Wales

Also, wir empfehlen allen, die durch Wales fahren, schaut bei jeder Tankstelle nach Wasser, auch wenn Du noch nicht viel brauchst, denn es ist hier extrem schwierig an Wasser zu kommen. Auch die Schlafplätze sind rar. Heute sind wir den ganzen Tag gefahren, bis wir dann um halb 8 Uhr einen geeigneten Platz gefunden haben. Heute ist sowieso nicht Olivers Tag. Beim Wasser tanken, stösst er sich den Kopf, dass er an der Stirn eine Platzwunde hat, bei der man, wie er sagt, fast bis zur Schädeldecke sieht. Man kann sogar Hirnmasse sehen, wenn man genau hinguckt. Also das war definitiv nicht Moni. Dann wollte er etwas aus der Garage holen, und übersah die herrlichen Brenneseln, und als ob das nicht schon genügen würde, sagt dann die gute Frau im Tesco, als er in freudiger Erwartung auf was Feines zu Essen, mit dem Einkaufswagen hineinfuhr, sorry, aber wir haben Feierabend. Ach herrje, jetzt gibt es zur Krönung dieses Tages nur eine Nudelsuppe zum Znacht. Übrigens sind wir heute einer freilaufenden Herde Schafe, dann Kühe und zum Schluss noch einer Herde Ponys begegnet. Keine Ahnung wo die hinwollten.

In Burry Port haben wir am Hafen parkiert und wieder mussten wir über die extreme Ebbe staunen. Hier möchten wir kein Boot haben. Vor allem immer Tagsüber ist das Meer weg. 

Am 14. August fahren wir nach Newport und sehen schon von weitem die Verankerungspfeiler der Transporter Bridge. Montags und Dienstag ist sie leider nicht in Betrieb. So bleibt uns nichts Anderes übrig als die doch sehr spezielle Brücke von allen Seiten zu fotografieren. Das ist eine gewaltige Konstruktion für so eine kleine Plattform, die nur gerade 4 Autos und ein paar Passagiere transportieren konnte. Da wären wir jetzt gerne mal rübergefahren. Natürlich ohne Willi.

Als wir so durch die Gegend gondeln, sehen wir in Caerwent einen Wegweiser zu einem römischen Dorf. Wir parkieren Willi und machen uns mit Laila auf Erkundungstour. Leider steht nur noch die Stadtmauer, und so marschieren wir bei angenehmer Temperatur einmal rundherum. 

 Die Kirche ist nicht mehr aus dieser Zeit, aber sie ist offen und so gehen wir kurz rein. Das ist nicht das erste Mal, dass es in einer Kirche auch gleich noch eine kleine Küche hat für den Kirchenkaffee. Für die Kinder gibt es auch eine Spielecke. 

 

Auf der Weiterfahrt Richtung Tintagel, fahren wir in einen grossen Stau. So schnappt sich Oliver eine kleine Ausfahrt zu einem Parkplatz und nutzen die Zeit um Oliver und Laila einen neuen Haarschnitt zu verpassen und kochen uns was Feines. (Pouletcordonbleu mit selbstgemachtem Kräuterpaniermehl, Ratatouille und Reis) 

Unterwegs sehen wir am Strassenrand immer wieder verschieden grosse Plastikkisten die aufeinandergestapelt sind und fragen uns was das soll. Bis wir irgendwann sehen, dass hier der Abfall fein säuberlich getrennt gesammelt wird, und so spotten wir noch, da kommt dann sicher die Kehrrichtabfuhr und schmeisst dann alles in den gleichen Container. Aber weit gefehlt, ja man sollte sich halt nicht voreilig lustig machen. Hier gibt es tatsächlich einen Laster, mit verschiedenen Einwurfstellen. Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass die Arbeiter jede einzelne Kiste aufheben, und in die entsprechende Öffnung kippen müssen. Wir sind beeindruckt.

Am Mittwoch fahren wir nach Bath, wo wir uns eine Auszeit in der Therme gönnen. Oliver muss dringend wieder mal baden. Nein Scherz, es nieselt heute schon den ganzen Morgen, und wenn wir schon die Gelegenheit haben, unsere Knochen im warmen Wasser zu bewegen, dann nutzen wir dies selbstverständlich. So packen wir unser 7 Sachen und marschieren los. Wir sind froh, dass wir schon um 12 Uhr im Bad waren, denn als wir rausgingen, standen sie Schlange vor der Kasse. Das mit dem packen hätten wir uns sparen können, man bekommt Flip-Flops in der richtigen Grösse, einen Bademantel und ein Badetuch. Im ganzen Bad hört man leise Musik und vom Pool der Dachterrasse hat man einen Rundblick über die Altstadt. Es hat sogar eine Saunalandschaft, ein Restaurant und verschiedene Ruheräume. Das ganze verteilt sich auf vier Stockwerke und zuunterst ist nochmals ein Bad und die Duschen, sogar mit Haar-Shampoo, Balsam, und Duschmittel, dass erst noch gut riecht. Wirklich sehr schön, aber auch zu einem stolzen Preis. Für uns zwei kostet dieser Wellnessausflug 72 Pfund für 2 Stunden. Das Städtchen Bath ist bekannt durch seine alte römische Therme. 

