Weiter nach Harris

Wir haben jetzt also auch die zweite Insel, Uist, fertig erkundet und möchten die Fähre reservieren um auf die Insel Harris zu gelangen. Dies erweist sich allerdings als ein nicht so einfaches Vorhaben.

Da es Sonntag ist, hat das Fährticketbüro von Barra geschlossen und es hütet auch niemand das Telefon. Auf den Tickets hat es eine Infonummer, aber auch da kommen wir nicht weiter. Wir sehen im Internet, dass es nur noch am Dienstagmorgen um 7 Uhr Platz hat für uns, und sonst müssen wir warten bis Freitag. Reservieren können wir nicht, man kann nur direkt buchen und bezahlen. Aber wir haben ja alle unsere Tickets schon. Ja, das sind dann so kleine Herausforderungen für uns zwei. Denn Moni hat jede Menge Ideen wie man es auch noch versuchen könnte, und Oliver müsste es dann ausführen, da er ja besser Englisch spricht. Sag mal einem Mann was er zu tun hat, oder aus Sicht des Mannes, warum machst du es nicht selber. Da kann es dann doch plötzlich eng werden in unserem grossen Willi. Aber zum Glück findet Oliver im Internet doch noch eine Telefonnummer, sodass wir uns unseren Platz sichern können. Freude herrscht. 

 

Am Dienstag, 22. Mai 2018 fahren wir wieder bei schönstem Wetter mit der 7 Uhr Fähre los. Die letzten zwei Tage hatten wir starken Wind und Regen, daher sind wir froh und dankbar, dass wir heute so herrliches Wetter haben. Schon kurz nach der Abfahrt fragen wir uns, ist der Kapitän besoffen, oder warum fährt er so im Zickzack? Doch nach genauerem Hinschauen, finden wir schnell heraus, dass er mit grosser Präzision den Felsen und Untiefen ausweicht. Nach einer knappen Stunde erreichen wir Leverburgh.

Da gleich nach dem Fährhafen der Wegweiser zur Kirche St. Clements Church kommt, finden wir, bei diesem Wetterglück müssen wir uns doch bedanken und gehen in die Kirche, also, wir schauen sie uns immerhin an. 

 

Diese Insel ist einiges grösser, und hat mehr Einwohner. Es hat weniger sichtbaren Müll, und hier kann nicht mehr einfach überall parkiert werden. Es gibt fast keine Parkplätze und wenn man an einem passing place hält um ein Foto zu machen, hält sich die Freude in Grenzen.

 

Die Schotten machen es sich ziemlich einfach mit dem Geld verdienen. Sie stellen ein Schild auf einen Platz, mit dem Hinweis, wer hier übernachten will, muss 5 Pfund überweisen. 

 

Coole Idee, wir könnten uns doch auch solche Schilder mit unserer Kontonummer machen, um damit unsere Reisekasse ein wenig aufzupolieren. Hi hi

Es hat hier traumhafte Strände, aber man kann selten parkieren, und wenn, dann stehen schon sehr viele Touristen mit ihren Fotoapparaten da. Wir möchten aber nicht die gleichen Fotos wie tausend andere Touristen. 

 

So packt uns wieder einmal die Abenteuerlust, und wie könnte es auch anders sein, wir nehmen ein ganz kleines, verwittertes Strässchen. Links und rechts säumt das Moor den Weg und nach einer Viertelstunde wird die Strasse immer schlechter. Es hat riesige Löcher im Belag, oder die Strasse ist einfach weggebrochen. Hoffentlich müssen wir nicht umkehren, denn wie willst Du ein 6.50 Meter langes Fahrzeug wenden, bei einer knapp 2m breiten Strasse. 

Irgendwann müssen wir halten und den nächsten Strassenabschnitt zu Fuss genauer untersuchen.

Oliver meint: „Was meinst Du, wagen wir es?“ Aber da legt Moni ihr Veto ein, mit der Begründung: „Wenn wir irgendwo sind, und das ist die einzige Strasse die weiterführt, dann ja, aber jetzt hier etwas riskieren, und noch mit dem Wissen, wir haben in Schottland und dann in Irland Besuch aus der Schweiz. Das kannst Du nicht machen!“ Oder würdest Du hier weiterfahren?

Super! Und jetzt? Alles rückwärts retour, oder versuchen wir Willi zu drehen? Der erste Versuch, an einer Stelle wo es ein bisschen breiter ist scheitert kläglich. Und das Schlimme, Willi hat wieder eine Schramme mehr. Da die Hinterräder im Moor zu verschwinden drohten, ist das Heck auf einem Felsbrocken, der sich im dichten Moorgestrüpp versteckt hat, aufgestanden. Also, wieder zurück auf die Strasse und rückwärts weiter. Hoffentlich kommt irgendwann doch noch eine Möglichkeit zum Wenden. Und wirklich, wir schaffen es, ohne dass wir Willi im Moor versenken. 

So, genügend „action“ für heute. Zurück zur Touristenstrasse. Aber nicht sehr lange, und wir sehen wieder eine Strasse, aber wenigstens sehen wir weiter hinten eine Wendemöglichkeit.

Es ist so schön, dass wir beschliessen die Stühle in Willi’s Windschatten zu stellen, und die Sonne zu geniessen.

 

Wir haben jetzt herausgefunden, warum die Lochs, Loch heissen und immer so rostbraun sind.

Loch, weil alles darin verschwindet und braun, weil alles darin wegrostet.

Nein, wir wissen schon, dass das Wasser so dunkel ist wegen dem Torf. Was uns gleich zum nächsten Thema bringt.

 

Es hat nur wenig Möglichkeiten zum Spazieren, dabei würde die Landschaft einem so reizen quer durch die Hügel zu streifen. Da es ja Moorlandschaft ist, weiss man leider nie, ob man als Moorleiche endet. Daher hat Oliver die geniale Idee, dass wenn wir spazieren, Laila zu forderst ist, dann Moni und dann Oliver. Er meint, so habe er sicher trockene Schuhe.

 

Hier wird auch immer noch Torf gestochen, um damit die Öfen zu heizen. Oder auch für den rauchig, torfigen Geschmack im Whisky.

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Kommentare: 1
  • #1

    s'Tanti (Samstag, 02 Juni 2018 14:24)

    Ui, ui, ui, da war wohl die Abenteuerlust für kurze Zeit grösser als das Strässchen. Glück gehabt !