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Kasachstan IV

Wir machen uns auf den Weg nach Türkistan, wo wir das Mausoleum besichtigen möchten und noch wichtiger, einkaufen. Wir brauchen wieder frisches Gemüse. Wie du ja weisst, ist das wirklich schwierig zu bekommen und auch hier suchen wir fast umsonst. Denn ausser ein paar lampigen Peperoni und zwei Rüebli und Zwiebeln ist nicht viel zu bekommen. Ja, wir wissen, dass wir immer wieder über dasselbe klönen, aber ehrlich, etwas mehr Gemüse täte auch den Kasachen gut. Unweit des Mausoleums haben wir einen zu bezahlenden Parkplatz gefunden, den wir noch so gerne nehmen, denn es scheint, dass heute ganz Türkistan auf den Beinen ist. Überall wimmelt es von Schulklassen und grösseren Gruppen von Leuten, die das Mausoleum besichtigen wollen, so wie wir.

Ja, das war ja schon ganz schön beindruckend und der herrliche Rosengarten, der so süss duftete, hat uns fast ein wenig beduselt. 

 

So brauchen wir zur Stärkung eine Art gefüllte Kartoffel-Krapfen, die sind wirklich sehr fein. Nur etwas zu fettig vom Ausbacken. So gestärkt machen wir uns durch den Sand weiter Richtung Moschee, denn die hat es uns ganz besonders angetan mit ihren Glas-Wänden. Schon von weitem kann man quer durch die Moschee schauen und den Leuten beim Beten zuschauen. Doch zuerst besichtigen wir noch eine Ausgrabungsstätte, die sowieso gerade auf unserem Fussweg liegt. 

Endlich bei der Moschee angekommen machen wir uns auf, um sie von innen zu besichtigen. Moni montiert noch schnell das Kopftuch und geht rein. Ups! Was ist denn das? Ihre Füsse sind so voller Staub und Sand, dass sie gerade eine schöne Fussspur hinterlässt. Das ist peinlich, aber zum Glück hat uns niemand gesehen und du kannst es ja auch nicht verraten. Hi hi.

Als wir wieder rauskommen, ist der Himmel ganz schwarz und man sieht, dass ein grösseres Gewitter aufziehen wird. Der Sand wird vom Wind aufgewirbelt.  Also nichts wie zu Laila und Willi zurück, bevor uns noch unfreiwillig die Füsse gewaschen werden. Und wirklich, wir fahren noch keine 5 Minuten, da regnet es schon wie aus Eimern und wir freuen uns, dass Willi danach endlich wiedermal sauber ist. Doch daraus wird nichts. Denn in Kasachstan sind auch in den Städten, die Strassen in den Quartieren nicht geteert und da die Hauptstrasse gerade saniert wird, müssen wir uns wohl oder übel durch den Schlamm quälen und Willi sieht danach schlimmer aus als zuvor. Kaum haben wir die neue Strasse wieder erreicht, hört es selbstverständlich auf zu regnen und es wird tropisch, so dass uns der Schweiss nur so den Rücken hinunterläuft. So fahren wir nach Otrar. Das ist eine alte Stadt aus der Seidenstrassen Zeit, die sie am Ausgraben sind.

Weit hinten sehen wir ein grosses Eingangs-Portal, da muss es wohl sein. Doch der Hunger ist grösser als die Neugierde. Zumal es im Moment immer noch zu warm ist und wir auch noch später gehen können. So wollen wir uns was kochen, als zwei Männer kommen. Oliver kocht weiter und Moni zeigt dem Museums-Aufseher und einem Einheimischen unseren Willi. Selbst die Garage ist von Interesse und Moni muss sie aufmachen und zeigen. Aber was soll denn das? Die Garage hat ja zwei Türen und da die Neugierde der Kasachen keine Grenzen kennt, will er auch die zweite sehen. Ja genau und da lagert Oliver sein Bier und was meinst Du kommt jetzt? Genau! Er fragt, ob er eines haben kann und Moni gibt ihm natürlich eins, aber das ist ihm nicht genug. Für seinen Kollegen da drüben, müsse er auch noch eines haben. Also gut, dann bekommst du zwei. Nach dem Essen machen wir uns auf. Beim Eingang liegt der Aufseher im Gras und meint, wir könnten gratis rein, doch wir möchten das nicht, den schliesslich brauchen sie das Geld für die Ausgrabungen. Er meint, offiziell koste es 300 Tenge pro Person. So nimmt Oliver das Geld hervor und gibt ihm zuerst einen 500-er Schein um dann beim Münz noch einen Hunderter zu suchen. Doch das will er nun definitiv nicht und deutet uns, nun endlich reinzugehen. 

