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Visa für Russland V.II

Ja, hier am See machen wir uns ein feines Essen, gehen mit Laila spazieren und überlegen uns die Route die wir bis Sonntag machen wollen. Auf keinen Fall darf sie zu weit sein, sodass wir es sicher schaffen, am Sonntagabend wieder in Tbilisi zu sein. Schliesslich müssen wir am Montag um 10 Uhr im Russischen Visa Center sein. So planen wir eine Route von ca. 300 Km in den Osten von Georgien. 

Wir geniessen die Landschaft, die Klöster, Kirchen und Burgen die uns auf Schritt und Tritt begleiten. Leider ist es relativ kühl und es geht immer ein Wind, mit dem es sich noch ein wenig kühler anfühlt, als es eh schon ist. 

Hier in Georgien ist es ungleich schwerer an Wasser zu kommen, denn es gibt nur wenige, öffentlich zugängliche Brunnen und die, die es gibt sind sehr begehrt, auch bei den Einheimischen. In dieser Region wird relativ viel Wein angebaut und alle paar Kilometer gibt es ein Degustations Center. Doch bei diesen Temperaturen macht es einem nicht wirklich an und da es bei jedem offenen Ort schon einige Touristen Busse hat, haben wir keine Mühe, daran vorbei zu fahren.

 

Bei der Stadtmauer von Sighnaghi finden wir einen vermeintlich, ruhigen Schlafplatz. Wie wir schnell feststellen mussten, ist den vielen Touristen und ihren Führern nicht entgangen, dass man genau von da eine super Aussicht über das ganze Tal hat und so kommen immer wieder Auto’s und Motorräder, die sich den schönen Anblick des zuneige gehenden Tages mit Blick auf das Tal nicht entgehen lassen wollen. Zum guten Glück wird es Dunkel und die Ruhe kehrt umgehend ein, sodass wir eine herrliche Nacht verbringen können. Doch früh am Morgen, fängt es schon wieder an, mit dem ins Tal schauen, so beschliessen wir weiter zu gehen.

 

Am Nachmittag finden wir einen Platz an dem wir uns mit einem Kaffee stärken möchten, doch kaum parkiert, steht ein kleiner Hund vor dem Willi. So heisst es zuerst mal warten mit Kaffee, denn Moni muss den kleinen Hund zuerst mal ausgiebig füttern, denn er ist wirklich sehr dürr. Oliver denkt sich, zum Glück haben wir Laila, sonst müssten wir ganz sicher eine riesige Diskussion führen, ob wir den Hund nicht mitnehmen könnten. 

So verbringen wir den Nachmittag mit spazieren gehen und Hund füttern. Zum Leid von Laila bekommt heute mal ein anderer Hund den grossen Knochen und das Fett. 

Am nächsten Morgen sitzt die kleine Hündin immer noch vor dem Willi und wartet schon ganz freudig, dass Moni ihr eine grosse Portion Frühstück bringt. Ja, der Abschied von dem herzigen Hündli ist nicht leicht, aber so ist es, wir können keinen Hund mitnehmen.

 

In Tbilisi angekommen suchen wir unweit des Russischen Visa Zenter einen Parkplatz, der gerade ist und erst noch legal. Das ist kein einfaches Unterfangen in Tbilisi, doch das Glück ist uns hold und wir finden ohne zu suchen einen optimalen Parkplatz.

Nun wollen wir die abendliche Stadt noch zu Fuss ein wenig geniessen und machen uns auf den Weg Richtung Friedens-Brücke und durch die Altstadt. Ja, man muss schon sagen, es ist wirklich eine schöne Stadt, die so vielfältig ist, dass sie für jeden Geschmack etwas zu bieten hat.  

