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Russland VIII St. Petersburg

Am Dienstag, 20. August treffen wir gegen Abend in Puschkin ein. Wir suchen uns einen Schlafplatz in der Nähe des Katharinen-Palasts. Der Alexander Palast ist leider wegen Renovationsarbeiten geschlossen. Als wir am nächsten Morgen beim Katharinen-Palast sind, fühlen wir uns, als ob wir in China wären. 

Ganz selten, sehen wir ein anderes Gesicht. Anhand der riesigen Kolonne, und den verschiedenen Tafeln mit den Hinweisen, ab hier noch fünf Stunden bis zum Eingang, beschliessen wir, nur ein Ticket für den riesigen Park zu kaufen. 

Wir verstehen jetzt auch, warum man sich hier in so kleinen Golfwägelchen durch den Park chauffieren lassen kann. Dieser Park ist so riesig, da läuft man den ganzen Tag, bis man alles gesehen hat. 

Wir sehen hier sicher mehr, als wenn wir fünf Stunden in der Warteschlange stehen, und bei so vielen Menschen sieht man ja dann auch nicht viel im Inneren. 

Der Aberglaube der Menschen ist so stark, dass die Nase dieser Statue schon völlig blank poliert ist. Auch jeder Brunnen wird mit Münzen gefüttert. Nicht nur die Statue hat eine goldene Nase, auch der Brunnen-Reiniger verdient sich eine goldene Nase. 

Wir haben hier auch die ultimative Lösung gesehen, für Eltern mit Kinder die immer davonlaufen. Am Handgelenk angebunden, gehen die lieben Kinderlein dann sicher nicht verloren und so kann man Entspannt die Besichtigung geniessen.

Jetzt schleppen wir uns im Schneckentempo zurück zu Willi. Nach dem sich unsere Füsse wieder erholt haben, fahren wir noch in das Stadtzentrum von St. Petersburg und finden mitten drin einen Parkplatz. Die Aussicht ist genial, jetzt hoffen wir mal, der Strassenverkehr nimmt dann irgendwann auch noch ab. 

Da es uns von hier aus zu weit ist, um die ersten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, fahren wir noch mehr ins Zentrum, in der Hoffnung auf einen ruhigen Parkplatz in einer Seitengasse, wo wir dann auch wieder übernachten können. Ja, das Glück ist uns hold. 

Auf dem Weg zur Brücke, die uns dann zur Peter und Paul Festung führt, treffen wir auf die Ewigi-Liebi in Russland. 

Zuerst denken wir noch, was, jetzt führen die das Musical auch hier auf?! Aber wir sehen schnell, dass es nur der ausrangierte Tour Bus ist, der hier noch seine letzten Jahre verbringen darf. 

Es gibt hier so viel zu sehen. Diese Stadt gefällt uns viel besser als Moskau. Es hat immer wieder schöne Parkanlagen mit Sitzbänken zum Verweilen. Die vielen Menschen verteilen sich auch sehr gut und es hat überall herzige Restaurants mit Garten. 

Schon von weitem macht uns ein grosses Schiff neugierig. Ob das wohl ein Restaurant ist? Ja und tatsächlich. Da wir ja heute schon wieder viel gesehen haben, ist das doch die Gelegenheit für eine gediegene Pause. Wir sind total begeistert.

Also wenn das Essen auch noch so gut ist wie das Ambiente, dann wird das hier eine wunderschöne Pause. Oliver entscheidet sich für den Cesar-Salat mit Shrimps und Moni für den Cesar-Salat mit Poulet.

Es sieht nicht nur gut aus, es schmeckt auch ausgezeichnet. Als wir uns gerade so verträumt über unser Dessert hermachen, meint Oliver, oh jetzt ist es vorbei mit der Ruhe. Denn gerade kommen 10 Chinesen auf das Boot. Es gibt nichts was es nicht gibt. Es werden überall Fotos gemacht. Aber das Beste ist ja, als sich eine in den schönen Hängekorbsessel (gleich neben Oliver) lasziv stöhnend hinsetzt, sich in Pose wirft und ihre Kollegin ein Foto nach dem anderen schiesst. Selbst das Service-Personal nervt sich. Der Spuck ist nach ein paar Minuten zum Glück vorbei, denn sie verlassen das Schiff genauso schnell wie sie gekommen sind. Die Fotos haben sie ja jetzt, und etwas trinken muss man ja nicht. So schlendern wir zurück zu Willi, wo es dann eine lange Erholungspause gibt. Am Abend geniessen wir St. Petersburg by night. Traumhaft. Wirklich eine Reise wert. Auf einmal sehen wir ein wunderschönes Feuerwerk. 