Als wir zurück kehren passt uns schon ein Busfahrer ab, der unbedingt Willi anschauen will. Mit Händen und Füssen zeichnet er uns seine halbe Lebens Geschichte in den Sand. Als die Schüler zurück zum Bus kommen, sagt der Fahrer zu ihnen, das müsst ihr euch ansehen. Die haben eine Küche mit Gas und eine Dusche und WC. Ohne uns zu fragen, steigt ein Schüler nach dem anderen in den Willi, fotografiert alles und kommt begeistert raus und bedankt sich bei uns.  Das war nun schon sehr bizarr für uns, aber was soll’s. Eigentlich schade, dass wir von dieser Aktion keine Fotos gemacht haben, denn sie haben ja auch ungeniert alles fotografiert. Aber im Moment tun wir uns noch ein bisschen schwer damit. Als wir so im Willi sitzen hören wir, wie ein Auto auf den Platz fährt. Den Ton kennen wir doch und siehe da, es sind Timmy und Duygu, die offensichtlich die gleiche Idee hatten wie wir. Sie erzählen uns, dass sie drei Stunden gebraucht haben, um durch Türkistan zu fahren, wegen der gesperrten Strasse. 

Da Oliver müde ist, verzieht er sich ins Bett und Moni sitzt noch mit den Beiden draussen im Mücken Paradies. 

 

Am nächsten Morgen fahren schon früh die Busse auf den Platz und einer parkiert genau neben uns. Das wir noch am Frühstück sind, scheint ihn nicht weiter zu stören und er beginnt uns anzusprechen. Doch das geht ja gar nicht und Oliver gibt im ganz klar zu spüren, dass der Zeitpunkt seiner Kontaktaufnahme mehr als nur unpassend ist.

Nach dem Essen geht Moni zu Timmy und Duygu und der Busfahrer versucht es erneut. So bleibt Oliver nichts Anderes übrig, als sich nun doch noch dem Busfahrer zu widmen. Da kommt der Einheimische vom Vortag dazu und fragt Oliver ganz unverblümt, ob er zwei Bier haben könne. Nein! Ganz sicher nicht. Wir sind ja kein Freibier Ausschank. Das scheint dem Mann nichts auszumachen oder peinlich zu sein. Nein, ganz im Gegenteil. Jetzt will er ein Selfi mit Oliver, sich und Willi. Als Moni wieder zurückkommt, muss auch sie noch mit auf die Fotos. Für Oliver ist es nun genug und so meint er, es wird Zeit, dass wir weiterkommen. Also verabschieden wir uns von allen und machen uns vom Acker. 

Da wir ja immer noch kein Gemüse haben, fahren wir nach Shymkent. Da soll es ein Einkaufszentrum haben, das viel Gemüse hat. Und wirklich. Da hat es ein grosses Einkaufszentrum. Das vom Gemüse, na ja. Es hat Gemüse, aber die Auswahl ist nicht wahnsinnig gross. Doch immerhin sieht es frisch aus. Ja, da frohlockt Oliver mal wieder. Das Fleisch ist viel günstiger als das Gemüse. Moni steht seit unserer Reise immer mehr auf Gemüse. Ob das wohl an Olivers guten Kochkünsten liegt oder .....?

Im unteren Stock gibt es eine Kunsteisbahn auf der ein einsames Mädchen seine Runden zieht. Ein kleines Restaurant dazu darf natürlich nicht fehlen. 

Da wir ja schon bald auf Usbekistan gehen und dort Matthias treffen, wissen ja alle die Moni kennen, was jetzt passieren wird. Genau! Willi muss generalüberholt werden und alles auf Vordermann gebracht werden. So kreiert sie zum Leidwesen von Oliver eine To do Liste.

 

Willi: 

Hinterräder wechseln. Nach über 35'000 Km haben sie zwar noch Profil und sind als Reservé Räder absolut OK. 

Willi waschen aussen. Juhu, das ist ja Olivers Lieblingsbeschäftigung. Dann sieht er wieder so Brav aus. (wurde übrigens erst 2 Mal von Oliver gewaschen, und 2 Mal haben wir ihn waschen lassen)

Innen alle Kästen ausräumen und feucht auswischen.

Fenster innen und aussen Putzen.

Cockpit bis in den letzten Lüftungsschlitz vom Staub und Sand befreien.

Kühlschrank zerlegen und reinigen.

Wasser alle Kanister füllen und da haben wir inzwischen einige.

