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Einreise in die Türkei

Am Donnerstag, 31. Januar 2019, fahren wir an die griechische Grenze bei Kipoi, wo wir in die Türkei nach Ipsala einreisen möchten. Es regnet, mehr oder weniger ohne Unterlass, was unserer Stimmung nicht gerade zuträglich ist. Endlich beim griechischen Grenzzoll. Hier zeigen wir kurz unsere Identitätskarten und schon winkt er uns durch. Juhu, das ging aber flott. Dann geht die Fahrt über den Grenzfluss, wo sich die schwer bewaffneten Soldaten in kleinen Häuschen gegenüberstehen. Zudem blicken da alle sehr grimmig in die Welt und es macht nicht gerade den Eindruck, dass es sich hier, um befreundete Nachbarn handelt.  Dann beim türkischen Zoll zeigen wir wieder beide ID’s und Lailas Heimtier-Ausweis. Auch hier können wir weiterfahren, zu unserer Überraschung ging auch alles flott. Doch dann kommt schon der nächste Zöllner, dem wir auch wieder brav unsere Papiere geben, inklusive Lailas Ausweis. Den interessiert ihn aber einen feuchten, nur bei unseren Unterlagen schaut man hier genauer hin. Zuerst werden die Dokumente auf ihre Echtheit geprüft und dann alles in einen Computer eingetragen, aber auch hier geht alles flott von statten und wir dürfen weiter zum nächsten Fenster. Wir fühlen uns fast schon wie bei der Amerikanischen Fast-Food-Kette, wo man auch immer ein Fenster weiterdarf. So bekommen wir noch einen kleinen Zettel mit einem Stempel und dem Einreise-Datum, da wir ja die ID gezeigt haben und nicht den Pass. 

Beim nächsten Schalter scheint es aber etwas komplizierter zu werden. Denn nun wollen sie alle Fahrzeugpapiere, inklusive der grünen Versicherungskarte. Dann fordert er Oliver auf, auszusteigen und ihm unsere Garage zu zeigen. Alles paletti. Jetzt will er in unseren Willi. Dafür muss aber Laila raus, denn sonst steige er nicht ein. Moni begrüsst ihn freundlich, wird aber ignoriert. Er guckt unter die Bettdecke, hebt die Matratze bis zum anderen Ende, schaut in den Kleiderkasten, unser Büro, und dann geht er wieder. Nach diesem Prozedere begibt er sich zum nächsten Auto hinter uns und wir warten brav, bis wir weiter zum nächsten Fenster fahren dürfen. Langsam stinkt es uns, eigentlich sollte man nur bei schönem Wetter über einen solchen Grenzübergang, dann wären sicher alle etwas besser gelaunt. Endlich ist es soweit und wir können zum nächsten Fenster fahren. Nun meint der nette Herr, wir müssen da vorne parkieren und warten. Auf was denn?  Da er sowieso alle unsere Papiere hat, machen wir das und warten. Dann nach einer gefühlten Ewigkeit kommt er wieder und fragt, wie lange wir hierbleiben wollen. Oliver meint 2, 3 Monate. Da schaut er ihn ganz grimmig an und meint: „Allerhöchstens 3 Monate, 3 Monate ab heute, klar? 3 Monate und keinen Tag länger!“ Ja, alles klar, wir wollen uns hier ja nicht niederlassen. Super, jetzt haben wir es sicher geschafft. Doch was sehen wir? Nein, nicht schon wieder ein Fenster, in dem einer sitzt. Aber zu unserer Erleichterung winkt er uns einfach durch. Juhu. Wir haben es nun definitiv geschafft. Wir sind in der Türkei, auch wenn es immer noch wie aus Kübeln giesst, machen wir uns auf den Weg nach Kesan, denn wir brauchen dringend Türkische Lira und ein neues Telefon Kärtchen. In Kesan regnet es immer noch so stark, dass die Strassen alle überflutet sind. Moni meint, es reicht ja, wenn jemand an den Bankomaten geht, ich warte mal hier. Ja super, also stoffelt Oliver durch den Regen zum Automaten, wo er 1200 Lira raus lässt, also ca. 230 CHF. Da wir weiter unten einen Vodafon Shop gesehen haben, beschliessen wir dahinzufahren, da sich Oliver schlicht weigert diese Strecke zu Fuss bei diesem Regen zu gehen. Das war auch gut so, denn kaum unser Anliegen vorgebracht, teilt er Oliver mit, dass er kein Kärtchen an Ausländer verkaufen dürfe. Das mache nur der obere Vodafon Shop. Ja super, also alles wieder zurück. Als wir den oberen Shop sehen, machen wir den Türken und parkieren Willi einfach auf einer abgesperrten Fläche. Also nichts wie raus, in den Regen und rein in den Laden. Juhu, hier bekommen wir eine SIM Karte für Touristen. Wir haben gelesen, dass die Preise sehr willkürlich seien. Doch von dem merken wir nichts. Wir bekommen genau den Preis, der auf dem Werbe-Plakat steht. Als Oliver nun seinen Ausweis geben muss, findet der nette Herr, dass er die ID nicht akzeptieren könne, nur einen ordentlichen Pass. Ja klar doch, wie könnte es auch anders sein. Raus aus dem Laden, in den Regen zurück zu Willi, über die komplett überflutete Strasse und wer nun denkt, dass irgend ein Türke Mitleid mit einem hat und versteht, dass er im Auto im trocknen sitzt und Oliver im Regen steht und Darum..... NEIN! Keine Chance. Auto stark, Mensch schwach, also gewinnt das Auto. So einfach kann das Leben sein. Danach ging aber alles ganz schnell, ausser dem Aufschalten, das geht etwas länger, ca. 1 Stunde. Aber was soll’s. Wir müssen uns jetzt sowieso einen Schlafplatz suchen, da die Türkei ja nicht in der gleichen Zeitzone ist und es somit noch eine Stunde später ist als in Griechenland. Also nichts wie los. Bei einem alten Kriegsdenkmal finden wir einen halbwegs lauschigen Platz. 

Foto vom nächsten Tag

So denken wir uns das zumindest. Bis eine laute Stimme, aus einem scherbelnden Lautsprecher erklingt, die alle zum Gebet ruft. Ja da sind wir zuerst ziemlich erschrocken, denn daran haben wir gar nicht mehr gedacht und seit Marokko haben wir das nicht mehr gehört. Es ist zwar nicht der schönste Schlafplatz, aber ruhig und für die erste Nacht in der Türkei ganz OK, es kommen ja sicher noch ganz viele wunderbare Plätze auf uns zu. 

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Kommentare: 3
  • #1

    s'Tanti (Montag, 04 Februar 2019 14:21)

    Ui, ui, ui, Zollkontrolle. Hat der sich vorher die Hände gewaschen, bevor er sich an Euer Bettinhalt machte ? So ein Wunderfitz !
    Hey, schöne Weiterfahrt in der Türkei und viele, viele sonnige und interessante Tage.........

  • #2

    Vreni (Freitag, 15 Februar 2019 23:22)

    da seit ihr von den Türken wahrlich nicht gerade mit offenen Armen empfangen worden.
    Hoffen wir dass die Leute - und auch das Wetter - dann noch etwas freundlicher werden.
    Sonst: Tschüss Türkei !

  • #3

    Marianne (Montag, 04 März 2019 12:40)

    Emil meinte: "Türkei wäre aktuell nicht sein Ferienland, mit dem Erdogan-Tyrann!"