Am Freitag, 15. Juni 2018 ist es soweit.

Am Freitag, 15. Juni 2018 ist es soweit. Wir fahren zum Flughafen Edinborgh.

Damit wir nachher nicht zu viel Zeit verlieren, machen wir uns auf Erkundungstour, wo der Wohnmobilvermieter ist. Was sich als gute Idee herausstellt, da es gar nicht einfach zu finden ist. In einem Industriegebiet ohne Firmenwegweiser finden wir zuhinterst einen Platz mit ganz vielen Wohnmobilen und zwei kleinen Häuschen mit kleiner Werbetafel. Ok, jetzt aber nichts wie los.

 

Genau zur Landezeit sind wir am Flughafen. 

Leider müssen wir dann doch noch 1h warten. Eveline erzählt uns, der Schottische Zoll nehme es aber sehr genau. Bei der Kontrolle wird der Pass gescannt und dann wird das Gesicht gescannt. Gut ist ihr Pass brandneu. Dennoch ist es extrem Zeitraubend, bis alle Fluggäste kontrolliert sind.

 

Da es nicht so einfach ist, mit dem Stadtbus zum Wohnmobilverleiher zu reisen, meint Oliver, dann fahren wir halt zu viert im Willi. Kurze Zeit später machen wir Schottland mit zwei Wohnmobilen unsicher. Da ihr Wassertank nur halbvoll ist, halten wir bereits bei der erst besten Tankstelle und füllen gleich beide Wassertanks randvoll auf, damit wir sicher für die nächsten Tage frei sind. Diesen Halt nutzen wir auch gleich für unseren Willkommens Apéro. 

 

Wir geniessen den schottischen Whiskylachs und stossen mit einem Glas Prosecco an. Wir staunen nicht schlecht, als Eveline aus ihrem Handgepäck zwei selbstgemachte Bündner Nusstorten zaubert. Nun fahren wir also Richtung Stirling zu unserem gestrigen Schlafplatz. Oliver möchte natürlich gleich seine Drohne ausprobieren. Aber leider waren die Akkus noch leer. Während Oliver ein feines Filet Stroganoff mit Tagliatelle kocht, darf Laila noch eine ausgedehnte Runde in der schönen Parkanlage machen. 

Am nächsten Morgen fahren wir nach Stirling. Weil es regnet gehen wir zuerst in den Salsburry einkaufen. Das Wetter ist jetzt besser und so fahren wir zum Schloss. Da es Samstag ist, hat es keinen Parkplatz mehr und extrem viele Touristen. Nach kurzer Absprache sind wir uns einig, wir lassen das und können es am Schluss immer noch nachholen. Also los Richtung Oban. Eveline und Stefan ergeht es wie uns, sie sind begeistert von der Landschaft. Immer wieder scheint die Sonne und der Wunsch die feinen Steaks für heute Abend auf dem Grill zu machen wird immer stärker. Wir finden einen schönen Schlafplatz, und nehmen den Apéro draussen an der Sonne. 

Nach kurzer Zeit werden wir von den Midges angegriffen. Wir sprayen uns grosszügig ein, aber leider nützt dies nichts. Auch die Mückenkerze hält diese bösartigen Vampire nicht von uns fern. Stefan versucht mit den feuchten Zweigen ein Feuer zu machen. Ob er wohl auch mal in der Pfadi war. Das Zeugs will einfach nicht brennen. Auf einmal schreckt uns ein schrilles Piepen aus unserem Gespräch auf. Eveline meint nur: „Ach das ist sicher nur Stefan, der versucht das Holz über dem Gasherd zu trocknen und damit den Rauchalarm ausgelöst hat.“ Und es funktioniert wirklich, sein Feuer brennt. Leider sind die Midges in der Überzahl und so räumen wir schweren Herzens das Feld. Noch kurz draussen das Fleisch grillen und danach geniessen wir in vermeintlicher Sicherheit unser Abendessen. 

Wer sowas noch nie erlebt hat, kann sich das gar nicht vorstellen. Leider konnten wir bis heute unserer Laila das Katzenklo nicht schmackhaft machen und so muss sich einer von uns noch opfern. Es ist ja wohl klar, wer sich opfern darf.

