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Amsterdam

Am Donnerstag, 13.09.2018 fahren wir Richtung Amsterdam. Heute Abend kommt Jasmin, die Tochter von Moni. Oliver hat auf dem Internet noch eine freie Entsorgungsstelle ausfindig gemacht, da wollen wir jetzt unsere zwei Wassertanks füllen und die Toilette leeren. Auf dem Weg dorthin, sehen wir, wie ein junges Fräulein mit ihrem Velo stürzt, sie versucht wieder aufzustehen, fällt aber gleich wieder hin. So halten wir halb auf dem Trottoir und stellen den Pannenblinker. Moni eilt zu der hilflos am Boden Liegenden. Oh je, ihr rechter Schnürsenkel hat sich komplett um die Pedale gewickelt, der Fuss ist total abgeschnürt und das Bein verdreht. Sogleich hält ein älterer Herr mit seinem Auto. Schon interessant, vorher ist jeder weitergefahren, aber jetzt wo ein grosses Schweizer Wohnmobil mit Pannenblinker am Strassenrand steht, und eine Velofahrerin am Boden liegt, muss man natürlich sofort schauen. Das erste was er die junge Frau fragt ist, was ist passiert? Gleich als er hört, dass wir sie nicht umgefahren haben, verzieht er sich wieder. Da es unmöglich ist, den Schnürsenkel wieder zu lösen, holt Oliver eine Schere. Das Fussgelenk ist völlig aufgeschürft. Sie bedankt sich herzlich und schneidet noch den Rest des Schnürsenkels ab. So, also weiter zu unserer Wasserstelle. Als wir dort ankommen, sehen wir, dass es einen Jeton braucht. Was schreiben die denn im Internet von freie Wasserstelle. Aber egal, wir brauchen Wasser. Damit wir dann einmal während unserem Aufenthalt in Amsterdam nochmals füllen können, kaufen wir also gleich zwei Jetons für 10 Euro Gesamtpreis. Oliver meint, die Stelle hier ist super, aber es ist eine Frechheit, wenn man was Falsches ins Netz stellt und schreibt denen sogleich. 

So, jetzt haben wir noch ein wenig Zeit um mit Laila eine schöne Runde zu laufen.

Wir fahren zeitig los zum Flughafen, das ist ja bei Moni so üblich. Man weiss ja nie! Ja und heute bewahrheitet es sich. Wir fahren tatsächlich 3x um den ganzen Flughafen, bis wir den Weg zur Ankunftshalle finden, und der Flughafen von Amsterdam ist ja der drittgrösste Flughafen Europas. Toll, jetzt haben wir endlich den Weg gefunden und dann steht da ein Mann, der uns nicht durchlässt. Angeblich ist das ganze Ankunftsareal gesperrt. Und bei der Abflughalle herrscht das grosse Chaos. In solchen Situationen ist es halt immer mühsam mit unserem Grossen. So drehen wir also wieder um und bei der erst besten Möglichkeit parkiert Oliver und Monika macht sich zu Fuss auf den Weg zur Ankunftshalle. Die Zeit drängt und es ist sehr weit. Angeblich sollte Jasmin im Terminal 2 ankommen, aber dort steht so was wie, Ankommende ohne Gepäck kommen im Terminal 1 an. Also alles zurück zum 1. Um auf Nummer sicher zu gehen, fragt Moni an der Info im Terminal 1 nochmals nach. Die Dame meint aber, nein, sie müsste doch im Terminal 2 ankommen. Toll, also wieder zurück. Schon leicht gehetzt macht sich Moni auf die Socken, als plötzlich ein junger Mann ruft, sie solle wieder zurückkommen. Die Frau meint jetzt, Jasmin müsste eigentlich doch im 1 ankommen. Ach, genau solche Momente liebt Moni über alles. Man steht hier, ohne Internet, und weiss nicht, ob es stimmt oder nicht. 

Doch nach ein paar Minuten kommt Jasmin endlich mit ihrem Köfferchen durch die Tür. Welch Freude, es hat doch tatsächlich geklappt. Hoffentlich finden wir jetzt den Rückweg wieder. Nach einer freudigen Begrüssung von Laila und Oliver, fahren wir also zu unserem Parkplatz in der Nähe der Ausstellung mitten in der Stadt Amsterdam. Wir essen noch kurz etwas und dann richtet Jasmin ihr Bett ein. 