Lager auffüllen

 

Wenn der ganze Dreck und Sand weg ist, haben wir einige Kilos weniger an Gewicht, beschwichtig Moni. 

 

Wäsche waschen und das ist hier in Kasachstan wirklich eine Herausforderung. Denn wir finden nirgends eine Waschstation. So beschliessen wir oder besser Moni, dass wir bei einem Hotel nachfragen und das erst noch mit Erfolg. Plus, als Sahne Häubchen, können wir da auch noch in einem freien Zimmer Duschen. Wow! Das hat sie mehr als nur cool organisiert.  

Pro Maschine zahlen wir 1000 Tenge und fürs Duschen je 500 Tenge.

So sortiert Moni die Wäsche aus, alles schön nach Temperatur getrennt, um der Dame vom Hotel die Wäsche zu bringen, so dass sie nur noch Häufchen um Häufchen waschen kann. Eigentlich eher Berg um Berg. 

Wir sind gerade am Essen, als ein Mann kommt. Er will unbedingt das Oliver mitkommt. Immer wieder sagt er etwas von Schaschlik und Moni meint, dass ist sicher der Restaurant Besitzer dahinten, der will das wir bei ihm Essen kommen. Doch Oliver glaubt das nicht. Er empfindet den Mann auch eher als aggressiv, doch Moni meint, geh doch mal schauen oder soll ich gehen?  Also gut. Dann geht er eben mit. Doch der Mann geht am Restaurant vorbei und umarmt Oliver immer wieder und sagt Schaschlik. Die Leute denen sie begegnen, sehen alle nicht wirklich freudig aus. Doch der Mann brüllt Ihnen etwas zu, das Oliver aber nicht versteht. Beim hintersten Haus macht er die Gartentür auf und sie stehen in einer riesigen Müllhalde und in einer Ecke steht eine Kiste mit einem Schaf darin, das einen sehr eingeschüchterten Eindruck macht. Der Mann führt Oliver zum Schaf und macht mit dem Finger eine Bewegung am Hals entlang und sagt Schaschlik. Da zerrt er Oliver zum Haus. Im inneren ist es mindesten so ekelerregend wie draussen. Der Mann kommt zu Oliver und macht mit seinem Finger wieder die Bewegung am Hals, aber diesmal an Olivers Hals. Das kommt nicht gut, denkt er sich. Doch der Mann lacht und meint, jetzt trinken wir Wodka. Er nimmt zwei schmutzige Tassen und giesst Wodka ein. Mit einem sehr dreckigen Messer schneidet er ein Radieschen in vier Teile und drückt sie in eine Tasse die sowas wie Salz beinhaltet und wieder kommt er zu Oliver und fährt mit dem Finger über seinen Hals. Oliver reisst seine Hand vom Hals und gibt im klar zu verstehen, dass er das nicht will oder auch nur ansatzweise lustig findet. Doch der Typ scheint so viel Alkohol intus zuhaben, dass er auf nichts reagiert. Nun meint er, Oliver soll den Wodka trinken. Doch dieser hat absolut keine Lust aus diesem Becher irgend etwas zu trinken zumal der Mann selber nicht trinken will, sondern nur immer meint, Oliver solle trinken. Da kommt er wieder auf Oliver zu mit seiner Hand und sagt Schaschlik und will ihm gerade wieder mit der Hand an die Gurgel. Doch diesmal schlägt Oliver sie weg und geht. Er lacht und schreit ihm hinterher, doch Oliver geht zurück zu Willi. Er ärgert sich enorm über diese Situation. Doch es gibt ja genügend zu tun um Monis Liste abzuarbeiten und so macht er sich an die Arbeit.  Auf einmal steht der Typ wieder vor der Türe. Offensichtlich hat er nun den Wodka doch getrunken und so ist er noch lauter und lässt sich nur schwer vertreiben. Erst als wir Laila reinnehmen und die Türe schliessen, sieht er es ein und zieht von dannen.  Zum Glück sind wir den Los.

Am Morgen holt Moni Tasche um Tasche unsere Wäsche zurück, während Oliver sie zusammenlegt, sodass wir möglichst schnell hier fortkommen, bevor der andere wiederauftaucht.

Heute steht ja Räder wechseln an. An jeder Ecke hat es eine kleine Garage, doch für die ist unser Willi zu schwer und wir müssen zu einem Lastwagen Mechaniker. Immer wieder steigt Moni aus und fragt sich durch, bis wir endlich einen finden. Das mit den diebstahlsicheren Schrauben war eine dumme Idee. Denn die Schrauben sitzen so fest, dass die Sicherheitsschrauben sich verziehen und fast nicht zu öffnen sind. Nur mit roher Gewalt schaffen sie es doch noch, die vier Schlösser zu entfernen und durch normale Schrauben zu ersetzen, die Oliver sicherheitshalber noch dabeihat.

