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Russland VII Moskau

Nach einer anstrengenden Fahrt durch den Moskauer Grossstadtverkehr, sind wir froh, als wir endlich beim Campingplatz Sokolniki eintreffen. Zum Glück hat es nicht viele Camper. So stellen wir uns schön alleine auf einen Platz, wo wir sicher am Schatten stehen, damit es nicht heiss wird, im Innern des Fahrzeuges. 

 

Auf der Suche nach einer Waschmaschine sieht Moni ein Wohnmobil mit Thurgauer Kennzeichen. Die Frau ist gerade am Umräumen der Garage und darum nutzt Moni die Gelegenheit und spricht sie an. Schliesslich kommt es nicht so oft vor, dass wir Schweizer treffen. Die Frau ist alleine mit Ihrem Hund mit einer Reisegruppe von Sea Bridge unterwegs. Da sie ganz frisch im Wohnmobil lebt, wollte sie am Anfang lieber noch geführt unterwegs sein, und so ein bisschen Erfahrung sammeln in einem sicheren Rahmen. Daher hat sie sich für die Russland Durchreise der Gruppe angeschlossen. Was uns jetzt doch ziemlich erstaunt ist, dass hier alle für sich fahren. Am Abend wird anscheinend einfach immer der nächste Schlafplatz angegeben. Auch auf dem Campingplatz stehen alle irgendwo. Die beiden Tourguides sprechen anscheinend auch nur Russisch. Und wir dachten immer, da fahren alle, wie bei den Italienern und Franzosen in einer Reihe und am Abend wird eine Wagenburg gemacht und ein Lagerfeuer. Für das, dass sie ja eigentlich doch fast alleine unterwegs ist, muss sie dieses Kennenlernen des Reisens teuer bezahlen. Sie fragt uns noch ein bisschen, wie wir das so gemacht haben und handhaben und diese Informationen geben wir ihr gerne kostenlos weiter. 

 

Das Schöne an diesem Campingplatz ist, es hat eine Waschmaschine mit Tumbler und eine super coole Dusche mit Heizung und Vorraum. Moni ist also bis auf weiteres beschäftigt während Oliver was Feines kocht. Da Moni Angst hat, es könnten Morgen ja neue Leute kommen die auch noch waschen wollen, startet sie wieder eine kleine Nachtaktion. Was sich am Morgen dann auch schon bestätigt. Denn die Waschmaschine ist schon wiederbesetzt. Nach einem schönen Spaziergang durch die herrliche Parkanlage mit den Seen und den alten Bäumen, machen wir uns auf den Weg um die Stadt zu erobern. Doch zuerst müssen wir sie mit dem Tram und der Metro noch finden. So fahren wir also mit dem Tram, und fragen dann während der Fahrt eine junge Frau, wo wir denn aussteigen müssen, um mit der Metro zum Kreml zu fahren. Da wir nirgends einen Ticketautomaten sehen, fragen wir sie auch gleich noch, wie man den hier ein Ticket lösen kann. Zwei ältere Damen die gleich nebenan sitzen, beteiligen sich auf einmal am Gespräch. Sie finden es lustig, und als die junge Frau uns im Translator schreibt, das ist Russland, hier gibt es keine Automaten, wissen wir nicht, ob wir es jetzt auch lustig finden sollen. Denn bei der Eingangstüre hat es ein grosses Plakat, bei dem steht, wenn man ohne Ticket fährt, kostet es 2600 Rubel. Also, zumindest übersetzen wir die Zeichnung so. An besagter Haltestelle steigen wir aus, und finden aber nirgends eine Metrostation. Dafür sehen wir auf der gegenüberliegenden Seite einen Park mit riesigen Gebäuden. Da haben wir ja einiges zu besichtigen, der Park ist ja gigantisch. Wir wissen nicht genau, was es ist, irgendwie sieht es aus wie so ein Expo-Gelände. Einfach alles in riesig. Es ist wunderschön, und die Leute verteilen sich gut auf dem Gelände, so dass eine herrlich, friedliche Atmosphäre herrscht. 

Für heute haben wir genug, also nichts wie retour und einen friedlichen Abend geniessen. Wir haben gerade unsere armen Füsse von den Schuhen befreit, als 21 Wohnmobile aus Italien in den Campingplatz fahren. Moni packt ganz schnell ihre Duschutensilien und meint, oh nein, wenn die nachher alle duschen wollen, kann ich ja gar nicht mehr. Leider ist sie nicht alleine mit dieser Idee. Auch die Chinesen, die schon länger auf dem Campingplatz stehen, haben die gleiche Angst. 

Nur sind die noch schlimmer, kaum ist einer fertig, wird aus der Türe geschaut und gewartet bis der nächste da ist, dann schnell einen Wechsel, und schon steht der nächste vor der Türe und wartet. Da es nur zwei Duschkabinen hat, stellt sich Moni vor die andere und wartet. Aber sie weiss ja, dass es sich lohnt hier zu warten. Irgendwie ist es schon spannend, wie so etwas Simples wie eine Dusche, was ja zum täglichen Leben gehört, auf einmal zu einem Highlight werden kann. 