Müde und erschöpft von der Wärme fahren wir weiter und suchen uns so schnell wie möglich einen Platz, wo wir dann auch gleich übernachten können. Den finden wir bei Chew Magna, in einem Naturschutzgebiet direkt am See. Als wir gerade so schön beim Nachtessen sind, fährt ein Auto mit der Aufschrift Bristol-Water neben Willi. Der Mann klopft bei uns und fragt, ob wir hier schlafen wollen. Oliver bejaht und meint, er habe ja auch nirgends ein Verbot gesehen. Da muss ihm der nette Herr rechtgeben und meint, für ihn sei das sowieso kein Problem, solange wir kein Feuer machen und nicht in den See baden gehen. Er teilt uns noch mit, dass er jetzt die Toiletten-Anlage und das Einfahrtstor abschliessen werde. Also raus kann man immer, denn es hat ja noch mehr Leute die hier am Spazieren sind und ihr Auto steht ja auf dem Parkplatz. So geniessen wir eine sehr ruhige Nacht bis wir vom lauten Regen-Geprassel am Morgen geweckt werden. 

Am Donnerstag sind wir wieder einmal im Tesco. Übrigens gibt es dort auch Free Wifi. So laden wir also auch gleich noch Hörbücher runter. 

Das haben wir bis Dato noch nicht gesehen, beim Eingang hat es ganz viele Monitore, an dem Fotos der parkierten Autos zu sehen sind. Wir denken uns nichts weiter dabei und gehen einkaufen, doch an der Kasse fragt uns die gute Dame, ob wir mit dem Auto da sind. Also erklärt sie uns, dass wir mit dem Barcodestreifen auf der Quittung uns an den Monitoren beim Eingang freischalten können, um so von einer Busse verschont zu werden. Aha Ok, für das sind diese Fotos. Uns graut schon die Vorstellung wie die Idioten vor diesem Kasten zustehen und etwas überfordert in die Welt zuschauen. Also nichts wie hin. Zu unserer Überraschung geht das super einfach. Da muss man nur die letzten drei Zahlen oder Buchstaben der Auto Nummer eingeben und Schwups kommt eine Auswahl an Fotos aller Autos, die auf diesen Zahlen enden. Bei uns kein Problem, denn wir waren schlicht die einzigen mit diesen Zahlen und so klicken wir unseren Willi an und halten den Barcode an den Scanner und schon sind wir die Bussen Androhung los. Was für eine Erleichterung. 

In Otterhampton finden wir wieder in einem Naturreservat einen Parkplatz, und da die Sonne scheint, und wir hier wirklich schön spazieren können, bleiben wir auch gleich hier.

Natur pur und so schön ruhig. Leider gesellt sich um 18 Uhr ein weiteres Wohnmobil zu uns und um 21 Uhr kommt noch einer. Oliver meint: „Hätten wir nur weiter vorne den kleinen Platz genommen.“ Aber das Beste kommt um 22 Uhr. Ein Auto und ein Quadfahrer. Der Quadfahrer fährt wie ein Irrer um die 3 Wohnmobile. Er versucht neben Willi über die Steine, die zur Abgrenzung des Parkplatzes dienen zu fahren. Als er merkt, dass seine Hinterräder durchdrehen und er uns mit Dreck bespritzt, fährt er zurück zur Strasse und fährt durch das hohe Schilf. Zuerst dreht er alleine ein paar Runden und fährt kreuz und quer durch das sumpfige Naturreservat und nachher dreht er noch mit den Frauen ein paar Runden. So wie die kreischen müssen sie noch sehr jung sein. Wieder einmal verstehen wir die Welt nicht mehr. Am nächsten Morgen sind wir dann aber noch wütender, wir sehen nämlich, dass dieser Hirnamputierte unsere Stoffstange hinten links gestreift hat und der Dreck auf der linken Seite bis zur Markise hoch gespritzt ist. Irgendwie ziehen wir das an. Wir versuchen, das Ganze gelassener zu sehen. Aber es schmerzt halt doch.

Der Anblick des Naturreservat gab uns dann noch mehr zu denken.

Als wir so auf dem Weg Richtung Dunset sind, fahren wir im Stau, wissen aber nicht warum. Beide Fahrstreifen sind dicht. Nach ca. 90 Min. sehen wir in Dunset gleich in der Nähe des Schlosses, einen riesigen Anlass mit Riesenrad, Verkaufsständen und vielen Pferdeanhängern. 

So denken wir uns, anstatt weiter im Stau zu fahren, gehen wir doch mal schauen was da los ist. Wir werden auf dem riesigen Parkplatz bis zuhinterst gelotst. So nehmen wir Laila und Moni möchte zuerst einmal bei den Pferden und den Pferdeanhängern vorbei. Sie wollte schon immer wissen, wie diese riesigen, edlen Pferdetransporter eingeteilt sind. Und tatsächlich, hinten sind die Pferde und im vorderen Teil ist das Wohnmobil. Schon krass diese Unterschiede, die einen kommen mit dem alten Viehtransporter, und die anderen mit sowas. Da man uns gesagt hat, dass Hunde in der Ausstellung nicht erlaubt sind, darf Laila im Willi warten und wir gehen ganz ans andere Ende zum Eingang. Da es aber schon gegen 15 Uhr ist, finden wir dann, 12 Pfund pro Person, damit man Verkaufsstände anschauen kann etwas zu viel, denn die meisten Shows waren ja schon vorbei. Schade, wäre sicher noch spannend gewesen. 

So verbringen wir nochmals eine Stunde im Parkplatzstau und nachher nochmals 30 Minuten im Verkehrsstau. Ja auch so vergehen die Tage. Irgendwie müde nehmen wir gleich die erste schöne Gelegenheit mit Meersicht und beschliessen, für heute ist es genug.

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