, zum Ticketschalter gehen. Na klar, das machen wir. Denn wie man uns mitteilt, soll die Fähre in knapp einer Stunde auslaufen. Am Ticketschalter werden wir freundlich empfangen von einer jungen Dame, die uns nach der Konsultation ihres PC’s mitteilt, dass wir Glück hätten und noch Platz auf der Fähre sei. Sie fragt nach dem Fahrzeug und der Anzahl Passagiere. „1 Motorhome, 6.5 m, and two Persons plus one Dog.“ Wir bezahlen mit der Kreditkarte und nehmen den Bund Tickets entgegen, es sind ja 12 einzelne Tickets für alle Fährverbindungen. Auf dem Rückweg meint Moni: „Schau mal auf den Billetts nach, die hat immer von Car gesprochen, nicht vom Motorhome.“ Oliver findet das lächerlich und meint, er habe ihr ja auch sagen müssen wie lang Willi ist und dann ist ja wohl klar, dass er kein Auto ist, oder? Also gehen wir weiter. Doch heimlich schaut Oliver aufs Ticket und tatsächlich, es steht nicht Motorhome, sondern Car. Scheisse! Jetzt muss er es Moni sagen und wieder zurück zum Schalter. Was ist wohl schlimmer? Die Fahrt war wunderschön. Herrlichstes Wetter und die See spiegelglatt. 

Zumindest solange wir zwischen den Inseln waren, doch irgendwann kommt die offene See und der Seegang nimmt etwas zu. Nach knapp 5 Stunden erreichen wir endlich die Insel Barra und sehen als erstes das Castel, wo wir ja von Philippe in unserem Reisewunschbuch hingeschickt wurden. Wir fahren auf den sehr schmalen Strassen und suchen einen Schlafplatz, was nicht ganz einfach ist, denn jeder Platz, der halbwegs gerade ist, ist schon mit Zelten oder Wohnmobilen besetzt. Fast am hintersten Zipfel, sprich ca. 4 Km von der Fähre entfernt, finden wir einen herrlichen und ruhigen Platz wo wir übernachten können. Beim abendlichen Spaziergang geniessen wir die Ruhe und das Farben-Spektakel das uns die Natur beschert. Die türkisblauen Buchten und der weisse Sandstrand der schon fast so fein ist wie Puderzucker. 

Ja, 20 Grad mehr und wir wären direkt ins Paradies eingelaufen. So lassen wir unsere Badehosen im Willi und begnügen uns mit der Aussicht.

 

 

 

 

 

Nach einer sehr ruhigen Nacht machen wir uns auf, die Insel Barra zu erkunden.

Wie man sieht, ist es eine sehr kleine Insel. Ausser dem Flughafen, der echt cool ist, ein paar herrlichen Traumstränden, einem Castel das so klein ist, dass man es fast übersieht, gibt es nicht viel mehr zu sehen. Wir finden noch einen kleinen Dorfladen, in dem wir uns mit Lebensmittel und Guezli eindecken, was wir zwar schon vor der Überfahrt getan haben, aber man weiss ja nie. Also machen wir uns auf, in die Ecke in der der Flughafen ist. Es ist wirklich erstaunlich, aber das ist die grösste Insel Attraktion von allen. Es sind viele Autos und Wohnmobile vor Ort und sogar ein Kamera Team von einem schottischen Lokal-Sender ist da, um zu erleben wie die Flugzeuge auf dem Strand landen. Dies geht nur bei Ebbe, denn bei Flut ist der Strand unter Wasser. Also gesellen wir uns zu dem wartenden Volk, in der Hoffnung eine Landung mitzuerleben. Da das Wetter nur mässig ist und es immer wieder mehr oder weniger bewölkt ist, warten wir drinnen. Und auf einmal ist es soweit. Also nichts wie raus. Weit vorne sehen wir ganz klein, ein Flugzeug landen. Leider sieht man nicht viel von der Landung und bevor wir reagieren können, kommt schon das Zweite, aber aus einer, für uns völlig unerwarteten Richtung. Schade. Auch das haben wir nicht richtig mitbekommen. Doch den Start werden wir mit Sicherheit nicht verpassen. 

Als die Fluggäste und das Gepäck ausgetauscht sind, macht sich der erste Flieger wieder auf den Weg zum Start. Er rollt so weit hinaus, dass man ihn fast nicht mehr sieht und als er bei uns ist, ist er schon hoch am Himmel. Nun gut, wir haben ja noch eine Chance und tatsächlich, der macht es richtig. Wir freuen uns über das Schauspiel und haben alles für Dich hier festgehalten. 

Am nächsten Tag gehen wir zum Fährhafen um zu schauen, wann uns eine Fähre weiter zur nächsten Insel bringt. Da steht, dass man sich einen Platz reservieren muss. Ja aber wo und wie?  So gehen wir halt zurück zum grossen Hafen um dort zuschauen, ob wir die Fähre reservieren können.

Der junge Mann gibt sich Mühe in einer Sprache zu sprechen, die wir auch verstehen und so erklärt er uns, dass es nur noch einen Platz in den nächsten Tagen gibt und das ist morgen früh, auf der ersten Fähre um 7 Uhr. Ja super. Das wird für einen von uns eine harte Nummer, aber wir lassen uns den Platz reservieren. Wir beschliessen aus schlaftaktischen Gründen gleich in der Wartekolonne zu übernachten, damit wir vielleicht ein wenig länger schlafen können.

Fotos von Moni gemacht, Fähre mit Willi usw.

Auch diesmal ist die Überfahrt bei bestem Wetter und Eiseskälte was uns immerhin das Erwachen etwas leichter macht. Nach 40 Minuten erreichen wir Eriskay. Zum Glück gibt es da einen Parkplatz am Hafen, so dass Oliver kurzentschlossen Willi da abstellt und sich wieder in Bett legt.

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