Das wäre ja unter Umständen ein Desaster geworden, wenn wir in der Wüste die Räder wechseln müssten und diese Sicherheitsschrauben nicht aufbringen würden. Aber zum Glück sind wir diese nun los und müssen uns diesbezüglich keine Sorgen mehr machen.

Die ganze Aktion hat uns 5000 Tenge gekostet, also ca. 13 CHF. Das Trinkgeld, dass wir ihm geben wollen, will er nicht annehmen. Nun müssen wir nur noch unsere Räder pumpen, was ja zum Glück kein Problem ist, da wir ja unseren Kompressor dabeihaben. 

Auch so kann ein Tag vorbeigehen und so machen wir uns auf, an einen Schlafplatz kurz ausserhalb von Shymkent. Denn wir haben riesigen Hunger und Laila möchte sicher auch noch ein wenig draussen rumtollen. 

 

Nach einer halbwegs ruhigen Nacht machen wir uns wieder auf nach Shymkent um nochmals im Einkaufszentrum Gemüse, Fleisch und Mineralwasser zu kaufen und zu tanken.

Auf dem Parkplatz meint Moni, sie frage mal ob jemand wisse, wo man diese 20 L Trinkwasserkanister tauschen kann. Nach einigen Misserfolgen spricht sie einen Mann im Anzug an. Das ist, wie sich herausstellt, der Bankmanager der Bank, gleich neben dem Parkplatz. Nach erfolgloser Suche im Internet meint er, wir haben in der Bank absolut gute Trinkwasserqualität, wir können die Kanister bei ihm füllen. Ob wir einen Schlauch haben. So holt sie noch schnell den Wasserdieb und den Schlauch und schon packt der Bankdirektor und Moni unsere vier 20 Liter Kanister und machen sich auf in die Bank. Oliver schliesst alle Fenster und verriegelt Willi und geht zur Bank. Doch da sieht er niemanden mehr weit und breit. So beschliesst er vor der Bank zu warten. Nach einer kleinen Ewigkeit kommt Moni raus um Oliver zu holen, damit er helfen kann. Doch da kommt schon der Direktor und ein Mitarbeiter mit je einer 20 Liter Flasche im Arm. Oliver packt schnell die beiden anderen Flaschen und trägt sie zu Willi. 

Wir bedanken uns ganz herzlich und er meint er gebe uns noch seine Telefonnummer, falls wir irgendetwas brauchen oder Hilfe benötigen. Auch habe er ganz viele Freunde in Taschkent, die er uns vermitteln könne, als Führer oder falls wir da Hilfe bräuchten. Wir sind total begeistert von dieser Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft. Vor allem weil er selber geholfen hat die Flaschen abzufüllen und rauszutragen.

 

Nun aber los wir müssen noch tanken. Also nichts wie los zur Sinooil. Die haben wir ja als gut empfohlen bekommen. Nach dem Tanken fahren wir an ein Lichtsignal und eine Frau fährt einfach rechts neben uns hin. Als es grün wird, fahren wir beide los. Sie sollte eigentlich rechts abbiegen, fährt aber einfach gerade aus, sodass Oliver einen Schwenker machen muss, damit es nicht zur Kollision kommt. Ja, nochmals Schwein gehabt, oder auch nicht? Da kommt uns ein Polizeiauto entgegen und winkt Oliver energisch raus. Was haben wir den falsch gemacht? Der Polizist deutet uns, dass wir an den Rand fahren sollen, was wir brav machen. Da der Polizist kein Englisch spricht wird die Konversation etwas mühsam, aber er teilt Oliver mit, dass er über die Sicherheitslinie gefahren sei. Ja, mussten wir ja, wenn diese dumme Kuh uns abdrängt und wieso nimmt der uns raus? Sie hat den Scheiss gemacht, nicht wir. Er will den Fahrausweis und die Fahrzeugpapiere und deutet Oliver mitzukommen. Beim Polizeiauto muss Oliver auf der Beifahrerseite Platz nehmen. Er steckt den Fahrausweis in seine Brusttasche und deutet Oliver an, dass der nun weg sei. Aber Hallo! Was soll denn das? So deutet der Polizist, das sie ihn nach Hause senden werden, da es einen Fahrausweis-Entzug gebe. Oliver zückt das Handy und schreibt im Übersetzer. Das heisst, dass ich nun also da auf der Strasse stehen bleibe, bis ich den Fahrausweis aus der Schweiz zurückbekomme und dann weiter fahren kann oder wie?

