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Usbekistan I

Die Nacht bevor wir in Usbekistan einreisen, verbringen wir kurz vor der Grenze, bei einem Monument in Saryaghasch, unweit der Grenze. Von hier aus kann man den Fernsehturm von Taschkent sehen und die farbigen Lichter der Stadt. Wie immer schläft Oliver auch in dieser Nacht vor dem Grenzübertritt nicht gerade gut, doch was soll’s. Der Morgen ist wie meistens hier, mit strahlend blauem Himmel und die Wärme steigt von Minute zu Minute an, sodass wir uns schon relativ früh auf den Weg zur Grenze machen. Wir können es kaum glauben, aber der Weg führt uns durch das Dorf, auf engen und unbefestigten Strassen, an ein grosses, grünes Tor das verschlossen ist. Ungläubig und unsicher schauen wir uns um, doch ein Einheimischer deutet uns, vor das Tor zu fahren und zu warten. Also gut. Der wird es schon wissen und siehe da, nach einiger Zeit kommt ein bewaffneter Soldat und öffnet für uns das Tor, um es sogleich hinter uns wieder zu verriegeln. 

Da nichts steht fährt Oliver bis zur Schranke vor, doch das war offensichtlich nicht korrekt und so geht alles im Rückwärtsgang zurück zum Tor, wo unsere Ausweise zum ersten Mal kontrolliert werden. Erst jetzt dürfen wir zur Schranke vorfahren. Auch hier werden die Ausweise kontrolliert.

Bei der nächsten Station wird Willi unter die Lupe genommen und die Fahrzeugpapiere kontrolliert. Der Beamte fragt nach irgendwelchen Import-Papieren, doch Oliver findet nichts und gibt ihm den Versicherungsnachweis, den wollten sie ja in Georgien auch. Na ja, es war ja ein Versuch wert. Da er sie nicht findet, muss er mit dem Beamten ins Zollgebäude zu einem Beamten. Der will nun die Fahrzeugpapiere, doch die hat Oliver dem anderen Beamten gegeben und dieser hat sie draussen auf dem Tisch liegengelassen und behauptet nun, dass er sie nie bekommen hätte.  Da der Büro Mensch etwas Englisch kann, sagt Oliver ihm, wo sich die Papiere befinden, worauf dieser etwas schroff den Beamten anweist, diese dort zu holen. Doch das scheint diesem nicht zu behagen und so will er, dass Oliver mitkommt. Na gut, kein Problem. Unterwegs kommt ihnen ein Mann entgegen, der etwas zu dem Beamten sagt. Dieser weist Oliver an, kurz zu warten. Dann geht er in einen Raum und lässt die Türe einen Spalt offen, so dass Oliver gerade sehen kann, wie der Mann dem Beamten ein Bündel Geldscheine zusteckt und dieses sogleich in der Innentasche seiner Jacke verschwinden lässt. Und weiter geht es, zurück um den Ausweis zu holen und siehe da er liegt immer noch auf seinem Tisch. Mürrisch drückt er diesen Oliver in die Hand und deutet ihm, er solle zurückgehen. Oliver denkt sich, bevor er wieder zurückgeht, holt er noch die Papiere vom Russischen Zoll. Vielleicht hilft das.

