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Unsere Truma Heizung

Als erstes möchten wir uns dafür entschuldigen, dass es so lange kein Update gab. Die Gründe hierfür sind sehr verschiedener Natur. Einerseits haben wir nur mässig viel zu erzählen, andererseits mussten wir zuerst unseren Ärger ein wenig verdauen, um nicht ungerecht zu sein und zu guter Letzt, ist das Internet nicht immer optimal oder überhaupt verfügbar. 

Nun gut. Wir müssen nur noch bis am Freitag, den 12.4.2019 am Abend warten. Denn dann kommt das Material für die Heizung mit DHL in Tbilisi an und wir können endlich wieder heizen. Inzwischen gehen wir zum Lissi See zurück in der Hoffnung, dass unsere Hündin vom letzten Mal wieder da ist und wir sie weiter auffüttern können. Zu unserer grossen Freude taucht das Tier wieder auf und freut sich mindesten so wie wir. Beim Hund ist sich Oliver jedoch nicht so sicher. Denn, die will ja nur fressen und sich von Moni streicheln lassen. Wir verbringen die Tage mit nichts tun, da uns einfach die Motivation fehlt. Aber Essen muss man ja trotzdem. So machen wir uns, inspiriert von der hiesigen Spezialität, diese feinen Fleischteigtaschen. 

Der Abschied von unserem Findelhund fällt uns extrem schwer. Am Freitag um 17:00h stehen wir bei der DHL auf der Matte. Doch da sagt man uns, dass das Paket im Warehouse liege, wir aber ohne Tax-Payer Nummer das Paket nicht bekommen. Was ist denn das, fragt Oliver. Ja, diese Nummer müsse man im Revenue Service Center in der Stadt beantragen und mit der könne man dann, die bei Abholung der Ware fällige Steuer bezahlen.

Der junge Herr schreibt Oliver die Adresse des Revenue Centers auf und wir machen uns auf schnellstem Weg dahin, denn es ist inzwischen schon kurz vor 18:00h. Also wieder auf die andere Seite des Flusses und einmal durch den abendlichen Stau, was Oliver ja so liebt. Doch nun wird auch er zum Georgier und drängelt sich bei jeder kleinsten Lücke rein. Als wir endlich da ankommen, stehen die Türen noch weit offen und wir sind erleichtert. Doch diese Erleichterung hält nicht lange an, denn man teilt uns mit, dass es inzwischen 19.00h ist und sie seit einer Stunde geschlossen haben. Ja gopf... und nun? Morgen haben sie auch geschlossen, da Samstag ist, das heisst, dass wir nun bis Montag um 9:00h warten müssen. Ja unsere Stimmung ist gerade auf einen Tiefstand gesunken. Doch der hält nicht lange an, denn Moni meint, dann können wir ja den Hund wieder weiter füttern. Gesagt getan, wir fahren also wieder zu unserem See. Unterwegs überholt rechts ein Taxifahrer und ruft uns ins offene Fenster, hallo Zurich. Moni schaut aus dem Fenster und muss lachen, da winkt uns doch der Mann tatsächlich mit einer Schweizer Sigg Trinkflasche. Schnell fragt sie, ob sie ein Foto machen dürfe, worauf der Mann weiter mit seiner Flasche wedelt. 

So verbringen wir das Wochenende mit Hund füttern und Moni macht sich schlau, wo es ein Hundeheim gibt, das den Hund vielleicht aufnehmen könnte. So schreibt sie auch ihrer Physio Therapeutin in Tbilisi, die ihr sogleich eine Adresse angibt. Super, Oliver findet schnell heraus, dass dieses Hundeheim in unmittelbarer Nähe ist, nur ca. 800m von unserem Platz entfernt, hinter einem kleinen Hügel versteckt. Also marschieren wir mit dem armen Hund im Schlepptau dahin, was uns nur mit viel Futter und gut zureden gelingt. 

