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Auf nach Georgien

Am Dienstag, 12. März 2018, fahren wir um 12.30 Uhr an die Grenze. Die rechte Spur staut sich schon über mehrere Kilometer mit Lastwagen. Aber da wir ja nichts zu verzollen haben und auch kein Lastwagen sind, fahren wir fein säuberlich auf der freien Spur bis zur Grenze. 

Das läuft ja wie am Schnürchen. So kommt dann auch schon ein grimmig dreinschauender türkischer Zöllner. Er spricht uns auf Türkisch an, und macht auch keine Anstalten, sich auch nur ein wenig Mühe zu geben, dass man ihn verstehen könnte. Auf jeden Fall muss Moni aussteigen. Dann muss sie ihm die Seitentüre öffnen, damit er rein kann. Da wird nicht nur unter die Matratze geschaut, nein, jede grössere Schranktüre wird geöffnet und da er den Kühlschrank wegen der Sicherung nicht selber aufbringt, muss Oliver diesen auch noch öffnen. So kommt er wieder raus und sagt, Moni müsse da vorne bei der grossen Halle über den Zoll. Toll, wie soll das denn gehen. Da wir ja mit der ID eingereist sind, haben wir ja nur einenZettel mit dem Einreisestempel bekommen. Und den hat ja Oliver jetzt. Was soll’s, so läuft sie mit ID und Pass in der Hand zur grossen Halle. Super und was jetzt? Sie fragt einen, der da einfach so rumsteht. Nach längerem hin und her meint er, der linke Weg führe zur Georgischen Grenze. Sie läuft und läuft und nimmt das Rollband, das ist ja schon fast wie am Flughafen. Durch die Scheiben, sieht sie immer wieder Oliver mit Willi in der Kolonne stehen. 

Super, dann müssten wir ja beide fast gleichzeitig in Georgien ankommen. Endlich kommt sie zu einer Warteschlange. Der Mann im Kontrollhäuschen will mit der ID zusammen den Einreisezettel. Aber den hat ja Oliver. So fragt er nach dem Pass. Er blättert und blättert und findet keinen Stempel. Er schaut sie an und fragt, Monika? Sie antwortet, yes. Er fragt, how are you? Sie meint, fine, thank you. Und denkt sich, bis jetzt noch gut. And you? Schliesslich hat sie das ja so gelernt, oder? Er lächelt und meint, fine, thank you. Wieder blättert er im Pass umher. Moni versucht ihm nochmals zu erklären, dass wir nur einen Stempelzettel haben und dieser bei Oliver im Willi ist. So ruft er einen Polizisten, der guckt sich das Ganze auch noch an, dann holt der noch einen zweiten, der guckt auch wieder. Der Zöllner meint wieder, Monika? Moni schaut ihn nur an, da meint er, kein Problem. Den Spruch kennen wir ja zur Genüge. Na dann hofft sie jetzt mal, dass er endlich den Stempel reinknallt und sie gehen kann. Die beiden Polizisten verziehen sich wieder. Er fragt wieder, Monika? Sie, yes? Er ganz lässig, no problem! Ja dann mach doch endlich diesen vermaledeiten Stempel und lass sie gehen. Langsam und ganz genüsslich drückt er den Stempel in den Pass und wedelt damit in der Luft, um ihn zu trocknen. So gut jetzt, gib das Ding schon her, denkt sich Moni. Wieder kommt ein, Monika?  Sie, yes? Have a nice day.  Ja ja, das selbe wünscht ihm Moni auch und verzieht sich so schnell es geht. Aber jetzt kommt ja auch noch der Georgische Zoll. Dort wieder dasselbe Prozedere. Hier wird zum Glück nicht gesprochen, aber auch der blättert wie wild im Pass herum. Moni denkt sich, was zum Kuckuck sucht der denn? Es hat ja noch so viele freie Seiten, mach’s doch einfach irgendwo rein. Warum ist das nur so schwer. Normalerweise sind es doch die Frauen die sich nicht entscheiden können, soll ich hier oder soll ich dort. Endlich betritt sie georgischen Boden und sieht Oliver, wie er beim letzten Kontrollhäuschen steht und nicht weiterkommt. Ein Mann fragt Moni, ob das ihr Mann sei. 

