Süd England, Dartmoor, Plymouth

Da wir ja jetzt eine ganze Liste von Sehenswürdigkeiten haben, schauen wir zuerst auf der Karte, was in der Nähe liegt, und checken dann im Internet ob wir das sehen wollen. So gehen wir also auf die Suche nach Halliggye Fogou. Es handelt sich hier um ein System unterirdischer Gänge mit Kammern und Nischen. Halliggye ist eines der längsten Souterrains, und in Cornwall und Wales nennt man ein solches, Fogou. Mit Taschenlampen ausgerüstet, machen wir uns auf den Weg zu den unterirdischen Gängen. Laila ist bei solchen Sachen immer voller Tatendrang dabei. So tasten wir uns also im stockdunkeln, unterirdischen Gang entlang. Wir gehen soweit rein, wie wir noch so gebückt kommen, als dann ein Zwischenteil kommt, wo wir kriechen müssten, finden wir, wir gehen zurück. (Natürlich nur wegen den schmutzigen Kleidern). Aber ehrlich gesagt, unserer Ansicht nach, lohnt es sich nicht einen Umweg dafür zu machen. 

Am nächsten Morgen, fahren wir zum nicht weit entfernten Pendennis-Castle in Falmouth. Wie wir feststellen, ist das ja gar kein Schloss, sondern eine Burg, die früher vom Militär genutzt wurde. Um 12.15 Uhr gibt es zur Freude vieler noch eine Vorführung mit einer Kanone. Viel Rauch und Lärm. Oliver versteht nicht ganz was daran so toll sein soll. Aber gut, wem sowas gefällt, der sollte unbedingt dort hingehen. 

Damit wir nicht einen weiten Umweg fahren müssen, nehmen wir die Fähre über den Fluss, um auf die andere Seite zu gelangen. Denn als nächstes möchten wir das St. Mawes Castle besichtigen. Das ist die kleinere Schwesterburg von Pendennis. Zusammen konnten sie die ganze Einfahrt zum Fluss bewachen. Es ist nur ein kurzes Stück, dass wir mit der Fähre bewältigen müssen. Als die Fähre immer näherkommt, sagen wir beide, oh, die tönt ja als ob sie gleich auseinanderbricht. Bis wir sehen, dass sich diese Fähre mit Hilfe zweier schweren Ketten auf beiden Seiten des Schiffes rüber zieht. Mal was Anderes. Eigentlich ist das eine sehr effiziente Sache, den theoretisch braucht es nur einen Mann um sie zu bedienen. Doch hier wird sie mit drei Leuten betrieben. Einer sitzt im Führerstand um die Fähre in die eine oder andere Richtung fahren zu lassen. Der Zweite ist zuständig dafür, dass die Tore zur Ein- und Ausfahrt geöffnet werden und der Dritte kassiert das Geld ein, in unserem Fall 3.70£. Auch so können Arbeitsplätze geschaffen werden. Wenn das Wetter schön ist, macht es auch sicherlich Spass.

Wir staunen, dass bei den meisten Sehenswürdigkeiten Hunde erlaubt sind. Auch hier darf Laila mit, einzige Bedingung, sie muss an der Leine bleiben. Die Gruppenräume gefallen uns am besten. Hier könnte man sicher tolle Feste feiern, da gibt es ein riesen Cheminée auf dehnen locker zwei Spanferkel Platz hätten. Ja da läuft einem das Wasser im Mund zusammen, ohne dass etwas am Spies hängt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses sehen wir wieder Pendennis.  

In Lostwithiel besichtigen wir auch gleich noch das Restormel Castle. Das muss früher etwas ganz Spezielles gewesen sein. Es ist eine Burgruine in der Grafschaft Cornwall und liegt auf einem Hügel oberhalb des Flusstals. Das Castle ist rund und hat einen Innenhof, um den das Gebäude gebaut ist. So sind alle Räume in dieser Rundung integriert, was dem Raum eine spezielle Wirkung verleiht. 

Plymouth ist eine Hafenstadt in Devon, im Südwesten von England. Die Wegweiser führen uns zu den Langzeit-Parkplätzen, das ist doch eine super Idee und sehr hilfreich. Eigentlich wollten wir die Royal Citadel besichtigen, weil die auch auf unserem Plan steht, aber die zwei bewaffneten Soldaten sagen nein, kein privater Zutritt, nur geführt und verweisen uns auf eine hinter dem Häusschen sitzende Frau. Sie aber meint, dass für heute alles ausgebucht ist. Das ist weiter nicht so schlimm, da Oliver eh nicht so auf Militärsachen steht. 

So schlendern wir durch die Gassen, schauen uns die Kirche an und gehen dann wieder Richtung Meer. 

Beim legendären Leuchtturm, geniessen wir die Aussicht. Dieser soll ja 1759 auf dem Eddystone Reef erbaut worden sein. Als er dann später durch einen neuen ersetzt wurde, hat man den alten, zumindest zwei Drittel davon, auf The Hoe wiederaufgebaut. Heute ist er noch 22m hoch und dient alt Aussichtsturm. 

Ein wenig unterhalb befindet sich das Tinside Lido. Früher war es ein Gezeitenbad und heute ein normales aussen Schwimmbad mit Salzwasser. Doch die Lage und die Form begeistern uns, nur die Vorstellung, dass alle Spaziergänger die am Quai entlanggehen, einem von Oben beim Baden oder beim Sonnenbad zusehen können ist etwas unangenehm. Obwohl wir genau das, mit den wenigen Gästen im Bad auch machen.

