Probleme mit den Dachfenstern an der Amalfi-Küste

Als wir am Morgen unser Dachfenster über dem Bett schliessen wollen, knattert es auf der linken Seite des Fensters. Mit grosser Vorsicht schliessen wir das Fenster und beschliessen, uns einen guten Platz zu suchen, wo wir das mal genauer anschauen können. Vielleicht hat sich da in der Schiene etwas verfangen, da wir dieses Fenster jede Nacht offen haben und sich so immer mal wieder ein Käfer oder Laubblatt darin verfängt, oder vielleicht müsste man die Laufschiene wieder einmal rausputzen und neu schmieren. Aber jetzt lassen wir uns von dem nicht die Laune verderben. Wobei wir uns natürlich schon Gedanken machen, da es ja nicht so einfach ist, irgendwo einen Händler zu finden, der irgendwelche Ersatzteile hat, und das erst noch ohne wirkliche italienische Sprachkenntnisse. Das Sonnen- und Mückenrollo des Küchendachfensters lässt sich trotz regelmässiger Putzaktionen auch nicht mehr problemlos schliessen, das müsste auch mal ganz auseinandergenommen werden. Denn beim Kochen gerät ja der Dampf in den hintersten Winkel des Fensters und Rollos. 

 

So fahren wir also weiter. Nach Pompeii kommt schon bald die nächste Sehenswürdigkeit. 

 

Wer kennt sie nicht? Die Weltbekannte, für viele Filme verwendete Kulisse. Mit der Vespa und der schönen Geliebten hinten drauf, singend durch die schmalen Gassen. Immer mit dem atemberaubenden Blick auf das türkisblaue Meer und selbst verständlich immer mit Happy End endenden Liebesfilme. Die wunderschöne Amalfi-Küste. 

Für den Beifahrer auf jeden Fall. Für den Fahrer eher schweisstreibender Stress. Allerdings nicht nur, weil die Strassen doch sehr schmal sind, sondern mehr, wegen dem Fahrstil der Einheimischen. Was wir schmerzlich zu spüren bekommen. Als wieder einmal einer auf unserer Seite entgegenkommt, und Oliver sich nicht für einen Frontalcrash entscheiden kann, weicht er nach rechts aus, wo aber natürlich, bei unserem Glück auch noch gerade ein grosser Pfahl in die Fahrbahn ragt. 

Trotz starkem Bremsmanöver reicht es offensichtlich nicht um heil davon zu kommen, so hören wir es krachen und Oliver meint noch, hoffentlich hat es nicht das Positionslämpchen erwischt. Denn, dass unser Willi sonst so einiges aushält, wissen wir ja inzwischen. Bei der nächsten Gelegenheit halten wir an und eigentlich schon fast klar, oder? Ja, der massive Holzpfahl hat alles gegeben und das Lämpchen sauber abrasiert. Ist ja wieder mal super. 

 

Was jetzt? So sein lassen geht nicht, ist ja jetzt undicht, und falls wir irgendwann mal in eine Polizeikontrolle kommen, macht sich das nicht so gut. Im Internet schauen wir, ob es in Salerno so ein Lämpchen zu kaufen gibt. In der Hoffnung, dass wir fündig werden, fahren wir also zurück nach Salerno. Im Autozubehör Laden finden wir leider nichts. So werden wir von einem Laden zum nächsten geschickt. Irgendwann landen wir bei einem Campingvertreter. Doch da ist das Tor geschlossen, und an der Türe hängt ein Schild, TORNO SUBITO, per informazioni und eine Telefonnummer. Oliver ist ziemlich genervt und meint, dann kleben wir das Ding halt einfach ab, damit kein Wasser eindringen kann. Moni meint, wir können ja anrufen. Was Oliver eine sehr lustige Idee findet und er meint, du kannst es ja mal versuchen. Ha Ha. Ja also, wie sie das gemacht hat, verraten wir jetzt nicht. Aber auf jeden Fall, kommt sogleich ein netter Mann und wir bekommen Hilfe. Also, er versteht uns nicht und wir ihn auch nicht. Absolut keine Chance. Zum Glück gibt es da ja noch die Zeichensprache. Er meint, wir sollen ins Areal fahren. Wir fragen ihn auch gleich wegen unserem Dachfenster. Aber da verneint er. Hingegen beim Dachfenster über der Küche, nimmt er ohne zu zögern, ritsch ratsch die Ummantelung des Fensters weg. 

Anhand seiner Gestik heisst das wohl, mit gezielter Gewalt geht alles runter. Super, das hätten wir uns nicht getraut, bei uns wären da sicher irgendwelche Plastikteile abgebrochen. Ja, und 30 Minuten später, bezahlen wir 21 Euro und fahren mit einem neuen, leider etwas anderem Lämpchen, wieder raus. Dass er das Lämpchen falsch herum montiert hat und es nun einen 5 mm Spalt aufweist, lassen wir einfach mal so stehen. 

Denn Oliver meint, dass wir das lieber selber in Ordnung bringen, dann sind wir sicher, dass es nachher auch passt. So fahren mit neuem Lämpchen, das leider auch kein LED mehr ist, aber immerhin leuchtet es wieder, Richtung Paestum weiter, wo wir die alten, griechischen Tempel besichtigen wollen. Zum Glück haben wir den Tag mit unserer Willi Reparatur verbummelt, denn nun ist es schon vier Uhr und die Sonne steht schon sehr tief. So machen wir uns schnell auf um noch ein Ticket zu bekommen, da wir nicht wissen wie lange das Gelände offen ist. Doch unsere Sorge war unbegründet, denn die schliessen erst um 20 Uhr.  Kaum auf dem Areal sehen wir, dass es überall bei den Tempeln so Leute mit leuchtorangen Westen hat. Wir denken uns noch was denn das soll, ob die aufpassen, dass niemand auf die Tempel klettert oder sich die Leute nicht irgendwo verewigen können. Doch schon bald wird uns mitgeteilt, dass hier ein Film gedreht wird und die Tempelanlagen als Kulissen dienen. 

