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Die Klöster von Meteora

Werden im Internet als ein Ort wie aus dem Märchen, oder als mystischer Ort angepriesen. 

So gehen halt die Meinungen auseinander. Doch die Gegend ist fantastisch. 

Das Ganze ist sehr touristisch. Auch wenn es um diese Jahreszeit herzlich wenig Leute hat. Bei uns springt der Funke nur halb. Als erstes parkieren wir bei Monastery of Rousanou. Das ist eines von zwei Nonnenklöster. Die Nonnen hier sehen alle ziemlich verbittert aus. Aber eigentlich verständlich. Eine sitzt im Ticket-Häuschen und telefoniert ununterbrochen und fühlt sich von jedem belästigt der sich erdreistet ein Ticket zu kaufen. Die zweite hinter dem grossen Verkaufstisch schaut so unmotiviert in die Gegend, dass man sich niemals getrauen würde sie etwas zu fragen, und zu guter Letzt, eine in der Kapelle zur Aufsicht. Das hat halt schon gar nichts mehr mit dem Klosterleben zu tun, zudem kann man ja nur den Verkaufsraum und die Kapelle besichtigen. 

Die Kapelle ist echt düster. Dunkle Farben und Mord und Todschlag auf jedem Bild. Dem einen wird der Kopf abgeschlagen, dem anderen ein Arm oder ein Bein. Leider dürfen wir hier keine Fotos machen, oder besser zum Glück, denn das wollen wir dir nicht antun. Die Kapelle ist mit so brutalen Bildern bemalt, dass wir uns fragen, wieso alle so ein Geschrei bei ihren Kindern machen, wenn sie Brutalo Video Games spielen. Aber das ist ja etwas ganz Anderes. 

So sind wir sehr schnell wieder auf dem Rückweg zu Willi, wo wir Andreas, alias Strolch und seiner Frau Natsuda wieder begegnen. Welch freudige Überraschung. So machen wir uns spontan zu viert auf zum nächsten Kloster. Eigentlich wollen wir ja das Kloster besichtigen, in dem der James Bond Film, In tödlicher Mission, gedreht wurde, aber wir sind im Kloster The Holy Monastery of Varlaam gelandet. Dort gibt es ein kleines Museum, in dem die Garderobe der Priester und Bischöfe ausgestellt wird. Aber das Beste ist die Aussicht und der Lastenkran, mit dem früher die Mönche ins Kloster hochgezogen wurden.

Jetzt sind wir alle gespannt auf das Kloster Agia Triada, das sollte nun das richtige James Bond Kloster sein, genannt Monastery of Holy Trinity. Leider ist auch bei diesem Kloster ein grosser Teil nicht zugänglich. Doch wir erinnern uns schnell an diverse Szenen aus dem 007 Film. Die Aussicht ist wirklich bei jedem der Klöster gigantisch, so ist auch hier die Sicht auf die untenliegende Stadt einmalig und wir geniessen sie in vollen Zügen. 

Auch die kleine Gondelbahn reizt. Was James Bond kann, kann der Strolch schon lange. 

Wir geniessen die super Aussicht und staunen, als wir immer wieder Leute sehen, die auf der gegenüberliegenden Felsformation so coole Selfies machen, das wir Angst haben, dass wir zufällig genau dann filmen, wenn einer abstürzt. 

 

Da wir nach diesen Klöstern genug haben, beschliessen wir uns einen schönen Schlafplatz zu suchen, wo wir dann einen gemütlichen Abend miteinander verbringen.

 

Am nächsten Tag sehen wir in Trikala eine grosse Bleimoschee, die heute nur noch als Museum dient. Wir fragen uns, wie es in der damaligen Zeit möglich war eine solche Kuppel zu bauen.

In Plastiras, finden wir einen super Platz direkt am See. Heute kocht Natsuda für alle ein Thailändisches Menu. Mmmh, da freuen wir uns natürlich. 

Zu später Stunde kriechen wir unter die Bettdecke. Es wird eine bitterkalte Nacht. Am Morgen hat Willi eine gefrorene Kühlerhaube und im Hintergrund sehen wir die Berge mit einer weissen Schneeschicht. 

Wir sehen schon länger einen älteren Mann, der die ganze Zeit immer wieder am Willi vorbeiläuft. Und als Moni mit Laila rausgeht, nutzt er die Gelegenheit sie anzusprechen. Nach anfänglichen Verständigungsproblemen hat Moni dann aber kapiert was er von ihr will. Er möchte uns gerne etwas verkaufen. Andreas kommt dann mit zum Pick-up, der da am Ufer steht. Die ganze Ladefläche ist voller Fische. Garantiert frisch, denn die meisten Leben noch. In der Zwischenzeit ist Oliver mit dem Fotoapparat auch gekommen und sogleich werfen wir unseren Menu-Plan über den Haufen und kaufen den zwei Männern 9 Fische ab. Jetzt ist nur noch die Frage, wer tötet die Fische, und wer schuppt sie und nimmt sie aus. So wird die Arbeit schön aufgeteilt. Andreas übernimmt das töten, Natsuda das schuppen und ausnehmen, Oliver holt leicht warmes Wasser und übernimmt die Aufgabe des Spülens, und Moni hat die wichtigste Aufgabe, sie muss alles filmen und fotografieren und für die Nachwelt festhalten. 

