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Visa für Russland V. I

Wir machen uns also auf Richtung Tbilisi (Tiflis), da wir dort auf die Russische Botschaft müssen, weil uns unsere Reise weiter über Russland nach Kasachstan führen soll. Da wir ja nicht genau wissen, wie das so vor sich geht und wie lange es dauert bis wir das Visa bekommen, beschliessen wir, dass es mehr oder weniger auf direktem Weg nach Tbilisi gehen soll. Beim Fluss Rioni machen wir Pause. Mit Salat und Brot machen wir es uns am Ufer gemütlich und geniessen die warme Sonne. 

 

 

 

 

 

 

 

Die Strassen sind hier sehr unterschiedlich, von gut, bis fast unbrauchbar und die Strassen Beschilderung ist auch nicht immer einfach, denn die Schriftzeichen sind für uns eher Hieroglyphen, doch zum Glück ist auch hier vieles in unserer Schrift angeschrieben. 

 

Am 13. März 2019 erwischen wir unseren Willi gerade noch beim Stand von 75'000 Km. 

Am späteren Nachmittag treffen wir in Kutassi ein, eine sehr belebte Stadt mit vielen Skulpturen und einer grossen Parkanlage. 

Zu unserem Erstaunen finden wir unweit des Zentrums einen Parkplatz, sodass wir uns gleich aufmachen die Stadt zu erkunden. Zudem brauchen wir Mineralwasser mit Kohlensäure. Also schlendern wir durch die Strassen und zu unserer Überraschung sehen wir in einer Apotheke einen riesen Stapel Mineralwasser. Das muss ja speziell gesund sein. Da es eh wieder auf dem Rückweg liegt, nehmen wir uns vor, erst dann einige Flaschen zu kaufen, um sie nicht jetzt schon schleppen zu müssen. Als wir gerade an einem Restaurant vorbeigehen, kommt uns ein verführerischer Duft entgegen. Doch wie wir eben so sind (nur die Hälfte von uns), finden wir, dass wir lieber zuerst die Stadt anschauen, da es sonst ein dunkelt und wir dann wieder Probleme haben einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Also machen wir uns weiter durch die Stadt. Doch irgendwann überwältigt uns der Hunger und treibt uns zurück zu jenem Restaurant. Oliver fragt die Kellnerin was denn die Spezialität hier sei. Diese zeigt auf der Karte auf zwei verschiedene Sachen und wir beschliessen, genau diese zwei Sachen nehmen wir. Doch da meint die junge Dame, das sei viel zu viel. Eines von beiden würde für uns beide reichen. Na gut. In dem Fall nehmen wir nur das eine und wir lassen uns überraschen was es wohl sein mag. Wir schauen auf den anderen Tischen, was denn die so zu essen haben und rätseln welches der Gerichte wohl bei uns landen wird. Der Hunger wird immer grösser und unser Essen lässt auf sich warten. Aber auch bei allen anderen geht es nicht schneller. Doch alles sieht sehr gut und frisch zubereitet aus und das ist es, was uns zuversichtlich stimmt. Juhu, die Kellnerin bringt nun einen riesen Teller an unseren Tisch und wünscht uns einen guten Appetit. Nun wissen wir, was wir bestellt haben. Eine Mischung aus Käse-Nidel Wähe vom feinsten. 

Oliver kommt gleich ins Schwärmen und schwelgt in seiner Kindheit, als seine Grossmutter immer am Donnerstag bei ihnen Wähe machte. Da gab es oft Nidel-Wähe und Chäs-Wähe oder Zwibele-Chäs-Wähe. Moni isst den Rand der Wähe nicht, so dass Oliver am Schluss noch beherzt in ihren Teller greift und sich ein grosses Stück Rand in den Mund schoppt. Da meint Moni: „He, was machsch du da! Die habe ich mir extra gespart für den süssen Hund der uns immer nachgelaufen ist und du isst sie ihm nun einfach weg!“ Ups, sorry. So bezahlen wir und sind erstaunt über den Preis. Ein grosses Bier, ein Mineral und diese feine Wähe für nur 18.70 Lari. 

Doch vom Hund ist weit und breit nichts mehr zu sehen und so kommen eben anderen Hunde in den Genuss des Randes.

Nun noch schnell in die Apotheke, Mineralwasser kaufen und dann, einen Schlafplatz suchen. Da es nun schon dunkel ist, wird es sicher wieder schwieriger einen geeigneten Platz zu finden.