Den Freitag planen wir so, dass Oliver zeitweise an der Ausstellungist und sich die restliche Zeit um Laila kümmert. Das heisst, Moni und Jasmin müssen heute alles machen, was nachher mit Laila nicht möglich ist. Jasmin möchte als erstes zum Anne-Frank-Haus. Leider steigen wir bei der falschen Haltestelle aus. So fragen wir uns durch, so wie man es früher gemacht hat, noch ohne Internet. Das fängt ja gut an, aber eigentlich ist es ja auch mega schön, so durch Amsterdam zu laufen, Fotos zu machen und zu laufen, und zu laufen. 

Endlich kommen wir bei unserem Ziel an. Moni staunt, weil es gar nicht so viele Leute hat. Die Schlange reicht noch nicht um das nächste Haus herum. Doch leider kommt sogleich eine nette Frau und fragt, ob wir denn schon Tickets haben. Ohne Vorbestellung im Internet bekommt man keine Tickets mehr. Super, und warum steht das nirgends im Internet? Das nervt jetzt aber gewaltig. An einem Ticket Corner sehen wir ein Combi Ticket für das Madame Tussauds und das Dungeon Amsterdam. Als wir an der Kasse stehen, meint der Mann, für nur 3 Euro Aufpreis könnten wir auch noch eine stündige Kanalfahrt zu den Sehenswürdigkeiten von Amsterdam buchen. Das ist ja ein cooles Angebot. Drei Angebote für nur 36,50 Euro pro Person. Also weiter spazieren zum Madame Tussauds.  Es hat noch nicht viele Leute, sodass wir mit all den Promis ausgelassen posieren können. 

Frisch gestärkt von dieser Pause machen wir uns auf ins Dungeon. Mal schauen was uns hier erwartet. Leider dürfen hier keine Fotos und Videos gemacht werden. Zuerst werden wir mit zwei anderen in den Kerker geworfen. Das Warten ist nicht so angenehm. Es ist düster, irgendwo tropft Wasser in den Kerker, die Spannung steigt. Als 8 Personen im Kerker sind, beginnt die Reise. Es ist lustig, spannend, aufregend, immer wieder erwischen sie einem mit einem Schreck der durch die Glieder fährt. Angst kommt auf. Am Schluss sind wir froh, als wir wieder draussen sind. Huch, was für ein Tag. So, jetzt nichts wie zurück zum Willi. Wir treffen uns dort, um dann gemeinsam mit Oliver in die Stadt zu fahren. Zusammen geniessen wir dann Amsterdam by night, ein feines Essen beim Chinesen und auch noch einen Spaziergang durch das Obligate Rotlichtviertel. Irgendwie tun uns diese Frauen leid. Stehen da im Schaufenster und werden begutachtet wie ein Stück Vieh am Markt. Was diese Frauen absolut nicht dulden, können wir gleich persönlich beobachten. Drei Touristen bleiben stehen und schauen auf dem Stadtplan wohin sie gehen wollen. Ui, wurden die drei wüst beschimpft und fortgejagt. Aber eigentlich ja klar, wenn man vor dem Schaufenster steht und die Sicht versperrt.

Nach einer ruhigen Nacht werden wir am morgen schon früh vom Lärm geweckt. Aber das macht auch nichts, schliesslich wollen wir ja was sehen. Oliver hat heute den ganzen Tag Termine und so machen sich Jasmin und Moni mit Laila auf den Weg. Auf zu Moni’s Lieblingsplatz. Die Oude Kerk mit ihrem gemütlichen Gartenrestaurant. 

Schon verrückt, noch vor wenigen Jahren konnte man diese absolut schlichte Kirche gratis besichtigen. Eigentlich gibt es ja gar nichts zu besichtigen, aber diese schlichte Kirche strahlt so eine beruhigende Atmosphäre aus, da muss man sich einfach einen Moment setzen und das auf sich wirken lassen. Schade, heute bezahlt man 10 Euro für den Eintritt. Da uns die vielen Velos reizen, überlegen wir uns, ob wir das Eintrittsgeld von 20 Euros nicht in die Miete von Velos investieren. Diese Velos machen einem einfach an, eine Radtour entlang der Grachten zu machen. 

