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Visa für Russland IIII

Schon am Dienstag machen wir uns auf nach Tbilisi, da wir ja man nächsten Tag unsere Übersetzung bekommen und dann gleich zum Visa Center wollen, um es dort abzugeben. Da Tbilisi bei Nacht so wunderschön ist, beschliessen wir einen Abendspaziergang durch die Altstadt zu machen.

Pünktlich um 14 Uhr, stehen wir beim Übersetzungsbüro auf der Matte. Wie hier üblich, wird man nicht begrüsst, doch die Dame vom Empfang ruft nach hinten, Oliver ist da. Das klingt nicht so, als ob alles in Ordnung wäre. Man erklärt uns, dass es noch nicht fertig sei. Oliver wird nun etwas ungehalten und meint, das kann doch nicht wahr sein. Jetzt warten wir eine Ewigkeit für diese zwei kleinen Sachen. Das hätte er ja selber mit dem Google Übersetzer noch schneller gemacht. Die Dame nimmt das Telefon und ruft die zuständige Übersetzerin an und reicht dann das Telefon an Oliver. Leider erfährt er da auch nicht mehr, ausser, dass sie es schlicht noch nicht geschafft habe. 

So fragt er sie, bis wann sie es denn nun gedenke zu machen.  Ja bis morgen. Oliver meint, um 9:00 Uhr? Nein, nein. Das ist unmöglich! Ok, also bis wann? Sie meint, um 14 Uhr sei alles gemacht. Da Oliver richtig sauer ist, sagt er, also gut. Bis Morgen um 14 Uhr. Danach haben wir oder Sie, ein echtes Problem. Denn dann, werde ich Ihnen alle Kosten die uns entstanden sind verrechnen. Und das übertrifft den Preis der Übersetzung bei weitem. Also ziehen wir wieder von Dannen und sind wieder mal der Ansicht, dass wir uns etwas Gutes tun sollten. Zum Beispiel, schön Abendessen gehen, aber zuerst machen wir noch eine ausgedehnte Runde mit Laila, die ja nachher im Willi warten muss. 

 

Als Moni am Morgen von der Morgenrunde mit Laila retour kommt, sieht sie 2 Männer, die gerade fleissig am Bussen verteilen sind. Schnell ein Blick zu Willi. Zu spät. Da flattert schon ein Zettel unter dem Scheibenwischer im Wind. Auch das noch. Wo bekommt man denn hier ein Ticket? Wir haben schon öfters bei den anderen Autos geschaut, aber die hatten auch nie ein Ticket. So beschliesst sie, sich gleich bei den zweien zu erkundigen. Die müssten es ja wissen. Der eine ist sehr Hilfsbereit, ruft noch jemanden an der Englisch spricht, während der Zweite nicht warten will und weiter fleissig die Autos kontrolliert. So erfährt sie, dass man an diesen Boxen, die wir an der Hauptstrasse schon ab und zu gesehen haben, 3 verschiedene Parktickets lösen kann. Tja, man müsste sich halt schon vorher erkundigen, nicht erst, wenn man eine Busse hat. 

So beschliessen wir das nachher gleich noch zu machen.

So stehen wir am Donnerstag, um genau 14 Uhr, wieder auf der Matte und die Empfangsdame schaut uns nur an und ruft gleich ihren Chef. Der kommt und sagt, es tue ihm so leid, aber die Unterlagen seien immer noch beim Notariat. Oliver meint, das ist jetzt aber der schlechteste Scherz den ich je gehört habe. Nein, das ist kein Scherz, erwidert der Mann. Er wisse auch nicht, wieso die so langsam seien und weisst die Empfangsdame an, da anzurufen um zu fragen, bis wann sie mit den Unterlagen hier seien. Da heisst es, alles sei in einer halben Stunde bereit, so dass sie es uns ganz sicher geben könnten. Da Moni noch einen Physio-Termin hat um 16 Uhr, wird es immer knapper. Denn wir müssen ja die Dokumente im Visa Center an Mariana übergeben und hoffen, dass sie damit zufrieden ist. Also machen wir uns auf, in ein nahes Kaffee und genehmigen uns einen Espresso. Wir denken, wir gehen lieber etwas später und machen uns erst nach 40 Minuten wieder auf zum Übersetzer. Als wir ankommen merken wir schon, da ist noch nichts gekommen. Also beschliessen wir uns zu setzen und nun hierzubleiben bis wir die Dokumente haben. Nach einer guten viertel Stunde kommen zwei Damen rein mit einem Stapel Unterlagen, die der Notar beglaubigt hat. Ja! Hurrrrra!! Wir bekommen unsere Übersetzung. Nun noch schnell alles in Empfang nehmen, zahlen und ins Visa Center. Aber was soll denn das? Wir haben doch gesagt, wir wollen alles im Doppel, damit wir in Usbekistan nicht dasselbe Theater wiederhaben. Der Chef schüttelt den Kopf und fragt bei den Damen nach. Betretenes Schweigen. Das ist untergegangen. Oliver hat genug und will nur noch bezahlen und gehen, also Visa Karte raus und auf den Tisch. Doch wie könnte es anders sein. Der Kasten hat anscheinend einen Schuss und akzeptiert auch Moni’s Karte nicht. So kratzen wir unser Bargeld zusammen und bezahlen die restlichen 43.50 Lari und gehen. So hat uns die Übersetzung 73.50 Lari, also knapp 30 CHF gekostet und viel Ärger.

