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Usbekistan II

Dienstag, 28.05.2019 um 8:30h. Ping, ein WhatsApp erklingt. Matthias ist im Hotel angekommen und macht sich auf den Weg zu uns auf den Parkplatz. Was für ein freudiges Wiedersehen hier im weit entfernten Taschkent. Da braucht es als erstes einen Kaffee. Für ein kühles Bier ist es nun wirklich noch etwas zu früh am Morgen, auch wenn die Temperatur schon wieder über 30 c geklettert ist. Wir besprechen am Schatten, wie und was wir hier in Taschkent alles anschauen wollen. Matthias, der alles via Reiseführer schon im Voraus auskundschaftet hat, ist leider ein wenig blockiert, da sein Gepäck immer noch in Istanbul ist und den neuen Flughafen noch etwas länger geniesst, bis es dann hoffentlich doch noch nach Taschkent kommt. Doch was wir wissen ist, die U-Bahn soll tolle Stationen haben. Also nichts wie los zu der nächsten Station, die unweit von uns ist. Leider dürfen Hunde nicht mit der U-Bahn fahren und so bleibt uns nichts Anderes übrig, als mit Willi die Tour zu machen. Wir können Laila unmöglich bei diesen Temperaturen im Willi zurücklassen. So fahren wir zum Chorsu Bazar und suchen uns einen schattigen Parkplatz, stellen unsere EVA auf (kleiner Luftkühler) und den Ventilator, sodass es für Laila die im Willi warten muss, nicht zu heiss wird, bis wir zurück sind. 

Das wilde Treiben und die vielen Farben und Gerüche begeistern uns alle und die schiere Grösse des Bazars ist schon sehr beeindruckend.  

Im Anschluss fahren wir zu einem Restaurant das Matthias noch im Kopf hat. Es liegt am Fluss und hat einen Wasserfall. Hier ist es angenehm kühl und wir bekommen unser wohl verdientes Bier. Leider darf Laila nicht ins Restaurant, was wir nicht richtig verstehen, aber Usbeken scheinen sinnlos Angst vor Hunden zu haben.

Doch Willi steht im Schatten und alle Kühlanlagen laufen auf Hochtouren. Nur das frische Wasser, das wir ihr in den Topf geben, ist etwas Warm.

Gut gekühlt und gestärkt machen wir uns auf zur Kukeldash Medresse (Koran Schule) 

Ja, das war anstrengend und Matthias, der dank Zeitverschiebung nicht so viel Schlaf bekommen hat, möchte gerne bevor wir uns zum Abendessen aufmachen, noch eine Stunde Stunde die Glieder strecken, was auch uns sehr entgegen kommt. 

So lassen wir den ersten Tag bei einem feinen Abendessen und einem Usbekischen Merlot ausklingen.

 

Am Morgen müssen wir als erstes zum Flughafen, in der Hoffnung, dass Matthias nun doch noch zu seinem Koffer kommt. Da die Russisch-Orthodoxe Kirche nur einen kleinen Umweg bedeutet, besuchen wir anschliessend diese und den Bazar in unmittelbarer Nähe.

Zu unserem Erstaunen gibt es auch eine Katholische Kirche, die wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen wollen.

Die Hitze ist wirklich drückend. Die Temperatur nur knapp unter der 40c Grenze und kein Lüftchen das einem etwas Abkühlung bringen würde. Doch wir beissen auf die Zähne und besuchen die Altstadt mit dem Hast-Iman Komplex. Da wir Laila nicht über den heissen Boden gehen lassen wollen, bleibt Moni bei Laila im Schatten auf dem relativ kühlen Gras. Laila macht die Hitze sehr zu schaffen und jede Bewegung scheint sie sehr anzustrengen. 

So gehen Matthias und Oliver den sehr schönen Hast-Imam Komplex besichtigen. Doch auch sie gehen, wann immer möglich, dem Schatten nach.

