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Und weiter Richtung Asien....

Am Samstag, 6. Oktober 2018 füllen wir nochmals unsere Gasflaschen und den AdBlue Vorrat, und dann geht es am späten Nachmittag weiter nach Italien. Vom Abschied in der Schweiz schreiben wir jetzt nichts. Ist ja klar, dass es einem von uns zwei schwerfällt, da wir jetzt nicht wissen, wann wir das nächste Mal wieder hier sind. Da unser Weg eh an der österreichischen Grenze entlangführt, schreibt Moni noch ganz spontan einer guten Freundin, ob sie noch kurz Zeit hat. Sie radelt mit ihrem Velo zum nächsten grossen Parkplatz. Das Timing ist perfekt. Wir treffen alle zur gleichen Zeit ein. So gibt es noch einen kurzen Abschiedstrunk bei uns im Willi. Manchmal sind so spontane Sachen doch wirklich superschön.  

Wir fahren also bei schönstem Wetter Richtung Bad Ragaz, durch das schöne Maienfeld. 

Hier ist es einfach herrlich im Herbst. Wir hoffen, wenn wir über den Flüela Pass fahren, wir der goldigen Farbpracht der Lerchen entgegenfahren. Wir geniessen die Herbstwälder und die warme Sonne. In Pontresina und in Poschiavo, oder eigentlich immer mal wieder, halten wir an und spazieren ein wenig. Wir haben uns ja vorgenommen, uns mehr Zeit zu lassen beim Reisen. 

Am Dienstag, 09. Oktober sehen wir in Montagnana eine riesige Stadtmauer, und dahinter muss anscheinend die Altstadt sein. Da es kein Problem ist einen Parkplatz zu finden, parkieren wir ausserhalb und spazieren durch eines der grossen Tore. Das ist ja so schön hier. 

Fast keine Leute, ruhige Atmosphäre, wunderschöne alte Häuser und eine Piazza, die geradezu einlädt hier gemütlich zu sitzen und zu geniessen. Aber zuerst gehen wir noch in die mächtige Kirche. Im Hintergrund läuft leise Orgelmusik. 

Unsere Reise beginnt ja sehr schön. Wir wissen nicht ob es die Sonne ist oder dieses einmalige Städtchen, aber die Stimmung ist super und so geniessen wir noch als Krönung eine superfeine und sehr grosse Glace.  

Unsere weitere Fahrt führt uns über Chioggia. An alle, die gerne einmal Venedig sehen möchten, aber von den vielen Touristen davon abgehalten werden. Dieses Dorf sprüht nur so von Charme und ist der ideale Venedig Ersatz. So schlendern wir durch die vielen Gassen, überqueren herzige Brücken, sehen uns die vielen Kirchen an, und geniessen einfach die Ruhe und die Stimmung in diesem Dorf. Die Häuser mit ihren Balkonen, die frisch gewaschene Wäsche an den Leinen. 

Überzeug Dich selber, hier sind die Fotos. 

Im Delta del Po finden wir einen schönen Platz wo wir den Nachmittag und auch die Nacht verbringen. Im Nachhinein war das vielleicht doch nicht so eine gute Idee. Wir haben schon gemerkt, dass es hier nur so von den grünen und auch braunen Stinkkäfern wimmelt. Aber wir haben uns gedacht, da ja unser Willi überall mit Fliegengitter gesichert ist, dass wir da keine Probleme damit haben. Aber weit gefehlt. Am nächsten Morgen haben wir diese lästigen Käfer überall. Auch Tage später krabbeln diese anhänglichen Tierchen aus den Ritzen und Lüftungslöchern bei den Dachfenstern. So nervend die Dinger sind, aber sie stechen und beissen nicht und lassen sich problemlos einfangen und aus dem Willi werfen, wo sie sich dann eine neue Mitfahrgelegenheit suchen müssen, da wir ja sowieso schon mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben und nicht auch noch blinde Passagiere mitführen können.

In Comacchio finden wir beim Lido di Spina in einem total ausgestorbenen Quartier einen super Schlafplatz gleich in der Nähe der Bagnos am Meer. 

So machen wir einen ausgiebigen Strandspaziergang. Laila hält schon lange die Nase in den Wind, als sie auf einmal losrennt. Als Moni sieht, dass sie an einer grossen Schildkröte riecht, ruft sie schnell pfui und rennt hin, weil sie meint, die Schildkröte könne nicht mehr von selber ins Meer zurück. Aber leider ist sie schon Tod. Wie alt sie wohl gewesen ist? An der Adria haben wir noch nie Schildkröten gesehen, und schon gar nicht so eine riesige.  

Irgendwie wissen wir noch nicht, ob wir das jetzt toll finden oder nicht. Zum einen, sind die Parkplätze ab Ende September alle gratis und es hat keine Touristen mehr, aber dafür sehen hier viele Badeorte aus wie richtige Geisterstädte. Es erstaunt uns aber wirklich, dass hier anscheinend keine Herbstferien mehr gebucht werden. Die Bagnos sind alle schon winterfest verbarrikadiert, dabei ist es doch noch so schön. Breite, lange Sandstrände, ohne Sonnenschirme, ohne Liegestühle und Menschen wie in einer Sardinenbüchse.

