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Fähre von Huelva nach Lanzarote

Wir sind in einem rasanten Tempo, also nicht geschwindigkeitsmässig, sondern Kilometer mässig unterwegs Richtung Huelva. Moni meint, hei, wir wollten es doch langsamer angehen, aber irgendwie ist der Drang nach endlich auf die Inseln und dann runterfahren grösser. Noch am Abend fahren wir zum Hafen. Aber irgendwie sieht das nicht nach Hafen aus. Wo sind denn hier die Terminals? Es ist auch kein einziges Schiff hier. Wir fahren den Wegweisern nach, aber die Strasse endet bei einer Barriere und das Häuschen hat auch kein Licht, also drehen wir um und fahren wieder zurück. 

 

Aber wir finden nirgends ein Fähr-Terminal. Moni findet, komm wir schauen nochmals bei der Barriere, vielleicht ist ja einer drin. Oliver meint nur, ja klar, da sitzt einer im dunkeln Häuschen und wartet auf Dich. Du siehst ja nirgends ein Büro. Aber wie Frauen nun mal so sind, sie wollen immer und überall fragen. So steigt sie aus und läuft Richtung Barriere. Noch nicht mal angekommen, öffnet ein junger Mann die Türe. Moni freut es natürlich umso mehr, dass sie recht hat. Die beiden unterhalten sich auf Englisch und so kommt sie freudestrahlend wieder zurück. Also für zum Terminal müssen wir hier noch ein ganzes Stück ins Areal reinfahren. Aber es ist erst morgen, Montag, ab 10 Uhr wieder offen, und die Fähre fährt erst am nächsten Samstag wieder. Na dann, also suchen wir uns einen Schlafplatz und fahren dann morgen wieder hierher. Um 10 Uhr stehen wir wieder an der Schranke, er kommt kurz raus, erkennt uns und lässt uns durchfahren. So fahren wir durch das Hafenareal und suchen das Terminal. Irgendwie können wir uns nicht vorstellen, dass hier ein Fährhafen sein soll. Aber dann sehen wir zwei kleine Containerhäuschen. Kaum haben wir parkiert, kommt schon eine junge Frau und fragt wie gross wir denn sind. Dann meint sie, ja dann müsst ihr zum nächsten Container, sie können keine so grossen Fahrzeuge mitnehmen. Ja, eigentlich haben wir das ja schon gewusst, wir haben uns ja vorher schon im Internet erkundigt. Also gehen wir beim nächsten an den Schalter. Er fragt, ob wir eine Kabine wollen und erklärt uns, wir müssten sowieso einen Liegesitz reservieren, das kostet mit Willi zusammen 770 Euro. Für 1029 Euro bekommen wir eine kleine Kabine und das Essen ist dann inbegriffen. Kurzentschlossen wählen wir die Kabine. Moni möchte jetzt endlich wissen wie das läuft mit Laila. Aber man bekommt einfach keine rechte Antwort. Als sie zögert meint Oliver, es gibt nur diese Variante also was willst Du? So kaufen wir die Tickets und müssen uns wohl oder übel überraschen lassen. Dann haben wir jetzt also noch fünf Tage bis zur Überfahrt. Wir suchen uns einfach immer wieder ein schönes Plätzchen wo wir bleiben und machen einfach nichts. 

Die Woche ist schnell vorbei mit Kochen, backen, waschen spazieren, «Müscheli» sammeln u.s.w.   

Und schon stehen wir fast zuvorderst in der Kolonne und warten auf Einlass. Keine Ahnung warum, aber wir stehen doch tatsächlich als zweitletztes Fahrzeug immer noch draussen. Dabei wollte doch Moni so schnell als möglich mit Laila rein um eine Box zu reservieren. Unsere sieben Sachen haben wir ja schon lange gepackt und nun stehen wir hier und warten. Nur auf was? Endlich dürfen auch wir rein. Man erklärt Oliver, er müsse Rückwärts die Rampe rauf. Also los, gesagt, getan. Wir schnappen unsere Taschen und gehen mit Laila die Treppe hinauf, wo man uns dann sagt, wir müssen mit Laila an Deck Nummer 8 gehen. Der Lift geht nur bis zum 7. Deck, also nehmen wir für den Rest die Treppe. Da hören wir schon von weitem das laute „gejaule“ und „gebell“. Die Boxen draussen will Moni nicht, schnell zum Hundecontainer. Das gibt es doch nicht, in diesem kleinen Container sind 30 Käfige untergebracht. Immer drei übereinander. Die untersten sind natürlich alle schon besetzt, aber wir haben Glück und schnappen uns gerade noch die letzte in der zweiten Etage. Ist zwar ziemlich mühsam unsere alte Lady da in den 2. Stock zu hieven. Aber immer noch besser als draussen. So richten wir ihr Zimmer ein, versorgen sie mit Wasser und Futter und versprechen ihr, gleich wieder zu kommen. 

