Im Castle Rausch

Als wir gegen Abend in Portland ankommen, ist das Castle schon geschlossen. Die erste Frage beim Anblick des Castle ist, wollen wir das wirklich besichtigen? Es sieht schon ein wenig speziell hässlich aus von aussen, doch man weiss ja nicht wie es von innen ist. 

Da wir aber einen guten Schlafplatz gleich neben dem Castle haben, finden wir, wir bleiben und schauen es uns am Morgen an. Der schöne laue Sommerabend lädt uns zu einem gemütlichen Spaziergang um den Hafen ein. 

Am Morgen stehen wir beizeiten auf, um das Schloss nun auch von innen zu besichtigen. Leider gibt das Schlossinnere auch nicht viel mehr her. Es kommt uns eher vor wie ein Kinderspielplatz. In einem der Räume hat es Kleider für die Kleinen, um sich wie eine kleine Prinzessin mit dem edlen Ritter zu fühlen. Vom gegenüberliegenden Raum hören wir das laute Krachen einer Kanone die abgefeuert wird. Mal schauen, ob hier ein Film läuft. 

Wir müssen leider feststellen, dass es sich hier um eine Kanonen Attrappe handelt und sich gerade ein Elternpaar daran erfreut, dass ihr kleiner, ca. 2-jähriger Sohn, nach Papas Erklärung wie man die Kanone laden muss und welcher Knopf gedrückt wird um die Kanone abzufeuern, diese selber laden und schiessen kann. Wir verlassen den Raum sehr schnell, denn Oliver kann das einfach nicht verstehen. Auch im Garten riegeln die Kinder an den grossen Kanonen herum. 

Der sogenannte Garten ist ein ungepflegter Rasen mit ein paar Bäumen. Also auf zu anderen Abenteuern. Immerhin war der Schlafplatz gut und dank unserem General-Abo, hat es uns ja nichts gekostet, ausser Zeit und die haben wir ja zum Glück.

Am Dienstag sind wir schon früh in Stonehenge, da Moni im Internet gelesen hat, dass man besser sein Ticket früh genug buchen soll. So parkieren wir auf dem grossen Parkplatz am äussersten Zipfel, das ist unsere neue Taktik. Damit wird die Gefahr, dass uns jemand rammen kann massiv verringert. So machen wir uns auf den Weg um unsere Tickets zu besorgen, was überhaupt kein Problem ist. Wir zeigen unsere Mitglieder-Karte und bekommen unsere Tickets ausgehändigt. Da Laila nicht mit in den Bus darf, beschliessen wir, sie im Willi zu lassen. Der Bus ist im Preis inbegriffen, aber bei einem Eintritt von 21.50 Pfund pro Person, darf man das ja auch erwarten. So schnappen wir uns noch den Audioguide und machen uns auf, um das kleine Museum zu besichtigen und danach ab in den Bus nach Stonehenge. Es führt ein schöner Weg um die berühmten Steine, abgesperrt mit einem kleinen Seil. Das Gute daran ist, wir können Fotos machen, ohne dass immer viele Leute danebenstehen. Zuerst waren wir ein wenig enttäuscht, aber ganz ehrlich, es gibt so viele Leute die weder Anstand noch irgendwelche Hemmungen haben sich an den Kulturdenkmälern zu vergehen, dass es wirklich besser ist, man lässt sie nicht so nah heran.

Alles in allem hat es uns besser gefallen als gedacht.

Im Anschluss fahren wir gleich noch zum nahegelegenen Woodhenge. Hier hat es keine Besucher, was wir auch verstehen. Aber wenn wir schon hier sind, wollen wir ja so viel wie möglich sehen. Hier wurden an den Positionen wo früher Holzpfähle waren, Beton Sockel gegossen, damit man sehen kann wie die Anordnung war. Das mag ja für irgendwelche Historiker sehr interessant sein, doch für uns ist es nur hässlich, auch wenn wir uns Mühe geben die beschriebenen Sachen zu verstehen und mit unserer Fantasie in Einklang zu bringen.