In Georgien sei es obligatorisch, dass man eine Fahrzeug Versicherung hat, und falls wir auch noch eine Telefonkarte brauchen, er mache das alles. Sie meint nur, keine Ahnung. Endlich darf Oliver weiterfahren. Der Mann hält Oliver gleich an und fragt ihn, ob er schon eine Versicherung habe. Er weist uns gerade auch noch den Weg, wo wir dann parkieren können. So bezahlen wir für die Fahrzeugversicherung 60 Lari (ca. 23 Fr.) und für die Simkarte will er uns mit 5 GB abservieren. Oliver meint, das sei nicht genug. 10 GB? Nein, mehr! So will er uns 16 GB verkaufen für 80 Lari. Da sich Oliver schon im Voraus im Internet erkundig hat, was das so kostet, meint er, dass sei zu teuer. So geht der Mann kurz raus und kommt dann mit einem offiziellen Block mit den verschiedenen Angeboten zurück. Jetzt bekommen wir 30 GB Daten für 80 Lari. (ca. 31 Fr.) Super. Das nehmen wir und sind froh, dass wir uns nicht auch noch um das kümmern müssen. Juhu, jetzt kann es endlich losgehen, unser Georgien-Abenteuer kann beginnen. Jetzt, will Moni wissen, warum Oliver denn so lange brauchte für den Grenzübertritt. Er meint, als du gegangen bist, konnte ich auch gleich weiterfahren, und beim nächsten Häuschen wollten Sie die Fahrzeugpapiere und den Ausweis. Da auf unserem Einreisezettel beide Namen stehen, suchten sie im Ausweis auch nach beiden Namen. So versuchte ich ihnen zu erklären, dass du ja zu Fuss unterwegs seist. Was sie aber nicht verstehen wollten. So verlangten sie nach einem weiteren Ausweis. Auch im Pass suchten sie nach deinem Namen, bis er dann einen Vorgesetzten holte, und dieser dann nach langem hin und her den Stempel reindrückte. Dann konnte ich weiterfahren. Beim georgischen Zoll besichtigten wieder 2 Zöllner unseren Willi, inklusive Matratzen Kontrolle und hier wurden dann auch noch Laila’s Papiere kontrolliert. Dann konnte ich zur nächsten Station fahren, dem eigentlichen Zoll. Hier wollten sie den Pass und machten den Stempel rein. Danach ging es zur Polizeikontrolle, wo du mich ja gesehen hast. Dort wollten sie alle Papiere vom Willi sehen. Das hat halt ein bisschen länger gedauert. Ach, Hauptsache es hat geklappt. So fahren wir nun, geradewegs Richtung Batumi, wo wir den Rest des Tages verbringen, und uns von der neuen und alten Architektur und dem schon fast subtropischen Klima verführen lassen. 

Es ist hier so angenehm ruhig und warm, dass wir beschliessen, am Steinstrand von Batumi einen Drink zu nehmen, und Hunger haben wir ja sowieso.

Wir sind wieder einmal so richtig in Ferienstimmung. Wir schlendern durch den herrlichen Park, sehen einen riesigen Pelikan mit cooler Frisur und staunen über die im freien stehenden Billardtische. Von weitem schon sehen wir ein paar Männer, die um einen Tisch herumstehen. Sie spielen Backgammon. Was wohl spannender ist? Selber spielen oder mitfiebern? Auf jeden Fall herrscht eine Stimmung, schon fast wie bei einem Fussballspiel. 