So, jetzt sind wir an der Reihe. Wie im Hotel gehen wir zur Reception. Die Fähre ist bereits auf voller Fahrt. Wir bekommen 2 Karten als Schlüssel und er zeigt uns die Richtung zum Zimmer. Beim hintersten Zimmer müsste es sein. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nummer stimmt, aber die Karten funktionieren nicht. Also alles wieder zurück. Wir bekommen 2 neue Karten und es klappt. 

Jawohl, eine Dusche und eine separate Toilette, zwei Einzelbetten. Was will man mehr. Aber Moni will jetzt sowieso zu Laila. So schauen wir uns noch kurz das Schiff an und da das Mittagessen schon bereitsteht, gehen wir zuerst noch zum Buffet. 

So, jetzt erlösen wir aber Laila von ihrem Käfig leben. Aber wenigsten ist es dort windstill und warm. Oliver meint, du willst sie aber jetzt nicht alle zwei Stunden rausholen oder? Ja sie ist halt schon kein kleines Schosshündli. Aber was wir jetzt echt nicht verstehen, beim buchen muss man den Hund ja angeben, aber die haben tatsächlich zu wenig Hundeboxen. Tagsüber ist das ja kein Problem aber was machen sie dann in der Nacht? Und anscheinend darf man den Hund ja nicht im Auto lassen. Für was muss man denn den Hund beim buchen angeben und auch noch dafür bezahlen, wenn es dann doch zu wenig Platz hat?! Eins ist sicher, wenn wir dann im Frühling wieder zurück aufs Festland fahren, geht Moni mit Laila bereits als Passagier an Bord. Das ist ja ein Witz, da ist man als einer der Ersten am Warten und darf als zweit letzter rein. Gegend Abend wird es frisch und der Wellengang nimmt stetig zu. 

So versorgen wir Laila wieder in ihrem Verlies. Moni meint zu Laila: „Mach die Augen und Ohren zu und lass es einfach über dich ergehen, dann ist es schnell vorbei“. Denn in diesem Container riecht es nicht gerade angenehm und es gibt einige die extrem kläffen und man bekommt schon fast einen Gehörschaden. Arme Laila. Doch es sieht so aus, als ob sie das weniger stört als uns. Denn als wir ein bisschen später wieder reinschauen, schläft sie und reagiert nicht einmal als ein Mann seinen Hund rausholt. Zurück in der Kabine müssen wir feststellen, dass die Toilette nicht mehr funktioniert. Das muss aber noch geflickt werden bevor die Nacht kommt. Doch zuerst legen wir uns hin und machen ein wenig Siesta. Oliver findet das „geschaukel“ gar nicht toll. Moni hingegen möchte die Dusche nutzen, muss dann aber doch eingestehen, dass das gar keine gute Idee ist. Na, verschieben wir das doch auf morgen. Oliver leidet und Moni schaut sich schon mal nach einer „Kotztüte“ um. Ja es ist wirklich deftig. Als Moni erwähnt, dass das Abendbuffet bereit wäre, greift Oliver beherzt zur Tüte. Das heisst, er hat keinen Appetit, oder? Ach Du Schande. Nach drei gefüllten Tüten geht es ihm besser, dafür leidet Moni nun umso mehr. Was soll sie denn jetzt machen. Die Kabine hat kein Fenster um zu lüften und die Toilette funktioniert nicht. So marschiert sie zur Reception. Sie fragt mal, ob er Englisch kann. Er meint dann aber, er könne auch ein bisschen Deutsch. Na umso besser. Also die Toiletten sind anscheinend auf dem ganzen Schiff verstopft, oder meint er voll? Er gibt Moni noch ein paar Plastiksäcke mit um die gefüllten Tüten luftdicht zu entsorgen und wünscht ihr viel Glück. So jetzt aber Thema Wechsel. Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, muss Moni alleine zum Nachtessen. Dafür bringt sie Oliver noch eine Cola und ein Brötchen mit. Aber was viel schlimmer ist, sie muss alleine zu Laila. Rausholen ist absolut kein Problem. Das schaffen die beiden mit links, aber irgendwann ist niemand mehr auf dem obersten Deck, ausser diejenigen, die keine Hundebox bekommen haben. Aber die haben es sich zuvorderst an Deck bequem gemacht. Sie haben sich mit Tischen und Stühlen einen Windschutz gebaut und haben auf dem unteren Deck Liegebetten geholt und mit Tüchern und Wolldecken eine Höhle gebaut. Irgendwie schaut es noch angenehm aus. Ja, wie kommt jetzt Laila in den zweiten Stock. Moni bringt sie nicht ganz auf die Höhe rauf. Mit einem zu Hilfe geholten Stuhl funktioniert es auch nicht. Ist ja klar, in solchen Momenten ist niemand da, den man um Hilfe bitten könnte. So setzt sie Laila auf den Stuhl und diese muss dann auf Moni’s Knie klettern und dann noch einen grossen Satz ins Käfig machen. Ja so nach dem Motto gemeinsam sind wir stark, schaffen sie es. Aber beide sind sichtlich froh und geschafft. So, jetzt mal schauen wie es Oliver geht. Ja die Farbe im Gesicht ist wieder besser. So lassen wir uns in den Schlaf schaukeln und hoffen, dass morgen alles wieder gut ist. Zum Glück ist Oliver wieder fit und das Wetter ist herrlich. Es schaukelt nur noch sanft. Laila hat die Nacht auch gut überstanden. Am Nachmittag findet auf dem Pool-Deck noch ein Animationsprogram statt und Moni meint, es ist schon fast schade, dass wir jetzt dann schon ankommen. 

