Auf nach Sky

Am Dienstag, 19. Juni sind wir in Mallaig und nehmen uns ein Ticket für die Fähre nach Skye. Das malerische Dorf am Hafen ist sehr touristisch, aber herzig. Bei einem Fish and Chips Laden stehen die Leute Schlange. Dann muss es ja gut sein. So teilen wir uns auf. Stefan ergattert sich ein Sonnenbänkli und wartet mit Laila, Eveline und Oliver gehen kurz was einkaufen, und Moni geduldet sich in der langen Warte-Schlange, bis sie an der Reihe ist, um unsere knurrenden Mägen mit dem feinen Fisch zu verwöhnen. So sitzen wir also gemütlich auf dem Bänkli, essen und geniessen die Sonne. Das wird sicher eine schöne Überfahrt. Und wirklich, bei bestem Wetter frönen wir dem Ferienfeeling, dass auf einer Fähre einfach von alleine aufkommt. Leider dauert die Überfahrt nicht lange. So fahren wir also entlang der wilden Küste und finden einen kleinen herzigen Schlafplatz in mitten sanfter Hügel am See. Sogleich machen wir uns auf, unseren Schlafplatzhügel zu erklimmen, um dann die Aussicht zu geniessen. Wir werden neugierig beobachtet. Diesem Schafbock hat man anscheinend seine Hörner gestutzt, weil er sonst nichts mehr gesehen hätte. Das tägliche kochen im Willi wird schon fast zum Ritual. Drei sind am Rüsten und einer schmeisst alles in die Pfanne. Trotz engem Raum klappt das Ganze wunderbar. Jeder weiss was er zu tun hat und wo er sitzen muss, damit er dem anderem nicht im Wege steht.

Nach einer sehr ruhigen Nacht fahren wir am Mittwoch Richtung Carbost. Unser Tagesziel ist die Talisker-Destillerie. Wir durchqueren herrliche Landschaften.

Als wir an der Destillerie vorbeifahren, sticht Eveline sogleich das Toilettenhäuschen mit den Duschen ins Auge. Eveline und Moni lachen und meinen, ob das wohl so ist, damit man sich nach dem Genuss von zu viel Whisky und den eventuellen Auswirkungen, wieder waschen kann? Die Besichtigungstouren sind alle ausgebucht, bis auf die Letzte, aber auch dort hat es nur noch 2 Plätze frei. So machen Eveline und Moni mit Laila einen kurzen Spaziergang entlang des kleinen Hafenareals. 

So gehen Stefan und Oliver auf den Destillerie Rundgang. 

Wir besuchen all die Stationen die auf dem Poster beschrieben sind. Leider dürfen wir keine Fotos machen. 

Ja, die Dimensionen sind schon verrückt, ein Sud macht 29'000 Liter.

Wie man uns sagt ist alles noch reine Handarbeit, doch Oliver entdeckt bei einer offenen Türe, einen grossen Control Monitor auf dem alles angezeigt wird. Na ja, auch das kann man als traditionell verstehen. Wir können auch nicht nachvollziehen, wieso man keine Fotos machen darf, aber so ist es eben. Den Geruch haben wir uns etwas anders vorgestellt, so mehr nach Whisky, aber das einzige was passiert ist, dass es einem einen sturmen Kopf macht. Am Ende der Führung kommen wir noch an einem Lagerraum vorbei, bei dem Sie uns erklärt, dass hier aber kein Whisky mehr gelagert wird, sondern nur in der Nähe von Edinborgh und zu unserer Überraschung dürfen wir den Showkeller fotografieren. Juhu! Und jetzt kommt das spannendste. Die Degustation. Es wird uns ein kleines Glas mit einem noch kleineren Tropfen Whisky gereicht. Ja zum Riechen hat es gerade gereicht bevor es verdunstet ist. Nun sollen wir einen Schluck in den Mund nehmen und schmecken. Das ist wiederum leichter gesagt als getan, bei so wenig Inhalt. Oliver schafft es gerade noch, doch bei Stefan ist er weg. Ob verdunstet oder der Schluck zu gross war, lässt sich im Nachhinein nicht mehr zweifelsfrei klären. Nun kommt die Dame mit einer Pipette und tropft 2, 3 Tropfen Wasser ins Glas, ja auch so kann man es wieder füllen. Also ist das Glas bei Oliver jetzt ca. halb Wasser, halb Whisky und Stefan geht mangels Whisky im Glas leer aus. Ja es ist erstaunlich, was so ein Tropfen Wasser ausmacht, das musst Du mal versuchen. Oliver hätte nicht gedacht, dass dies so viel ausmachen kann. Denn zu seinem Erstaunen ist der Whisky nicht wässriger geworden, im Gegenteil, durch das Aufbrechen wird der Whisky viel intensiver und so schmeckt es Oliver noch weniger. Aber eben, er ist ja auch ein Whisky Banause.

Nach 30 Minuten kommen die Beiden schon retour, am Geruch nach zu urteilen, könnte man meinen, die haben jede Menge zum Probieren gekriegt. 

Damit wir, falls wir in eine Polizeikontrolle geraten, nicht noch verdächtig werden, geniessen wir anschliessend jeder noch eine Stützlerdusche. Das heisst 1 Pfund für 2 Minuten warm Duschen. Welch Luxus.

 

 

Auch heute finden wir wieder einen schönen Schlafplatz mit Meersicht, leider ziemlich windig. So geniessen wir das gemeinsame kochen und essen im Willi und lassen wir uns später sanft in den Schlaf wiegen.

Am nächsten Tag sehen wir auf der Fahrt ein kleines Schlösschen, in Kyle. Eveline möchte es gerne besichtigen und nach kurzer Absprache haben wir schon die Tickets und laufen zu viert über die Brücke zum Schloss. Die Räume im ganzen Schloss sind möbliert und mit Figuren ausgestattet. So bekommt man eher das Gefühl, wie es damals wirklich war. Es hat bei verschiedenen Räumen sogar kleine, unauffällige Lausch und Guck Kästen. Das heisst, wenn man ein unauffälliges kleines Wandschränkli aufmacht, sieht man durch ein kleines Loch in der Wand in den Nebenraum und kann so problemlos mithören und auch einen Teil des Raums überblicken.

Am Abend finden wir eine gute Übernachtungsgelegenheit in Garve, mit super Wanderanschluss. Noch vor dem Abendessen machen wir uns auf die kurze Wanderung zur Hängebrücke und dem Wasserfall. Da wir vom Schweizer Rheinfall verwöhnt sind, sind das, für unsere Vorstellung von Wasserfall, halt nur so mehr bessere Bäche. Aber es ist trotzdem sehr schön, und das Gewackel auf der Hängebrücke sorgt auch noch für Stimmung.

Auch am Freitag fahren wir immer wieder an schönen Stränden vorbei, die uns einladen zum Spazieren. In Lairg-Durness muss es gemäss Evelines Recherchen eine grosse Höhle zu besichtigen geben. Die wir auch wirklich finden. Unsere Abenteuerlust ist geweckt, also los.

Nach sehr, wirklich sehr vielen Treppen die nach unten führen, kommen wir zur Höhle. Es ist schön kühl, und die Atmosphäre hat was Beruhigendes.

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