So fahren und fahren wir, bis wir uns auch mit einem mässig attraktiven Schlafplatz begnügen. 

Am nächsten Morgen fahren wir nach Tbilisi. Denn nach wie vor ruft die Russische Botschaft.

Die Adressen die wir im Internet von der Russischen Botschaft haben, finden wir mehr oder weniger gut. Das Problem liegt mehr am Fahrstil der Georgier, die, wenn sie im Auto sitzen, zu absoluten Monster verkommen und absolut null Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nehmen. Geschweige denn, auf einen Touristen der sich versucht bei den mehrspurigen Strassen zurecht zu finden. So geschieht es immer wieder, dass man einen Abzweiger nicht nehmen kann, da die anderen Autofahrer einem schlicht nicht abbiegen lassen und die hinter einem, beim geringsten Anzeichen von unschlüssigen Verhalten ein Hup-Konzert von statten lassen. So dass man, ohne es zu wollen, einfach geradeaus weiterfährt.   

Als wir endlich die Botschaft gefunden haben, stellt sich das Problem des Parkierens. Moni meint, ich gehe alleine und frage da immerhin mal, ob wir hier richtig sind. Sicher ist sicher, und du wartest hier am Strassenrand in der Hoffnung, dass dich niemand vertreibt. Leider werden hier keine Visa ausgestellt, und so bekommt Moni eine neue Adresse. Da soll das Visa Center für Russland sein. Super, wir geben alles brav im GPS ein und fahren wieder quer durch die Stadt am Botanischen Garten vorbei, den Berg hinauf. Immer weiter bis wir bei einem Freizeitpark ankommen. Da kann es doch nicht sein, das ist unmöglich. Also fragt Moni eine Passantin, die ruft sogar in der Botschaft an und gibt uns eine andere Adresse an. Auf ein Neues. Jetzt kommt es sicher gut. Doch als wir auf der Strasse immer weiter raus von Tbilisi kommen, fangen die ersten Zweifel an und als wir abbiegen sollten und dies dank Bauarbeiten nicht möglich ist, sinkt unsere Stimmung rapide. Doch da wussten wir ja noch gar nicht, dass die Adresse die wir bekommen haben, ein Friedhof in einer sehr ärmlichen Gegend ist. So fahren wir durch die engen Strassen und alle Leute schauen uns ein wenig ungläubig an. Also nichts wie weg hier, das kann es ja nicht sein. Wir fahren also wieder in die Stadt und beim ersten grossen Hotel, stellen wir Willi an den Strassenrand und Moni geht hinein um zu fragen. Ja, jetzt ist alles klar, es soll bei der Altstadt sein, gerade beim Hotel Sheraton. Das kann man ja nicht verfehlen. Leider ist es inzwischen schon dunkel, als wir beim Sheraton ankommen. Doch da gibt es weit und breit keine Russische Botschaft und die Altstadt ist auch nicht in Sicht. Wieder stellen wir Willi an den Strassenrand und Moni macht sich auf, jemanden zu fragen. Übrigens Männer Fragen nicht, die haben ja ein GPS. Leider ist es so, dass es mit den Schreibweisen etwas schwierig ist, die Strasse ist anders beschriftet als in Google oder im GPS oder auf der Karte. Inzwischen ist Moni in einer Weinhandlung und lässt sich den Weg nun genau beschreiben und Oliver ist im Willi und kocht, denn so macht es keinen Sinn, mit Hunger im Bauch. Als Moni zurück ist, beschliessen wir die Suche auf den nächsten Morgen zu verlagern und heute Feierabend zumachen.

Die Nacht ist nicht berauschend, nur der rauschende Verkehr, lässt mehr oder weniger die ganze Nacht den Willi schaukeln. 

 

 

 

Am Morgen machen wir uns auf, das Visa Centrum zu suchen und siehe da, wir finden es doch noch. Zum guten Glück gibt es eine Dame die Englisch kann und uns den Ablauf erklärt, oder immerhin ein Blatt ausdruckt auf dem steht was wir noch alles brauchen. Wo wir eine Einladung oder einen Touristen Voucher herbekommen, kann sie uns nicht sagen, ist ja auch nicht ihr Problem. 

So gehen wir bei einem Reisebüro vorbei und bei einem Büro für Flugreisen. Keiner weiss etwas. Da es beim Ausgang des Visacenters einige Männer hatte, die einen Ausweis um den Hals trugen, beschliessen wir zurück zu gehen und einen zu fragen, ob er uns sagen könnte, wo wir einen Touristen Voucher herbekommen könnten. Er führt uns in ein Büro, gleich neben dem wir gerade für unser Visa waren.

