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Toskana

In der Toskana angekommen, sehen wir am Freitag, 19.10.2018 schon von weitem die Türme von San Gimignano. Da sind wir mal gespannt. 

Es irritiert uns ein wenig, dass die Camper-Parkplätze in einem anderen Dorf, rund 2.3 km entfernt angegeben werden. Da wir ja keine Fahrräder haben, geht das nicht. So denken wir uns, jetzt wo ja keine Saison mehr ist, hat es sicher auch in der Nähe einen Parkplatz. Aber hier gilt anscheinend wirklich das ganze Jahr durch ein Camper-Parkverbot. Wir sehen einen grossen Parkplatz der in 3 Plätze unterteilt ist. Mal schauen, wer weiss. Auf dem ersten sehen wir ein grosses Campingverbot. Aber im danebenliegendem stehen Camper. Toll, jetzt müssen wir wieder rausfahren, da man beim Haupteingang abbiegen müsste. Also noch einmal raus, um den ganzen Kreisel herum und wieder rauf zur Einfahrt. Super, wir sehen erst jetzt, dass es dort eine Schranke hat, und nur Berechtigte da reindürfen. Und was jetzt? Da es ja schon 18 Uhr ist, kommt der offizielle Parkplatz in 2,3km Entfernung definitiv nicht in Frage. Da beschliesst Moni: „Ach, ich geh doch mal die Leute da in dem Kontrollhäuschen fragen.“ Oliver meint: „Und was soll das bitte schön bringen?“ Man weiss ja nie. So geht Moni zu dem kleinen Häuschen. Da sitzen vier Leute drin. Ein nettes Hallo und können sie mir bitte helfen? Und schon meint eine der Frauen auf Englisch: „Ja klar, sie können hier parkieren.“ Und dann kommt eine grosse Erklärung, wo dass es möglich ist. Da Moni Angst hat sie könnte etwas falsch verstehen ruft sie schnell Oliver. Was ihm natürlich wieder peinlich ist, aber dafür dürfen wir dann tatsächlich im hinteren Teil dieses Parkplatzes unseren Willi deponieren. Ok, also nochmals die gleiche Runde auf ein Neues.

Wir essen noch kurz etwas, und gehen dann auf Erkundungstour. 

Es hat sehr viele herzige Restaurants in denen die Leute gemütlich draussen sitzen und ihr Abendessen geniessen. Wir sind froh, dass es am Abend hier so ruhig ist, und es uns möglich ist, Fotos zu machen ohne viele Leute darauf.  

Dieses Dörfchen kommt uns vor wie das reinste Freiluftmuseum. Irgendwie eine komische Geschichte mit diesen Geschlechtertürmen. Je höher das Ansehen einer Familie war, desto höher der Turm. Fast so wie bei uns mit den Autos. Ha Ha. 

Wir finden, in der Nacht ist dieses Dorf noch viel hübscher, mit seinen romantischen Plätzen überall. 