Vielleicht ist der Fernsehturm ja klimatisiert, dann könnten wir den doch besichtigen. Immerhin soll man einen tolle Aussicht von da oben haben und sicher hat es da ein Restaurant in dem man ein kühles Bier bekommt. Also nichts wie da hin. Doch weit gefehlt. Da wir uns noch nicht an die Zahlen gewohnt sind, sind wir schockiert 40'000 pro Nase und es gibt nur ein Restaurant, in dem man Essen muss und zu guter Letzt wollen sie, dass man den Pass deponiert. Was soll das? Haben sie Angst, dass der Turm zusammenbricht und so wissen sie wer alles verschollen ist? Wir beschliessen einstimmig den Besuch an dieser Stelle abzubrechen und mit Laila in den Park vis-a-vis zugehen. Zumal hier der Fluss durchläuft und wir uns so die heissen Füsse etwas abkühlen können. Zudem gibt es hier sicher auch ein Restaurant wo wir unseren Durst löschen können. 

Na ja, ganz so einfach machen es einem die Usbeken dann doch nicht. Der Fluss ist so kanalisiert, dass es nur eine Stelle gibt an der man via Treppe das Wasser erreichen kann. Was Laila sehr freut und das Restaurant will auch nicht, dass man mit einem Hund reinkommt, also trinken wir unser Bier im Willi.

Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir nochmals am Bazar vorbei. Da wir beschlossen haben, morgen die Stadt zu verlassen und Richtung Samarkand los zu fahren, gehen die Männer nochmals in den Bazar einkaufen. Jetzt muss ein rechtes Stück Fleisch auf den Grill und frisches Gemüse, eine Flasche Wein und Bier gegen die Hitze brauchen wir auch noch. Gesagt getan.

Matthias geht ins Hotel und wir machen es uns im Willi gemütlich, bis ein WhatsApp von Matthias kommt. Er lädt uns ein, bei ihm im Zimmer zu duschen. Was wir natürlich dankend annehmen. Denn frisch geduscht, nicht nur mit dem Waschlappen gewaschen, sondern so richtig lange unter der Dusche, macht das anschliessende Abendessen gleich doppelt Freude. In einem Innenhof finden wir ein Russisch Usbekisches Restaurant das uns mit Einheimischen Köstlichkeiten verwöhnt.

Nach einer ruhigen Nacht machen wir uns nun also los in die Weite Usbekistans, Richtung der berühmten Stadt Samarkand, auf die wir uns alle riesig freuen, 

Doch heute suchen wir uns schon früh einen schönen Schlafplatz, um unser Fleisch zu grillieren und einfach einen friedlichen Abend zu verbringen.  

Mitten beim Essen kommt ein Vater mit seinen zwei Söhnen, denen offensichtlich das Land auf dem wir sind gehört. Sie begrüssen uns ganz freundlich und fangen an, den Bach zu stauen, um ihre Felder und Bäume zu bewässern. Das ist spannend und wir gesellen uns zu ihnen um etwas zu erfahren.  So erzählen sie, dass der Vater Mathematik Lehrer ist, aber kein Englisch spricht. Nur der ältere Sohn (17) freut sich sehr, dass er mit uns sprechen und für den Vater übersetzen kann.  

Da sie arbeiten müssen, solange es noch hell ist, setzen wir uns wieder an unseren Tisch und essen weiter. Auf einmal bringt uns der Junge frisch gepflückte Kirschen und Äpfel. Was für eine schöne Geste.

Wir bedanken uns und verabschieden uns von ihnen, da sie sich auf den Heimweg machen. Es wird ja schon dunkel.

Da es nur noch 60 Km bis Samarkand sind, sind wir schon relativ früh da und besichtigen als erstes das Observatorium Ulug Beg. Leider wurde dies von den Russen zu Tode restauriert, so dass es nur mässig schön ist.

Aber nun kann es nur noch besser werden. Wir suchen uns einen Parkplatz in der Nähe der Registan. Was für ein Bau. Kolossal! Der beeindruckt schon extrem.