Aber jetzt freuen wir uns auf Lanzarote, wo wir dann von Eveline und Stefan abgeholt werden. Sie befinden sich da nämlich gerade in den Ferien. Wir wussten lange nicht, ob es noch klappen würde, damit wir uns noch treffen. Darum ist es jetzt umso schöner noch ein paar Tage mit ihnen zu verbringen. Sie sind schon über 10 Mal auf dieser Insel gewesen und wir freuen uns, gemeinsam mit ihnen ein paar schöne Orte zu besuchen. Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füssen haben, will Oliver nur noch eines, ein kühles Bier und einfach nur sitzen und geniessen. So fahren wir zu Ihrem Hotel und laufen dann ins nahe gelegene Quartier, wo es eine Bar hat und wir uns in die Sonne setzen. Das tut gut. Die Frauen bestellen eine Sangria und es kommt so richtig dieses Ferienflair auf. Natürlich bleibt es nicht bei einer Runde. So laufen wir nachher beschwingt zurück zum Hotel, wo Willi ganz in der Nähe auf einem Parkplatz steht. Eveline und Stefan gehen für das Abendessen ins Hotel und so verabschieden wir uns zu einem späteren Schlummi bei uns im Willi. Für den nächsten Tag stellen uns Eveline und Stefan ein kleines Tagesprogram zusammen. Da sie schon öfters hier waren kennen sie die Insel in und auswendig. Zuerst gibt es eine kleine Wanderung auf den Montaña Roja. Für den Aufstieg werden wir mit einer herrlichen Rundsicht belohnt. Man sieht sogar bis zum Faro Punto de Pechiguera und auch die Sicht in Richtung Timanfaya ist frei. Wir spazieren einmal um den Kraterrand herum und Laila ist froh, als es wieder Richtung Willi geht. Irgendwie ist es schon krass, überall diese schwarzen Lavasteine. 

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Kommentare: 1
  • #1

    s'Tanti (Donnerstag, 23 Januar 2020 17:09)

    Wow, das sind ja wieder Ereignisse. Und essen wie in einem Gault Millau Restaurant. War ich zwar noch nie, stelle es mir aber so vor !! Das Essen auf dem Schiff war wohl nicht so exklusiv.
    Tolle Übernachtungskabine, aber ohne Fenster zum öffnen ? Da könnte ich nie rein ! Scheisse, und so ein grosser Hund in der zweiten Korb Etage, das müsste doch anders gebucht werden können. Na ja, wenn einer eine Reise tut...