Ja, das eine Papier war nicht vom Russischen Zoll, sondern von Kasachischen, zumindest sagt das der Beamte, nun nur noch schnell die Stempel und wieder zurück. Als Oliver zurückkommt, steht der Beamte vor Willi und meint, er müsse jetzt die Papiere von Laila haben. Kein Problem. Oliver hüpft in den Wagen und holt sie. Doch der Beamte meint, da ist kein Foto und ohne Foto könne der Hund nicht ausreisen. Oliver reicht es nun langsam und sagt, sehr bestimmt, dass der Hund einen Chip habe und somit kein Foto notwendig sei. Da Oliver merkt, dass er kurz vor der Explosion steht und weiss das dies nur ein Rache Akt des Beamten ist, ruft er Moni, die ja immer noch etwas weiter vorne warten muss. Auch sie erklärt dem Beamten, dass es extra geschrieben sei, dass das Foto nur optional sei und deutet ihm auf dem Ausweis auf die Text stelle. Vielleicht merkt er langsam, dass es mit uns nicht einfach wird und so lässt er uns gehen. Hurra, wir haben es geschafft oder eben auch nicht. Denn wir stehen schon wieder vor einem Tor und ein Soldat will unsere Papiere sehen damit er das Tor öffnet. Gesagt getan, auch dieses Tor öffnet sich uns. Nun endlich haben wir es geschafft. Nein! Es hat nochmals eine Barriere, die von einem Soldaten bedient wird und auch der will unsere Papiere sehen. Wir denken, das ist sicher schon der Usbeke, doch nein! Es ist nochmals der Kasachische Zoll. Jetzt müssen wir auch noch durch ein Waschbecken fahren, wo Willi von einem Mann unten rum geschrubbt wird und anschliessend 10'000.- will. Oliver ist schockiert und meint das bezahle ich sicher nicht. Offensichtlich merkt der Mann, dass Oliver keine Ahnung hat vom Usbekischen Geld und meint 500 Tenge. 

Okay, da können wir uns finden. Also weiter zum Usbekischen Zoll. Hier scheint es wesentlich angenehmer zu und her zu gehen und die Beamte sind alle sehr hilfsbereit und freundlich. Zuerst muss man bezahlen, damit sie Ihre Stempel machen und von einem zum anderen Schalter hüpfen. Mit dem abgestempelten Zettel, der beweist, dass man bezahlt hat, gehen wir nun zu Willi, wo Sie noch einen kurzen Blick in den Willi werfen und los geht es, zum grossen Gittertor. Da wird nochmals alles begutachtet und schon fahren wir in Usbekistan ein. Jetzt noch den obligaten Gang zur Versicherung und zum Telefon Menschen. Als wir anhalten, klopft schon ein Mann an die Scheibe. Mit einem dicken Geldbündel in der Hand fragt er, ob wir wechseln wollen. Da wir weit und breit keinen Geldautomaten sehen, wechseln wir einen Teil unserer Tenge und gehen zum Stand der Versicherung. Die Versicherung kostet für 30 Tage 25'000.- SUM, ca. 3.- CHF. Telefon Karten haben sie hier nicht. Also weiter. Auf dem Weg zurück zu Willi umringen uns Kinder die betteln. Doch unsere Devise ist, wir geben nie Geld an Kinder. Denn die Folgen sind verheerend. Die Eltern benutzen die Kinder als Einnahmequelle, anstatt sie zur Schule zu bringen. Nein. Da sollen die Eltern kommen, ohne Kinder und ihr Anliegen vorbringen. 

So fahren wir weiter nach Taschkent, zur Beeline, um uns da eine Telefonkarte zu besorgen. Wir sind völlig überrascht, dass wir eine hochmoderne, sehr saubere Stadt antreffen und vor allem mit unendlich vielen Parkplätzen, sogar genau vor dem Eingang der Telefongesellschaft. Da das Angebot relativ günstig ist, beschliessen wir gleich das grösstmögliche Angebot zu nehmen. 70 GB Daten für 283'000.- SUM, ca. 35 CHF. Inzwischen ist es schon wieder spät und so beschliessen wir, hier auf dem Parkplatz zu übernachten und machen uns zu Fuss auf den Weg einen Geldautomaten zu suchen der VISA nimmt. Was bei weitem nicht jeder macht. 

Oliver freut sich. Schon beim ersten Kasten funktioniert alles, bis auf die Geldausgabe. Auch beim zweiten Versuch geht nichts mehr. Ein Amerikanisches Ehepaar, das auch Geld will, fragt ihn, ob es geklappt hat oder nicht. Da wir verneinen, sagt der Amerikaner, er kenne einen Kasten der funktioniere sicher, falls wir mitkommen möchten können wir gemeinsam dahinlaufen.