Am Morgen sind wir, typisch Schweizer, über pünktlich und werden so etwas früher zu unserem Termin vorgelassen. Ach, irgendwie stressen einem solche Termine schon etwas und dann haben die auch noch die Büros so stark geheizt, dass einem fast übel wird. Aber die junge Dame die für uns zuständig ist, ist sehr freundlich und hilfsbereit. Zuerst kommt Moni dran und schon beim ersten Abschnitt teilt sie uns mit, dass etwas mit der Schreibweise des Nachnamens bei Moni nicht stimme. Wir hatten im Formular wie gefordert ae anstatt ä geschrieben. Aber im Pass steht ä. So versucht Oliver ihr zu erklären, dass in Deutsch ä = ae sei und zudem, unten im Pass beim elektronischen Teil, der Name ja auch mit ae geschrieben steht. Zumal man das Formular gar nicht ausfüllen könne mit ä, da das Russische System diesen Buchstaben ja nicht kenne. So redet sich Oliver um Kopf und Kragen bis sie einsieht, dass dies wohl seine Richtigkeit hat und weitermacht.  Juhu! Monis Antrag ist durch. Jetzt kommt Oliver und auch da, ach du Schande, Oliver und seine drei Vornamen. Oliver hat die Vornamen die wir hier aus Peinlichkeitsgründen nicht erwähnen, mit einem Komma getrennt. Das darf man aber offensichtlich auf einem Russischen Formular nicht machen, da man meinen könnte, dass das Komma zum Namen gehöre und dann nicht mehr mit dem Pass übereinstimmt. 

Sie merkt, dass es Oliver nun fast ein wenig zu viel der Bürokratie wird und meint, geben sie mir Ihr Passwort vom Antragsformular, dann kann ich es korrigieren und neu ausdrucken.

Zum guten Glück weiss Oliver noch was er da genommen hat und ist froh, dass er nicht etwas Peinliches genommen hat. Er schreibt es der Dame auf und überreicht ihr den Zettel.

Nun noch das Foto vom alten Formular abreisen und mit Leim aufs Neue kleben und schon ist alles in Butter. 

An dieser Stelle, auch wenn die junge Frau es nie lesen wird, ein sehr grosses Dankeschön von uns an Sie.

Wir Naiven dachten, jetzt gibt es ein ¨Stämpeli¨ und wir haben unser Visum. Nein, leider nicht. Wir bekommen nur ein Blatt mit der Bestätigung, dass wir bezahlt haben und dass die Ausweise bei der Russischen Botschaft sind. Das ist alles. Sie meint ganz freundlich: „Nächsten Montag können sie mal anrufen und fragen, ob das Visa schon ausgestellt wurde oder nicht. Aber in zehn Tagen ist es ganz sicher fertig.“ Das heisst, wir wissen spätestens am 8. April, ob wir das Visum haben oder nicht. Nun hoffen wir mal ganz stark, nicht das Matthias, der alles gebucht hat, alleine in Taschkent sitzt und vergebens auf uns wartet. 

 

Nun müssen wir ganz genau berechnen, wann wir wo sind, denn das Visa ist nur 30 Tage gültig und nur für eine Einreise nach Russland. Danach geht es Visa frei nach Kasachstan für 30 Tage, dann Visa frei nach Usbekistan für 30 Tage. Da müssen wir wieder das Visa für Russland beantragen, sodass nach Usbekistan das Visa zum Abholen bereit ist. Danach Kirgisistan und Kasachstan, um dann wieder in Russland einzureisen. Du siehst, es wird immer komplizierter und glaub uns, das war noch bei Weitem nicht alles. Wir wollen ja noch in die Mongolei und da müssen wir wieder zweimal durch Russland und dann noch quer durch Russland nach Estland. Wir haben schon fast ein wenig Mitleid mit uns.  

Doch nun wissen wir ja wie es geht und hoffen, dass es in Taschkent so einfacher wird für uns.

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Kommentare: 4
  • #1

    Marielle (Samstag, 30 März 2019 21:42)

    Ich druck eu dumme für s visum
    ;-)

  • #2

    s'Tanti (Sonntag, 14 April 2019 12:07)

    Schön, habt Ihr vor diesem Bürokratiehintergrund eine herrliche Rundreise gemacht, das wäre sonst nervtötend heraus gekommen, gell. Aber Eltern denken halt oft nicht an später, wenn sie Ihren Nachwuchs benennen, das Glück im Moment ist zu gross !!!!

  • #3

    Marianne (Dienstag, 16 April 2019 10:54)

    Sind die Vornamen wirklich soooo peinlich?
    Ich hoffe einfach, dass der Zeitpunkt mit Matthias eingehalten werden konnte/kann.
    Viel Spass für die gemeinsame Zeit. Geniesst es. Tanti baccini

  • #4

    Vreni (Sonntag, 05 Mai 2019 13:04)

    grrrrr, was für eine unsägliche Beamtenkultur ! Nützen tut es eh niemandem ! Habt Ihr nach all den Spitzfindigkeiten um eure Namen überhaupt noch gewusst, WER IHR SEIT ?!