Nach einem kurzen und erfrischenden Regenschauer machen wir uns weiter um einen Schlafplatz im Zentrum von Samarkand zu suchen. Doch zuvor müssen wir noch jemanden finden, der Matthias registriert. Doch kein Hotel will das machen. Oliver meint, das ist doch sicher kein Problem. Die lassen dich auch raus ohne diese Stempel und im schlimmsten Fall zahlst du die Gebühr am Flughafen noch nach. Doch Matthias ist das nicht ganz geheuer. So gelangen wir mit Hilfe eines gut Englisch sprechenden jungen Mannes an die Pass Büro Polizei. Doch die meint, wenn man im Wohnmobil unterwegs ist, braucht es das nicht. Auf Nachfrage von Matthias, ob er dann beim Ausreisen Probleme am Zoll habe, meint der Beamte, nein, alles in Ordnung. So machen wir noch ein Foto vom Gebäude, so dass man im schlimmsten Fall sagen kann, dass die uns das gesagt haben

Nun können wir also in aller Ruhe einen schönen Schlafplatz suchen, den wir auch finden. Auf dem Parkplatz vom Gur Emir Mausoleum, das wir sogleich auch noch besichtigen.

Danach machen wir uns auf um ein Restaurant zu suchen. Da wir so Hunger haben, nehmen wir das erste das einen Garten hat. Wir bestellen zwei Poulet, zwei Salate, eine Dill Sauce mit Brot, eine grosse Flasche Mineral, zwei grosse Gläser Bier und bezahlen 102'000.- SUM, also ca. 12 CHF. Unglaublich! Für das bekommt man in der Schweiz kaum einen Poulet Schenkel.   

 

Als wir zu Laila und Willi zurückkommen, ist der Parkplatz komplett gefüllt und wir hätten keine Chance da raus zu kommen. Nur gut, dass wir das ja gar nicht wollen. Wir machen noch eine Runde mit Laila und finden den Grund für die vielen Autos schnell heraus. Hinter uns ist eine Mosche und da feiern sie Bajram. Das Ende des Ramadans.

Die Mosche ist so voll, dass die Leute auch davor auf dem Boden sitzen und beten.

Da es Laila nicht sehr gut geht, steht Moni morgens um 4:45 Uhr auf, um mit ihr Notfall mässig raus zu gehen und so bleiben die beiden gleich draussen an der frischen kühlen Luft und geniessen den Sonnenaufgang. Erst als um 7.45 Uhr die Läden bei Willi geöffnet werden, kommt sie wieder. 

Wir machen uns auf die Schah-i Sinda Gräberstadt zu besuchen, ein absolutes Highlight.

Da das Bibi Chanum Mausoleum in der Nähe ist, beschliessen wir zu Fuss dahin zu gehen.

Nun wollen wir noch durch den Bazar, der ja fast auf dem Rückweg liegt. Da wir sowieso noch Brot brauchen, passt das ganz gut. Bei einem Bazar Restaurant quält uns der Duft so stark, dass wir uns einen Plov (National Gericht mit Reis) mit Tee genehmigen und Moni nimmt eine Samo, das ist eine gefüllte Teigtasche mit Kartoffeln.  

Als wir zurück zu Willi kommen, ist der ganze Parkplatz leergeräumt. Nur wir und ein anderes Fahrzeug stehen noch auf dem Platz und die Polizei ist sichtlich froh, dass wir endlich kommen und mit unserem Willi verschwinden. Nun gut, wir brauchen noch Diesel und das ist ja ein schwieriges Thema in Usbekistan. Zumindest lesen und hören wir das immer wieder. Doch dank iOverlander-App finden wir schnell eine Tankstelle die Diesel hat und so tanken wir Willi wieder voll und machen uns auf den Weg Richtung Karsi.  Unterwegs suchen wir einen geeigneten Schlafplatz, wo wir unsere Cervelats und Bratwürste, die Matthias aus der Schweiz mitgebracht hat, grillieren können. Dazu noch einen Kartoffelsalat und das Heimatgefühl ist komplett.

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Kommentare: 3
  • #1

    Marielle (Dienstag, 11 Juni 2019 12:26)

    Coole bricht mit super schöne Föteli!

  • #2

    Leve (Dienstag, 11 Juni 2019 22:59)

    Lasst‘s euch schmecken.

  • #3

    s'Tanti (Sonntag, 23 Juni 2019 14:16)

    Wunderschön diese Wände und Decken des Observatoriums. Die Besichtigung muss ein Genuss gewesen sein...... Wow !