Auf dem Weg zum Grampian Transport Museum

In Brora finden wir unseren nächsten Schlafplatz. Und gleich auf der gegenüberliegenden Strassenseite ist die nächste Sehenswürdigkeit. Zu unserer Überraschung gibt es hier wirklich etwas zu sehen. Die alleinige Grösse des Gebäudes ist imposant, vor allem, wenn man sich vorstellt mit was für primitiven Hilfsmitteln zu dieser Zeit gebaut wurde. Alleine das Gewicht der grossen Steine muss eine riesen Herausforderung gewesen sein. Hut ab vor dieser Leistung.

Am Sonntag, 24. Juni nehmen wir es besonders gemütlich, denn es ist ja Sonntag. So finden wir schon gegen Mittag einen attraktiven Platz in einem Park in dem wir sogar unseren Wasservorrat füllen können, was den Platz natürlich doppelt so cool macht. Denn, wenn man einen Platz mit Wasser hat, kann man Duschen und das Wasser nur so versauen, (was wir ja sowieso nicht machen), aber trotzdem ist es für uns jedes Mal wie ein kleines Geschenk. Zumal Moni nicht immer den Satz hören muss: „Hallo! Wasser sparen, es fehlen schon zwei Striche!“  Da das Wetter wunderschön und heiss ist und es Wasser gibt beschliessen wir hier einen Erholungstag einzubauen. Eveline und Stefan können sich am Meeresarm auf den Liegestühlen erholen und wir sitzen im Willi und schreiben an unserem Blog. 

Als wir es endlich geschafft haben einen halbwegs anständigen Bericht zu schreiben und diesen auf unseren Blog geladen haben, wird genüsslich gegrillt, geplaudert und das Leben genossen. 

Das Städtchen auf der anderen Seite der Brücke sieht aus, als ob hier auch noch Menschen leben würden, darum beschliessen wir am Abend ein Pub zu suchen. Vorher wird aber noch ausgiebig geduscht, wir wollen ja nicht stinken, wenn wir den Eingeborenen im Pub begegnen. Moni möchte doch gerne mal einen typischen Abend, mit schottischer Musik verbringen. Ja, das ist die Gelegenheit. Wir machen uns guten Mutes los um das kleine Dörfchen zu erkunden und werden auch schnell fündig. Ein relativ grosses Hotel mit Bar. Cool denken wir, doch je näher wir kommen, umso suspekter wird es uns. Wieso hört man keine Musik oder immerhin das Reden der Leute. Das Plakat an der Türe verrät es uns. „Geschlossen und zum Verkauf“. Ja super, also weiter, das Dorf hat ja noch eine zweite Strasse, vielleicht gibt es da etwas. Doch leider ist das Dörfchen wie ausgestorben, selbst die Einheimischen die wir fragen bezweifeln, dass wir hier fündig werden.

Also, mit hängenden Köpfen zurück zum Park. Dort nehmen wir draussen noch einen Schlummi und dann ab ins Bett.

Am Montag,25. Juni besichtigen wir bei bestem Wetter Inverness.  

Eine hübsche Stadt. Bei einem Aussichtspunkt möchte Eveline endlich mal ein Foto von uns vieren machen. Als wir so darüber diskutieren, welche Sicht im Hintergrund sein soll und wie wir das machen, dass alle vier darauf sind, kommt eine junge Frau und sagt in breitem Züridütsch, ob sie ein Foto machen soll. So nehmen wir ihr Angebot dankend an und Eveline kommt doch endlich noch zu ihrem Gruppenfoto. 

Da die Stadt am Fluss liegt, gehen wir dem Fluss entlang, unter den Bäumen und geniessen das Mediterrane Gefühl. Wir besichtigen die grosse Kirche und schon bald riecht es sooo fein nach Fish and Chips. Da können wir einfach nicht wiederstehen. 

Mit vollen Bäuchen machen wir uns gemütlich auf den Rückweg zu den Wohnmobilen.

So fahren wir weiter, und in Lossimouth halten wir, weil wir hier einen wunderschönen breiten Sandstrand sehen. Wir kaufen uns ein feines Glacé und spazieren barfuss am Meer entlang. Herrlich, nur der Wind ist fast etwas zu stark.

Am Abend haben wir wieder einen Schlafplatz direkt am Meer in Bucki-Portgordon.