Also wird unsere Besichtigung immer wieder für einige Minuten unterbrochen da gerade gedreht wird. Wir können das gut nachvollziehen, dass man gerade diese Zeit für den Dreh nimmt, denn das warme Abendrot, dass nun durch die Tempel scheint, haut einem um. Der Stein des Tempels leuchtet stimmungsvoll im Abendrot. Doch leider hält das Schauspiel nicht lange an und die Sonne macht sich vom Acker, äh vom Tempel. Da wir noch keinen Schlafplatz gesucht haben, beschliessen wir uns langsam auf den Rückweg zu machen. Moni meint, wir können ja später, wenn alles mit den Scheinwerfern beleuchtet ist nochmals kommen, dass sieht sicher super aus. Aber Oliver hat genug und zudem das selbe nochmals in schwarz-weiss muss er nicht haben. Aber Moni geht zur Kasse und fragt, ob sie mit dem Billett später nochmals reindürfe. Na klar, sie muss einfach vor 18:50h auf dem Areal sein, denn danach gibt es keinen Einlass mehr. Zum Glück hat es unmittelbar in der Nähe einen Parkplatz auf dem wir übernachten können und sogar ein Wasseranschluss ist vorhanden, also alles paletti, hier bleiben wir. 

Am nächsten Morgen machen wir uns auf an den Strand wo wir (Moni) Willi putzen. Na ja, wir gehen hier nicht weiter darauf ein, nur so viel, Morgen haben wir mit Pina und Carmine in Agropoli abgemacht. Oliver nutzt diese Zeit um das neue Lämpchen mit Silikon dicht zu bekommen, da die Löcher es nicht mehr zulassen es richtig herum zu montieren. Und da bei ist es geschehen. Um an das Stationslämpchen zu gelangen, muss er das Dachfenster öffnen, was nur mit etwas Kraft geht. Auf einmal macht es klack und alles läuft wieder wie geschmiert. Zuerst denkt er, he super, da ist nur ein kleines Stöckchen im Weg gewesen, dass jetzt zerbrochen ist. Doch weit gefehlt, als er das offene Fenster genauer inspiziert, sieht er, dass das Stahlseil, das mit der Kurbel verbunden ist, gerissen ist. Ja super und jetzt kann man es nicht mehr zu machen da der Schlitten sich so nicht mehr bewegen lässt. Also Werkzeug holen und die Sache auseinander Schrauben, damit der Schlitten mit einer Rätsche runter gekurbelt werden kann. Das Problem ist nur, das nun alles an der rechten Seite an einem Kabel hängt und wenn das auch noch reisst, kann das Dach nicht mehr abgeschlossen werden. Also beschliessen wir das Dach nun definitiv nicht mehr zu öffnen bis wir die Ersatzteile haben. Das wird hart, vor allem in der Nacht. Da hatten wir immer dieses Fenster weit offen und genossen die frische Luft und nun können wir nur noch das kleine, hintere Fenster öffnen, aber immer noch besser als nichts. 

Als wir so am «umewurstle» sind, fährt ein Bus ein bisschen von uns entfernt in den Schatten. Schnell öffnet der Fahrer die Schiebetüre an der Seite, und unser Blick landet auf frischem Obst und Gemüse. Nach 2 Stunden meint Oliver, willst du nicht mal rübergehen und dem armen Kerl was abkaufen. Bis jetzt ist noch keiner gekommen. Gesagt getan. Als er sieht, dass Moni auf ihn zuläuft, steigt er schnell aus. Immer wieder nimmt er eine andere Kiste hervor. Und in einer Kühlbox hat er auch noch frischen Büffel Mozzarella. Mit immer mehr Sachen im Sack versucht Moni jetzt mal einen Zahlversuch. Aber er stapelt immer weitere Sachen im Sack. Hoffentlich haben wir überhaupt so viel Platz um das ganze Gemüse, Früchte und den Mozzarella im Willi zu verstauen. Er meint, es koste 11 Euro. Und packt dann noch zwei Zitronen und Suppengemüse darauf. So quatschen die beiden noch ein bisschen und dann meint er besorgt, ihr wollt aber nicht hier schlafen, oder? Das ist gefährlich, die schlagen die Fenster ein und beklauen euch. So geht Moni schwerbeladen zum Willi zurück und erzählt Oliver das wegen dem Einbrechen. Oliver meint, ist ja schon schlimm, wenn die eigenen Leute sagen müssen, dass es hier Diebe hat und die Gegend unsicher ist. Nach Moni’s Grosseinkauf fährt der Mann fröhlich winkend davon. Das war wohl sein bestes Geschäft für heute. Gegen Abend kommt der Gemüsehändler nochmals zurück und sagt jetzt auch zu Oliver, nicht hier schlafen, hier ist es zu gefährlich. 

So fahren wir später dann wieder zu unserem gestrigen Parkplatz, wo wir dann auch das Wasser nochmals auffüllen können. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Vreni (Montag, 26 November 2018 18:44)

    ui .... bösi Manne ! .....zum Glück seit ihr nicht auf diesem dunklen Schlafplatz geblieben.

  • #2

    s'Tanti (Dienstag, 04 Dezember 2018 19:00)

    Wow, bin schön erschrocken, als der Töff um die Kurve kam, dabei habe ich ganz genüsslich den Video geguckt !!!Bombastisch, die Fotos bei Tag und Nacht von dieser Tempelanlage, überhaupt von der ganzen Küste, sehr eindrücklich.