Als Oliver die Hunde Zwinger sieht, meint er, da haben wir keine Chance mit diesem Hund. Da sind ja nur so kleine Schikimiki Hunde die sich gut vermitteln lassen. Nicht einer sah schlecht aus. Aber Moni meint, wir versuchen es trotzdem. Nun rate mal wer Recht hatte und da ist Oliver kein bisschen stolz drauf. Aber kurz gesagt, haben sie kein Interesse an so einem Hund. Auf die Frage von Moni, was denn mit ihm geschehen solle, hiess es, er wird sterben, so ist es halt in Georgien. Moni ist kurz vor der Explosion, doch Oliver meint, lass uns gehen, es macht keinen Sinn

Ja, das hat uns doch sehr aufs Gemüt geschlagen. Doch leider können wir sie ja auch nicht mitnehmen und so bleibt uns nur, sie so gut zu füttern, wie es nur geht in so kurzer Zeit. Und wieder heisst es Abschied zu nehmen. Was wohl aus ihr wird. Wir hätten ihr so gerne geholfen. So bekommt sie am Sonntagabend nochmals einen grossen Teller Futter, bevor wir uns auf den Weg zum Revenue Center machen. Denn wir haben beschlossen, dass wir uns davor auf einen Parkplatz stellen und da übernachten, um am Morgen um Punkt 9 Uhr diese ver...te Nummer zu holen. Damit wir, wenn wir endlich unser Ersatzteil haben, nicht noch mehr Zeit verlieren, gehen wir noch bei einem kleinen in der Nähe liegenden Carrefour einkaufen. Wieder meint Moni beim Früchte und Gemüse wiegen, please, no plastic. Was die junge Frau auch ohne Problem versteht. Sie packt vier Sachen in den gleichen Plastiksack und muss nun aber jemanden fragen, da sie die Nummer für den Ingwer nicht kennt. Da kommt ein junger, klein geratener Mann, sieht die vier Preisetiketten auf dem Sack, packt alles aus und will alles neu verpacken. Moni, eh schon gereizt, findet das gar nicht toll. Aber das schmächtige Bürschchen lässt nicht mit sich reden. 

Das ist doch sowas von stupid. An der Kasse hängt ein grosses Plakat, wo sie einem 0.10 Lari schenken, wenn man die eigene Einkaufstasche dabeihat, und dieser Depp besteht auf einzelne Säckchen. 

Oliver meint, lass es gut sein, wir sind hier nur Touristen. So fahren wir also zum Parkplatz, damit wir morgen auch pünktlich sind und keine Zeit verlieren Und so ist es auch. Um Punkt 9 Uhr. Als Schweizer, heisst das nach Moni, 10 vor 9, stehen wir also vor der verschlossenen Türe. Allerdings nicht alleine, ein Mann ist doch tatsächlich vor uns da. Nur eine Putzfrau wischt die Treppen davor. Langsam trudeln die Mitarbeiter ein und machen sich noch einen Tee oder Kaffee, checken Ihre WhatsApp und begeben sich in aller Ruhe an ihren Arbeitsplatz. So auch der junge Herr der für die Nümmerli Verteilung zuständig ist. Hurra, wir bekommen die Nummer 2 und wirklich es geht Ratzfatz und die Nummer 2 leuchtet an einem Tisch auf. Nun kurz erklären was wir wollen, sodass es losgehen kann. Doch so schnell geht das nun doch nicht. Sie fragt uns, braucht ihr eine oder zwei Nummern? Oliver meint, nur eine, denn wir bekommen ja nur ein Paket. Nun muss man zuerst Dutzende Formulare ausfüllen. Zum Glück macht dies die nette Dame, mit Hilfe ihres Nachbarn. Dann noch diverse Kopien vom Pass und ca. ein halbes Dutzend Unterschriften von Oliver und wir bekommen einen Zettel mit einer Nummer.  

Nun aber nichts wie los zur DHL und dann weiter Richtung Russland, der Heerstrasse entlang. Wieder bei DHL angekommen, kann Oliver nun die Steuern bezahlen und das Paket abholen und los geht es. 

Da können wir dann Wasser Tanken und die Heizung umbauen, sodass wir dann ready sind für Russland. Der Brunnen ist eher ein Rinsal und so müssen wir einen Eimer nehmen und das Wasser darin in den Willi pumpen, was ca. 1 1/2 Stunde in Anspruch nimmt, da zumal immer wieder Einheimische kommen, die ihre Wasserflaschen füllen wollen und uns immer wieder versichern, dass dies das beste Wasser ist, das es gibt. Diese Zeit nutzen wir auch gleich noch um etwas zu essen, das geht ja auch während dem Wasser füllen.

Um unsere Ruhe beim Umbau zu haben, fahren wir noch ein paar Kilometer weiter. So, nun machen wir uns an den Umbau. Zuerst testen wir unser Material mit dem neuen Kabel, ohne Erfolg. Also bauen wir unser Bedienteil aus und installieren das Neue. Aber auch da werden wir nicht vom Erfolg gekrönt. Also gut, dann haben wir ja noch die Platine der Heizung die wir noch als Letztes ersetzen können. Beim Auspacken stellt Oliver schnell fest, dass dies unmöglich das richtige Teil sein kann. Das darf doch nicht wahr sein. So einen riesen Aufwand und Zeitverschwendung, dafür, dass einer nicht fähig war, die Sachen richtig zu kontrollieren. 

