· 

Usbekistan III

Wir machen uns auf Richtung Buxoro (Buchara). Der Weg führt uns nun über ein paar Berge, wo wir frisches Quellwasser tanken können. Ja, Wasser ist halt immer so eine Sache und nicht immer leicht zu finden. Mit vollen Wassertanks machen wir uns also weiter auf unserem Weg. Als nächstes steht Shahrisabz auf unserer Route. Hier soll das grösste Tor von Usbekistan stehen. Gemäss Reiseführer hat man hier vor einigen Jahren die ganze Altstadt abgerissen und eine riesige Parkanlage zwischen Tor und Moschee gebaut. Das müssen wir uns natürlich anschauen. Gesagt getan. Das ist wirklich unglaublich! Die haben alles niedergerissen und am Rande des Parks, einheitliche Häuschen hingestellt. Der Park besteht in erster Linie aus Wegen, Grasflächen mit Bäumchen und zu unserer Überraschung sind die Rabatten mit Basilikum bepflanzt.

Da hier gerade ein grosses Volksfest stattfindet, hat es auch viele Leute die sich hier im Park vergnügen.

Wir schlendern völlig fasziniert durch die Anlage zum anderen Ende mit dem Eingangs-Tor das man schon von weitem sieht. 

 

Da Moni wieder zurück zu Laila will, gehen die Männer noch alleine in die Moschee. 

Ja, irgendwie ist der Schuss mit dem Park nach hinten los. Sie wollten es attraktiv machen für die Touristen und haben die hässliche Altstadt abgerissen. Aber die Touristen möchten genau das sehen und nicht eine völlig synthetische Parkanlage mit zwei Sehenswürdigkeiten, eine am Anfang und eine am Ende der gut 1,5 Km langen Parkanlage. 

 

In Qarshi finden wir leider wieder keinen Schattenplatz für Willi, also gehen Matthias und Oliver die Moschee und die Medresse anschauen, doch leider ist alles geschlossen. Doch auf der anderen Strassenseite scheint ein Volksfest zu sein, das müssen wir uns anschauen. In einem Museum, eine Art Verkehrshaus, sind viele Leute und sogar das Usbekische Fernsehen ist da um das Fest zu filmen. 

Nach Reise-Führer ist nebst der geschlossenen Moschee nur noch eine alte Brücke die man anschauen soll. Na ja, für die finden wir lohnt es sich nicht hier hinzufahren, aber da es eh auf unserem Weg liegt, ist das ja kein Thema.

Am späteren Nachmittag treffen wir in Buxoro (Buchara) ein. Auf jeder Ortstafel und jedem Schild wird der Name der Stadt anders geschrieben, das haben wir so noch nie gesehen.

Bei einer Moschee stellen wir unseren Willi auf den Parkplatz, direkt unter einen Baum, unweit des Einganges zur Altstadt. Sogleich machen wir uns auf, diese zu besichtigen, aber irgendwie will der Funken nicht ganz springen, denn man hat hier alles so rausgeputzt, dass es irgendwie nicht mehr stimmig ist. Es sieht irgendwie nach Las Vegas aus. Alles ist auf Touristen ausgelegt und dabei geht der eigentliche Scharm verloren, auch wenn die einzelnen Gebäude sehr eindrucksvoll sind. 

Wir kochen einen Eintopf mit Bulgur, Gemüse und Lammfleisch und geniessen die ruhige Stimmung auf unserem Moschee Parkplatz. Als Oliver in der Garage Bier holen will, kommt eine Frau mit einem Kind und bittet um etwas zu Essen. So gibt er ihr eines unserer frisch gekauften Brote, was sie freudig und dankbar entgegennimmt. 

 

Am nächsten Morgen geht unsere Stadt-Besichtigung weiter. Aber zuerst gibt es einen feinen Cappuccino im Kaffee Meinel, am kleinen See mitten in der Altstadt (Neu). Gut gestärkt geht es weiter vom Labi Chaus zur Synagoge, mitten durch die Wohnquartiere der Altstadt.

Am Nachmittag machen wir uns auf zur Schorbakr Madresse und Moschee. Moni will bei Laila bleiben, da ihr offensichtlich die grosse Hitze sehr zu schaffen macht. So gehen Matthias und Oliver alleine auf Besichtigungs-Tour. Auf einmal kommt ein junger Mann auf einem Fahrrad angeradelt und meint, wir hätten den falschen Eingang genommen und müssten noch Eintritt bezahlen. Brav wie wir sind, bezahlen wir die geforderten 25‘000 SUM für den Eintritt und das Fotografieren. Eine wirklich lohnende Sache, auch wenn es etwas ausserhalb der Stadt ist und sich offensichtlich kaum Touristen hierher verirren.

Da wir ja jetzt wieder mit Willi unterwegs sind und unbedingt noch Diesel brauchen, schauen wir uns jede Tankstelle an, aber bis jetzt sind alle Tankstellen ausgeschossen. Kein Diesel mehr vorhanden. Daher versuchen wir es nun auf dem Schwarzmarkt. Doch zuvor gehen wir gleich noch den Sommerpalast des Emirs von Buchara besichtigen. Der liegt ja eh auf dem Weg dahin. Er hatte einmal einen eigenen Zoo, von dem heute ausser ein paar Pfauen und sonstigen Vögeln nicht mehr viel zu sehen ist.

Zum guten Glück haben wir die iOverlander App, auf der Reisende wie wir, wichtige Sachen eintragen wie, wo gibt es Wasser oder wo bekommt man eine Versicherung fürs Fahrzeug und zu welchem Preis oder eben hier in Usbekistan, wo bekommt man Diesel. Das ist hier gar nicht so einfach, wie wir selber feststellen müssen. Doch iOverlander sei Dank. Wir finden den Schwarzmarkt ohne Probleme. In einem, mit einer Barriere gesicherten Hinterhof. Matthias springt aus dem Willi und geht sich bei zwei Männern erkunden, ob wir hier richtig sind für Diesel. Dieser heisst ihn hier zu warten, er gehe mal schauen. Nach kurzer Zeit kommt er zurück und meint wir sollen ihm folgen. Was wir natürlich brav machen. So kurven wir durch das Gelände, auf dem viele türkische Lastwagen stehen. Ein junger Mann kommt aus der Türe und fragt uns wieviel Diesel wir brauchen. Oliver meint ca. 50-60 L. Also holt er vier 20 Literkanister und fängt an einzufüllen bis es überlauft. Beim Bezahlen sind wir sehr überrascht. Der Diesel ist ja günstiger als an der einzigen offiziellen Tankstelle in Taschkent. Da zahlten wir 8000 SUM pro Liter und hier 5600 SUM. Ja, so kann unsere Reise wieder unbeschwert weitergehen. 

Wir beschliessen wieder zurück zum Moschee Parkplatz zu fahren, um dort in einem schönen Restaurant zu essen. Gleich neben der Moschee hat es eines, in dem viele Einheimische an niedrigen Tischen essen. Wir suchen uns dann aber einen Platz an einem normalen Tisch. Da wir alle der Ansicht sind, dass wir nach dem Essen an einem solchen Liegetisch nie mehr aufstehen könnten. 

Und zum krönenden Tagesabschluss wollen wir nochmals durch die nun beleuchtete Altstadt spazieren. Das ist wirklich lohnenswert.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0