Wir sind gerade fertig mit dem Abendessen, als ein Ehepaar zum Willi kommt und klopft, um uns schöne Ferien zu wünschen. Es sind Deutsche, die seit 15 Jahren mit ihren vier Kindern hier leben. Leider haben wir vergessen zu fragen, ob es in diesem Dorf ein Pub gibt, so beschliesst Moni, als sie die zwei auf dem Retourweg sieht, noch kurz zu fragen. Als sie so am Plaudern ist, kommt auf einmal Oliver raus. Normalerweise ist er ja nicht so, dass er mit Leuten einfach anfängt zu quatschen, aber er fragt, wie es sie nach Schottland verschlagen hat. Jetzt muss sich Moni aber das Lachen ziemlich verkneifen. Denn der gute Mann erklärt ihm ganz ausführlich, dass sie hier auf die Erweckung durch Jesus Christus warten. Denn genau an diesem Strandabschnitt soll es ja passieren. Na ja, jedem was er möchte. Wir werden auf jeden Fall nicht hierbleiben und warten. Das kann ja noch Jahre gehen, denn sie warten nun schon 15 Jahre und es sieht auch nicht so aus, als ob sich da in nächster Zeit etwas ändern würde. Als dann auch noch Eveline und Stefan dazukommen, fragt Eveline noch nach den Robben, weil angeblich müssten hier irgendwo welche zu sehen sein, und so ist der Themawechsel schnell erledigt. 

Als Eveline hört, dass es auf der anderen Seite der Bucht Robben gibt, beschliessen die beiden Frauen, sofort den Laila-Nachtspaziergang zu machen. Moni nimmt extra das Portemonnaie mit, man weiss ja nie. Auf einmal steht man mitten in einem Fest und hat kein Geld dabei. Und tatsächlich sehen sie ein paar Robben im Wasser und ein ruhiges Dorf in dem alle um 22 Uhr schon schlafen. Kein Wunder, man muss ja fit sein, wenn die Erweckung kommt, sonst könnte man sie vielleicht verpassen.

Am 26. Juni am Morgen wollen wir nochmals Robben schauen. Mit etwas mehr Erfolg, doch die ultimative Robbenschau bleibt aus.

Kurze Zeit später sehen wir von weitem ein herziges Türmchen. Da wir die einzigen hier sind, halten wir und Oliver nimmt die Drohne mit und macht mal einen kurzen Testflug. Während wir in der brütenden Hitze, ohne ein Hauch von Wind so tun, als ob wir die Sonne geniessen. Also bleibt es bei einem kurzen Testflug. 

Am Mittwoch, 27. Juni besichtigen wir in Alford ein Fahrzeugmuseum. Sogar Laila darf mit und draussen hat es bei den Sitzbänkli extra Wassertöpfe für die Hunde. Moni gefällt die alte Orgel am besten und so fragt sie ganz frech, ob diese denn überhaupt noch funktioniere. Als Beweis lässt der das Monsterding laufen und ja es funktioniert und wie. Es scheppert und macht das einem fast die Ohren bersten. Moni ist die einzige, die mit leuchtenden Augen und total begeistert in nächster Nähe das ganze Konzert hört und filmt. (Siehst Du beim Schlagzeug die Rassel unten rechts und das HiHat oben links?) 

Eveline hat Mitleid mit Laila und holt diese aus der Gefahrenzone. So kommst Du jetzt auch noch in diesen speziellen Genuss. 

Auch die alten Wohnmobile finden unser aller Interesse. Das ist ja schon kein Vergleich zu heute. Doch Stil hatten sie, das Geschirr aus feinstem Porzellan, nicht aus Plastik wie wir es haben. Auch die kleinen Trettautos erinnern einem an früher. Das Kind in den beiden Frauen ist geweckt. Mit Begeisterung liefern sie sich ein Rennen mit der alten Autorennbahn. Auch die Fahrräder von früher dürfen probiert werden. Es hat jede Menge Motorräder, Lastwagen usw. Das Ganze ist wirklich sehenswert.

 

Danach geht es weiter durch die malerische Landschaft, Wälder mit Hügeln und immer wieder durch kleine, sehr schöne Dörfchen.

 

 

Bis wir in Ballater ankommen, wo sich das Schloss Balmoral befindet. Wir sind alle leicht enttäuscht, weil man das Schloss selber gar nicht besichtigen kann. Stefan und Oliver haben schnell einmal genug und beschliessen bei einem kühlen Bier auf die Damen zu warten, bis sie auch das allerhinterste Eckchen der Anlage erkundigt haben. 

Es ist sehr heiss, und vom vielen Laufen im Park von Schloss Balmoral, kühlen wir nach kurzer Fahrt, in Ballater-Braemar unsere heissen Füsse im Fluss und genehmigen uns einen Apero. 

Da Eveline Oliver erzählt hat, dass sie Zuhause ihr Knäckebrot selber macht, natürlich im Backofen, und sie ihr Rezept im Natel hat, wollen sie das heute Abend mal versuchen. Was immer ein längeres probieren und testen beinhaltet, denn in der Bratpfanne zu backen ist nur sehr begrenzt mit einem Backofen zu vergleichen. Aber die Idee ist super. Es schmeckt auch sehr gut. Jetzt müssen wir nur die Rezeptur noch ein wenig anpassen. 

Am Donnerstag, 28. Juni morgens um 10 Uhr besichtigen wir in Milton of Edradour die Edradour Whisky Destillerie. Das ist kein Vergleich zur Talisker. Hier macht nur schon das Optische wirklich Freude.

