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Ätna

In Porto Empedocle finden wir einen Schlafplatz direkt am Hafen.

Oliver hat bedenken, das gibt sicher eine unruhige Nacht, wenn die Fischer dann zurückkommen und alles verladen wird. 

Hinter uns, obwohl wir einen grossen Abstand haben, steht ein Kleintransporter, sauber gewaschen, die Seitentüre offen. Der transportiert garantiert nichts Anderes ausser Fisch, so wie es aus dem Wagen riecht. 

Am nächsten Morgen, nach einer erstaunlich ruhigen Nacht, macht Moni mit Laila die Morgenrunde und Oliver macht Willi abfahrtsbereit. Treffpunkt ist beim anderen Parkplatz. So spaziert sie zum nahe gelegenen Strand. Also wie Du auf den Fotos sehen kannst, die Geschichte mit dem Plastik in unseren Meeren ist nicht erfunden. Es ist einfach nur traurig. 

Warum sind die Menschen nur so unbelehrbar. Sie findet, das muss fotografiert werden und sieht dann auf dem Display, dass Oliver schon zweimal angerufen hat. Tja, das Natel war halt auf lautlos. So ruft sie zurück. Er wartet auf dem Parkplatz und findet Moni nirgends. Kein Wunder, sie wartet ja auch auf dem anderen Parkplatz. Das nennt man Kommunikationsprobleme zwischen Mann und Frau. Na ja, wir machen uns also wieder vereint auf den Weg nach Enna, das sich im Landesinneren befindet. 

 

Als erstes besuchen wir eine vermeintliche Kirche, die sich aber schnell als Krieger Mausoleum entpuppt.

Nach dem Oliver von der nur italienisch sprechenden Frau, die ganze Geschichte erfahren hat, kommt er zufrieden zurück zu Moni, die wesentlich weniger quasselt. 

 

So schlendern wir also gemeinsam durch die herzigen Gassen, bis zur Kathedrale. Oliver wartet mit Laila draussen, während Moni die Kathedrale besichtigt. Als Oliver reingeht, parkiert einer so nah an Willi heran, dass Moni Laila vor der Kathedrale am Geländer festmacht, und kurz die Treppe hinunter geht, um zu schauen ob der Kerl unseren Willi gerammt hat oder nicht. 

Als sie Sekunden später Laila wieder losbindet, kommt der Pfarrer anmarschiert. Oh oh! Auch die Gottesmänner können böse blicken. Und man versteht sie auch, wenn man kein italienisch spricht. Aber das macht man ja auch nicht, den Hund am Kirchengeländer festbinden. Also natürlich nicht wegen dem Hund, sondern wegen der Kirche. 

 

Diese Kathedrale ist von aussen ziemlich baufällig, und es ist auch nur noch eine Seitentüre die geöffnet wird, aber innen ist alles vom Feinsten.

Da wir Willi nicht hier stehen lassen wollen, nehmen wir ihn mit, und fahren bis zum Schloss, das sich unweit der Kathedrale befindet. Wir parkieren gleich neben dem Schloss und laufen mit Laila zuerst zum Rocca di Cerere. Einem Aussichtspunkt gleich dahinter. Die Stufen sind zum Teil so hoch, dass Laila nur mit Anlauf die nächste Stufe erreicht. Auch wir tun uns schwer, aber mehr beim runter steigen, das fährt so richtig in die Knie.

Von dort oben wäre die Aussicht gewaltig. Leider macht das Wetter nicht so mit. Dafür hat man von hier die perfekte Sicht auf die vielen Brücken und Autobahnen. Wobei wir uns zum Teil wirklich fragen, was das soll. Da werden Brücken gebaut, riesige Ausfahrten und Umfahrungen die kein Mensch braucht. Oder noch schlimmer, die überhaupt keinen Sinn ergeben. Man wird den Gedanken nur schwer wieder los, dass hier sinnlos Geld verbaut wird. Ob hier alles mit rechten Dingen zu und hergeht? Um bestehende Strassen zu unterhalten hat es offensichtlich kein Geld, aber um sinnlos neue Strassen zu bauen, da gibt es Geld im Überfluss. Zudem kommt, dass die Qualität der neuen Strassen so schlecht ist, dass sie nach kürzester Zeit nicht mehr von den Alten zu unterscheiden sind.

