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Antwerpen

Wir fahren durch die Aussenquartiere von Antwerpen und staunen, wie riesig diese Stadt ist. Schon von weitem sehen wir die mächtige Kathedrale. Wir diskutieren gerade, ob wir evt. besser hier parkieren und dann mit dem Bus in die Altstadt fahren, als Moni eine Verbotstafel sieht, mit einem Auto, dass 3 grosse Abgaswolken ausstösst mit dem Titel Zone.

Hmm, was bedeutet das wohl. In einer Seitenstrasse hat es sehr viele freie Parkplätze, nur sehen wir nirgends eine Zahlstation. So halten wir eine Velofahrerin an und fragen. Sie meint, dass die Plätze hier nur für die Anwohner sind, und zeigt uns einen Platz, wo wir auch wirklich parkieren dürfen und gleichzeitig erzählt sie uns, dass da vorne im braunen Haus der Lift und die Treppe zum Tunnel sind. Toll, das hätten wir sonst nie gefunden. Also auf zum Parkplatz.  Zu zweit stehen wir vor der Ticketsäule und trauen unseren Augen nicht. Wenn wir nicht registriert sind, müssen wir für 35€ ein Umweltticket lösen, das ist dann für den heutigen Tag gültig, gilt aber nicht als Parkschein, den müssen wir noch zusätzlich lösen. So versuchen wir uns zu registrieren, was kein einfaches Unterfangen ist. Irgendwie muss man sich registrieren, und dann bekommt man als E-Mail eine Antwort, ob unser Fahrzeug sauber genug ist für diese Altstadt. Ja super, wir wurden jetzt aber schon überall gefilmt, und an diesem doofen Kasten kommen wir nicht weiter. Also zurück zum Willi und dann über den Computer einloggen. Das Ganze dauert über 30 Minuten. Wir müssen sogar den Fahrzeugausweis von beiden Seiten fotografieren und die Bilder auf den Server laden, und dann alle Daten aus dem Fahrzeugschein in ein Formular eintragen. Toll und jetzt? Nach kurzer Zeit bekommen wir ein Mail. Unser Antrag wird so bald wie möglich bearbeitet. Na super.

Wie lange dauert es bis wir wissen ob wir sauber genug sind? Da wir eh schon per Videoaufnahme gemeldet sind, bekommen wir ja sowieso eine Busse, falls wir nicht zugelassen werden. Also können wir auch genauso gut jetzt die Stadt besichtigen. Den Parkschein haben wir ja schon vorher für 5 Stunden gelöst. Also was soll’s. 

Der Unterwassertunnel ist gleich ein paar Schritte weiter. Ein unscheinbares Haus, mit einer grossen Lifttüre und ein bisschen versteckt auf der Seite eine Rolltreppe.

Hätte uns das die nette Velofahrerin nicht gesagt, würden wir es nie finden. Aber tatsächlich gibt es nirgends eine Brücke. Nicht für Fussgänger und auch nicht für Autos. Auch bei den Autos gibt es nur gerade einen Tunnel, was natürlich zur Geduldsprobe der Autofahrer wird. Aber zurück zum Fussgänger-Tunnel. Auf der Seite geht eine alte Rolltreppe ins nächste Stockwerk. Hier riecht man das Alter der Rolltreppe extrem. 

Dann kommt eine kleine Umsteigeetage und nochmals eine Rolltreppe. Irgendwie fühlt es sich unheimlich an in diesem alten, relativ kleinen Tunnel. 

Auch Laila gefällt es hier nicht, sie marschiert wie eine wilde voran, dass wir fast nicht mit ihr Schritt halten können. Normalerweise nimmt sie es gelassen, und wir müssen eher auf sie warten. Also nichts wie raus hier. 

Gleich auf der linken Seite sehen wir die Burg Steen, oder wenigstens das bisschen, das wir durch die vielen Gerüste sehen. 

Wir spazieren weiter durch die Gassen, schauen uns die imposanten neuen und alten Häuser an, bis wir die leise Musik des Glockenturms der Liebfrauenkathedrale hören. Nicht einfach nur Glockenschläge, nein, eine richtige Melodie. Schade hat es so viele Nebengeräusche. Trotzdem hören wir uns das ganze Lied an. 

Leider können wir die Kathedrale wegen Renovationsarbeiten nicht besichtigen. Belgien ist ja bekannt für ihre Pommes und Miesmuscheln. Das Wetter ist herrlich, und die vielen Gartenbeizli machen einem das vorbei laufen nicht einfach. Was gibt es da nahe liegenderes als einen Halt, um die Köstlichkeiten zu probieren und als Dessert bekommen wir das Mail, das uns bestätigt, dass wir sauber sind. Jetzt sind wir also sogar amtlich bestätigt sauber unterwegs und bekommen auch keine Busse. Ach wie ist doch das Leben schön. 

Gut gestärkt schlendern wir gemütlich zurück Richtung Tunnel. Genauso schnell wie vorher absolvieren wir den Spurt durch den langen Tunnel und geniessen umso mehr die Sonne die uns am Ende der Rolltreppe wieder in Empfang nimmt. Da wir noch Zeit haben, bis die Parkuhr abläuft, machen wir noch einen Kaffee und lassen unseren Füssen ein wenig Erholung und frische Luft, bevor wir weiterfahren wollen. 

Auf einmal steht ein Mann vor der Türe und fragt, ob er uns kurz stören dürfe. Ja klar doch, wir haben es nicht eilig. Es wird ein herziges Gespräch.

 

Er fragt uns nach unserem Willi, er sei schon so lange auf der Suche nach so etwas. Oliver beantwortet ihm alle Fragen und erzählt ihm was unsere Kriterien waren und wieso, dass wir uns für dieses Modell entschieden haben. Er ist hell begeistert und meint, wenn wir nach Istanbul kommen, sollen wir uns melden, er kenne die Stadt sehr gut und könne uns so einige gute Tipps geben. Er wohnt seit ein paar Jahren da und arbeitet als Foto Journalist mit eigener Agentur. Er selber ist aber Belgier der aus Mechelen stammt, wo er gerade seine Eltern besucht. Ach ja, und wenn wir in Mechelen seien, müssten wir unbedingt in die Kathedrale, da würden 3 Grosse Original Ruben hängen, nur schon deswegen lohne sich der Weg nach Mechelen. Schade, aber das ist genau in der entgegen gesetzten Fahrtrichtung von dem was wir wollen. Beim Verabschieden gibt er uns noch seine Visiten-Karte damit wir ihn auch sicher kontaktieren, wenn wir in Istanbul sind.

 

So fahren wir also in Richtung zum Autotunnel der komplett überlastet ist und wir so sicher eine Stunde im Stau stehen.

Wir staunen über die zum Teil dreisten Autofahrer und ihre Ideen wie man in einer riesen Kolone schneller vorwärtskommt, und sind froh, als wir endlich aus Antwerpen raus sind. Wir finden einen spannenden Schlafplatz, an einem Meereskanal, wo die ganze Zeit riesige Transportboote an uns vorbeifahren. Die haben ihr Auto und die Wohnung immer dabei. Das Grösste, dass wir gesehen haben, hatte eine 3-stöckige Wohnung und zwei grosse SUV auf dem Dach dabei.

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