So gehen wir zu viert quer durch die Stadt zu einem anderen Automaten der tatsächlich US $ ausspuckt. Doch was machen wir mit US $? Also alles zurück, zur ersten Bank. Denn die haben einen Schalter an dem sie Geld wechseln. Der Amerikaner, der Stephen heisst, bläut uns ein, dass wir den Dollar Noten sorg geben sollen, denn wenn sie defekt sind, werden sie nicht mehr akzeptiert oder es wird 20% abgezogen. Da sie absolut faltenfrei sind, haben wir diesbezüglich kein Problem und bekommen sie, ohne weitere Probleme, in SUM umgetauscht.

Den Sonntag verbringen wir eher gemächlich, da es 37 Grad hat und jede Bewegung eher schwerfällt. So versuchen wir mit Willi dem Schatten nach zu rollen und hoffen, dass ein leichter Luftzug durch unseren Willi weht. Erst am Abend machen wir uns auf, die nähere Umgebung zu erkunden.

Als wir am Montagmorgen immer noch am selben Platz erwachen, ist ein geschäftiges Treiben um uns herum entstanden und wir müssen uns beeilen, dass wir nicht komplett zugeparkt werden, denn die Usbeken stellen ihre Autos hemmungslos in die Zweite oder dritte Reihe und gehen zur Arbeit. Also schnell los, doch weit kommen wir nicht, denn die schmale Gasse die sie für den Verkehr frei lassen, ist so eng, dass wir an einer Stelle nicht weiterkommen. Die anwesenden Leute fangen an, wild mit den Händen zu gestikulieren und die vielen Autos hinter uns beginnen ein Hupkonzert. Doch all das nützt nichts, denn vor uns ist ein Auto so parkiert, dass es unmöglich ist daran vorbeizukommen. Auch wenn die Nachfolgenden das nicht verstehen wollen oder können. Ein Mann meint, er versuche den Fahrer des Autos zu finden, wir sollen warten. Ja klar. Etwas Anderes können wir ja eh nicht machen, oder? Nach einiger Zeit kommt ein Mann und fährt den Wagen weg, sodass wir uns langsam und sehr vorsichtig durch die Gasse schlängeln können. Nun gut, anscheinend ist es ein grosser Unterschied zwischen Wochenende und Montag, was uns ziemlich erstaunt. Denn das ganze Wochenende waren die Läden offen und auf den Baustellen wurde normal gearbeitet und das erst noch von früh morgens bis spät abends. Wir brauchen noch dringend Wasser und müssen uns noch Registrieren. So machen wir uns auf zu einem Hostel, das in einem Wohnquartier liegt. Oliver hat am Wochenende vergebens versucht uns zu registrieren. Es scheiterte immer beim Bezahlen mit Karte. So fragt Moni im Hostel, ob sie das vielleicht für uns machen könnten. Da wir uns aber gleich für die ganze Zeit die wir in Usbekistan sind registrieren wollen, meint sie, dass dies über sie nicht gehe, aber sie würde uns helfen es Online zu machen. Genau bis zum Bezahlen und da geht wieder nichts mehr, denn es braucht eine Usbekische Kreditkarte und die haben wir definitiv nicht. Hilfsbereit wie sie hier sind, haben sie uns ihre private Karte gegeben und wir ihnen dann das Geld in Bar. Wir dürfen auch noch unsere Wasservorräte füllen und gegen ein kleines Entgelt in die Mitarbeiter Kasse können wir auch noch Duschen. Dies alles geschieht natürlich bei dieser Hitze in Zeitlupen Tempo und so ist es auch schon wieder Zeit für einen Schlafplatz, den wir vor dem Hotel in das Matthias morgen einchecken wird, finden. 

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Kommentare: 1
  • #1

    s'Tanti (Samstag, 22 Juni 2019 19:13)

    Wow, die Zollabfertigungen, grauenhaft !!
    Taschkent, habe mir mal Bilder angesehen, wunderschön und tolle Sehenswürdigkeiten.