Das Schloss können wir auch noch besichtigen. Es hat zwar Öffnungszeiten, der Eintritt ist aber frei. Vom Turm aus ist die Aussicht gewaltig. Doch diese wird nur von Moni genossen, denn Oliver wartet mit Laila unten, da er meint, dass es zu viele Stufen sind für Laila. Ha ha, wer’s glauben will.

Da es bereits dunkel wird, beschliessen wir gleich hier zu bleiben. Der Platz ist gerade und es scheint als ob es auch halbwegs ruhig sein könnte, zudem ist die Aussicht ins Tal nicht zu verachten. Leider kommt schon bald stockdicker Nebel und man sieht gar nichts mehr. Selbst die andere Strassenseite ist nur noch schemenhaft zu erkennen.

 

Am nächsten Tag geniessen wir die Fahrt von Enna nach Ragusa. Das Wetter ist wieder toll, genauso wie die Landschaft. 

Als wir so um eine Kurve fahren, steht plötzlich eine ganze Herde Schafe bockstill auf der Fahrbahn. Nirgends ein Hirte oder einer dieser vielen Hütehunde. Die stehen einfach so da und machen keinen Wank. So warten wir mal ab. Als uns ein Auto entgegenkommt, müssen wir ein wenig lachen. Sein Gehupe nützt absolut nichts. Erst als er die Seitenscheibe herunterlässt und pfeift und so Geräusche macht, machen die Schafe die Strasse frei. 

So fahren wir weiter und stehen auf einmal vor einem Problem. An jeder Strasse, die wir nehmen müssten, steht ein Fahrverbot. Was soll das denn? Irgendwie müssen wir doch da durchkommen. Wir wollen nicht auf dieser Schnellstrasse fahren. So beschliessen wir dann halt doch durch das Fahrverbot zu fahren. Wir sind ja eh die einzigen, die sich an die Geschwindigkeit und die Parkverbote und sonstige Verkehrsregeln halten. Also was soll’s. Leider wird die Strasse immer schlechter. Na ja, auch das sind wir uns ja mittlerweile gewohnt. Aber irgendwann sieht man gar keine Strasse mehr, sondern nur noch eine Schlammschlacht. Also drückt Oliver wieder mal auf seinen Lieblingsknopf bei Willi und schaltet den 4x4 ein. 

So fahren wir, und fahren, und die Verhältnisse werden immer schlechter. Als wir von weitem ein Auto sehen, dass uns entgegenkommt, fährt Oliver ein wenig auf die Seite, damit dieser problemlos an uns vorbeifahren kann. Auf unserer Höhe hält er an und fragt, wo wir denn hinwollen. Er lacht und meint, die Strasse ist weiter hinten ganz gesperrt, da kommt man nicht mehr durch. Wir müssen also alles wieder zurück und auf die Schnellstrasse. Also heute kommen wir nicht weit, aber was soll’s. Es ist bereits stockdunkel und wir haben immer noch keinen Schlafplatz. So fahren wir ins Industriegebiet von Ragusa. Dort finden wir einen ruhigen Schlafplatz für die Nacht. 

 

Am nächsten Morgen fahren wir nach Ragusa, als wir so durch die Strassen kurven, sehen wir ein Wohnmobil mit Zürcher-Nummernschild. Wir staunen, denn seit der Toskana haben wir nur noch Wohnmobile mit italienischer Fahrzeugnummer gesehen. Wir suchen vergeblich nach einer Ragusa-Schoggi-Fabrik, ha ha. Die Stadt ist am Hang gebaut und so geht es immer bergauf. Leider ist der Name viel besser als der Ort selber, denn es gibt nicht sehr viel zu entdecken. In einem Schaufenster sehen wir ein Kleid aus Nudeln, damit darf man dann aber nicht in den Regen kommen. Hi hi. Oder das schöne Haus, das wie eine Brücke über die Strasse gebaut wurde und die lange Piazza, die sich von der Kathedrale quer durch die Altstadt hinunterzieht.