Er nickt. Ok, dann muss ich jetzt bei der Schweizer Botschaft anrufen, schreibt er wieder in sein Handy und zeigt es dem Polizisten. Der schüttelt den Kopf und macht mit den Fingern das Zeichen für Money. Ach, daher weht der Wind also. Der will, dass wir ihm Schmiergeld zahlen. Aber nicht mit Oliver. Da spielt er nicht mit und sagt laut auf Englisch, ob er jetzt wirklich von ihm Schmiergeld wolle? Der Polizist deutet auf seine Kamera, die er auf der Schulter hat und dreht sich weg. Doch Oliver macht nun vor der Kamera das Geldzeichen mit den Fingern und sagt wieder ganz laut auf Englisch, wieviel Schmiergeld er denn haben wolle und dass er nicht bereit sei Schmiergeld zu zahlen und dass er nun den Namen des Polizisten wolle und dann bei der Botschaft anrufen werde. Da zückt der Polizist genervt den Fahrausweis aus seiner Brusttasche und streckt ihn Oliver hin und deutet ihm abzuhauen. Oliver nimmt den Ausweis in aller Ruhe und streckt dem Polizisten die Hand hin, um sich freundlich zu verabschieden und geht. Das ist doch unglaublich. Der wollte uns wirklich abzocken, Oliver kann sich den ganzen Tag nicht mehr beruhigen und regt sich immer wieder von neuem auf. Das kann doch einfach nicht wahr sein. Also nichts wie an unseren Schlafplatz zurück, den da in der Nähe gibt es eine Autowaschanlage die genügend gross ist um Willi zu waschen und das ist ja unser Programm für Morgen. 

 

Und genau so ist es, wir machen uns also auf, um Willi zu waschen und Lailas Bett zu waschen. Das ist ja definitiv die Lieblingsbeschäftigung von Oliver und dementsprechend ist seine Laune. Denn die ist nicht ganz unbegründet, da Willi mit knapp 3.2m höhe relativ hoch ist, wird nicht nur Willi abgeduscht, sondern Oliver immer mit dazu und da es nicht einfach nur Wasser ist hält sich seine Begeisterung in Grenzen, kommt noch dazu, dass das Wasser ja nicht mal anständig temperiert ist, was zwar bei den Temperaturen eigentlich nicht so entscheidend ist oder sogar für eine angenehme Abkühlung sorgen kann.

 

So sind wir langsam aber sicher bereit, um uns dem neuen Abenteuer Usbekistan zu stellen und Moni muss sich nicht schämen, wenn Matthias kommt. Obwohl das auch sonst nicht der Fall wäre, denn Matthias ist ja auch ein Mann und da alle Männer, schon genetisch bedingt auf diesem Auge eher eine kleine Sehbehinderung haben. Hoffen wir mal, dass wir nicht wieder in einen Sandsturm geraten, bevor unser Besuch hier ist.  

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Kommentare: 3
  • #1

    Leve (Samstag, 25 Mai 2019 17:43)

    Das mit dem Polizisten war aber schön cool von dir!

  • #2

    Andreas (Sonntag, 26 Mai 2019 21:25)

    Da musst du nicht so weit weg, das mit Schmiergeld und Pass weg hatten wir selbst in Rumänien. Aber ich hab mich auch geweigert, bis er mir letztendlich den Pass zurückgegeben hat.

  • #3

    s'Tanti (Samstag, 08 Juni 2019 22:08)

    Ja, da habt Ihr aber auf dieser Etappe der Reise Einiges mit der einheimischen Bevölkerung erlebt. Von sehr nett, aufdringlich bis sehr gemein ist da alles drin. Monika, da kannst Du dem Oliver aber ein gutes Stück Fleisch als Belohnung kaufen, das hat er sich verdient, so gut wie er reagiert hat !
    Wir kennen diese Situation auch, ein Polizist auf der Dominikanischen gehört nämlich uns. Da wir nie viel Bargeld auf uns tragen, war er nicht so teuer, aber was viel schlimmer war, war das schlechte Gefühl nachher, wenn uns wieder einer begegnete.
    Ja, es mönschelet halt auf der ganzen Welt.......aber schlussendlich sind es all die positiven Erlebnisse, die einem in Erinnerung bleiben, und da hat es ja auf dieser Seite mehr als genug.