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Erste Tage in Griechenland

Am Mittwoch, 5. Dezember 2018 beginnt für uns das Abenteuer Griechenland. Nach einer sehr angenehmen Fahrt mit der Grimaldi Fähre, für uns und unser Fahrzeug haben wir 210 Euro bezahlt, treffen wir um 22 Uhr in Igoumenitsa ein. 

Da wir ja fast zuletzt auf die Fähre gefahren sind, dürfen wir nun als eine der ersten wieder rückwärts rausfahren. 

Uns hat die Überfahrt mehr geschlaucht als erwartet, daher suchen wir uns nach der Ankunft schnell einen Schlafplatz.  Schon 5 Minuten später haben wir einen schönen Nachtplatz entdeckt, etwas erhöht über dem Meer mit einer super Aussicht auf den Hafen von Igoumenitsa. Jetzt noch einen Spaziergang mit Laila, während dem wir so ein Kästchen entdecken, in dem ein Petrol Lämpchen brennt. Wir denken uns, dass ist sicher so wie bei uns, wenn jemand im Strassenverkehr gestorben ist und man dann Blumen niederlegt. Da wir aber zu müde sind, lassen wir das genauere Erforschen sein und legen uns aufs Ohr.

Am nächsten Morgen werden wir von der Sonne geweckt. Schon morgens um halb 9 haben wir 17 Grad. So macht sich Moni mit Laila auf die Morgenrunde, und kommt dann begeistert retour. Sie hat unterwegs jemanden getroffen, und der konnte ihr sagen, wo der nächste Mobilshop ist. Und der ist nur gerade 3 Minuten entfernt. Unser italienisches Datenkärtchen funktioniert leider nicht in Griechenland, warum auch immer. Es wären immerhin noch 4 GB auf der Karte für Griechenland gewesen. Aber was soll’s. So fahren wir dann in die kleine Hafenstadt zurück und finden den Shop auch gleich. Ja, leider ist das Angebot hier nicht so gut, aber wir brauchen ja Daten. Jetzt haben wir bei Wind 23 GB für 50 Euro gekauft. Mal schauen, vielleicht laufen wir mal noch an einen anderen Anbieter. 

 

Als erstes möchten wir gerne die Vikos-Schlucht besuchen, die soll ja so toll sein. Auf dem Weg dorthin fällt uns auf, dass es immer wieder so kleine Minikirchen am Strassenrand hat, die wir ja schon in der Nacht kennengelernt haben. Das kann also nicht sein, dass es sich hier um eine Gedenkstätte an einen Verkehrstoten handelt. Denn erstens gäbe es so gut wie keine Griechen mehr, bei all den vielen Gedenkstätten und zweitens fahren die Griechen bis jetzt sehr diszipliniert Auto.

Es gibt sie in ganz vielen Variationen. Wieder stillen wir unsere Neugier, indem wir im Internet nachforschen. Diese kleinen Häuschen nennt man Ikonostasen. Diese gibt es schon seit mehreren hundert Jahren. Sie wurden früher als Dank für ein Ereignis oder aber aus Ehrfurcht vor Gott oder zum Andenken an Verstorbene erbaut, oder schlicht als Hinweis auf eine nahe Kirche.

 

Wir fahren durch die wunderschöne Landschaft mit ihren herbstlichen Farben, als wir einen Wasserbrunnen sehen. 

Das ist ja super. Wir können ganz bequem mit unserem Schlauch Wasser füllen. Da ist es natürlich naheliegend, dass wir uns sogleich einen schönen Platz suchen und dann in Ruhe wieder mal schön lange duschen. Und nachher gleich wieder unseren Wassertank füllen. 

Wow, was will man mehr. 

 

In Vikos parkieren wir unseren Willi gleich hinter der Kirche und laufen mit Laila zusammen zum Aussichtsplatz. Hier haben wir eine wunderschöne Sicht auf die Vikos-Schlucht, die im Guinness-Buch der Rekorde als die tiefste Schlucht der Welt eingetragen sein soll. Himmlische Ruhe und fantastische Aussicht. 

Im kleinen Dörfchen hat es noch zwei herzige Tavernen mit gemütlichem Gartensitzplatz und einen kleinen Laden, der aber geschlossen ist. Uns kommt das Dörfchen so vor, nach dem Motto, weniger ist mehr, und hier ist es doch sehr wenig, ausser der Ruhe und der Aussicht. 

 

Unterwegs sehen wir immer wieder alte Steinbrücken. Oliver parkiert Willi und will die Brücke genauer betrachten. Moni meint, von hier hat man die perfekte Sicht zum Fotografieren, und bleibt auf der Anhöhe stehen. Doch wenn man ehrlich ist, hat sie Angst über diese Brücken zu gehen. 