An der Strasse entlang bis zum Hafen hat es 6 Glace-Autos. Als Eltern hat man es hier schwer, sechsmal ein nein durchzubringen. Was offensichtlich so ist, denn alle Kinder die wir sehen, sind am Glace schlecken. Im Hafen gibt es einen stattlichen 3 Master zu sehen und viele andere Boote in jeder Grösse. Auch die vielen kleinen Restaurants die es rund um den Hafen hat sehen einladend und gemütlich aus. Das einzige was uns immer mehr stört ist, der ewige Frittier-Geruch nach Fish & Chips den man in jedem Dorf und an jeder Ecke in England riechen muss. Am Anfang konnte Oliver nur schwer wiederstehen, doch inzwischen machen wir einen weiten Bogen, da die meisten Fish & Chips nur mässig gut sind und das Öl oft eher etwas alt und verbrannt riecht. 

Aber das Beste, es hat ein Karussell, so wie früher, mit den Holzpferdchen die da so zur Musik auf und abgehen. Und wer hätte da nicht Lust, wie früher als Kind eine Runde mitzufahren. Aber was denken denn da die Leute. Es hat tatsächlich eine etwas schwere, blonde Frau, in unserem Alter, ihr ist es egal was die Leute denken. Sie geniesst die Fahrt mit strahlendem Gesicht, obwohl das arme Pferdchen beim runter gehen immer zweimal stockt und quietschen muss, weil es ja eigentlich für Kinder gebaut wurde. Moni findet es super, dass die Frau sich getraut und die Fahrt so geniessen kann. Da meint Oliver, Du kannst ja auch eine Runde mitfahren, wenn du gerne möchtest. Aber da Moni genau weiss, dass er das dann in unseren Blogg stellt, lehnt sie dankend ab.  

Am Dienstag, 21. August fahren wir Richtung Dartmoor Nationalpark. Auf dem Areal, Station Harrowbeer, parkieren wir für die Nacht. Während wir so beim Nachtessen sind, bekommen wir auf einmal Besuch von einem Dartmoor Pony. Die Wiesen hier sind schon ziemlich karg abgefressen, und so streckt es bei uns den Kopf herein, um zu schauen ob es wohl was zu fressen gibt. 

Von uns bekommt sie unsere zwei Karotten und viele Streicheleinheiten, was unserer lieben Laila gar nicht passt, aber sie akzeptiert es. Allerdings ein bisschen eingeschnappt, wie Hunde das ja sehr gut können. Am nächsten Morgen fahren wir durch das malerische Dartmoor, und staunen. Auf dieser riesigen Fläche sind immer wieder, man könnte fast sagen, wilde Dartmoor-Ponys zu sehen, aber auch Kühe, Schafe und Rehe einfach alles beieinander. 

Es hat Nebel und immer wieder nieselt es, so beschliessen wir nochmals einen Parkplatz zu suchen und ein wenig Zeit in dieser mystischen Gegend zu verbringen. Hier hat es wirklich sehr viele schöne Parkplätze. So nehmen wir extra einen kleinen, da wir ja gerne alleine irgendwo stehen. Doch es vergehen keine 10 Minuten, und schon fährt ein Wohnmobil neben uns. Oliver freut sich riesig, und da er gerade in der Garage etwas holen wollte, spricht ihn der junge Mann noch darauf an, ob man hier übernachten darf oder nicht und ob wir hierbleiben würden. Oliver ist nicht gerade begeistert und meint, das wisse er nicht, aber wir werden wohl eher nicht hier im Park über Nacht bleiben. Flunker, Flunker. Die zwei schliessen ihr Wohnmobil ab und gehen spazieren. Kaum waren sie endlich verschwunden und weggefahren, fährt doch tatsächlich schon das nächste auf den Platz. Mit einem finsteren Kopfschütteln von Oliver, machen sie aber kehrt und fahren weiter. So verbringen wir den Tag mit Schreiben, Mückenvorhang flicken, und sonst noch so kleinen Sachen, die man gerne vor sich herschiebt. Am späteren Nachmittag kommt schon wieder ein älteres holländisches Paar mit dem Wohnmobil. Auch die wollen wissen, ob man hier schlafen dürfe und ob wir hierbleiben. Oliver findet er sei kein Informations-Center und sagt, er wisse es nicht und ob wir hier bleiben wisse er auch nicht. Wir verstehen nicht ganz was das soll, denn wenn es verboten ist, ist es ja auch nicht erlaubt, wenn es ein anderer macht. Zudem glauben wir, dass es viel eher Ärger gibt, wenn es mehrere Wohnmobile hat, als wenn es nur ein einzelnes ist. Denn wenn nur eines dasteht, hat es immer noch genügend Platz für andere Leute die gerne wandern würden und so weiter. Aber viele Wohnmobilisten fühlen sich nur im Rudel wohl und schaffen es genauso, sich überall unbeliebt zu machen. Das ist sehr wahrscheinlich der Grund, warum wir nie Probleme haben und viele andere andauernd. Die merken gar nicht wie sie den Einheimischen so auf die Nerven gehen. Da haben wir wirklich vollstes Verständnis.

Tipp an alle Wohnmobil-Besitzer die gerne wild und frei stehen. Versucht doch einfach unauffällig zu sein, und Rücksicht auf die Einheimischen zu nehmen, keine Auslegeordnung zu machen und sich nicht wie auf einem Campingpatz ausbreiten und last but not least, hinterlasse nie eine Sauerei, nimm deinen Abfall mit, auch den organischen, wie eine Bananenschale.

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