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Polen II Salzmine in Wieliczka

Die grosse Salzmine in Wieliczka steht heute auf unserem Programm. Sie ist von 7.30 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet. Es ist extrem, alle 15 Minuten geht eine Englische Tour los. In Deutsch gibt es nur 3 Führungen am Tag und auch in vielen anderen Sprachen werden die Touren angeboten. Da wir nicht noch lange warten wollen, buchen wir uns die nächste Englisch-Tour für 178 Zloty, das sind ca. 40 CHF.

Die Ton-Qualität des Ohrstöpsels ist nicht so gut, so dass wir beschliessen, einfach in ihrer Nähe zu bleiben, damit wir hören was sie sagt. Oliver kommt sich vor wie ein kleiner Streber, der sich immer neben die Lehrerin drängelt. Was man vielleicht hier dazu sagen muss, unser Guide war eine herzige, junge Frau. Zuerst geht es hunderte von Stufen hinab, tief in das Erdreich hinein. Wir bekommen schon beinahe einen Drehschwindel, da wir immer nur diesen links Dreh haben. 

Die Gänge sind zum Teil mit weissem Holz ausgestatten, damit der Gang heller erscheint und immer wieder laufen wir an Wänden entlang, wo sie uns dann erzählt, wenn man jetzt daran lecken würde, schmeckt man das Salz. Da hält der Mann vor uns an und leckt mit seiner Zunge über die Wand, wo ja vorher schon Tausende mit ihren Händen, die ja bekanntlich immer schön keimfrei sind, darübergefahren sind. Er meint ganz erstaunt, das ist wirklich ganz salzig. Sein Sohn findet das lustig, so muss er natürlich noch einmal lecken, und da seine Frau auch noch ein so lustiges Foto von ihrem Mann will, muss er gleich nochmals lecken. Uns kommt das kotzen. Bisher haben wir uns immer zurückgehalten, wenn wir solche Sachen beobachteten, aber von jetzt an haben wir beschlossen, dass wir ungeniert fotografieren. Moni auf jeden Fall meint trocken, hei wenn Du das machen würdest, würde ich Dich nie mehr küssen. Wie kann man nur. Also in Zukunft wird es auch solche Szenen auf unserem Blog geben. Keine Gnade. 

Da diese Arbeit früher ja sehr gefährlich war und die Leute damals noch sehr religiös waren, gibt es immer wieder kleinere Kapellen und auch sehr Grosse Kirchen im Berg. Wunderschön mit Plattenboden und Figuren. Aber warum die Menschen nicht einmal hier, ihre Kaugummis richtig entsorgen können bleibt uns ein Rätsel. Die Holztreppen, die Plattenböden, alles ist übersät mit Kaugummis. Wir wundern uns wirklich über den Verstand der Menschen. 

Dir Grösste ist gigantisch. Ihre Bilder, die einfach so in den Berg gemeisselt sind, begeistern uns total. Die schiere Höhe in diesem Raum, mit den Kronleuchtern, einfach fantastisch.

Die Menschen hier haben im 3 Schichtbetrieb gearbeitet. Die Tiere hingegen blieben für ca. 10 Jahre hier im Stollen. Ein tristes Dasein. 

Im höchsten Raum des Salzbergwerkes, werden heute immer wieder Weltrekordversuche gestartet. Auch kann man die Festräume für Private Anlässe buchen. Uns wäre es nicht so wohl. 

Was uns persönlich stört, aber wahrscheinlich wollten sie zwischendurch etwas Lustiges zeigen. Auf dem Weg hat es auf einmal einen überdimensionalen Drachenkopf der von einer Ecke herabschaut, oder irgendwo kommen auf einmal Zwerge zum Vorschein. Aber den Leuten gefällt es anscheinend, denn hier wird fleissig fotografiert. Wir sparen uns die Daten für solch unnütze Fotos. Dieses Salzbergwerk ist wirklich gigantisch, alleine schon von der Grösse her, aber für unseren Geschmack wieder einmal viel zu touristisch. Die schleusen hier im viertel Stunden Takt bis zu 50 Personen durch die Gänge und auch im Bergwerk selber hat es 3 Stationen, wo man Essen und Trinken kann und natürlich Souvenirs kaufen kann. Ob das denn wirklich Salz aus diesem Berg ist, dass man hier teuer kaufen kann ist fraglich, denn hier wird schon seit Jahren kein Salz mehr gefördert. 

Zum Glück gibt es um raufzukommen einen grossen Lift. Dieser kommt aber nicht etwa beim Eingang wieder raus, sondern an einem ganz anderen Platz im Dorf. So stehen die Leute alle verwirrt da und versuchen die Orientierung wieder zu bekommen, denn irgendwie muss man ja zum Parkplatz zurückfinden. Es wäre hier sicher kein Luxus, wenn man wenigstens einen Wegweiser hinstellen würde. Endlich zurück bei Willi, schnappen wir uns Laila und setzen uns in das erste schöne Gartenbeizli. Die Tour war doch sehr anstrengend und dauerte sehr lange.

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Kommentare: 1
  • #1

    s'Tanti (Donnerstag, 17 Oktober 2019 17:03)

    Gigantisch, was für imposante Ausmasse in dieser Salzmine mit diesen wunderschönen Dekorationen, einfach ausserordentlich.