· 

Palermo Dachfenster Reparatur

Und weiter geht die Reise der Küste entlang bis nach Villa San Giovanni. Der Küstenabschnitt von Agropoli bis ungefähr Pizzo ist traumhaft schön. Das macht schon fast der Amalfiküste Konkurrenz. Uns fällt sofort auf, dass es hier viel weniger oder schon fast kein Abfall am Strassenrand hat, die Häuser sind sehr schön und gepflegt. Ein wunderschöner Küstenabschnitt. 

Allerdings der Rest bis San Giovanni ist wieder echt schlimm. Auch die Häuser. Von den Strassen sprechen wir jetzt gar nicht. So sind wir jetzt gespannt auf das viel umschwärmte Sizilien. Für 95 Euro bekommen wir für uns ein Hin-und Rückfahrt Ticket für die Fähre. Wir fahren als erstes Richtung Palermo, da wir dort ja die Ersatzteile für unser Dachfenster kaufen wollen. So fahren wir also der Nordküste von Sizilien entlang, da es aber nirgends die Möglichkeit gibt, um unseren Willi zu parkieren und ein wenig zu spazieren, und wir auch Mühe haben, mit einem Schlafplatz finden, sind wir tatsächlich schon 2 Tage später, also am Freitag in Palermo. 

Das mit dem Ersatzteil bestellen ist eine ziemliche Zangengeburt. Aber nach ca. 1 Stunde ist klar, was wir alles brauchen, obwohl Oliver es schon von Anfang an im Katalog gezeigt hat. Aber vielleicht ist es ja auch besser, wenn sie selber schauen und überlegen was sie brauchen und bestellen müssen. Auf jeden Fall sind alle sehr nett. Wir unterschreiben eine Auftragsbestätigung und bezahlen 50 Euro als Anzahlung. Sie sagen uns, das dauere schon bis Mittwoch/Donnerstag, da das Material aus Bologna komme, sie werden uns anrufen, wenn das Packet angekommen ist. 

Tja, dann haben wir jetzt also die Gelegenheit, Sizilien etwas genauer zu besichtigen. Aber als erstes wollen wir hier nur noch weg. Palermo ist für uns der Horror. So viele Auto’s, Roller, Fussgänger und parkierte Auto’s kreuz und quer und ein riesen Lärm und Gestank überall. 

 

In Palermo, im Stadtteil Mondello finden wir einen schönen Schlafplatz. Was uns in Italien auffällt, hier hat es auf jedem Platz wieder überall diese hässlichen, gebrauchten Kondome und Putztüchlein. Das ist also echt schlimmer als in Marokko. Eigentlich doch spannend. Italien und Marokko. Italien stock katholisch und Marokko ja auch sehr gläubig. Wir verstehen nur nicht, warum man das Zeugs nicht mitnehmen kann und es irgendwo in einen Container wirft. Es ist ihnen auch egal, ob wir auch auf dem Platz stehen. Na ja, vielleicht sind wir halt auch schon ein bisschen zu alt um diese Hemmungslosigkeit zu verstehen.

 

Wir fahren ganz gemütlich durch die engen Strässchen der Küste entlang. So kann es schon sein, dass wir an einem Tag nicht mal 20 Km machen. 

Wir besichtigen auch noch Erice, dass wunderschön auf einem Berg liegt. Hier finden wir jetzt wirklich das erste Mal, dass dieses Dorf, so ausgestorben wie es jetzt ist, im Sommer mit den Touristen sicher schöner ist. Alles ist zu, kein Shop ist offen. Aber dennoch sehr hübsch, mit seinen vielen kleinen Gassen. Und vor allem die alten Strassen aus Pflastersteinen haben es uns angetan. 

Auf dem Retourweg, die steile Strasse runter, finden wir den perfekten Schlafplatz, mit super Aussicht auf Trapani. 

Wir geniessen die vielen schönen Küstenabschnitte und das langsame vorankommen. 

So fahren wir ganz gemächlich durch die Salinen von Trapani Murana und geniessen die salzige Luft, was Willi sicher nur halb so gut gefällt wie uns.

Hier unten ist wirklich jeder Schlafplatz auf seine Weise wunderschön. 

Am Donnerstag meint Moni, ob man vielleicht anrufen sollte. Oliver meint zwar, sie haben ja gesagt, sie rufen uns an. Aber unser Pessimist meint, und was ist, wenn die uns nicht erreicht haben? Und tatsächlich, er sagt, er habe uns gestern nicht erreicht. So sagen wir, dass wir gleich heute Nachmittag noch vorbeikommen. Also nichts wie los. Zum Glück ist es ja nicht weit quer über die Insel von Menfi nach Palermo.

 

Wir sind um 14.30 Uhr dort und staunen, dass sie schon am Arbeiten sind. Obwohl nach Internet erst um 15:30h mit dem Arbeiten wieder begonnen wird. Oliver geht gleich mal hin und muss wieder irgendwelche Formulare ausfüllen. Dann steht er da rum und kommt immer mal wieder zum Willi und geht wieder hin, aber nichts geht. Leicht genervt kommt er nach 30 Minuten zurück und meint, geh Du mal, bei Dir klappt das immer. 

So geht Moni, mit unserem Zettel den wir letzte Woche schon ausgefüllt haben und fragt, wo denn das Problem sei. (Schliesslich sind wir ja angemeldet und haben einen Termin)

Ob das ihr Charme ist oder der böse Blick, «den Blick mit der Stirnfalte», den sie manchmal draufhat? Egal, es funktioniert. Sie kommt zurück und im Schlepptau den Monteur mit einer grossen Leiter. So lässt sie Oliver und den Monteur in Ruhe und macht sich mit Laila aus dem Staub. Arbeitende Männer soll man ja bekanntlich auf keinen Fall stören. 

Als sie zurückkommt, liegen die zwei auf dem Bett. Das nennen die Männer also arbeiten. 

Aber immerhin haben sie das ganze Fenster demontiert und das neue Drahtseil schon fast fertig eingezogen. Das geht ja ruckzuck. Tatsächlich, nach nicht einmal 40 Minuten ist alles fertig und wir gehen mit dem Monteur zusammen zu Francesco um zu bezahlen. Wir bekommen noch ein Käppi und das Ganze mit Montage kostet uns komplett also 120 Euro. 

Oliver meint, nichts wie weg hier. Nicht, dass wir wieder in die Rushhour kommen. Aber in dieser Stadt herrscht zu jeder Zeit ein Ghetto. Wir fahren fast 90 Minuten durch’s Gezwänge und Gehupe von links und von rechts kommen sie angebraust bis wir dann endlich einen schönen Platz mit Blick auf See und Städtchen finden.  Was für eine Wohltat.

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Marielle (Montag, 26 November 2018 12:44)

    He super, denn gits ez wieder frischi luft zum schlafe ;-)

  • #2

    Vreni (Montag, 26 November 2018 21:03)

    So - die Luft ist wieder rein, es kann weiter gehen...
    Schöne Fotos, interessante Berichte !
    P.S. so ein lustiges Denkmal für die Gefallenen im 1. Weltkrieg sieht man nicht alle Tage !




  • #3

    s'Tanti (Dienstag, 04 Dezember 2018 18:11)

    Aha, das ist ein Denkmal, dachte, sie hätten auf ihrem Schlafplatz Besuch vom Papst.
    Wunderschöne Fotos