Nun schnell zum Visa Center. Doch hier hat man es nicht sehr eilig und unsere Kontakt Dame ist gerade noch mit einem anderen Kunden beschäftigt. Aber sie lächelt uns freundlich an und fragt so zwischendurch, was wir genau brauchen. Oliver meint, wir müssen noch die Übersetzung des Führerscheins und der Fahrzeugpapiere bringen. Sie nimmt sie entgegen und schaut sie kurz durch. Oliver sagt, wir müssten sie bei Mariana abgeben, im oberen Stock. Aber da kommt man ohne Terminvereinbarung ja gar nicht hin. So nimmt sie das Telefon und meldet uns bei Mariana an. Super, jetzt können wir rauf und alles abgeben und es sollte zeitlich immer noch reichen, dass Moni pünktlich in der Physio ist. Oben müssen wir kurz warten bis Mariana kommt und da meint sie anstelle einer Begrüssung etwas säuerlich, sie warte schon seit einigen Tagen, dass wir endlich kommen. Oliver meint nur, wir auch. Sie schaut kurz die Unterlagen an und meint, ich gebe es Morgen zur Botschaft und dann geht es ca. 3-4 Tage, dann könnt ihr kommen. Ja super, morgen ist Freitag. Das heisst Mittwoch oder Donnerstag. Na ja, immerhin will sie nicht noch mehr Unterlagen die man übersetzen lassen muss.

 

Also nun noch schnell zu Willi zurück und durch den ewigen Stau durch Tbilisi, zur Physio und das erst noch rechtzeitig.

Nun warten wir wieder bis Mittwoch und hoffen, dass wir die Pässe und das Visa dann endlich bekommen. Da es keinen Parkplatz in der Strasse hat wo die Physio ist, stellt Oliver den Wagen einfach vor eine Hofeinfahrt und wartet bis Moni eine Stunde später wiederkommt. Ui, jeh, wurde die misshandelt und dass nicht mal von Oliver. Die ganze Schulter ist mit Flecken übersät und offensichtlich schmerzt es nun noch mehr als vorher, aber es soll ja helfen, hoffen wir. Jetzt lässt sich die Schulter wenigstens wieder bewegen. So fahren wir an den Lissi See. Da waren wir nun schon ein paarmal. Da die Barriere erst um ca. 19:30h auf geht, parkieren wir auf dem unteren Parkplatz und Oliver fängt an, bei der Heizung den Strom zu messen, da sich aus uns noch unbekannten Gründen, schon seit drei Tagen, zwischen Bedienung und Heizung keine Verbindung mehr herstellen lässt.  Also haben wir im Moment keine Heizung und somit auch kein warmes Wasser. Auf dem Internet schreiben sie, dass das Kabel dann kaputt sei, doch das will Oliver nicht glauben. Ein Kabel geht nicht ohne Grund nach so langer Zeit kaputt und einen Grund gibt es nicht. Also wird das Kabel auf Verbindung geprüft und da scheint alles gut zu sein. Auf einmal hält ein Wohnmobil neben uns und ein älteres Paar steigt aus. Es sind Andrea und Manfred, die mit ihrem Mercedes Sprinter seit Jahren die Welt erkunden. Wir sprechen und sprechen und finden es grossartig, dass man sich mal wieder mit jemandem in Deutsch austausche kann. 

Um ca. 19:00h fahren wir auf den oberen Parkplatz, der nun offen ist und wir uns somit das Park Geld sparen können. Am Freitagmorgen kommt Manfred auf dem Fahrrad und spricht mit Oliver über seine vielen Reisen und ihren Weg den sie als nächstes vorhaben. Sie wollen auch in die Stan Länder. Aber nicht über Russland, sondern via Aserbeidschan und von da mit der Fähre nach Turkmenistan.  Irgendwann findet Moni, sie könnte ja Andrea, die in ihrem Wohnmobil ist, fragen, ob sie Lust hat mit Laila und ihr ein wenig spazieren zu gehen. Als sie retour kommen, sind die Männer immer noch rege am Diskutieren. So machen sie es sich am Strassenrand bequem, geniessen die warme April Sonne, plaudern über Gott und die Welt und Laila geniesst die vielen Knuddel- Einheiten die sie von Andrea bekommt. Irgendwann machen wir es uns dann im Willi gemütlich und verbringen so den ganzen Tag mit Fotos anschauen und unsere Erfahrungen beim Reisen auszutauschen. Schnell ist der sonnige Freitag vorbei und wir verabschieden uns voneinander. 

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Kommentare: 3
  • #1

    Marianne (Mittwoch, 10 April 2019 21:42)

    Da habt ihr wieder einmal Geduld üben müssen. Ich hoffe, dass die Heizung zwischenzeitlich wieder funktioniert und ihr das warme Wasser geniessen könnt.

  • #2

    s'Tanti (Montag, 15 April 2019 20:25)

    Ui, ui, ui, das waren ja heftige Tage !!! So viele Umtriebe für ein Visum. Aber eben, die Kosten dafür sind dann eher begründet und gerechtfertigt, hi, hi hii....
    Hey, um so schöner das Treffen mit Manfred und Andrea. Solche Begegnungen machen doch dann das Leben wieder soooo lebenswert.
    Auch die wunderschöne Natur, die Tiere, die da wohl sehr viel Freiheit geniessen und der herrliche Nachtspaziergang durch Tiflis, wow, da seid Ihr doch für die Warterei und den Ärger mehr als entschädigt worden, gell.

  • #3

    Vreni (Sonntag, 05 Mai 2019 13:58)

    Zum Glück lässt die Begegnung mit Manfred und Andrea den unsäglichen Visa-Ärger etwas vergessen....