KurzeZeit später sehen wir eine wunderschöne Steinbrücke mit 3 Bögen. Das will sich Oliver nicht entgehen lassen. Zum Leidwesen von Moni will er auch noch die arme Laila mitnehmen, die sich sichtlich freut, dass sie auch mit auf die Brücke darf. Moni macht aber lieber wieder schöne Fotos von Weitem.

Unser nächstes Ziel ist das Kloster Moni-Kipina. Ein wirklich sehenswerter Ort. Es kostet keinen Eintritt, einzig den Schlüssel zu diesem Ort der Ruhe, muss man unten im Dorf holen und natürlich wieder zurückbringen. Wahnsinn, hier wird den Menschen noch vertraut. Es hat auch ein kleines Verkaufstischchen, mit verschiedenen Glücksbringern und Anhänger, alles kostet 3 Euro, die man in ein, an der Wand aufgehängtes „Kässeli“ wirft. Wir kaufen uns auch etwas und hoffen, so einen kleinen Beitrag zum Erhalt dieses wunderschönen Ortes beizutragen. Dieser Ort strotzt nur so von Ruhe und guter Energie.

Von hier aus möchten wir quer durch die Berge zu unserem nächsten Ort, Meteora. So fahren wir kontinuierlich, in gemächlichem Tempo, die vielen Kurven immer weiter hinauf, während die Sicht dank dem stetig zunehmenden Nebel immer schlechter wird. Ach herrje. Jetzt beginnt auch noch ein richtiger Schneesturm. Immer wieder hat es tiefe Schneeverwehungen auf der Strasse, so dass Oliver wieder einmal seinen Lieblingsknopf drücken darf, um den 4x4 in Betrieb zu nehmen. Es ist ganz still im Willi. Volle Konzentration auf die Strasse, da es rechts, ohne eine Leitplanke, einfach in die Tiefe hinabgeht und auf der Strasse überall grössere und kleinere Felsbrocken liegen. Als wir endlich zuoberst ankommen, müssen wir feststellen, dass die Strasse die ins Tal führt, mit einer dicken, vereisten Schneeschicht bedeckt ist. Was nun. Da der Wind unseren Willi nur so durchschüttelt, beschliessen wir, kein Risiko einzugehen und so heisst es, alles wieder retour zu fahren. 

Da der Nebel immer dicker und die Nacht immer dunkler wird ist das kein Vergnügen mehr, aber hier Oben wollen wir auf keinen Fall bleiben. Zumindest bis zum nächsten Dorf wollen wir fahren um sicher zu gehen, dass wir nicht eingeschneit und als Eis-Mumie enden, wenn uns der Diesel ausgeht, da dieser auch nicht mehr so üppig in unserem Tank ist.

So fahren wir also vorsichtig wieder hinunter zum Kloster Kipina. Ein bisschen weiter unten, finden wir dann zum Glück einen geeigneten Schlafplatz, wo wir dann am Morgen eine wunderschöne Aussicht haben.

Nach einer erholsamen Nacht fahren wir also wieder weiter Richtung Meteora. Aber irgendwie ist einfach der Wurm drin. Wir fahren ja nie auf Autobahnen aber unser Navi lotst uns immer wieder auf Strassen die enden, oder zu einer Brücke mit einer zulässigen Gewichtslimite von nur 2t, was uns nun doch zu wenig ist, zumal wir der Brücke, die aus einer Blech-Platte besteht, in keiner Weise trauen. Oder auf Strassen, die dann immer kleiner werden und dann enden, oder wie die letzte, wo wir auf einem kleinen Feldweg fahren, und dann auch noch zwei Kanalisationsdeckel fehlen, wo wir dann knapp herumzirkeln, was ja gar nicht so einfach ist, wenn dieses Loch genau in der Fahrspur ist und die Strasse kaum breiter ist als unsere Spurbreite. Aber das Beste ist ja, dass diese Strasse wieder endet und wir nun alles rückwärts zurückfahren müssen. Und jetzt kommen ja auch noch die zwei Löcher. 

 

So jetzt ist es aber genug. Irgendwie wollen wir ja nach Meteora, und so nehmen wir die Autobahn und kommen ruckzuck ans Ziel. Die schnelle Fahrt kostet uns 5.30 Euro. Stolze Preise haben die Griechen. Aber die Strassen sind auch viel besser als in Italien. 

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Kommentare: 2
  • #1

    s'Tanti (Mittwoch, 19 Dezember 2018 12:55)

    Hey, interessanter Reisebericht, mal abgesehen von diesen Strassen....

  • #2

    Vreni (Donnerstag, 20 Dezember 2018 16:46)

    So, endlich weiss ich was diese Ikonostasen für eine Bedeutung haben !
    Die ersten Eindrücke in Griechenland sind ja vielfältig und interessant: Kloster, Schlucht, Brücken, und dann noch der Schneesturm in den Bergen, Adrenalin pur !