Immer wieder fragen wir uns bei den Spaziergängern, wer wohl die Zürcher sind. Werden aber nicht fündig. Als wir wieder so zum Willi zurücklaufen, sehen wir einen Mann, der bei Willi zum Fenster reinschaut. Als er uns hört, kommt er gleich auf uns zu und spricht uns an. Das Rätsel ist also gelöst. Die Männer kommen sofort ins Fachsimpeln und finden dann auch noch heraus, dass beides ehemalige Pfadfinder sind. So haben sich der Wolf und der Strolch also kennengelernt. Da heisst es immer, Frauen seien Quasseltanten. Ja was sind denn die Männer? Aber es ist schön, wieder einmal mit Gleichgesinnten zu sprechen. Wer weiss, vielleicht sieht man sich ja wieder. So verabschieden wir uns und fahren dann weiter Richtung Noto. Doch schon kurz danach kreuzen sich unsere Wege wieder, wir machen einen kurzen Stopp um Ragusa noch von der anderen Seite zu fotografieren und schon brausen sie wieder an uns vorbei.  Als wir an einer grossen Tankstelle vorbeikommen, sehen wir, dass es Wasser hat und beschliessen unseren Wassertank zu füllen. Und wer steht da und muss den Dieseltank füllen? Richtig, der Strolch und seine Frau mit dem Wohnmobil. Ja, die Welt, oder Sizilien ist halt schon klein. So fahren wir also weiter Richtung Noto. Vergeblich suchen wir einen Parkplatz und fahren einmal durch das kleine Dorf und dann alles wieder zurück. Ganz unten haben wir in einer Allee Parkplätze gesehen. Und wer steht auch dort in der Allee? Richtig. Wir treffen die zwei dann später vor dem grossen Platz der Kathedrale wieder. Was uns riesig freut. Ein kurzer Schwatz und weiter geht’s. 

Diese imposanten Eingänge mit ihren riesigen Treppen. Einfach gewaltig. Die Kathedrale ist nicht so unser Geschmack. Sie ist anscheinend frisch renoviert und die Deckengemälde sehen für unseren Geschmack ziemlich kitschig aus. 

Auf einmal bildet sich im ganzen Dörfchen ein riesiger Stau. Als Fussgänger hat man es da natürlich gut. Aber wir finden es lustig, wie die Italiener mit so einer Situation umgehen. Das ist wirklich spannend, einer fängt mit hupen an und alle anderen machen mit. Was das bringen soll wissen wir beim besten Willen nicht, ausser, dass wir einen halben Gehörschaden davontragen. Auf jeden Fall geht gar nichts mehr. Dieses Dorf hat seinen ganz eigenen Charme. Vor allem die vielen Balkone haben es uns angetan. Jeder Balkon hat seine eigenen Stützfiguren. Da hatten die es früher einfacher, da konnte man dem Verehrer dann nur sagen, mein Balkon ist der mit den Pferden, oder der mit den hübschen Frauen. Das ist doch mal praktisch, oder? 

So machen wir uns wieder erst bei Dämmerung daran, einen Schlafplatz zu finden. Was sich natürlich wieder als schwierig erweist. Am Hafen von Ognina sehen wir ein riesiges Wohnmobil, und da der Parkplatz sehr gross ist, und sonst niemand dort steht, parkieren wir auch dort. Kurze Zeit später steht ein Mann vor der Seitentüre und schaut einfach so bei uns rein. Wir denken schon, hoffentlich müssen wir nicht doch noch einen anderen Parkplatz suchen. So machen wir also Bekanntschaft mit Francesco. Es stellt sich heraus, dass er anscheinend als Kind in Deutschland gelebt hat, und daher sehr gut deutsch spricht. Er findet, das riesige Wohnmobil der Deutschen da hinten, ein Phönix, sei doch sehr pompös und nicht so sympathisch wie wir mit unserem Kleinen. Da spreche er doch lieber mit den Schweizern. Lustiger Weise hören wir, wie er nachher dann doch auch noch mit den Deutschen spricht. Also kann es ja nicht so schlimm sein.

Am nächsten Morgen werden wir um 7.45 Uhr von Francescos Gesang geweckt. Voller Inbrunst singt er: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt, lass uns dir zum Guten dienen.“ Aber immer nur wieder diese Strophe. Wir finden es lustig, aber die Deutschen fahren kurze Zeit später weg. Irgendwann kommt Francesco und wünscht uns einen guten Morgen. Er meint lachend, ich kann die Hymne der DDR heute noch und habe die Ostdeutschen damit geweckt, aber die finden das nicht lustig, habt ihr mich auch gehört? Ja klar, das war ja unüberhörbar. So geniessen wir diesen warmen und sonnigen Morgen und gehen mit Laila spazieren, als wir gerade zurückkommen können wir gleich zuschauen wie ein Schiff mit einem Krahn aus dem Wasser gehoben wird. 

