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Heimaturlaub III

Wir wurden in der Schweiz überall so herzlich begrüsst, von Marielle und Kevin sogar mit bunten Ballonen und Girlanden, obwohl sie wissen, dass Oliver gar nicht auf solche Sachen steht und es ihm fast schon peinlich war, Moni freute sich dafür umso mehr. 

Für Moni ist es ein sehr strenger und vor allem emotionaler Heimaturlaub. Da ihre Tochter aus dem ehemaligen, gemeinsamen Mietshaus auszieht, muss sie ihren Hausrat räumen. Ja, es ist nicht einfach, 49 Jahre in ein paar Kartonkisten zu packen, vor allem, wenn dann noch zwei von den Kisten mit Ordnern gefüllt werden, die man ja in der Schweiz 10 Jahre behalten muss. Aber es heisst ja, je weniger man hat, umso freier fühlt man sich. Jetzt hoffen wir mal, dass dies nicht nur für den „man“ zutrifft sondern auch auf Moni. Da Oliver weiss, dass Moni der Abschied nicht leichtfällt, drängt er zur Weiterreise. Also los. Nach drei Wochen fahren wir Richtung Basel, denn dort wollen wir dann nach Frankreich und weiter nach Spanien. Unser Ziel ist ja, wie bereits erwähnt, die Kanarischen Inseln.

 

Doch zurück nach Frankreich. Wir fahren also, und freuen uns auf hoffentlich bald schönes und warmes Wetter, als uns Willi wieder einmal mit einem seiner Lämpchen erfreut. Langsam aber sicher fragen wir uns, ob es richtig war, dass wir uns ein Euro 6 Diesel Fahrzeug gekauft haben. Immer wieder haben wir mit dem oder wegen dem Ad Blue - Sensor Probleme. An dieser Stelle mal die Frage, haben alle diese Probleme oder nur wir? So befragen wir wieder einmal das Internet, wo denn die nächste Mercedes – LKW Werkstatt ist. Wir haben Glück, nicht weit von hier, in Auch, gibt es anscheinend eine. Also los. Das muss man Mercedes wirklich zu Gute halten, in der Regel wird man immer gleich bedient. So auch dieses Mal. Sie versuchen die Fehlermeldung zu löschen, was anscheinend nicht so einfach ist. 

So holen sie einen anderen Computer und zu zweit löschen sie den Fehler. Nach zwei Stunden heisst es, jetzt ist wieder alles ok. Bezahlen müssen wir nichts. So wünschen Sie uns eine gute Weiterfahrt. Oliver ist skeptisch, denn genau so war es das letzte Mal in England auch, als wir dann wieder alles zurückfahren mussten, weil der Fehler nach 100 km wieder da war. Wir fahren also mit einem halbguten Gefühl weiter. Das Wetter wird immer schlechter, aber wir müssen nun mal über diesen Pass. Super, jetzt fängt es auch noch an zu schneien. Was sind wir froh, als wir endlich oben sind. Jetzt nur noch runter. Hei, wir sind doch schon in Spanien, was soll dieses Wetter! Also weiter. 

Mal eine kleine Zwischenfrage. Was meinst Du passiert jetzt? Bingo, es piept wieder und das Motorblock-Symbol und die Ad Blue-Anzeige leuchtet wieder auf. Freude herrscht. Was nun? Alles wieder zurück? Aber der Pass liegt dazwischen. Nein, in Spanien gibt es sicher auch eine Mercedes Garage. Moni meint, jetzt mache ich dann mal eine Zusammenstellung aller Mercedes Garagen, mal schauen, wo der Kaffee am besten war. Eigentlich hofft sie, mit dieser Aussage die düstere Stimmung von Oliver etwas aufzuhellen, was ihr mit Erfolg nicht gelingt. 

 

Am nächsten Tag suchen wir im Internet nach einer Mercedes-Garage und finden in Monzon eine. Juhu. Das liegt sogar auf unserem Weg. Als wir dort sind, holen sie extra für uns eine junge Frau zum Übersetzen. Leider teilt sie uns mit, dass wir zu schwer sind für ihre Garage. Das wäre ja auch zu schön gewesen. So fragen wir sie, ob sie uns sagen könnte, wo es denn eine Mercedes Garage für uns gibt. Sie überlegt und meint dann, ja hier gibt es nichts, da müssen sie nach Saragossa fahren. (ca. 140 km) Das kann ja jetzt wohl nicht ihr ernst sein. Oliver meint, die hat den Kopf nur zum Schminken. Er ist ziemlich sauer. Wobei es stimmt schon, sie hat die Schminke mit dem Spachtel aufgetragen. So entschliessen wir uns und rufen wieder einmal bei Mercedes Deutschland an. Hilfsbereit und freundlich wie eh und je, teilt sie uns mit, sie kläre das mit ihren spanischen Mitarbeitern ab und melde sich wieder bei uns. Oliver meint, na toll, das kann ja wieder Stunden dauern. Moni aber sagt beschwichtigend, ach wir haben ja Zeit, was soll’s. Aber es ist halt doch sehr ärgerlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir diese Sonde, die für dieses „Warn-Gepippe“ zuständig ist, schon in England ausgetauscht haben.  Schneller als erwartet, bekommen wir einen Rückruf von Mercedes Deutschland. Wir können heute Nachmittag um 15 Uhr gleich bei der Garage vorbeigehen. Sie haben denen das Problem erklärt und sie wissen um was es gehe. Falls wir doch noch Hilfe brauchen beim Übersetzen, können wir uns gerne wieder bei ihnen melden. Sie gibt uns noch die genaue Adresse und wünscht uns eine tolle Weiterreise. Als Oliver die Adresse im Navi eingibt, meint er, das kann ja wohl nicht sein, das ist ja fast am gleichen Ort. So fahren wir gespannt dorthin. Tatsächlich, nur eine Querstrasse weiter (keine 50 m Luftlinie) prangt ein nicht zu übersehendes Mercedes Schild an einer grossen Halle. Ist schon noch speziell, dass die das bei der anderen Mercedes Garage nicht wissen. Ach was soll’s, sich ärgern ist ungesund. So freuen wir uns jetzt und nutzen diese Zeit um einzukaufen und eine Internet-Daten-Sim-Karte zu kaufen. Bei Digi-Mobil finden wir eine, die auch auf den Kanaren funktionieren soll und die wir dann auch übers Internet neu aufladen können. Wir erhalten 30 GB für 20 Euro. So vergeht die Zeit wie im Flug und schon ist es 15 Uhr. 

Ja, und wieder die gleichen Fragen und Antworten. Irgendwie beschleicht uns ein beklemmendes Gefühl. Sie schrauben unter Willi rum und lassen Flüssigkeit ab, und wir wissen nicht was sie machen. Irgendwann heisst es, jetzt ist alles ok, ihr könnt weiterfahren, die Fehler sind alle auf dem Bordcomputer gelöscht. Ach ja, das kennen wir ja. Aber sie sind davon überzeugt, dass jetzt alles gut ist. So wollen wir ihnen doch auch glauben. Wir fragen nach der Rechnung, aber auch hier wird uns gesagt, nein, das kostet nichts. Wir staunen, da sie ja doch mehr als 2 Stunden gearbeitet haben. Guter Dinge fahren wir wieder los. Unser langgehegtes Ziel ist unser Geierberg, den wir im 2017 per Zufall entdeckten. Dort wollen wir unbedingt wieder hin. Aber dieses Mal werden wir, bevor wir da hinauffahren, unsere Wasservorräte noch füllen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    s'Tanti (Donnerstag, 09 Januar 2020 17:15)

    oh nei, nid scho wieder !!