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Russland VI Kasan

Kasan, die Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan, erreichen wir am Montag, 12. August 2019 um 16 Uhr. Die Stadt gefällt uns schon nach den ersten Metern. Alles ist sauber und mit Blumen geschmückt. Die Häuser sind alle in Top-Zustand. Überall sind die Leute gemütlich am Flanieren und auch auf der Strasse herrscht keine Hektik. Es ist echt super, dass wir wieder das Glück haben, und genau in unmittelbarer Nähe der Sehenswürdigkeiten einen Parkplatz finden, wo wir auch gleich wieder über Nacht bleiben können. Denn so geniessen wir es doppelt, wenn wir wissen, wir müssen nicht mehr weiterfahren. Man könnte meinen, man sei in einer europäischen Stadt. Als Alternative zu den Füssen, könnte man die Stadt gemütlich in einer schönen Kutsche besichtigen. 

Schon nach wenigen Schritten sind wir beim Kasaner Kreml. Moni möchte in die Moschee, doch Oliver meint, dort kannst du nicht einfach rein. 

Als dieses Argument nichts nützt, meint er, die sehen ja eh alle gleich aus. Aber auch das zieht bei Moni nicht. Sie stülpt sich ihr Kopftuch über den Kopf und so gehen wir rein. Damit auch die Touristen etwas zu sehen bekommen, hat es extra einen Touristenbalkon. Aber diese Aussicht müssen wir uns über eine lange Treppe zuerst verdienen. Aber das schadet nach dem vielen sitzen während der langen Fahrt ja auch nichts. 

Oliver meint trocken, und für das bin ich hier rauf gekommen? Sieht ja aus wie immer. Aber ist doch schön, dass die Touristen so wenigstens einen Blick in die Moschee werfen können. Obwohl, es ist schon ein bisschen bizarr, wenn wir uns den Mann in seiner Glas Kabine anschauen, und es aus allen Lautsprechern schallt.  

Die Kul-Scharif Moschee ist angeblich die zweitgrösste Moschee in Europa und wurde im Jahr 2005 errichtet.  So lassen wir uns natürlich auch die christlich-orthodoxe Kirche, die gleich in unmittelbarer Nähe steht, nicht entgehen.

Die Atmosphäre hier ist friedlich und ruhig und wir geniessen es, durch die sehr schöne und gepflegte Anlage zu schlendern.

Aber jetzt ist wieder eine Pause fällig, also zurück zu Laila und Willi. Den Rest wollen wir uns dann am Abend mit Laila zusammen anschauen. Auf der schönen Flanierstrasse hat es ein Restaurant am anderen. Wir fragen uns, ob es denn hier so viele Leute hat, dass das für alle ein gutes Geschäft ist. Überall hat es Strassenmusikanten, Feuerspucker, und irgendwie haben sie es hier mit den Tauben. Es hat viele Leute, die hier für Fotos ihre Tauben anbieten. 

 

Am nächsten Morgen fahren wir noch zum Tempel aller Religionen. Da wir den Parkplatz verfehlen, fahren wir zuerst daran vorbei und es sieht Hammermässig aus. So freuen wir uns richtig und sind mal gespannt wie das von innen aussieht. 

So wie es aussieht, sind wir die einzigen die den Eintrittspreis von 100 Rubel bezahlen. Eigentlich schon gemein, Car weise werden die Leuten hierhergefahren, aber keiner bezahlt den Eintritt, alle schauen es nur von aussen an. Hoffentlich haben sie wenigsten ein Abkommen, dass sie etwas für den Parkplatz bezahlen müssen. Das Ganze ist wunderschön, aber wie es halt so ist, überall wird angefangen, aber nirgends ist etwas fertig gebaut. Trotzdem, uns gefällt es sehr gut. Und wenn die Themenräume mal ganz fertig gebaut sind, ist das sicher wunderschön. 

Ja, und schon heisst es wieder fahren, fahren, fahren. Unser nächstes Ziel ist dann Moskau, wo wir aber als erstes versuchen, unsere Heizung reparieren zu lassen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir wollen spätestens am Donnerstag-Abend dort sein. Denn sonst kommt uns wieder das Wochenende in die Quere. Aber eigentlich, was heisst dort sein? Zu wem gehen wir denn jetzt? Philip, von der Firma Olfi, ist leider in den Ferien. Mit ihm hatten wir ja nach Georgien schon Kontakt. Wir haben ihm damals unsere Platine nach Moskau geschickt und er hat sie uns dann, nach überprüfen und löschen der Fehler wieder nach Irkutsk geschickt. Doch leider ist er gerade in den Ferien. Schade, denn er spricht sehr gut deutsch. Aber wir schreiben ihm trotzdem. Vielleicht hat er ja eine Ferienvertretung. Und tatsächlich, obwohl er in den Ferien ist, schickt er uns ein Foto mit dem Standort einer Firma, und die Telefonnummer von Alexej. Hei das wäre ja mega genial. Wir sind anscheinend nur gerade mal 5 km von diesem Ort entfernt. Na wenn das nicht passt. Moni bedankt sich schnell bei Philip und fragt, ob denn der Alexej auch Deutsch spreche. Postwendend kommt die Antwort. Er weiss es nicht, aber vielleicht englisch. Na ja, und sonst gibt es ja noch den Google-Übersetzer. Da wir ja nicht wissen, wie diese Firma heisst, stehen wir jetzt hier.