Man hat das Gefühl, der Donner und das Grollen, der durch die ganzen Häuser hallt, deckt jeden Moment die alten Dächer ab. So kommen wir doch noch zu einem schönen, etwas Verspäteten 1. August Feuerwerk. Leider können wir nirgends in Deckung gehen, denn Laila zittert wie Espenlaub. Auf dem Morgenspaziergang mit Laila findet Moni in mitten der Grossstadt das Glück am Boden.

Auch heute haben wir wieder viele schöne Sachen auf dem Programm. Inmitten der prunkvollen Issak Kathedrale setzen wir uns auf eine Bank und lassen das Ganze auf uns wirken. Ja in solchen Momenten sieht man dann halt auch anderes. Da knabbert und züngelt ein etwa 12-jähriger Junge an der Nase und dem Mund seiner Mutter herum, während der Vater den Beiden die Kathedrale erklärt. Auch den anderen Touristen entgeht dies nicht. Was man nicht alles zu sehen bekommt, bei so Kirchenbesichtigungen. Diesen Anblick ersparen wir Dir.

Wir sehen ein grosses hölzernes Tor mit einer kleinen Türe. Moni fragt sich, was hier wohl dahinter ist und möchte gerne nachsehen. Doch Oliver findet, ich brauche keine Türe, wo ich schon demütig durchmuss. Dahinter befindet sich ein schöner Innenhof. Leider finden wir nicht heraus was es ist.

Dieser Bückling kostet uns Kraft, und zudem ist es ja auch schon wieder Essenszeit. So setzen wir uns in eines der herzigen Gartenrestaurants. Hier spricht das ganze Personal perfekt Englisch. 

Unser Weg führt uns an der Auferstehungskirche vorbei, die im Moment aussen gerade renoviert wird. Das Ganze Quartier erinnert uns an den Montmartre in Paris. Viele Künstler verkaufen hier ihre Zeichnungen, oder hoffen, dass sie dich malen dürfen.

Da der Rückweg zum Willi sehr weit ist, können wir dies nicht in einem Stück absolvieren. So gibt es in einem schönen Kaffee nochmals einen Halt. Aber wer könnte auch diesen feinen Kuchen und Desserts widerstehen. Da wir morgen noch den Aurora Cruiser besichtigen wollen, und vor allem aber auch, dass wir nicht zu lange am gleichen Ort stehen und sich niemand über uns ärgern muss, fahren wir noch gleich in die Nähe des Schiffes. Wo wir wieder einen super Parkplatz finden.

Oliver ist ja gar kein Fan von Kriegsverherrlichung und dem zur Schau stellen von Kriegsmaterial, aber die Aurora, ein Kriegsschiff der ehemaligen Kaiserlich-Russischen Marine, dient seit 1956 als Museumsschiff. Die gehen wir jetzt für 700 Rubel pro Person doch besichtigen. Es interessiert uns, wie die Motoren, Küche und die Mannschaftskajüten aussehen. Doch leider ist von all dem nichts zu sehen. Schade.

 Aber das Rettungsboot hat es uns angetan. Das kleine Dampfschiffchen ist wirklich sehr herzig.

Da gefällt uns der schöne Dreimaster doch schon viel besser.

Alt und neu vermischen sich auch hier. 

Die riesigen Monitore und damit meinen wir zum Teil ganze Hausfassaden, erschrecken uns immer wieder aufs Neue. Wir sind froh, dass dies in der Schweiz nicht erlaubt ist. 

Nach einem ausgiebigen Morgenspaziergang durch die Gassen beschliessen wir unsere Wassertanks an einer Wasserstelle in einem Aussenquartier von St. Petersburg zu füllen und nachher gemütlich dem Meer entlang Richtung Finnland zu fahren.

Die schönen Plätze animieren uns immer wieder zu einem kleinen Halt, sei es um nur mit einem Kaffee in der Hand am Meer zu sitzen, oder einfach um einen kleinen Spaziergang am Meer zu machen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Leve (Sonntag, 08 September 2019 23:09)

    Mich hätte das Bild der Familie, mit dem Kind, das der Mutter die Nase leckt schon interessiert.

  • #2

    s'Tanti (Mittwoch, 25 September 2019 17:21)

    Leve, Grüsel, Du.......

    Wieder so ein schöner Reisebericht, geht das nun so weiter die nächsten Wochen ? Dann viel Vergnügen !