Wieder alleine Richtung Fähre

Am Samstag, 28. Juli fahren wir, nachdem wir unseren Besuch am Flughafen verabschiedet haben, wieder zum Hafen nach Annagassan. Wir trauen unseren Augen nicht. Der ganze Platz ist komplett überstellt mit Wohnmobilen. Aber da wir Wasser brauchen, und für heute definitiv genügend Kilometer gefahren sind, nehmen wir noch den letzten Platz den wir finden. Es kommen tatsächlich noch weitere 3 Wohnmobile, die sich einfach noch in die Mitte des Platzes stellen. Kein Wunder haben die Hafenarbeiter einen Trax so in die Hafenzufahrt gestellt, dass wenigstens dieser Platz frei bleibt. Aber einige Wohnmobilisten stören sich daran und haben heftige Diskussionen. Was uns viel mehr stört ist, dass wir fortlaufend zuschauen können, wie sie einfach ihren Abwassertank aufmachen und das Grauwasser über den schönen Platz läuft, den angenehmen Geruch brauchen wir ja kaum zu erwähnen. Daher wie schon gesagt, verstehen wir die vielen Höhenbegrenzungen.

Das selbstgebaute Schiff liegt übrigens immer noch am gleichen Ort wie letztes Mal.

Wir haben hier bewusst keine Fotos gemacht, weil es einfach nur schlimm war.

 

Am Sonntag-Morgen fahren wir weiter, bis wir gegen Abend einen Turm sehen. Mal schauen, vielleicht hat es ja einen Parkplatz. Und tatsächlich, im Scrabo Golf Club, hat es noch Parkplätze für Wanderer. So erkunden wir gleich auch noch die Umgebung mit der super Aussicht.

Als wir um Mitternacht nochmals rausgehen, sehen wir einen bombastischen Mond, der sich im Meer spiegelt. Es ist eine wunderbare, laue Nacht. 

Weil es hier so schön ruhig ist, und wir ja am Dienstag um 03.30Uhr auf die Fähre müssen, bleiben wir gleich auch noch den ganzen Tag hier. Während Oliver auf dem Bänkli neben Willi sitzt und die Aussicht geniesst, parkieren zwei junge Männer neben uns. 

Zielstrebig marschieren sie zu Oliver und fangen an mit ihm über Gott und die Welt zu sprechen. Nachdem sie Oliver ausführlich ausgefragt haben, über Willi und unsere Reise, fangen sie an von sich zu erzählen. Der eine kommt von Lettland und der andere aus der Ukraine. Sie erzählen von ihrem schwierigen Leben hier in Nordirland, dass aber immer noch besser ist als Zuhause, wo sie gar keine Perspektive haben. Hier haben sie wenigstens einen Job, nicht wie in ihren Herkunftsländern. Auch müssen sie oft als Blitzableiter zwischen den Katholiken und den Protestanten hinhalten. Auch erzählen sie, dass viele Jugendliche hier in Nordirland schon oft vor dem 10. Lebensjahr völlig betrunken sind, und sie so etwas bei ihren Kindern niemals zulassen würden. 

 

 

Am Montag fahren wir um 23 Uhr nach Belfast und finden gleich in der Nähe der Fähre einen Parkplatz. Denn wir nehmen wieder die Fähre der Stena Line um 3 Uhr 30. Trotz dem es mitten in der Nacht ist, müssen wir sagen, dass es sehr angenehm ist um diese Zeit zu reisen. Wenig Leute, das Beladen und Entladen geht wie am Schnürchen, es hat überall Platz und ist noch alles sauber. In Cairnryan angekommen, suchen wir uns zuerst einen Platz zum Schlafen. Gut erholt fahren wir dann noch bis Dumfries-Kirkbean, wo wir diesen schönen Schlafplatz finden.

Am nächsten Morgen besichtigen wir noch die Sweetheart Abbey in Dumfries und fahren dann weiter Richtung England. Und wie es sich für England gehört, regnet es immer wieder. Am Abend finden wir in Silloth-on-Solway direkt am Meer einen Schlafplatz und lachen über unsere beflügelten Nachbarn. Vom Regen hat es mehrere grosse Regenpfützen auf dem Platz, welche die Möven als ihr eigenes kleines Planschbecken nehmen. Ja da geht es schön der Reihe nach, und sonst gibt es Ärger untereinander. 

 

Am Freitag sind wir dann in Fleetwood, und staunen ab den kleinen Holzhäuschen an der Strandpromenade. Das sind ja so richtige Häuschen, mit einer kleinen Küche und zum Teil haben sie sogar ein Sofa darin. 

Ja und am Samstag dann, sind wir in Blackpool. Das war früher die Feriendestination schlichthin. Was wir hier alles zu sehen bekommen, erinnert uns ein wenig an Las Vegas. Hier kann im Eiltempo geheiratet werden, die Limousine oder die Hochzeitskutsche wartet schon draussen. Und hei, das wird hier rege genutzt. 

Lustig, wenn wir die Fotos von früher, die am Pier aufgehängt sind, mit heute vergleichen, es sieht immer noch genauso aus. Und wahrscheinlich ist an den vielen Achterbahnen und Karussells so gut wie nie was gemacht worden, so rostig wie die sind. Auch am Strand, das Eselreiten, genau wie früher. 

Überall riecht es nach Essen und Fritteuse, aber es macht uns überhaupt nicht an.

Da es auf der ganzen Strecke durch Blackpool entlang der Strasse so coole Lichtergirlanden hat, meint Moni: „Poh, das sieht sicher cool aus in der Nacht, wenn alles beleuchtet ist.“ 

So suchen wir uns einen Parkplatz und gehen tatsächlich gegen Abend nochmals dorthin. Aber erstaunlicher Weise ist nichts beleuchtet, und die meisten Läden sind geschlossen. Also man könnte schon fast sagen: „Tote Hose!“ Ein bisschen enttäuscht geht Moni zurück und Oliver meint triumphierend: „Das habe ich dir ja gesagt!“ Aber immerhin sind die alten Strassen-Bahnen noch in Betrieb. Das alleine ist schon ein Besuch wert.

Am nächsten Morgen fahren wir dann Richtung Liverpool. 

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