Eine junge Frau nimmt sich unser an. Wir erzählen ihr, was unser Anliegen ist und was wir genau wollen. Sie macht ein paar Telefonate und meint, wir sollen ihr eine WhatsApp Nummer geben, dann werde sie uns informieren, sobald sie Bescheid bekomme von ihrem Kollegen. Gesagt getan. Da Freitag ist denken wir nicht, dass wir, falls überhaupt je eine Antwort kommt, diese vor Montag erwarten können. So fahren wir zu einem nahegelegenen See. Da soll es einen Parkplatz geben auf dem wir vielleicht das Wochenende verbringen können und wir uns da hoffentlich in Ruhe noch weiter informieren können, wo es in Tbilisi ein lizenziertes, russisches Reisebüro gibt, das uns einen Touristen Voucher ausstellen kann. So vergeht das Wochenende wie im Flug, zumal es hier ein Free WiFi gibt, dass man zwar jede Viertelstunde neu einwählen muss, aber es ist gratis «Tbilisi Loves you», so heiss das Netz. Wir spazieren um den See, der hier anscheinend sehr beliebt ist und geniessen wieder einmal das süsse nichts tun, oder das Fitnesscenter und das Bad. Natürlich nur die eine Hälfte von uns.

Da wir am Montag auch noch nichts hören, versucht Oliver einen Voucher im Internet zu kaufen, was auch ohne Problem funktioniert und erst noch relativ günstig ist. 9.90€ und wir bekommen ihn gleich nach der Zahlung via Email zugestellt. Zum Glück sind wir so gut ausgerüstet und haben unseren Drucker dabei. So können wir den Voucher ausdrucken und uns an die Registrierung via Internet auf der Russischen Visa Seite machen. Das geht eigentlich ganz fix, alles ausfüllen und ausdrucken, Foto einkleben und unterschreiben. Jetzt steht einem weiteren Besuch des Visa Centers nichts mehr im Weg. Ausser, dass es schon zu spät ist. Am Dienstag fahren wir schon früh ins Visa Centrum, um unsere Unterlagen abzugeben. Doch ganz so einfach ist es nun doch nicht. Zuerst wird alles geprüft und dann muss man bezahlen. Das geht ausschliesslich per Karte. Ausser bei uns. Bis Dato haben wir noch nie Probleme mit unserer Karte gehabt, nur hier geht es nicht. So ruft sie einen Sicherheitsmann der eine Prepaidkarte hat. Die muss man nun am Automaten beim Eingang mit 170 Lari füllen und ihr dann geben, damit sie dies sogleich wieder abbuchen kann. Denn bar bezahlen geht nicht. Immerhin klappt es so und wir bekommen einen Termin für den 25. März, morgens um 10 Uhr. Die Unterlagen gibt sie uns auch zurück mit einem Info Zettel auf dem genau erklärt wird, wieviel früher, dass man da sein darf und wie man das Geld verliert, wenn man zu spät kommt.  Na gut, dann hoffen wir mal, dass wir dann endlich unsere Visa bekommen. Nach diesem anstrengenden Termin müssen wir uns etwas Gutes tun, zudem ist es ja auch schon Mittag und der Magen knurrt vor Hunger. Also ab in ein schönes Restaurant. Das Essen ist wie bis jetzt immer, sehr gut und die Preise unschlagbar 83.- Lari also ca. 31 CHF. inklusive Trinkgeld, ein grosses Bier, ein Mineral Wasser, zwei Mittagessen und zwei Espressos. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da wir nun ja einige Tage Zeit haben, wollen wir den Osten von Georgien erkunden. Doch zuerst gehen wir in einem riesen Einkaufs Center einkaufen. Moni bekommt neue Schuhe und zwei Blusen und Oliver zwei Hosen und ein Jäckchen.

 

Da es da gerade noch einen Carrefour hat, wollen wir alles einkaufen, was man sonst nicht so bekommt. Hier kann man nicht nur die Kinder an der Spielecke abgeben......

Schwer beladen machen wir uns auf, einen Schafplatz an einem See zu suchen und bekochen uns mit all den Leckereien, die wir da erstanden haben. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Marianne (Freitag, 12 April 2019 18:10)

    Oliver, ich habe das Gefühl, dass du an Gewicht verloren hast.
    Liebi Grüess us em Wallis