Nach dieser Tätigkeit, sind wir froh, uns im warmen Willi beim gemeinsamen Frühstück wieder aufzuwärmen. 

Da wir nicht so schnell unterwegs sind wie Andreas und Natsuda, beschliessen wir, uns am Abend wieder kurz vor Lamia zu treffen. Gemeinsam fahren wir weiter und finden unterhalb von Delphi, auf einer Promenade direkt am Meer, einen Schlafplatz. Da es ausserhalb des Dorfes ist, und es auch noch regnet, denken wir uns, dass heute sicher niemand hierherkommt und so stellen wir unsere Fahrzeuge mitten auf die Promenade. Die Markise ausgefahren und den Grill darunter gestellt, fangen wir schnell mit grillieren an, bevor es noch nässer und kälter wird. 

Nach einem feinen Abendessen, lassen wir den Abend noch gemütlich ausklingen. Schon früh am Morgen hören wir zwei Männer miteinander sprechen. Moni schaut kurz beim Fenster raus und meint, die sind doch tatsächlich am Schwimmen. Bald darauf sehen wir, ein bisschen entfernt von den zweien, einen dritten. Irgendwann läuft einer pfeifend am Willi vorbei und dann sehen wir, dass das ja unser Strolch ist. Jetzt wissen wir, warum er so frisch aussieht am Morgen. Wir anderen können das schwimmen ohne Probleme auslassen, doch beeindruckt sind wir schon ein wenig vom Todesmut den Andreas da gezeigt hat.  Nach einem gemeinsamen Frühstück fahren wir dann im kleinen Konvoi Richtung Delphi. Bei diesem herrlichen Wetter macht es doch richtig Spass, diese alt ehrwürdigen Säulen zu besichtigen, auch wenn wir vergebens nach dem Orakel suchen und dir somit auch nichts über die Zukunft sagen können. Schade wir haben uns wirklich Mühe gegeben.

Für den Eintritt von 6 Euro pro Person, gibt es sehr viel zu besichtigen. Es hat auch noch nicht so viele Leute. Wenn man so allgemein die Statuen in Griechenland betrachtet, fällt einem auf, dass die Männer vielfach nackt sind, während die Frauen immer in Tücher gehüllt sind. Was uns auch noch auffällt, in der Antike galt es anscheinend als männlich perfekt, wenn man grosse Eier und dafür einen Kleinen .... hat. Spannende Sache wie sich alles ändert im Laufe der Zeit.

Am Abend finden wir in Phokis wieder einen herrlichen Schlafplatz direkt am Meer. Moni hat die dumme Idee für eines unserer Adventsfenster ein Schattenspiel zu machen. (Das hat sie bei der Turner-Abendunterhaltung ihrer Tochter abgeguckt. Bei denen hat das ja auch super ausgeschaut.) Nun möchte Sie Oliver davon überzeugen. Zum Glück hat sie in Andreas jemanden gefunden, der für solche Sachen zu haben ist. So haben die zwei alles schon vorbereitet, während Natsuda einen Apero macht und Oliver das Abendessen vorbereiten. Nach dem wir unseren Hunger gestillt haben, gehen wir also raus. Es gibt viel zu lachen und es kommen immer mehr Ideen, was wir noch machen könnten. Leider können wir dann wegen Qualitätsmangel nicht alle Filme gebrauchen. Aber es hat mächtig Spass gemacht. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Strolch (Dienstag, 25 Dezember 2018 01:07)

    Stimmt, und dafür hat sich Moni sogar die Knie schmutzing gemacht und Laila musste auf Befehl LANGSAM gehen. Aber lustig war's ... und kalt.

  • #2

    s'Tanti (Dienstag, 25 Dezember 2018 14:10)

    .....Und wieder eine interessante Reisereportage und wunderschöne Aufnahmen. Diese Klöster stehen wie an vielen Orten an sehr exponierten Lagen. Wow, schon nur der Weg dorthin macht Dich vom Sünder zum ehrlichen Büsser !
    Das Schattenbild mit dem drei armigen Gläser- und Weinhalter gefällt mir persönlich am besten !
    So delikates Essen, das glaube ich Euch auf den ersten Blick, dass es Euch an nichts fehlt.
    Wunderschön Delphi und seine Umgebung. Man sieht, dass diese Steinhauer viel mehr Zeit und Fantasie hatten als die heutigen Künstler, wo man nicht mehr erkennen kann, was es sein soll.
    Wusste gar nicht, dass die Griechen so schöne "Glocken" haben. Sehr schöne
    Aufnahmen !

  • #3

    Marielle (Mittwoch, 26 Dezember 2018 12:17)

    En super bricht! D’föteli sind de hammer! =D

  • #4

    Vreni (Montag, 31 Dezember 2018 18:17)

    Toller, interessanter Bericht ! Heinomol, da wäre ich auch sehr gerne dabei gewesen !
    Aber heya: habt Ihr wirklich richtig geschaut bei den männlichen Statuen ? ist da nicht etwas abgebrochen ?
    Übrigens habe ich für EUCH das ORAKEL von DELPHI befragt für 2019:
    το καλύτερο δεν έχει έρθει ακόμα ! Το νέο έτος Θα είναι φοβερό, ευτυχισμένο, άγριο και απολύτως φοβερό !
    Übersetzung Google: The best is yet to come ! The New Year it's gonna be super, happy and wild, and absolutely awesome !!! In diesem Sinne: Cheers to a happy New Year !!