Jetzt ist es schon stockdunkel und wir müssen uns noch einen Schlafplatz suchen. Am einfachsten ist es, wenn wir auf diesen offiziellen Platz gehen. Hier hat es zwei Plätze. Der eine ist vom Platz her ziemlich schräg. Es steht zwar ein Wohnmobil hier. Auf dem hinteren sieht es besser aus, da stehen auch bereits 4 Camper in Reih und Glied. Also fahren wir mal dorthin. Hm, es hat eine Barriere, aber sie steht offen und auf dem Display steht free. Na dann nehmen wir doch lieber den geraden Schlafplatz. Du kannst Dir ja bestimmt schon denken was jetzt kommt. Richtig. Am Morgen, als wir unsere Läden aufmachen, sind die Ein- und Ausfahrtsschranken zu. Oliver geht mal kurz mit Laila schauen, ob wir auch so ein Ticket bekommen, was natürlich nicht der Fall ist. Was nun? Ok, mit Willi ist es kein Problem, zwischen den Büschen die kleine Bodenwelle zu überwinden. Aber Moni, unser „Hösi“ findet, nein sicher nicht, hier hat es überall Überwachungskameras. So laufen wir nochmals zu der Einfahrtsschranke. Da meint Moni, komm hier hat es ja eine Telefontaste. Ja ja, unser Telefonfreak hat wirklich das Gefühl, hier nimmt jemand ab. Hallo, wir sind in Italien. Aber sie will ja immer alles ausprobieren. So kommt eine automatische Meldung auf Italienisch und Englisch. Guten Tag, bitte warten sie. Oliver meint: „Und jetzt, wie lange willst Du hier warten?“ So drückt Moni halt nach einer kleinen Ewigkeit nochmals auf die Hörertaste. Und tatsächlich, da meldet sich ein netter Mann. Vorsichtig fragt sie ob er denn Englisch spreche. Ja, ein bisschen. Oh, das ist immer gut, wenn zwei sich ein bisschen verstehen. So meint Moni: „I have a big problem“. Das ist übrigens immer ein guter Einstieg, oder können Sie mir bitte helfen, funktioniert in der Regel auch sehr gut. Er meint, ah ok, kein Problem. So rennen wir zum Willi und fahren vor die Abfahrtsschranke. Dort ist aber die Schranke immer noch zu. So ruft Moni nochmals an, er öffnet die Schranke und sie bedankt sich herzlich. Nichts wie raus. Unterwegs sehen wir eine Waage. Das wäre eigentlich gar nicht schlecht, dann wüssten wir mal, wie schwer wir wirklich alle zusammen sind. Also, wir stellen fest, die Waage ist auf 10 Kilo genau. Bei Laila wird definitiv abgerundet, bei Oliver weiss man’s nicht so genau, und Moni schaut natürlich, dass sie nicht zufällig doch noch auf die Waage steht. So fahren wir also alle zusammen auf die Waage. Aber bei 3150 Kilo bleibt sie stehen. Schade. Wäre jetzt noch spannend gewesen. So fahren wir weiter, bis wir in San Vincenzo einen Dog Beach sehen. Dass Wetter lädt uns geradezu ein, am Strand eine Pause zu machen. Wunderschön, das glasklare Wasser, der Strand. Nur unsere Laila findet, einfach so daliegen ist doch doof. So werfen wir immer wieder Muscheln und Steine, denen sie dann mit den Füssen im Wasser hinterherjagt. Da es warm ist, bekommt auch Laila unterwegs etwas zu trinken. 

 

Am späteren Nachmittag, gehen wir zu Willi zurück und sehen, dass es ein bisschen weiter vorne einen Wald-Parkplatz hat. So fahren wir durch das Pinienwäldchen und sehen dahinter eine riesige Wiese, wo wir uns dann, von der Strasse nicht sichtbar, niederlassen. Tisch und Stühle sind schnell aufgestellt, jetzt fehlt noch ein feiner Apéro, und die obligaten Jasskarten. 

Seit wir hier in der Toskana sind, hören wir immer wieder Schüsse. Man sieht auch immer wieder Jäger, aber irgendwie hat man dann schon ein mulmiges Gefühl. Auch in der Nacht knallt es immer wieder. Wir hoffen jetzt mal, die sehen auch was. Am Sonntag werden wir um halb 8 von 2 Schüssen geweckt, die ganz nah abgefeuert wurden. Und tatsächlich steht am anderen Ende des Platzes das Auto eines Jägers. Na ja, Morgenstunde hat Gold im Munde oder für den armen Vogel Blei im Ar.... Also gibt’s Kaffee. Heute ist allgemeiner Reparaturtag angesagt. Uns erstaunt es, dass wir noch nie gelesen haben, dass man die Herdplatten ab und zu ganz auseinandernehmen muss, da sich dort Dreck ansammelt. Auf jeden Fall, brennen unsere Herdplatten nicht mehr richtig schön, daher nimmt Oliver alles auseinander und reinigt das Ganze.  Da schon seit längerem immer wieder mal im Kühlschrank das Wasser nicht abläuft, und wir dann meistens vergessen, das Wasser aus dem Auffangbehälter zu trocknen, läuft dann das Wasser in der Kurve aus dem Kühlschrank raus. So nimmt Oliver den Luftkompressor und bläst dieses kleine Abflussloch mal so richtig durch. Ein kleiner Test mit ein bisschen Wasser zeigt, dass es jetzt wieder richtig abläuft. Ist schon cool. Ein Mann im Haushalt ersetzt den Handwerker, oder wie geht dieser Spruch nochmals? Nach getaner Arbeit geniessen wir auch heute bei 26 Grad das Strandleben. 

 

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