Zurück im Willi, lassen wir den Abend ausklingen, und sehen, dass immer wieder 2 Männer mit Leuchtwesten zu uns rüber schauen. Bis dann irgendwann der kleine, ohne Zähne bei uns an die Türe klopft. Er will 20 Lari für den Direktor und 3 Lari für sich. Wir fragen für was denn? Er meint, um hier zu Parken, wir können auch hier schlafen. So gibt Oliver ihm 25 Lari und meint, er möchte aber ein Ticket haben, und das Retourgeld. Ja, ja, kommt gleich, meint er und läuft schnell zum korpulenten Mann hinüber. Zack und verschwunden sind die beiden. Wir ärgern uns, aber, wenn man nicht weiss, ob es hier wirklich so funktioniert, was soll man denn da machen. Auf unserem Nachtspaziergang sehen wir die beiden wieder und fragen nach unserem Ticket. Ja gleich, der Direktor bringe es in 20 Minuten vorbei. Da sehen wir, wie die beiden in ein Taxi steigen und wegfahren. Am nächsten Morgen geht Moni mit Laila zur Touristeninformation, und erkundigt sich, was das heisst auf dieser Parktafel. Die Frau übersetzt alles und schreibt es auch gerade noch auf. 

Moni ist empört, zeigt ihr auf einem Foto auf welchem Parkplatz wir stehen und fragt dann, was denn die zwei Männer mit der Leuchtweste für eine Funktion haben. Sie meint, die helfen dir beim Parkieren und dafür gibt man dann einen Lari. 

Als Moni ihr erzählt, dass wir 25 Lari bezahlt haben, meint sie, dass das eine Frechheit wäre, und wir in einem Hotel eine Parkkarte bekommen. 1 Tag für 1 Lari und 7 Tage für 5 Lari. Jetzt kommt sich Moni noch mehr verarscht vor. Schnell eilt sie mit Laila zurück zum Willi und was sieht sie da? Die zwei stehen schon wieder beim Willi und diskutieren wild mit Oliver. 

Moni steigt mit Laila ein und will wissen was los ist. Als Oliver ihr erzählt, sie wollen nochmals 25 Lari, geht Moni’s Temperament mit ihr durch. Sie meint, er sei ein Betrüger, sie wäre auf der Touristeninformation gewesen und es sei eine Frechheit, sie könnte jetzt zur Polizei gehen und ihn anzeigen. So schliesst Oliver das Fenster und wir fahren davon. Oliver meint, was ist denn mit Dir los, und so erzählt sie ihm alles. Wir sind wirklich grosszügig, geben auch meisten mehr als wir müssten, aber, wenn man so über den Tisch gezogen wird, ist das einfach nur frech. Na hoffen wir, dass das eine Ausnahme war. Wir wollen uns jetzt nicht schon, den sehr guten ersten Eindruck von Georgien verderben lassen.

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Kommentare: 5
  • #1

    Leve (Freitag, 22 März 2019 17:07)

    Daher kommt der Begriff: Lara Fari!

  • #2

    Leve (Freitag, 22 März 2019 17:08)

    Meine natürlich: Lari Fari.

  • #3

    s'Tanti (Samstag, 23 März 2019 17:01)

    Hey, was für eine originelle Gartenwirtschaft am Strand ! So schön....
    Recht schöne Weiterreise in Georgien und viel Geduld mit den Parkplatz-Helfern. Der Versuch bei Euch hat sich für die Beiden ja sowas von gelohnt, hi, hi, hiiii

  • #4

    Marianne (Donnerstag, 11 April 2019 14:07)

    Naja, zum Glück habt ihr euch bei der Telefonkarte nicht über's Ohr hauen lassen. Aber mich hätte das genauso wie dich, Monika, mega geärgert. Aus Fehlern lernt man/frau :-)

  • #5

    Marianne (Donnerstag, 11 April 2019 14:07)

    Naja, zum Glück habt ihr euch bei der Telefonkarte nicht über's Ohr hauen lassen. Aber mich hätte das genauso wie dich, Monika, mega geärgert. Aus Fehlern lernt man/frau :-)