Am nächsten Morgen fragen wir an der Rezeption, wie wir am besten zum Kreml kommen. Aha, eigentlich ganz einfach, wenn man in die andere Richtung fährt. Ja, nach einer Tramfahrt mit dem 25-er bis zur Endstation und dann mit der Metro Nummer 1 weiterfahren und schon ist man dort. Auf dem maps.me, hat Oliver jetzt auch die verschiedenen Routen der Metro gefunden. So ist es auch ganz einfach. Unser erster Blick auf die Sehenswürdigkeiten von Moskau ist nicht gerade prickelnd. Millionen von Touristen und mindestens 90 Prozent davon sind Chinesen. Überall wird posiert und Selfies gemacht. 

Ach, das ist halt einfach nicht so unser Ding. Aber wir kämpfen uns trotzdem durch die Menge und haben somit doch ein paar schöne Erinnerungen und Fotos die wir Dir zeigen können. Das im Internet viel gepriesene Einkaufscenter GUM, ist ein beliebter Ort für Hochzeitsfotos und Influencer, die sich vor die teuren Schaufenster stellen und Fotos machen. 

Aber in den Läden selber sieht man nur die Verkäufer, die sich die Beine in den Bauch stehen. Wenigstens für die Glace Verkäufer rentiert es hier, denn fast alle kaufen sich hier eine Glace. Auch Moni kann nicht widerstehen. Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist ein Besuch auf der Toilette. Steht so zumindest auch im Internet. Aber, dass es 200 Rubel kostet, davon steht nichts. So verzichtet Oliver auf die Besichtigung und die Benützung der edlen, alt ehrwürdigen Toilette. Daher können wir Dir hier nur ein paar Fotos aus der Damentoilette zeigen. 

Auch ein Ticket in den Kreml kaufen wird interessant. Wir sehen immer wieder lange Warteschlangen, aber nirgends kann man Tickets kaufen. Die gibt es nur im Garten zu kaufen. Aber auch dort ist es noch relativ anspruchsvoll, denn es hat ganz viele Verkaufsfenster, und an jedem kann man eine andere Tour buchen. Ja, wir kaufen die ganz klassische Tour, wo man bei der grossen Kanone und der Glocke vorbeikommt. Die Kanone hat niemals einen Schuss abgegeben, und auch die Glocke hat nie geschlagen. Trotzdem sind sie so richtige Touristenmagnete. Leider will heutzutage niemand mehr nur ein Foto machen, sondern man muss immer irgendwie auch noch selber drauf. Also hat man keine Chance ein Foto nur mit der Sehenswürdigkeit zu machen. Ja, Du merkst sicher, es ist wirklich nicht unser Ding, darum belassen wir es jetzt mit den Fotos.

Im Amphitheater findet gerade noch ein Tanzwettbewerb statt. Oliver findet es nur peinlich, dass sich die Leute hier so zum Affen machen. Aber anscheinend muss es hier nur Spass machen. 

Auf dem Retourweg kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten für das Abendessen und finden die Verkaufsstrategie an der Kasse sehr interessant. Nebst Kondomen gibt es Zahnseide, Rasierer, Batterien und Süssigkeiten. Da ist man doch gleich voll eingedeckt. Zum Glück muss man ja an der Kasse immer lange warten, so kann man sich in Ruhe überlegen, was man wohl noch brauchen könnte. 

Am nächsten Tag wollen wir noch die schönen Metrostationen und das Leninmausoleum besuchen. Tja, endlich beim Leninmausoleum angekommen, sehen wir, dass der ganze Platz abgesperrt ist, und das Mausoleum geschlossen ist. Schade. So spazieren wir nochmals durch die Quartiere und staunen nicht schlecht, als wir, direkt zwischen dem GUM Einkaufscenter und dem roten Platz ein Wohnmobil sehen. Ok, es ist nur ein kleines, aber trotzdem. Es steht da mitten in Moskau. 

Auch heute hat es wieder diese Taubenfoto Verkäufer und wir fragen uns, was es bringt, ein Foto mit Tauben zu machen. Aber jedem das Seine.

Wir setzen uns in ein schönes Gartenrestaurant und lassen es uns gut gehen.

Auf unserer Metrotour besichtigen wir drei der schönen Metrostationen. Es macht auch Spass, hier einfach mal die Leute beim Rolltreppen fahren zu beobachten.

Am Dienstag, 20. August fahren wir weiter Richtung St. Petersburg. Beim See, gleich in der Nähe des Valdai Iverskiy Männer Kloster schlagen wir unser Nachtlager auf. 

Nach einer herrlich ruhigen Nacht besuchen wir es am Morgen noch. Nur die Klosteranlage befindet sich auf dieser kleinen Insel. Die Lage ist herrlich ruhig und wir geniessen die leisen Klänge der Glocken, was am Morgenfrüh schon fast ein bisschen mystisch daherkommt. Auch der feine Duft von Weihrauch in der Kirche tut das seinige dazu. 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    s'Tanti (Mittwoch, 25 September 2019 17:07)

    Wow, in diesem Reisebericht reiht sich Höhepunkt an Höhepunkt, die Fotos sind bombastisch und laut Text habt Ihr auch Einiges erlebt. So schön.........
    Und ja, was bringt es, Tauben zu fotografieren ? Hi, hi, hii, angeblich Glück !