Moni geht mal zu einer dieser Firmen und fragt. Das einzige was sie sagen, ja das stimmt, hier sind sie richtig. Das ganze Quartier heisst so. Na toll. Sie macht ein Foto von dieser Garage und schickt es Alexej mit dem Text, wir stehen hier. Wie finden wir dich? 

Postwendend kommt ein Foto zurück. 

 

Super. Aber dann sehen wir, hinter der Mauer das grosse Ford Zeichen. Da wir nicht genau wissen, wie wir dort hineinkommen, geht Moni zu Fuss. Auch Alexej kommt uns zu Fuss entgegen. Ja irgendwie findet man sich, auch wenn man sich nicht versteht. Wir fahren in das abgesperrte Gelände und Oliver versucht Alexej zu erklären, wo das Problem liegt. Kurze Zeit später kommt noch ein älterer Kollege von ihm dazu. Gemeinsam wird ausgetestet. Dann kommen sie und sagen, einschalten, alles ist ok. Doch Oliver meint, nein, denn nach kurzer Zeit kommt der Fehler. Ja, und genauso ist es. Nach etwa 1 ½ Stunden fragt Alexej, ob wir einen Kaffee möchten. Wir nehmen dankend an. Doch irgendwie beschleicht uns gleichzeitig das Gefühl, dass es noch lange dauern könnte. Sie beschliessen, die neueste Software auf die Platine aufzuspielen und sind überzeugt, dass es dann geht. Doch Oliver ist wie immer anderer Ansicht und meint, dass das nicht der Fehler sein kann. Aber gut, dann sollen sie es halt probieren. Gesagt getan. Software neu aufgespielt, Heizung neu gestartet und der Fehler ist nach kurzer Zeit wieder da. Alexej geht ins Büro um all die Fehler zu Googeln. In der Zwischenzeit, misst Oliver wieder auf beiden Seiten den Strom aus. Als Alexej retour ist, meint er, es liege daran, dass die Heizung zu wenig Strom aus der Batterie bekommt. Doch Oliver ist der Ansicht, das ist unmöglich, nimmt das Messgerät und beweist ihm, dass mehr als genug Strom von der Batterie herkommt. So starten sie die Heizung noch einmal und alle drei schauen gebannt auf das Messgerät und sehen, dass auf einmal, der Strom kurz zusammenbricht, und sogleich der Fehler auftritt. So, meint der ältere, dann kann es nur noch etwas sein, das ist eine Steckverbindung, die warm wird und dann kurzzeitig keinen Kontakt macht. Da Oliver weiss, dass es nach dem Sicherungskasten eine Steckverbindung hat, zeigt er ihm diese. Kurzerhand nimmt er den Seitenschneider und kappt die Kabel. Mit Oliver’s Verbindungsstecker wird das Ganze wieder miteinander verbunden und dann der entscheidende Moment. Die Heizung wird neu gestartet. Und, wieder schauen die drei gespannt auf das Messgerät. Wir warten wirklich lange um sicher zu gehen, aber als auch nach längerer Wartezeit kein Fehler kommt, müssen wir annehmen, dass die Ganzen Scherereien mit unserer Heizung wirklich nur an diesem einen, kleinen, original Verbindungsstecker gelegen hat. Für die 2 ½ Stunden bezahlen wir 3000 Rubel. (inklusive Kaffee sind das ca. Fr. 45.--) 

Wir sind froh, dass wir jetzt endlich wieder eine Heizung haben und somit auch wieder warmes Wasser. Ja und die teuer gekauften Ersatzteile nehmen wir uns jetzt ans Lager. So sind wir wenigstens ausgerüstet, für den Notfall der hoffentlich nie eintreffen wird. 

Da es mit dem Verkehr in Moskau ziemlich anstrengend ist, beschliessen wir, uns hier auf dem Campingplatz Sokolniki einzuquartieren und die Stadt in den nächsten Tagen mit den ÖV’s zu besichtigen.

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Kommentare: 2
  • #1

    s'Tanti (Samstag, 24 August 2019 21:14)

    Endlich, endlich konnte dieses Miststück von Heizung geflickt werden. Ja, da wäre dann mal eine Reportage mit Schadenersatzmeldung an die Verkäufer - Firma fällig. So viel Umtriebe und Ärger um eine kleine
    Steckverbindung - und die angeblichen "Fachleute" wissen von nichts. Da frage ich mich als Laie und Digitalisierungsbanause, wie soll das weiter gehen mit all der Elektronik in den neuen Fahrzeugen ? Ich warte schon lange auf eine Schlagzeile im Blick : Tourist vor abgelegenem Ferienhaus eine Woche im eigenen Auto eingeschlossen......Nein, es gab auch kein Handyempfang !

    Wow, Kasan und seine Sehenswürdigkeiten, das muss ja so was von imposant sein, diese religiösen Bauwerke aussen und innen in natura zu sehen. Klar kann man nicht immer alles verstehen, ( wie der Mann in seiner Glaskabine) aber gerade das macht ja das Leben so lebenswert. So viele verschiedene Themen in so einer übersichtlicher Darstellung, das muss sowas von interessant gewesen sein.

  • #2

    Vreni (Samstag, 07 September 2019 14:31)

    wow was für eine tolle Stadt dieses Kasan ! und dann gleich auch noch das Erfolgserlebnis mit der Heizung.
    Ja, manchmal läufts wirklich richtig rund !!!