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Kas

So führt uns unsere Reise wieder Richtung Meer. Doch zuerst müssen wir die Berge überqueren. Es schneit wieder mal den ganzen Tag, und wieder fragen wir uns, wieso? Wir wollten doch der Sonne nach. Unterwegs sehen wir einen Wegweiser, der zu einem Wasserfall führt. Obwohl es immer noch schneit, fahren wir tapfer dem Wegweiser nach. Inzwischen ist es auch schon am ein dunkeln und wir kommen immer höher, die Strasse wird immer schmaler, steiler, kurviger, schneebedeckter und die Dunkelheit hat gesiegt. 

Irgendwann müssen wir uns eingestehen, dass es absolut keinen Sinn macht, denn wir haben keine Ahnung wie weit es noch ist und die Strassenverhältnisse werden immer schlechter. Nur das Problem ist, wir können hier den Willi nicht umdrehen. Aber Oliver und Willi sind ein eingespieltes Team und machen das mit links, und Moni ist froh, dass sie nicht raus muss, um zu lotsen, bei diesem Wetter. Endlich wieder im Dorf angekommen, entschliessen wir uns, genau im Dorfzentrum zu übernachten. Vielleicht ist das ja besser, als ausserhalb. Wir lassen uns überraschen, ob wir irgendwann in dieser Nacht noch Besuch bekommen. 

Aber nein. Moni kann herrlich schlafen, während es Oliver zu laut ist. Völlig gerädert steht er am Morgen auf und meint, heute brauche ich aber einen Mittagschlaf.  Er sagt, er gehe kurz mit Laila spazieren, damit wir nachher gleich loskönnen. Moni ist noch nicht mal fertig mit ihrer Morgengymnastik, als die beiden schon wieder hier stehen. Oliver ist sauer und meint, mit diesem doofen Hund kann man ja nicht mal im Dorf spazieren gehen. Sie jagt allen Hühnern nach und ich bin der, den sie böse angucken. Moni meint, aber Du hast sie ja an der Leine?! Ach kein Problem, dann fahren wir jetzt und gehen ausserhalb spazieren. Gesagt, getan. Nach kurvenreicher Strecke, halten wir an einer Stelle mit Meersicht, kochen uns was und genehmigen uns den wohlverdienten Mittagsschlaf. Bis wir unsanft aus unserem Schlaf gerissen werden. Da haut uns doch tatsächlich einer mit der Hand auf die Motorhaube. Moni fällt fast aus dem Bett vor Schreck. Da sie jetzt eh schon steht, will sie die Türe öffnen, doch Oliver meint, er mache das. Es stehen zwei jüngere Polzisten draussen, und fragen in gebrochenem Englisch, was wir hier machen. Oliver antwortet, wir haben hier etwas gegessen und jetzt, wie ihr ja von draussen sehen konntet, haben wir hier geschlafen. Wo ist das Problem? Ist das verboten? Keine Antwort. Sie fragen, wohin wir denn wollen, da meint Oliver nach Antalya. Woher wir kommen, wollen sie auch noch wissen. Da antwortet Oliver leicht gereizt, an der Nummer seht ihr, dass wir aus der Schweiz sind, und wir haben auf jeder Seite dieses Schweizerkreuz, dass ihr ja sicher gesehen habt. 

So wünschen sie uns noch eine gute Fahrt und gehen. Doch zu früh gefreut. Da kommt der Big Boss noch persönlich vorbei. Er kann zwar kein Wort Englisch, ist aber der älteste und auch der Ranghöchste. Das lässt er uns auch ziemlich spüren. Der lässt jetzt aber schön den Macker raus. Blöd für ihn, dass er uns mit seinem Gehabe kein bisschen imponieren kann. Er will unsere Pässe, und Oliver gibt ihm die beiden Pässe. Er schaut sie wichtigtuerisch an und blättert darin herum. Als er fertig ist damit, fragt Oliver ihn, ob er den Zettel mit dem Einreisedatum nicht auch noch brauche. Man sollte keinen türkischen Mann reizen. 

Er gibt uns alles zurück und meint, wir sollen weiterfahren und knallt uns die Türe vor der Nase zu, ohne dass wir noch was sagen können. Es nervt Oliver, dass ihm nie jemand sagen kann oder will, wo denn das Problem ist, dann könnte man es ja vielleicht verstehen. So beschliessen wir, gegen Abend, mitten in Kas am Hafen zu parken. Das ist ja anscheinend besser als ausserhalb, so wie wir uns das gewöhnt sind. Kas ist ein kleines, herziges Touristendörfchen, mit einer schönen Piazza. 

