Von der Abbey, zu den Burgen, in die Luft

Obwohl wir immer noch nicht fertig sind mit unserem Blog, fahren wir gegen Mittag weiter durch das herrliche Dartmoor bis nach Buckfastleigh zur Buckfast-Abbey, einer der wenigen noch aktiven Klöster Grossbritanniens. Man hat sich sehr viel Mühe gegeben, dass die Abbey nach einem alten Bau aussieht, doch man erkennt sehr schnell, dass es sich um ein relativ neues Objekt handelt. Aber sonst ein Ort der Ruhe, wunderschöne Lage, herrliche Gärten und keine Eintritts-und Parkgebühr. Unglaublich und das in der heutigen Zeit. In der sehr gepflegten Gartenanlage, die der Öffentlichkeit frei zugänglich ist, sitzt ein etwas älteres Pärchen in einer lauschigen Ecke des Gartens, wo sie in englischer Ruhe ihr Picknick geniessen und sich kein bisschen stören lassen von all den Spaziergängern, die an Ihnen vorbeigehen. Das scheint eine richtig englische Eigenschaft zu sein. 

Auf nach Berry Pomeroy. Zuhinterst in einem Waldstück, nur durch unwegsame und enge Strässchen erreichbar, liegt die Ruine versteckt. Wow! Das ist ganz speziell. So viele und vor allem grosse Fenster haben wir bis jetzt in keiner Ruine gesehen. Also eigentlich sind es ja keine Fenster mehr.

Hier macht es echt Spass die vielen Nischen und Treppen zu erkunden und es hat nur wenig Leute, was es noch angenehmer macht. Aber die Krönung dieses Besuches ist die herzige Cafeteria, wo wir uns einen Kaffee und Kuchen gönnen. Schliesslich geht unsere heutige Schlössertour noch weiter und wir finden keine „Zeit“ um uns ein Mittagessen zu zubereiten. Frisch gestärkt geht es nun zum Totnes-Castle. Totnes ist ein ganz eigenes Dörfchen unweit vom Berry Pomeroy Castle entfernt. Es hat sehr viele Freaks in jedem Alter, und fast an jeder Ecke hat es ein Brocki (Gebrauchtwaren-Shop) mit extrem vielen schmalen Strassen und mächtig Verkehr. Endlich finden wir einen Parkplatz. Oliver meint, 30 Minuten genügen schon, es ist ja nicht weit. Doch leider finden wir den richtigen Abzweiger nicht und marschieren einmal durchs Dorf, nachdem Moni zweimal Passanten belästigt hat, einmal um 180 grad wenden und los, denn die Zeit läuft und läuft und Moni dementsprechend schneller und schneller. Da nützt Oliver’s kläglicher Bremsversuch nichts. Selber schuld. Wir werden tatsächlich fündig. So im Zeitdruck wegen der Parkuhr, (Oliver meint zwar immer, ach das gibt schon keine Busse, aber da Moni lieber auf Nummer sichergeht), hetzen wir nun also die vielen Treppen hinauf. Oben angekommen lachen wir beide, trotz Atemnot. Also die Kalorien des Kuchens sind jetzt sicher weg, aber wenn wir nicht den Schlösser-Pass hätten, würdest Du jetzt von hier keine Fotos sehen. So, jetzt schnell zum Willi zurück, was ja, wenn man den Weg kennt, ein sehr kurzer Weg ist, keine zwei Minuten.

Für heute haben wir genug. Hoffentlich finden wir bald einen Schlafplatz. Dem ist leider nicht so, wir fahren noch bis 19.45 Uhr, bis wir einen grossen Parkplatz sehen, wo schon ein selbstgebautes Wohnmobil steht. Der steht da aber immer. Zwei Stunden später kommt nochmals einer. Wow, wenn wir in der Schweiz mit sowas fahren würden, würde man uns einsperren. Völlig überladen und die Gasflasche auf dem Dach montiert. Mit einem Kamin zum ein- und ausfahren. Ganz Speziell. 

Wir fragen uns noch, warum gegen Abend so viele Menschen kommen. Denn es regnet immer wieder. Dennoch packen sie ihre Rucksäcke und marschieren los. Einer allerdings schiesst den Vogel ganz ab. Er parkiert direkt neben uns, macht den Kofferraum auf und nimmt eine Feuerschale heraus. Wir denken noch, ach der trägt jetzt das Ding irgendwo hin und will grillieren. Aber falsch gedacht. Es regnet ja, also lässt er den Deckel des Kofferraums offen und macht ein Feuer in seiner Grillschale. Wir glauben es einfach nicht, der räuchert uns total ein. Knapp 1,5m neben uns macht der ein riesen Feuer. Schnell schliessen wir alle Fenster, leider nützt es nicht viel. So macht er sich genüsslich seine Grillwürstchen, und wir kommen uns selber vor wie so ein Würstchen. Aber jetzt kommt’s noch besser. Auf einmal packt er seinen Grill in den Kofferraum, mitsamt der ganzen Gluten, schliesst sein Auto und die ganze Familie läuft weg. Wir fragen uns, wo die alle hingehen. Bis wir immer wieder Fluglärm hören. Schnell die Schuhe anziehen und schon laufen wir im Stechschritt zur Klippe. Schade haben wir das nicht gewusst. Von weitem sehen wir, wie die Flieger im Sturzflug Richtung Meer rasen. 

Wir staunen, denn was wir hier sehen, wäre in der Schweiz nicht erlaubt. Die fliegen einem hier knapp über dem Kopf vorbei. Das war echt spektakulär. Am nächsten Morgen, hören wir immer wieder Lautsprecher vom Dorf. Da wir heute echt schönes Wetter haben, beschliessen wir, den Weg nach unten ans Meer auf uns zu nehmen. Das hat sich wirklich gelohnt. Ein herziges Dörfchen erwartet uns und gleich kommen wir in Ferienstimmung. Wir gehen zwar nicht baden, aber wir sitzen hier mit einem feinen Glacé und geniessen einfach nur das Meer, die Sonne und die friedliche Ferienstimmung. An den steilen Retourweg denken wir ganz bewusst nicht.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0