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Kirgisistan ll

Die Bergwelt ist faszinierend, und als wir einen kleinen, unscheinbaren Feldweg sehen, entscheiden wir schnell diesen zu nehmen, in der Hoffnung auf einen Schlafplatz mit schönem Bergpanorama. Schau selber. Wir finden die „Salzberge“ in Kombination mit den Schneebergen sehr speziell.

Hier, auf 1200m sind jetzt auch die Temperaturen, mit 24 Grad endlich wieder angenehm. 

 

Am Mittwoch, 19. Juni nehmen wir die Kirgisischen Berge in Angriff, die uns dann nach Bischkek führen. 

Es ist eine fantastische Kulisse. Einfach traumhaft. Wie in den Schweizer Alpen nur, dass die Berge hier um vieles höher sind, bis knapp 7400 m. Wir sind wieder einmal hin und weg. Wir freuen uns aber auch sehr über die Leistung von unserem Willi. Denn es sind ja immerhin über 3000 m hohe Passstrassen, die wir da rauf- und runterfahren.

Auch die vielen Jurten, Pferde, Kühe und Schafe, machen das Bild der freien, wilden Natur perfekt. 

 

Doch aus unserer schwärmerischen Phase werden wir abrupt herausgerissen, als wir wieder einmal von der Polizei an den Strassenrand zitiert werden. Da wir schon gelesen haben, dass man nicht zu viel Bargeld dabeihaben sollte, hat Oliver schon vor Tagen sein Geld in den Hosentaschen verteilt. Zum guten Glück.

 

So warten wir im Willi, bis der Polizeibeamte zu uns kommt. Er deutet Oliver auszusteigen und meint er sei zu schnell gefahren. Oliver schüttelt den Kopf und sagt auf Englisch, dass dies nicht wahr ist. Der Beamte schreibt auf den staubigen Willi mit dem Finger die Zahl 63 und daneben 40 und kreist diese ein. Also erstens haben wir nirgends eine 40-er Tafel gesehen und zweitens sind wir zu 100% nicht schneller als 50 gefahren. Na ja, mal schauen. Er will auf jeden Fall die Ausweise und Oliver muss mit zum Polizeiauto. Da wird ihm das Strafmass eröffnet. 300 US$. Oliver muss lachen und meint, erstens habe er keine US$ und zweitens sei das vollkommen überrissen, denn ein durchschnittlicher Kirgise verdient ja unwesentlich mehr im Monat.

Oliver erklärt ihm, dass er ihm das nicht glaube und dieser wiederum meint, die normale Strafe sei 170’000 KGS, also ca. 2400 CHF. Schnell zeigt er ihm ein Buch, macht eine Seite auf, deutet auf etwas und klappt es wieder zu. Doch Oliver nimmt ihm das Buch aus den Händen und will das genauer anschauen. Doch das lässt er nicht zu. Er meint, entweder du bezahlst die Busse, oder ich sende Deine Ausweise zusammen mit der Busse in die Schweiz. Da fängt es an in Oliver zu grollen und so wird er immer lauter, obwohl der Polizist immer wieder den Finger auf die Lippen legt und psssssst macht. Das wiederum heisst für Oliver, bitte lauter sprechen sonst hören es vielleicht nicht alle. Nun kommt auch sein Vorgesetzter dazu. Juhu jetzt kann es nur besser werden. Doch weit gefehlt. Der meint, für einen Schweizer sind 300 US$ viel zu wenig. Oliver lacht ihn an und meint: „Ich habe kein Geld, nur das hier, ca. 2450 KGS, also ca. 33 CHF. Oliver nimmt dem Beamten seinen Pass und die Fahrzeugpapiere aus der Hand, so dass dieser nur noch den Fahrausweis hat und meint, dann sende doch meine Busse und den Ausweis in die Schweiz zurück, meine Frau kann ja fahren und läuft Richtung Willi. Doch der Beamte hält ihn am Arm zurück und deutet ihm, die KGS zu geben, da sein Chef sonst Ärger mache. Was für ein Arsch bist du, sagt Oliver auf mundart mit einem Lächeln. Aber gut, entgegen all seinen Grundsätzen wirft Oliver ihm die 2450 KGS auf den Autositz und reisst dem Polizisten den Führerschein aus der Hand und will gehen. Da gibt ihm der Beamte 450 KGS zurück und meint, gehe auf meine Kosten in Bischkek einen Kaffee trinken. Auf Deine Kosten????? Was stimmt mit dem nicht?!

Oliver packt das Geld und steigt in den Willi zu Moni, wo er ihr alles in einer Stinkwut erzählt. Am meisten wütend ist er aber über sich, dass er da nun doch mitgespielt hat, auch wenn er sich einredet, dass er ja sicher mehr als 40 gefahren sei und somit vielleicht eine kleine Busse verdient hat. 

 

Oliver kann sich wieder einmal nicht erholen, er findet noch Stunden lang und bei jeder Radar-Kontrolle oder wenn er einen Polizisten sieht, dass es wirklich das Schlimmste sei, wenn die Polizei korrupt ist. Er meint, jeder Polizist der korrupt ist, müsste extrem hart bestraft werden, denn wenn man sich nicht auf einen Polizisten verlassen kann auf wen denn sonst?  

Ab nun beschliesst Oliver provokativ langsam an jeder Polizei-Kontrolle vorbei zu fahren, um diesen .... zu zeigen, dass man das mit ihm nicht machen kann. Ha ha, mach dich doch nicht lächerlich, das interessiert doch keine Sau.

 

Die kleinen Tunnels, mit den doch sehr arg lädierten Decken, sind nicht gerade vertrauenserweckend. Hier wird nicht umgekehrt, wenn man zu hoch ist, es scheint eher, dass man es dann ganz durchzieht. Also schnell hier wieder raus.

Ja die Kirgisen So sind wir froh, als wir endlich wieder im Flachland sind. An der Mautstelle zeigen wir unser Ticket und schon lässt er uns durch. Also unbedingt das Ticket sicher aufbewahren, denn sonst bezahlst Du noch einmal die Gebühr. So für heute ist definitiv genug. Schnell einen guten Schlafplatz suchen und Feierabend.

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Kommentare: 3
  • #1

    s'Tanti (Mittwoch, 26 Juni 2019 22:00)

    Oh, nein, das darf doch nicht wahr sein ! Schon wieder ein korrupter Polizist. Das ist echt eine Plage. Werde mich mal erkundigen ob es ein Handbuch gibt " wie verhalte ich mich gegenüber korrupten Polizisten ".

    So schön diese Bergwelt und die herrliche Natur. Habt Ihr auch schon mal in eine Jurte gucken und Euch umsehen können? Und diese Zweistöckige, gibt es dort eine Strickleiter ? Das würde mich mal noch interessieren.

  • #2

    Moliwillreisen (Donnerstag, 27 Juni 2019 06:28)

    Beim zweiten Foto der zweistöckigen Jurte, sieht man auf der Seite, dass es eine Treppe hat.
    Mit Doppelklick auf das Foto, wird das Foto gross, dann sieht man es besser.

  • #3

    s'Tanti (Freitag, 28 Juni 2019 07:29)

    Oh, danke, ich dachte, die befinde sich im Bau, das sei ein Baugerüst. Dann haben die ja noch einen Rundbalkon ! Wow, Luxus pur in der Steppe. Könnte man sowas auch als Airbnb haben ?