Nach 30 Minuten ist es auf dem kleinen Lastwagen und der Fahrer fährt davon. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung bis Ortigia und Siracusa. Es ist gewaltig wie viele Autos es in dieser Stadt hat. Die Strassen sind alle total überfüllt. So fahren wir kreuz und quer durch die Stadt und finden doch nichts. Also nochmals, auf zur nächsten Runde. Zuhinterst auf einem Parkplatz hat es tatsächlich noch eine Lücke für unseren Kleinen. Damit wir keinen Stress haben, lösen wir das Parkticket für 4 ½ Stunden. Der Platz vor der Kathedrale ist bildschön. Dieser klassische Boden verleiht dem Ganzen eine edle Note. Klar, das super Wetter trägt auch noch dazu bei. 

Auch das Innere dieser Kathedrale ist sehr speziell. Vor allem die Gebeine die sie da ausstellen.

Wir spazieren ganz Ortigia ab und staunen nicht schlecht, am Dorf eigenen Strand sind die Leute am „sünnele“ und baden. Mit Liegebetten geniessen sie die Sonne und schwimmen im glasklaren Meer.

Das ist schon ein bizarres Bild, die einen im Bikini und am Baden. Die anderen im Wintermantel mit Schal und Kappe. Wir liegen dazwischen im T-Shirt mit der Jacke in der Hand und geniessen die sommerlichen Temperaturen.

So gehen wir immer schön am Meer entlang, bis wir an ein Geländer kommen das total durchgerostet ist. Auch ein Teil des Trottoirs ist abgesperrt, weil es so baufällig ist. Weiter vorne ist wegen einiger Balkone der darunterliegende Teil der Strasse abgesperrt, da die Gefahr, dass einem einer auf den Kopf fällt doch sehr realistisch ist.

In einer Strasse finden wir ein Velo, dass uns an die Velo’s von Amsterdam erinnert, keine 5 Meter weiter sehen wir 2 ausrangierte Kinostühle und noch ein bisschen weiter fühlen wir uns in die Zeit in Marokko zurückversetzt.

Wir finden auch noch den kleinen, Wasser spuckenden Ätna

Da wir noch genügend Parkzeit haben, gehen wir auf dem Rückweg bei Willi vorbei, machen eine kurze Verschnaufpause und essen was Kleines. Wir wollen noch zur grössten Wallfahrtskirche von Sizilien, zur Santuario della Madonna. Die von weit her sichtbar ist und das Stadtbild dominiert. 

Obwohl sie uns eigentlich optisch gar nicht anspricht, wollen wir sie uns ansehen. So nehmen wir also den weiten Weg in Kauf. Endlich angekommen müssen wir am Eingang lesen, dass sie erst um 15 Uhr öffnet. Das würde bedeuten, dass wir es nicht rechtzeitig zurück zu Willi schaffen bevor unser Parkticket abgelaufen ist. Also ist der weite Weg völlig umsonst gewesen.

Schade, aber dafür sehen wir im Park der Wallfahrtskirche drei Bäume. So etwas haben wir noch nie gesehen. Der Baumstamm ist gespickt mit Dornen, hat wunderschöne Blüten und so eine ganz komische Art von Frucht. Moni ist der Ansicht, dieser Baum schützt aber seine Blüten oder die Früchte sehr gut. 

Google weiss alles. Also dieser Baum heisst Florettseidenbaum. Und diese Früchte platzen bei Reife auf und dann kommen weisse, seidige Fasern hervor die dann ähnlich wie bei den Pappeln mit dem Inhalt zusammen vom Wind verbreitet wird.

 

Also nicht nur Laila ist müde vom vielen laufen. So schleppen wir uns wieder zurück. Schon von weitem sehen wir..... Richtig, das Wohnmobil vom Strolch und seiner Frau. 

Er hat uns gerade einen Zettel geschrieben, mit den Koordinaten eines super tollen Schlafplatzes. Das freut uns jetzt riesig. So können wir nur noch zum Platz fahren und den Abend geniessen ohne noch lange zu suchen.