 

Am nächsten Morgen belagern uns diese Biester immer noch. Es sind nicht weniger, im Gegenteil. Die haben sogar noch ihre ganze Verwandtschaft eingeladen zum Frischfleischfrühstück. Da wir letzte Nacht bis um ein Uhr gegen die Midges im Willi gekämpft haben, machen wir hier sicher keine Türe mehr auf. Da aber unser Einstiegstreppchen und Stefans Keile noch im Kriegsgebiet weilen, schreibt Moni auf einem Zettel, den sie an das Fenster hält, wie wir unser weiteres Vorgehen planen. Nach einem Hupsignal haben es unsere Nachbarn im anderen Wohnmobil gesehen und bestätigen mit einem Like. Also, beide Fahrzeuge fahren los, etwas weiter unten hüpft Moni aus dem rollenden Willi und spurtet zurück um die Utensilien zu holen. Sie versucht schneller zu sein als die Midges und wirft die Sachen in Willi wo ihr Oliver während der Fahrt hilfreich die Hand reicht um einzusteigen. Der Plan war super, doch die Midges waren schneller. 

Moni muss doch ihr tägliches Training noch intensivieren. Unterwegs halten wir immer mal wieder an um die Midge-Lage zu checken. Auf einem Parkplatz, ein paar Kilometer weiter wagen wir uns ins Freie. Dort kommt Laila zu ihrem Morgenspaziergang. Nach einem feinen Frühstück fahren wir weiter Richtung Oban. Da die Neucamper den sparsamen Wassergebrauch noch nicht beherrschen, beschliessen wir die Tanks nochmals zu füllen. 

Schon von weitem sehen wir das prächtige Schloss von Inveraray. Nach kurzer Absprache beschliessen wir das Schloss zu besichtigen. 

In der Mitte des Schlosses befindet sich eine beeindruckende Halle mit einer beträchtlichen Waffensammlung. Auch die interessante Trommelsammlung ist enorm, vor allem, weil bei jeder Trommel steht, wo und wann sie eingesetzt wurde. Aber wie könnte es auch anders sein, die Küche gefällt Oliver am besten.

Der wilde Garten, mit dem imposanten Adler, der aus einem Baumstamm gesägt wurde, allerdings nicht wie sonst am Boden, sondern noch auf halber Höhe des Baumes, 

beeindruckt uns alle.

Weil die Sonne scheint, genehmigen wir uns nach der Besichtigung noch Kaffee und Kuchen auf der schönen Parkplatzanlage vor dem Schloss.

So fahren wir weiter Richtung Oban als uns auffällt, dass unser Schatten fehlt. Wir nehmen an, dass dieser einen Foto Halt eingelegt hat. Wir warten auf einem Parkplatz und als sie endlich kommen, erfahren wir, dass sie eine Streifkollision hatten, weil eine Schottin die Kurve geschnitten und ihnen so den Seitenspiegel abrasiert hat. Die Unfallverursacherin kam gleich danach auf dem Parkplatz an. 

Oliver bittet die Frau, die Polizei anzurufen, da es vom Wohnmobilvermieter so verlangt wird. Nach zweistündigem Warten auf die Polizei und wiederholten erfolglosen Anrufen an den Vermieter des Wohnmobils, klopft es an die Türe und die Frau teilt uns mit, dass die Polizei nicht kommen werde, es soll einfach jeder selber zur Polizei gehen. So tauschen wir noch alle Formalitäten aus und fahren nach Oban ins Büro von Scottland Yard. Leider interessiert sich auch diese nicht für unser Problem, deshalb beschliessen wir den Tag wenigstens mit einem feinen Znacht zu beenden. Das uns vom Polizist empfohlene Fischrestaurant ist leider voll, sodass wir uns für eine Pizzeria entscheiden. Die Pizza der beiden hungrigen Männer ist leider nicht so gut. Danach versuchen wir auf dem Parkplatz des Kolosseums einen Schlafplatz zu finden. Leider ist dort Campingverbot. 