Aber mit Laila geht das nicht. Oder doch? Hier gibt es ja diese coolen Fahrräder mit einer Kiste zwischen dem Lenker und dem Vorderrad. Das wäre vielleicht etwas für Morgen, wenn Oliver Geburtstag hat. Dann könnten wir alle zusammen in diesen schönen Park radeln. Wäre doch mal was ganz Anderes. Nach langem suchen, das ist wirklich doof ohne Internet, finden wir einen, der uns provisorisch so ein Velo für Morgen reserviert. Moni hat zwar den leichten Verdacht, dass Oliver diese Idee nicht so toll findet. Lassen wir uns mal überraschen. Auf unserem Weg durch die Gassen, laufen wir doch tatsächlich noch an einem Hamburgerautomaten vorbei. Am Abend vorher hat Oliver das noch erzählt und Jasmin konnte das kaum glauben. Wahnsinn, was es nicht alles gibt. Und die Leute kaufen hier rege ihr Essen. 

Heute gehen wir schon etwas früher zurück zum Willi, weil Oliver schon früher retour ist. So machen wir uns dann gemeinsam auf zum Rembrandt Square, wo Jasmin schon am Nachmittag vorsorglich einen super Tisch auf der Terrasse reservieren lies, mit Blick über den ganzen Platz.

Da wir nicht im Willi kochen wollen, weil wir ja in einer Quartierstrasse schlafen, geniessen wir es hier in Amsterdam, uns einfach bedienen zu lassen. Schon ist Sonntag und Oliver hat Geburtstag. Zur Feier des Tages gibt es eine lange Dusche. Hi hi. Das schönste aller Geburtstagsgeschenke. Und dann wird erst mal ausgiebig gefrühstückt. Leider hat Oliver noch einen Termin, und kann darum nicht mit auf die Velotour. Zumindest sagt er das, obwohl wir das ja schon vermutet haben. Da es heute bewölkt ist, und Laila genug hat vom Teerlaufen, lassen wir sie nach einem schönen Spaziergang im Park im Willi zurück. 

Heute nehmen wir das Datenkärtli mit, sonst finden wir ja den schönen Vondelpark sicher nicht. Hmm, warum haben die gemieteten Velos nicht auch so super bequeme Fahrradsättel. Mal schauen wie weit wir damit kommen. 

Der Park ist wirklich herrlich, viele Wasserspringbrunnen, alte Bäume, kleine Restaurants, Strassenmusiker und gute Stimmung. Es macht riesig Spass und wir geniessen es in vollen Zügen.

So schön es auch ist, bringen wir unser Fahrräder doch schon ein bisschen früher zurück. Aber schliesslich ist der Garten bei der Oude Kerk einfach zu schön, um nicht noch einmal eine kurze Pause dort einzulegen.

So schlendern wir gut gestärkt von Kaffee und Kuchen Richtung Rembrandt Square, wo wir uns mit Oliver treffen. Natürlich hat Oliver nicht so viele Termine wie er uns vorgaukelt, sodass er noch genügend Zeit findet mit Laila einen ausgiebigen Spaziergang durch den Park zu machen und ihr das Geburtstags Menü zu reichen. Na ja, sie bekommt etwas mehr als sonst, plus ein „Stängeli“. Gemeinsam geniessen wir einen Apéro in einer Bar im Freien, denn es bleibt uns ja noch etwas Zeit, da Oliver auf 19:00h im Indrapura, einem Indonesischen Restaurant reserviert hat. Ja, heute gibt es eine Indonesische Reis Tafel. Die besteht aus einer Vorspeise, Hummer in einer süss-scharfen Sauce, mega super fein. Und dann zum Hauptgang, gibt es in ganz vielen Schälchen, verschiedene Speisen. Von weissem Reis, über Safran Reis, zu Lamm Kottelets, Shrimps, Poulet in diversen Gewürz-Variationen, Rindfleisch und vielen verschiedenen Gemüsen und Salate, geröstete Nüsse und so weiter. Ja, das lässt einem das Herz höherschlagen, ein wahres Geburtstagsessen.

Nach diesem Schmaus setzen wir uns ganz gemächlich in Bewegung Richtung Tram, das uns zurück zu Willi bringt, wo wir den Abend ausklingen lassen. Nach einem gemütlichen Frühstück heisst es für Jasmin schon wieder Koffer packen. Aber wir sehen uns ja schon am Freitag wieder in der schönen Schweiz.

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Kommentare: 1
  • #1

    Vreni (Samstag, 27 Oktober 2018 19:51)

    Nach diesem Bericht bekomme richtig Gluscht auf Amsterdam !!!