Am nächsten Morgen geniessen wir die super Aussicht auf Ortigia und machen uns dann auf den Weg. 

In Augusta fahren wir einmal quer durchs Dorf und fahren dann weiter nach Catania, da es sich schlicht nicht lohnt da weiter zu verweilen, das Beste hier ist wirklich der Name, sonst ist es einfach eine italienische Stadt mehr. 

Doch auch Catania ist uns zu wirr. Immer wieder fahren sie uns fast in die Seite und Parkplatz hat es auch nirgends. Kurz entschlossen verlassen wir auch diese Stadt. 

Vielleicht haben wir auch einfach für den Moment genügend Städte gesehen. So fahren wir Richtung Ätna. Das ist ja schon fast wie Ferien. Keine Auto’s, keine Roller, keine Fussgänger. Nur spektakuläre Aussicht ins Tal und hinauf zum verschneiten Ätna. 

Der Zuckerguss sieht himmlisch aus. Wahnsinn diese Naturgewalt. Uns erstaunt es, dass es hier oben neu gebaute Villen gibt. 

Immer wieder sieht man Häuser, die dem Lavastrom zum Opfer fielen. Oder solche Tunnels, die von der Lava geformt werden und dann auskühlen und so bleiben. 

Es ist eine riesige Fläche, die sich die Lava geholt hat, aber man sieht, dass sich die Natur allmählich ihren Platz zurückerobert. Es wachsen immer wieder zaghaft Büsche und kleine Tannen. 

Ganz oben hat es ziemlich Schneematsch auf der Strasse. 

Wir laufen noch zum Silvestre Krater. Das Wetter ist wie in den Bergen halt so üblich, mal Nebel, mal Sonnenschein, dann Abendstimmung. 

Traumhaft schön und sehr ruhig. Aber es ist uns zu kalt, und so fahren wir trotz Abenddämmerung Richtung Tal hinunter, wo wir dann einen schönen Schlafplatz mit Aussicht finden. Immer wieder hören wir das grollen des Vulkans im Hintergrund.

Am nächsten Morgen beschliessen wir, zuerst bis ans Meer zu fahren, und erst dann an der Wärme zu Frühstücken. So fahren wir also die kurvenreiche Strecke hinunter, als vor einer Kurve ein Mann auf der Strasse steht. Zuerst denken wir, was ist denn jetzt los, bis wir auf dem angrenzenden Parkplatz das Wohnmobil unserer Reisefreunde sehen. Welch freudige Überraschung schon am Morgen. So fahren wir gemeinsam eine kleine Schotterstrasse zu einem schönen Platz mit Aussicht, wo wir dann zusammen mit Andreas und Natsuda frühstücken. 

 

Da es Andreas gestern Nacht gelungen ist ein cooles Foto vom Vulkan mit Lava zu machen und er heute Morgen noch einen super Schlafplatz gefunden hat, bleiben wir heute noch einmal in dieser Gegend und treffen uns dann am Abend wieder bei diesem Schlafplatz. So fahren wir noch zu einem Aussichtspunkt, wo man den Ausbruch von 1992 bestens sehen kann. Gewaltig, dieses Ausmass der Lava. Wir kaufen dort noch einem fliegenden Händler eine Flasche Wein und ein paar Äpfel ab. Es ist immer so schwierig, wenn sie so da stehen in dieser Kälte, und ausser Dir ist niemand dort, der ihnen vielleicht etwas abkaufen könnte. Und Essen und Trinken brauchen wir ja immer. 