Ein paar Kilometer weiter finden wir einen, ein bisschen weg von der Strasse und beschliessen dort zu übernachten. Oliver erwähnt extra nicht, dass es der Friedhofparkplatz ist. Aber die Toten vom Friedhof auf der anderen Seite schlafen seelenruhig und lassen uns in Ruhe.

Der nächste Tag beginnt für Moni, Eveline und Laila mit einem sonnigen Morgen Spaziergang. Wir staunen immer wieder, dass hier die Friedhöfe immer an wunderschön gelegenen Plätzen sind.

Danach heisst es einen Platz mit gutem Empfang zu finden, damit Oliver die Versicherung und den Mietwagenvermieter wegen des Unfalls kontaktieren kann. Das erweist sich allerdings als schwierig. Die Netzverbindung wechselt mit jeder Kurve. Auch die Autovermietung interessiert sich nicht wirklich für unser Problem, so reparieren Stefan und Oliver den Spiegel mit Hilfe von Superkleber und Klebeband, der Superkleber ist wirklich super, leider ist er sehr flüssig und beim verschliessen der Tube spritzt der flüssige Leim über die Finger von Oliver und das erst vor zwei Wochen gekaufte T’shirt ist auch gleich voll. So entwickelt Oliver sich langsam aber sicher zum Putzlappen Produzenten.  Nach der Reparatur wagen wir die Weiterfahrt. 

 

In Caole besichtigen wir die 9 stufige Neptuntreppe des Caladonien Canals. Leider kamen wir nicht in den Genuss, diese in Betrieb zu sehen, da weit und breit kein Schiff in der Nähe war. Schade. 

Stefan möchte gerne das Glenfinnan-Viadukt ansehen, dieses ist bekannt aus den Harry Potter Filmen. So wird das unser nächstes Ziel. Wir alle sind der Meinung, dass sich dieser Halt und die Parkplatzgebühr von drei Pfund eher wegen der Aussicht auf die Gegenseite als wegen des Viadukts gelohnt hat.

Nach ein paar Meilen befällt Oliver ein akuter Hungeranfall, somit beschliessen wir, die aus der Schweiz mitgebrachten Cervelats und Bratwürste auf den Grill zu legen. Moni und Eveline machen dazu einen feinen Salat. 

 

Am späten Nachmittag finden wir einen Schlafplatz direkt am Meer. 

Als Eveline eine Miesmuschel findet, entsteht ein richtiges Muschel-Such-Fieber. 

Mit einem kleinen Sack voller Muscheln machen wir uns zurück zu den Wohnmobilen, wo uns Oliver mit der leider etwas mageren Ausbeute Spaghetti Vongole kocht. Stefan beisst sich fast einen Zahn ab, und so verdächtigen wir unseren Koch, er habe die Muscheln nicht gut gewaschen. Als Eveline dann auch noch etwas Hartes zwischen die Zähne bekommt, lachen wir und rätseln, ob es jetzt ein Stück Zahn ist, oder aber vielleicht sogar eine Perle. Auch in der nächsten, die nur noch ganz vorsichtige zerkaut wird, findet sie ein Stück. So nehmen wir unsere Lupe und untersuchen die zwei Übeltäter. Da alle Zähne noch ganz sind, müssen es tatsächlich Perlen sein. Bei einem guten Glas Wein, lassen wir den Abend ausklingen. 

Nach einer ruhigen Nacht fahren wir nach dem Kaffee zuerst einmal ein Stück weiter. Oliver nimmt spontan einen Abzweiger zu einem Schloss. Wir finden, direkt am Meer einen schönen Parkplatz, wo wir dann nachher noch Frühstücken, aber weil die Sonne scheint, und wir sehen, dass wir wegen der Ebbe sogar trockenen Fusses zum Schloss laufen können, gehen wir zuerst auf Erkundungstour. 

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Kommentare: 1
  • #1

    s'Tanti (Samstag, 07 Juli 2018 17:05)

    Hey, wunderschöne Aufnahmen und für uns schöne Erinnerungen an unsere eigene Rundreise. Monika, Du darfst mir gerne auch ein paar Perlen mitbringen, gell.