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Neujahr 2019

Da uns Nafplio so gut gefällt, und es auch einen grossen Parkplatz direkt am Hafen hat, beschliessen wir das neue Jahr hier zu begrüssen. Leider regnet es schon den ganzen Tag wie aus Kübeln und es ist auch sehr kalt, mit nur gerade 4 Grad. Wir trotzen Wind und Regen, und machen uns um 20.30 Uhr zügig auf ins vermeintliche Getümmel. Doch wo gestern noch Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte, ist heute nur noch tote Hose. Keine Menschen Seele ist da und unsere Schuhe sind schon nach 500 Metern so nass, wie wenn Du Wasser treten würdest und dazu ist es auch noch Arsch kalt. 

Bei jedem Restaurant wo Moni rein will, meint Oliver, da ist ja kein Mensch drin, da will ich nicht rein. Ok. Wir laufen also mit unseren gefüllten Wasserschuhen weiter, frieren bis auf die Knochen, bis Moni meint, die Griechen kommen vielleicht erst später, du kannst ja nicht bis Mitternacht essen. Also weiter, bis zu einem, den wir schon im Internet gesehen haben. Aber schon an der Türe sagt die Frau, sie seien völlig ausgebucht, obwohl das Restaurant komplett leer ist. Toll, also weiter mit unserer Wanderung, wie damals Maria und Josef. Auch bei den nächsten drei, alles besetzt, obwohl niemand da ist. Dann beim nächsten, sagt der Mann, sie seien voll, aber draussen ist noch frei. Moni fragt, ist es dort warm? Er meint trocken, wir können ja mal schauen. Ok, wir sind der Meinung, dass ist doch besser als gar nichts und setzen uns unter den Strahler. 

Von oben wird es wenigstens ein wenig warm, während wir unter dem Tisch eine Pfütze machen, mit dem Wasser das aus unseren Schuhen läuft. Also bestellen wir uns was, und schon bringt der Kellner so ein Stüpflisäuceli mit Brot und Bierstengel. Mmm, sehr fein. Noch nicht mal fertig gegessen, kommen schon unsere Vorspeisen. Hei, das geht ja zackig. Aber bei so wenig Kundschaft hat der Koch ja auch Zeit. Aber noch nicht mal mit der Hälfte fertig, bringt er schon das Essen. Das stört uns jetzt schon ziemlich. Wir sind ja schliesslich nicht auf der Flucht. Kaum sind unsere Teller leer, räumt er ab und bringt Schoko-Muffins mit Schlagrahm, obwohl wir das gar nicht bestellt haben. Moni meint noch zu Oliver, ob wir wohl was sagen müssten, vielleicht ist das ja für jemand anderes gewesen. Aber er meint, nein, das essen wir jetzt. Oliver hat das grössere Stück bekommen, und hat noch einen Rest im Teller, als draussen im strömenden Regen ein Hund an der Scheibe die Nase plattdrückt. Jö, der arme Kerl. Moni meint, gib ihm doch den Rest des Muffins, aber bis Oliver sich entscheiden kann, ist er weg. Kurze Zeit später steht er wieder tropfnass vor der Scheibe. Oliver nimmt die Hälfte des Küchleins und stopft es unter der Scheibe durch, bis er wieder mit rotem Kopf unter dem Tisch hervorkommt und lacht und sagt, die Scheibe geht durchgehend bis zum Boden, da gibt es kein Loch, und jetzt habe ich das Küchlein so doll reingestopft, ich bring’s nicht mehr raus. Ach, was soll’s. Wir haben so kalt, dass wir beschliessen in einer warmen Bar einen Drink zu nehmen. So erheben wir uns ganz steif vom Stuhl und gehen. Aber Du wirst es nicht glauben, alle Bars, die wir vor dem Essen noch gesehen haben, haben jetzt schon geschlossen. Bis wir eine finden und einfach reingehen. Oh, ist das kuschelig warm und die Frauen sitzen da auch zum Teil sehr leicht bekleidet an den Tischen. Also es ist wirklich schön warm. Wir bestellen uns zwei Drinks und können uns tatsächlich nach und nach aus unseren vielen Jacken, Schal und Handschuhen schälen.

Wir kommen uns vor wie so zwei Alpöhis. Wir können vor lauter Menschen studieren gar nichts anderes mehr sprechen. So geht das nicht weiter, wir müssen wieder mehr unter die Leute. 

 

Kurz vor Mitternacht wird das Licht gedämmt, und sie zählen auf Griechisch von 10 retour. Das war’s. Licht an und 2019 ist da. Fertig. So bezahlen wir, und marschieren im Eiltempo zurück zum Willi, wo ja die Heizung die ganze Zeit an war wegen Laila, also ist es dort sicher schön warm. Aber jetzt müssen wir zuerst Laila ins Mänteli packen und mit ihr noch eine Runde drehen. 

So endlich, zuerst Laila auspacken und trockenlegen und dann unsere nassen Sachen irgendwie aufhängen, so dass man doch noch in die Toilette kommt. Ach wie schön, Wollsöckli und Wolldecke zur normalen Decke und gut ist’s. Herrlich. Die Heizungsdüse hat in der Zwischenzeit die Bettdecke auch schon vorgewärmt. Happy End.

Nein weit gefehlt. So eben schön aufgetaut, fängt Laila an zu jammern. Nein, bitte nicht. Sie will einfach partout nicht lernen aufs Töpfchen zu gehen. Also los, alles anziehen und wieder raus. Aber sie ist ja auch eine Arme. Sie hat wieder einmal Durchfall. Was soll’s, also das ganze Prozedere zurück und wieder ab ins warme Bett. 

Ja, das war unser Sylvester in Griechenland.

 

Ach ja, übrigens am 25. Dezember wollten wir Brot kaufen, aber alles hatte zu. Da wir annahmen, dass hier in Griechenland Weihnachten und Neujahr erst später gefeiert wird, hat Moni bei einem Kaffee mit Konditorei gefragt, ob sie Brot haben, da meint die Verkäuferin, nein heute ist alles zu. Und auf die Frage, warum denn? Antwortet sie freundlich, aber ein bisschen entgeistert: „It’s Christmas?!?!“ Ach so, immer diese Dödligen Touris.

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