Am späteren Nachmittag fahren wir zu besagtem Schlafplatz. Es ist schon eine ziemliche Holperpiste, die da der Strolch gefunden hat, aber die Aussicht ist genial. Auf der einen Seite der Ätna und auf der anderen Seite, das Meer und die Stadt Catania. Es ist schon stockdunkel als wir endlich schon von blossem Auge den Lavastrom sehen. Also nichts wie raus. Das Stativ ist schon lange aufgestellt und wartet nur, bis es endlich gebraucht wird. Als Oliver gerade die Kamera mit dem grossen Objektiv montiert hat, hören wir ein Krachen und sehen zwei Scheinwerfer. Oh, oh, Andreas hat sich mit seinem Wohnmobil festgefahren. Wir packen unsere Taschenlampen und gehen helfen. Schnell werden ein paar schwere Kisten ausgeladen, die Keile und ein paar Steine unterlegt und weiter geht es, bis zum Schlafplatz. Genau zur richtigen Zeit kann Oliver die Kamera einschalten. Trotz eisiger Kälte, es hat 0 Grad, wollen wir dieses Naturspektakel anschauen. Das ist so gigantisch, so etwas live zu sehen. So probieren wir noch von dem am Nachmittag gekauften Wein und schauen fasziniert zu. Irgendwann versperrt uns eine dicke Wolke die Sicht, und so gehen wir uns alle im Willi aufwärmen. 

Nach einiger Zeit sehen wir, dass das Naturschauspiel weitergeht. Also alle wieder raus. Bis auf die Knochen durch gefroren gehen wir dann langsam ins Bett. 

 

Am nächsten Morgen gehen Andreas und Oliver mit Schaufel und Beil los und bearbeiten den Weg. Gekonnt bauen sie mit Steinen und den Keilen eine Brücke, sodass Andreas dann problemlos rausfahren kann. 

Nach einem gemeinsamen Frühstück testen wir die gebaute Steinbrücke aus. Oliver läuft zurück und holt Willi. Also verabschieden wir uns von Natsuda und Andreas. Wir hoffen, wir sehen einander genauso spontan wieder wie die letzten 3 Mal. Es ist wirklich schön, Gleichgesinnte zu treffen und auch wieder einmal mit anderen Menschen den Kontakt zu pflegen. 

 

Wir fahren nun also noch nach Taormina, finden auch gleich einen Parkplatz und laufen dann die vielen Treppen zum Städtchen hoch. Die Weihnachtsbeleuchtung ist schon überall fertig aufgehängt. Am Abend ist hier sicher eine schöne Stimmung. Aber auch bei Sonnenschein ist es ein herziges Städtchen.

So fahren wir weiter Richtung Messina. Wenn wir irgendwo einen Schlafplatz finden, gehen wir nicht mehr heute auf die Fähre, denn sonst kommen wir in Villa San Giovanni an, wenn es dunkel ist und dann ist es ja noch schwerer einen Platz zu finden. Wir sind schon in Messina und haben immer noch nichts gefunden. Also suchen wir jetzt die Richtige Fährgesellschaft und schon sind wir auf der Fähre. Ciao Sizilien. Am nächsten Morgen regnet es. Aber das macht nichts, wir hätten eigentlich noch so viel zu schreiben. So fahren wir noch bis vor Canne, wo wir einen schönen Platz am Meer finden und bleiben. Moni ist immer so pflichtbewusst und muss Oliver wieder mal so richtig zwingen, damit unser Blog ein Update bekommt.

Zudem müssen wir ja den versprochenen Adventskalender noch machen, was bedeutend schwerer ist als gedacht. 24 Fenster und nur so zwei drei Ideen, so zermartern wir uns die Köpfe, mit mehr oder weniger Erfolg. Mal schauen was Du dazu meinst. 

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Kommentare: 2
  • #1

    s'Tanti (Donnerstag, 06 Dezember 2018 18:59)

    Wow, wieder ein super Reisebericht mit vielen schönen Fotos. Sehr interessant. Wisst Ihr eigentlich noch, wie viele Kirchen Ihr schon besucht habt ? Wo ist das Foto mit der angebundenen Laila vor der Kirche ? Hättet Ihr ja noch einen Napf zwischen die Füsse legen können, dann wären vielleicht ein paar Euro für ein Sandwich drin gelegen.
    Ha, ha, ha, dieser Francesco, lustiger Kerl mit seinem Gesang !
    So speziell, so nah bei einem Vulkan, da hätte ich auch Hühnerhaut wenn es wärmer gewesen wäre !

  • #2

    Vreni (Samstag, 08 Dezember 2018 11:39)

    wow ! Tolles Sizilien mit seiner Natur und Städten und Geschichte. Leider jammerschade dass die Abfallgesellschaft mit ihrem Dreck so vieles verunstaltet und kaputt macht.

    So.... und jetzt geht's ans Advent-Türchen-Aufmachen!
    Heya das ist ja eine grossartige Idee von Euch !