Das ist doch unglaublich. Also melden wir uns umgehend bei der Firma Selzam. Da wird uns zuerst fast unterstellt, wir hätten das falsche Teil bestellt. Zum Glück aber haben wir ein Foto des Teiles und der Seriennummer, bei der Bestellung mitgeschickt. Nun fängt die Diskussion an, wer das erneute Versenden bezahlen muss, was Oliver immer mehr zum Kochen bringt. Eigentlich finden wir, dass wir keinen Fehler gemacht haben und es uns völlig egal sei, ausser dass wir dieses elende Teil brauchen und zwar schnell. Denn unser Russland Visa ist seit dem 13.4.2019 am Laufen und das heisst, mit jedem Tag an dem wir nicht einreisen, geht uns Zeit in Russland verloren, da wir ja nur 30 Tage Zeit haben, um nach Kasachstan zu fahren.

Nach langem hin und her, senden wir ihnen den Beleg, den wir das letzte Mal von Valentin und Tanti bekommen haben, damit sie die genauen Angaben der DHL in Tbilisi haben.

Da man aber bei der Firma Selzam die Dringlichkeit dieses Pakets nicht gleich einstuft wie wir, wird das Paket, obwohl es in der Schweiz erst 16:30h ist, erst am nächsten Tag, am Nachmittag von der DHL abgeholt. Ja, danke vielmals. Das bedeutet für uns schon wieder einen Tag mehr, an dem wir rumsitzen und warten, anstatt nach Russland zu fahren. So fahren wir wieder zurück an den Lissi See in der Hoffnung, dass wir dem Hund immerhin so eine Freude machen können und ihn noch ein wenig verwöhnen können. Aber dieses Mal kommt sie nicht mehr. 