Heute sind wir so richtig voller Tatendrang. Auf nach Salisbury. Nach kurzer Suche finden wir auch einen Parkplatz für Willi und das erst noch sehr zentral, ca. 10 Geh-Minuten von der Kathedrale entfernt, was unser erstes Ziel ist. Die Altstadt besteht aus vielen kleinen, schmucken Häusern und in fast jedem befindet sich ein kleiner Laden oder ein Café. Auch die grosse Wiese vor der Kathedrale ladet zum Verweilen ein. Da Hunde ja nicht in die Kirche dürfen, beschliessen wir, das diesmal Oliver zuerst zur Besichtigung geht und mit vielen Fotos wiederkommt, so dass Moni sich entscheiden kann, ob sie sich auch noch auf Besichtigungstour machen will oder nicht. 

In einem Schaufenster sieht Moni Stonehenge, gebaut mit Scottish Tablet. Mit leuchtenden Augen macht sie Fotos. 

Da meint Oliver: „Geh doch rein und hol ein Stückchen.“ Das lässt sie sich nicht zweimal sagen. Wow, hier gibt es fünf verschiedene Sorten. Ja, wer die Wahl hat, hat die Qual. Moni teilt die zwei Sortenstücke ganz brav mit Oliver. So gestärkt oder überzuckert wie Oliver meint, geht es weiter Richtung Marktstände die wir beim Vorbeifahren gesehen haben. Was die hier alles verkaufen ist unglaublich, man könnte meinen, dass hier jeder seinen Keller entrümpelt hat. Es hat auch viele Bauern die ihre Erzeugnisse Feilbieten.

Für heute haben wir genug. So fahren wir weiter um einen Schlafplatz zu suchen, doch da kommt uns noch Old Sarum in die Quere, sodass wir auch das noch besichtigen. 

Das mit dem Schlösser-Pass wird schon richtig zu unserem Hobby. So besichtigen wir heute die Netley Abbey. Wenn man den Eingang findet ist es auch wirklich lohnenswert. 

Nicht allzu weit weg befindet sich die Titchfield Abbey. Auch hier ist der Eingang zum Areal nicht einfach zu finden, denn es ist so schlecht angeschrieben, dass wir auch diese Abbey erst beim zweiten Anlauf finden. Zudem müssen wir unseren Willi in englischer Manier auf einer Kreuzung mitten in der Kurve parkieren, da wir sonst schlicht nirgends etwas gefunden haben. Denn durch das kleine Eingangsportal der Abbey passt unser Kleiner nicht.

Auf zur nächsten Sehenswürdigkeit.  Hier liegt alles in greifbarer Nähe. Schon sind wir in Portsmouth und besichtigen das Castle und die Kirche. Die freundliche Dame am Eingang macht uns auf die super Aussicht von ganz oben im Turm aufmerksam und wirklich, die enge Wendeltreppe hinauf und man kann über die ganze Gegend sehen, gefühlt über ganz England. 

Ja langsam aber sicher geht es immer mehr Richtung Dover, wo unser UK-Abenteuer sein Ende finden wird, denn schon jetzt sehen wir die wunderbaren weissen Klippen, die Südengland so berühmt machen. Auch wir geniessen diesen herrlichen Anblick der weissen Felsen und den strahlend blauen Himmel über den Seven Sisters. So machen wir einen ausgiebigen Spaziergang auf den Klippen. Ein echter Rosamunde Pilcher Traum.  

In Westham besichtigen wir noch das Pevensey Castle. Mmmh, diese Champagner Truffes sind ja sooo fein. Nein, Scherz, das ist ein Keller voller Steinkugeln für die Wurfgeschosse. 

Mit Erstaunen haben wir in der Zeitung gelesen, dass in der Schweiz darüber diskutiert wird, die Strassen zu verbreitern wegen den vielen SUV’s. Wenn man bedenkt, dass wir uns hier in England durch solche Strasse zwängen mussten. Willi hat in diesen 4 Monaten richtig gelitten.

Ach ja, dass ist in England eine ganz normale Strasse, nichts spezielles.

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Kommentare: 1
  • #1

    Eveline (Sonntag, 02 September 2018 20:29)

    Mmmhh Tablets, do chömmed Erinnerige uf��