So fahren wir durch Ravenna. Auch hier ist es ein leichtes einen Parkplatz zu finden. Hier kostet jede Sehenswürdigkeit 9.50 Euro pro Person und wir diskutieren noch, was wir denn jetzt anschauen wollen, denn alles und das zu zweit ist dann doch sehr viel. Als wir dann so über die Piazza laufen und es von allen Seiten so fein riecht, entscheiden wir uns für das Kulinarische. So geniessen wir die Sonne auf der Piazza bei einem feinen Mittagessen.

 

 

 

Auch hier wieder, wenig Leute, ruhige und gelassene Stimmung. So schlendern wir noch ein wenig durch die Gassen und sehen in einem Schaufenster diese Tasche. Schade, jetzt hat Moni ihre alten Perserteppiche alle ins Brockenhaus gebracht, dabei wäre es voll Inn, eine Tasche daraus zu machen. 

Auf unser nächstes Ziel freut sich Moni schon lange. Marina di Ravenna. Hier verbrachte sie als Kind mit ihrer ganzen Familie immer die Sommerferien. Was da alles für schöne Erinnerungen aufkommen. Sogar die kleine Minigolf-Anlage gibt es immer noch. Das absolute Highlight ist, genau dort, wo sie als Kind im Sand buddelte, war das Bagno noch offen. Da ist es doch ein absolutes Muss, hier nach dem Strandspaziergang noch eine Pause einzulegen.

Obwohl der grosse Tourismus auch in diesem herzigen Ort Einzug hielt. Der ehemals kleine Hafen ist heute ein Wahnsinns Hafen. Hier hat es eine Jacht an der anderen. Die Grössten kosten weit über eine Million Franken. Woher wir das wissen? Wir schauen uns ja immer die Immobilienschaufenster an und in den Jachthafen die, die, ja wie nennt man denn diese Schaufenster mit den vielen Fotos der supercoolen Boote und den Preisen? Marina di Ravenna ist ein langgezogener Ort, und auch hier ist bereits alles winterdicht, ausser ganz vorne die Region um den Hafen. Der grosse Parkplatz beim Hafen hat sich am Wochenende massiv gefüllt. Wir zählen bis 16 Wohnmobile, alles Italiener. Alle verteilen sich schön über den ganzen Platz. So, dass sicher auch genug Platz für die Autos vorhanden bleibt.

Jetzt sind wir ja mal gespannt auf Rimini. Auch hier merkt man, dass die Saison vorbei ist, dennoch wird hier der Strand gereinigt, überall sieht man Gärtner am Arbeiten, und auch sonst ist noch vieles offen. Wir fotografieren natürlich auch eines der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Rimini, Fellinis Fotoapparat. 

Das Grand Hotel in unmittelbarer Nähe, ist auch heute noch ein sehr imposantes Hotel und war Fellinis zweite Heimat. 

In einem Schaufenster sehen wir Badekappen wie man sie früher trug. Waren das noch Zeiten. Aber das Beste kommt noch. In einer Bar, die anscheinend auch im Winter offen ist, wurde schon der Samichlaus, samt Rentier und Christbaum ausgestellt.

In sanfte Hügel eingebettet liegt Urbino. Wir freuen uns, weil wir denken poh, was haben wir denn hier schönes entdeckt. Aber die historischen Bauten von Urbino sind seit 1998 ein UNESCO Weltkulturerbe. Also nichts Unbekanntes, dass von uns entdeckt wurde. Wir fahren auf den grossen Parkplatz unterhalb dieser gigantischen Bauten. Gleich neben dem Parkplatz sehen wir, dass die Leute alle bei einem Eingang verschwinden. Also nehmen wir auch diese Richtung. So laufen wir in einem Turm, eine von der Tritthöhe her, bequeme Wendeltreppe

hinauf bis zur Altstadt. Keine Ahnung warum Laila diese Treppen hinaufrennt. Wir fragen uns, ob sie einfach so schnell wie möglich diese Anstrengung hinter sich bringen will, denn am Turm kann es nicht liegen. So rennen wir also diese vielen bequemen Stufen hinauf und werden dafür umso mehr belohnt. Das ist ja phantastisch. Es hat sehr viele Jugendliche, und wie wir dann feststellen, ist hier eine der ältesten Universitäten zu Hause. Gegründet wurde sie im Jahre 1506. So zählt Urbino heute mehr Studenten als einheimische Bewohner.

Da das Wetter eh zu wünschen übriglässt, es regnet und hat Nebel, beschliessen wir, auf die andere Seite zu fahren, da es dort angeblich 26 Grad und Sonnenschein hat. Auf dem Weg nach Arezzo ist auf der Passhöhe einfach so die Strasse gesperrt. 

So müssen wir wieder alles retour. Einziger Trost, wir sind nicht die Einzigen, die hier hochfahren und dann wieder umdrehen müssen. In La Palazza finden wir einen schönen Platz, ohne Nebel, ohne Regen und mit schöner Aussicht auf einen See. Nur ist es mit windigen 11 Grad ziemlich frisch. 

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