Am Dienstagabend machen wir uns wieder vor dem Revenue Service breit, damit wir am Morgen als erstes die Nummer holen können. Oliver rauft sich die Haare, dass er das letzte Mal bei der Frage, eine oder zwei Nummern, nur eine verlangt hat. Pünktlich um 9Uhr ist Oliver im Revenue Center und verlangt nach einem Tax-Payer-Code. Da meint der nette Herr, die haben sie ja schon und so erklärt er Oliver, dass diese Nummer für den Rest aller Zeiten, seine Steuernummer in Georgien sei und er diese so oft er wolle benützen könne. Ja super! Dann sind wir halt vergebens hierhergefahren. Da das Paket ja erst am Abend ankommen soll, hat Moni noch einen 3. Physiotermin abgemacht und wurde auch noch spontan zur vorher stattfindenden Rückengymnastikstunde eingeladen. Oliver meint, jetzt wird es Zeit, dass wir weiterkommen, sonst wirst Du mir hier in Tiflis noch sesshaft. Zum Glück haben wir einen Parkplatz, wo Oliver die Zeit gut verbringen kann. Nach 2 ½ Stunden fahren wir wieder zur DHL. Endlich da angekommen stürmt Oliver ins Warehouse, denn diesen Weg kennt er nun langsam auswendig. Doch was für eine Nachricht erwarten ihn da? Der Absender hat das Paket als Nachname gesendet und so muss Oliver 231 Gel bezahlen für den Transport und 35 GEL für den Zoll. Doch den Transport kann man nicht direkt bei DHL bezahlen. Nein. Das muss man über eine Bank machen und es zur DHL überweisen lassen und dann mit dem Beleg wieder bei DHL vorbeikommen. Nach eindringlichem Nachfragen, sagt eine Frau, dass es oben an der Strasse eine Bank habe, so viel sie wisse. Also macht sich Oliver los zu Moni, die im Willi wartet, falls sie wegfahren muss, da wir irgendwie vor vielen parkierten Lastwagen stehen. Er erzählt ihr kurz den Stand der Dinge und macht sich zu Fuss auf zu der vermeintlichen Bank die er auch findet. Doch da teilt man ihm mit, dass sie nur Überweisungen machen können, wenn ein Konto bei ihnen bestehe. Auf die Frage, wo er denn das machen könne, meint Sie, nur bei der Georgischen Bank so viel sie wisse. Und wo gibt es so eine Bank? Irgendwo da oben ca. 2 Busstationen von hier. Also wieder zurück zu Moni. Denn zwei, drei Stationen kann alles heissen. So fahren wir die Strassen hinauf bis wir die Bank sehen. Da Oliver inzwischen so genervt ist, parkiert er einfach in zweiter Reihe und macht sich auf, quer über die 4 spurige Strasse zur Bank. Nun muss man als erstes einen Zettel ziehen, doch zuvor müsste man eine Auswahl treffen, was das Anliegen denn ist. Zum guten Glück findet sich eine Bankangestellte die Oliver zur Hand geht und so bekommt er eine Nummer bei der aber mindestens 10 Leute vor ihm dran sind. So stellt er sich zum Warten ans Fenster, wo er gerade zuschauen kann, wie ein Polizeiauto hinter dem Willi anhält und gleich dieses unverkennbare laute Signal von sich gibt. Kurze Zeit später fährt Monika davon. Na ja, wir werden uns schon wiederfinden. Endlich, die Nummer erscheint am Display und Oliver geht an den Schalter und erklärt der Dame sein Anliegen. Ja, das ist kein Problem, so zückt Oliver die Kreditkarte um möglichst schnell zu sein. Doch da winkt die gute Frau ab. Sie könne keine Kreditkarten nehmen, nur Bar. Ja läck mir am ...... und wo gibt es eines Automaten an dem ich Geld holen kann? Das wisse sie auch nicht. Das ist doch unglaublich. Also macht sich Oliver auf, die Bank zu verlassen. Aber da stehen doch ganz viele Geldautomaten. So steckt er seine Karte in den ersten Automaten und siehe da, kein Problem. Der Automat spuckt ohne weiteres 300 GEL. Nun aber schnell zurück. Doch die gute Frau hat sich schnell einen anderen Kunden gekrallt und so muss er schon wieder ein Nümmerli ziehen. Diesmal geht es schneller und Oliver stürmt auf den Schalter zu und erklärt sein Problem. Die Frau nimmt den Zettel mit den zu überweisenden Bank Sachen und fragt, wie er bezahlen wolle. Oliver lacht und sagt, natürlich bar. Mit Visa kann man ja nicht. Da schaut sie ihn erstaunt an und meint, nein, nein, das ist überhaupt kein Problem. Sie können auch mit Visa bezahlen. Sie werde mit der anderen Frau sprechen, so gehe das ja nicht. Bitte einfach nicht jetzt. Ich will endlich meine Heizung reparieren. Mit der Quittung geht Oliver raus und da kommt im Moni gerade entgegen. In der Zwischenzeit konnte sie in einer Querstrasse wenden und hat dann auf der Hauptstrasse einen Parkplatz gefunden. Sehr gut. Dann können wir ja jetzt gleich wieder zur DHL das Paket holen. So fahren wir vor die DHL und wollen wieder vor den Lastwagen parkieren. Doch ein Fahrer meint, so gehe das nicht. Die Polizei sei hier. Also rüber und direkt quer vor das Tor. Oliver springt raus und will zur DHL. Doch da wird er von einem Portier zurückgepfiffen. Der Wagen muss weg da! Also sagt er zu Moni sie soll doch irgendwo hinfahren. Scheiss egal wohin. Er gehe jetzt das Paket holen und rufe sie dann an, um zu schauen wo sie sei.

Und so geschah es auch, die Dame bei DHL entschuldigte sich für die extreme Bürokratie die in Ihrem Land herrsche, doch Oliver ist das alles langsam nur noch egal. Er will sein Paket und los nach Russland. 

Ende gut alles gut? Das erfährst Du im nächsten Bericht.

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Kommentare: 4
  • #1

    s'Tanti (Samstag, 27 April 2019 09:12)

    Ui, ui, ui, andere Länder, andere Sitten !
    Doch diese ganze Geschichte hat doch für den Pflegehund von Moni einen sehr erfreulichen Ausgang, er wird ausgiebig gefüttert...... soo lieeb

  • #2

    Andreas (Dienstag, 30 April 2019 10:45)

    Und wie lange wollt Ihr uns noch auf die Folter spannen? Oder hat die wohlige Wärme euch schreibträge gemacht?

  • #3

    Marielle (Dienstag, 30 April 2019 19:22)

    Das ish ja extrem haha

  • #4

    Vreni (Sonntag, 05 Mai 2019 15:05)

    spannend wie ein Krimi.....