Aber Oliver ist die Lust auf die Türken vergangen. Moni macht noch einen Nachtspaziergang durch das Dorf und meint als sie retour ist, hier sitzen alle draussen, überall hat es Musik, es ist richtig schön hier. Am nächsten Morgen meint Moni, sie gehe mal mit Laila schauen, ob es irgendwo Gipfeli oder ein frisches Brot gibt. Als sie retour kommt, ist Oliver immer noch im Bett. Da wir noch ein paar Lebensmittel brauchen, lässt sie Laila bei Willi und macht sich von dannen. Sie kommt glücklich und zufrieden mit sieben kleinen Einkaufstaschen zurück. Wie ein Jäger präsentiert sie ihre Beute und erzählt Oliver wie nett und freundlich hier alle sind. Er meint nur trocken, ist ja logisch, die wollen ja alle auch was verkaufen. Aber, das muss man ihr lassen, für nur 35 Lira hat sie jede Menge feiner Sachen gekauft. Da es hier so friedlich ist, und wir ja anscheinend auch in der Nacht willkommen sind, bleiben wir gleich nochmals eine Nacht hier. Moni findet, dieses Dorf tut uns gut, komm doch mit. Aber Oliver hat keine Lust darauf.  

Am nächsten Morgen machen wir bei bestem Wetter und warmen Temperaturen einen Hafen und Dorf Rundgang. Wir schauen den kleinen Schiffchen zu, wie sie aus dem Hafen fahren und winken den Leuten brav zurück.

Da es so herrlich warm ist, möchten wir zu den Felsen Gräbern, in einer nahegelegenen Bucht, die normalerweise, mit dem Schiff angefahren wird. Doch Oliver möchte lieber zu Fuss die Sachen erkunden. So machen wir uns mit dem Willi auf, so nah wie möglich an den Küstenabschnitt zu fahren und dann nehmen wir den Rest unter die Füsse. 

Nach GPS sollte es einen Weg geben, der bis zu einer Pension mit einem Parkplatz führt, da wollen wir den Willi abstellen. Doch weit gefehlt. Da ist nur ein Feldweg und der führt zu einem kleinen Bauernhof, der offensichtlich von einer älteren Frau bewirtschaftet wird. Sie heisst uns herzlich willkommen und meint, wir können unser Auto hier auf ihrer Zufahrt stehen lassen. Es komme und gehe niemand. Nun gut. So parkieren wir Willi so dicht es geht am Rand und machen uns dann auf die Socken. 

Aber so geht das nicht, die Frau deutet uns, dass sie uns den Weg zeigen werde und führt uns quer durch ihren Gemüsegarten und die Obstbäume, bis es eine Wandermarkierung hat. So, von da an können wir nur noch diesen folgen, bis zu den Gräbern. 

Es geht über Stock und Stein, im wahrsten Sinne des Wortes, doch es lohnt sich nur schon wegen all den Blumen die blühen und den Eidechsen, die sich an der Sonne wärmen und so flink sind, dass wir immer zu spät sind um sie zu fotografieren.

Nach einiger Zeit wird der Weg so unwegsam, dass es unmöglich ist mit Laila da durchzukommen. So beschliessen wir, dass Moni und Laila warten und Oliver alleine weiter geht bis zu den Gräbern. Ja, der Weg wird so eng, dass man nur noch einen Fuss vor den anderen setzen kann und sich an einem Seil festhalten muss, um nicht die 80m ins Meer zu stürzen. 

Und dann endlich sind die Gräber da. Doch so wirklich gelohnt hat es sich nur halb. Siehe Fotos.

Doch alles in allem, war es ein sehr schöner Ausflug mit viel Frühlings Gefühl und T-Shirt Temperaturen.

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Kommentare: 2
  • #1

    s'Tanti (Samstag, 02 März 2019 13:25)

    oh, Frühling, so schön........

  • #2

    Marianne (Sonntag, 03 März 2019 21:17)

    Die Blumen sind ja eine wahre Pracht. Monika, zum Glück war der Weg bis zu den Blumen gut, die Gräber, na ja.......!

    Oliver, beim Einkaufen war wohl nicht nur das der Grund: "logisch, die wollen ja alle auch was verkaufen", sondern das Geschick und die Ausstrahlung von Monika :-)