Der Eintritt kostet auch 10£, doch dafür bekommt man so richtig was geboten. Als erstes sehen wir einen Film mit deutschem Untertitel über die Geschichte und den Destillerie Prozess. Danach geht es mal ans degustieren. Zwei Gläser mit Whisky stehen vor uns. Der eine ist ohne Rauchgeschmack und der andere mit viel Rauchgeschmack. So kann man wirklich den Unterschied schmecken. Danach geht es auf ins Lagerhaus. Was für ein Duft. Wir trauen unseren Augen kaum, als wir die vielen Fässer sehen und die Jahrgänge. 

Sie erzählt uns, dass sich pro Jahr 2% des Inhaltes verflüchtigen und so kann man an einem Fass klopfen und hören wo der Whiskystand ist. Ja, zum Teil ist nicht mehr viel darin, da die Fässer so alt sind. Hier in Edradour habe man sich den Spezialitäten verschrieben und so werden immer wieder neue Sachen ausprobiert. Man könne jede Weinsorte nennen und sie haben sicher ein Fass von dieser Sorte um darin ihren Whisky auszubauen.  Ach ja, das Glas, das wir zum degustieren bekommen haben, dürfen wir sogar behalten.

Nun neigt sich unsere Schottland Rundreise langsam dem Ende zu, da Eveline und Stefan ihr Wohnmobil am Freitagmorgen abgeben müssen. Darum machen wir uns auf direktem Weg nach Falkirk um die Kelpies zu besichtigen. Wir parkieren unsere Fahrzeuge und machen uns zu Fuss auf den Weg. Eine Schwanenfamilie hat beschlossen, ihr Zuhause mitten auf dem Gehweg einzurichten, so dass wir einen Umweg durchs Wiesenbord nehmen müssen. Die kleinen Schwäne sind aber auch Zucker süss. 

Schon von weitem sehen wir die Kelpies, die zwei riesigen Pferdeköpfe. Ein wunderschönes Kunstwerk, das uns allen sehr gefällt. So sitzen wir noch auf den warmen Steinen und geniessen die Abendstimmung bei den Kelpies.

Danach fahren wir wieder zu unserem ersten Schlafplatz, da Eveline und Stefan ihr Wohnmobil am nächsten Morgen zwischen 9 und 11Uhr geputzt abgeben müssen. Wir können sogar nochmals draussen essen. Die Midges kommen erst später, so müssen wir leider den Kaffee wieder drinnen nehmen.

 

Ein letztes gemeinsames Frühstück im Willi und dann los nach Edinborgh. Die Abgabe des Wohnmobils ist problemlos. Die noch fehlenden Sachen im Unfall Formular füllt die Dame mit unserer Hilfe aus, so dass wir uns nach knapp einer Stunde zu viert im Willi, auf zum Hotel machen, wo wir die Zwei fürs erste zurücklassen. Zuerst müssen wir uns jetzt einen Schlafplatz suchen. Nach einer Stadtrundfahrt finden wir auch prompt was Schönes, unmittelbar vor dem Parlamentsgebäude. Einen besseren Ort kann man sich kaum vorstellen. So können wir Eveline und Stefan mitteilen, wo wir uns im Zentrum wieder treffen.

Um 16 Uhr machen wir uns gemeinsam auf und besichtigen die Stadt.

An jeder Ecke stehen Dudelsackpfeiffer. Na ja, ist nicht jedermanns Sache, aber so wie sich die Asiaten daneben aufbauen um Fotos zu machen, muss es ihnen sehr gefallen. Bei uns sind die Meinungen geteilt. 

Wie in den meisten Städten hat es sehr viele Touristen. Trotzdem herscht in dieser Stadt eine gute Atmosphäre und das super Wetter lädt geradezu ein, die schönen Parks zu geniessen. 

Schon macht sich wieder der Hunger bemerkbar. Zum Glück finden wir ein feines Restaurant. Unser Kellner ist ein junger, lustiger Pole und schon bald erzählt er uns, dass sein Bruder in der Schweiz arbeitet und er darum auch öfter mal in die Schweiz fahre. Beim Dessert geht Moni und Eveline das Herz auf, eine Goldkugel wird mit heissem Caramel übergossen. Ein süsser Traum geht in Erfüllung.

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Kommentare: 1
  • #1

    s'Tanti (Samstag, 07 Juli 2018 17:48)

    Wow, wieder wunderschöne Landschaftsfotos, interessante Gebäude-Innen- und Aussenansichten, mmmm… und wie könnte es in Schottland anders sein, mit ein paar Whisky Degustationen.
    Schade nur der traurige Blick von Laila auf dem Gruppenbild, sie kommt angeleint nicht zu Fish und Chips im unteren Bild !!!! Bitte nächstes mal vorher füttern.
    Gluschtiges Knäckebrot, sieht toll aus und wie ich lese war es auch sehr gut.